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Menschen der Bibel

Die Himmelfahrt Jesu

Manches bekommt ein Hoher Rat einfach nicht mit

 


Zusammenfassung

Joseph Kaiphas war von 18 bis 36 n.Chr. Hoherpriester in Israel, ein Schwiegersohn des Ananus (Hannas), der von 6 bis 15 n.Chr. Hoherprieser war. In einem Jahrhundert, in dem 28 Hohepriester amtierten, schaffte er es, sich 18 Jahre im Amt zu halten. Er begegnet Jesus als oberster Richter seines Volkes und ist maßgeblich am Zustandekommen des Todesurteils beteiligt. Er hielt sich so lange an der Macht, wie auch Pilatus Statthalter von Kaiser Tiberius in Syrien war (26 bis 36 n.Chr.), hatte also offenbar gute Beziehungen zu Pilatus und verlor sein Amt nahezu gleichzitig mit Pilatus.

Nach Ostern tritt Kaiphas nicht mehr direkt in Erscheinung. Wir gehen den Auswirkungen nach, die die Politik Kaiphas auf die Theologie der Synagoge hatte. Auch dabei geht es uns darum zu zeigen, in welcher Verantwortung religiöse Führer stehen und wie sie für Generationen Menschen für das Handeln Gottes blind machen können. Dies ist nicht ein jüdisches Problem, sondern es gilt für jeden, der in seinem Leben den Anspruch erhebt, Gottes Willen zu erkennen und zu kommunizieren, sei er nun Christ oder Jude oder wer auch immer. Auch Mohammed wird sich fragen lassen müssen, woher das, was er verkündet hat, obwohl das klare Handeln Gottes durch seinen Sohn Jesus Christus allgemein bekannt war, stammte. Er ist dabei Kaiphas sehr nahe, beide haben nur dann Recht, wenn Jesus Christus nicht der Sohn Gottes war. Allerdings bleibt die Frage, warum nur von Jesus Christus gesagt werden kann: „Blinde werden sehend, und Lahme wandeln, Aussätzige werden rein, und Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt“ (Mt 11,5)

Schlagwörter: Bibel - Gott - Heiliger Geist - Sohn - Trinität - Vater

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Menschen in der Begegnung mit Gott
Die großen Glaubensfrauen und -männer der Bibel - Ihre Stärken und ihre Schwächen

Wie behalte ich die Lage im Griff
Der Hohepriester Joseph Kaiphas und die Auferstehung

Pfingsten - Die Ausgießung des Heiligen Geistes
Der Geist Gottes wirkt, ohne den Hohen Rat zu fragen

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Bibelarbeiten für verschiedene Zielgruppen
Die Faszination des Wortes Gottes

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Der Hohepriester Joseph Kaiphas und die Auferstehung

Pfingsten - Die Ausgießung des Heiligen Geistes
Der Geist Gottes wirkt, ohne den Hohen Rat zu fragen

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... der die Himmel durchschritten hat

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... Gott meint die ganze Welt
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Inhaltsverzeichnis

1.1 Herkunft Kaiphas

1.2 Kaiphas im Neuen Testament

1.3 Der Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

1.4 Der Prozess gegen Jesus - Nicht nur ein jüdisches Problem

1.6 Spielball der Mächtigen - Judas Iskarioth

1.7 Fazit zum Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

2.1 Der Hohepriester Kaiphas begegnet dem Messias

2.2 Die Arroganz der Wissenden

2.3 Die Erleichterung nach der Kreuzigung

2.4 Die Angst vor der Auferstehung - Oder: Alte Lügen erfordern neue Lügen

2.5 Ostern ist der Höhepunkt göttlichen Handelns

3.1 Der Hohe Rat organisiert - Gott handelt

3.2 Unbemerkt vom Hohen Rat - Der auferstandene Herr, Jesus Christus, erscheint den wirklich wichtigen Menschen

3.3 Jesus Christus sucht den Glauben

4.1 Der Hohe Rat ist schwer beschäftigt - Das Pfingstfest in Jerusalem

4.2 Ein Fischer aus Galiläa predigt im Tempel in Jerusalem - Und Tausende hören zu

4.3 Was ist zu tun?

5.1 Der Hohe Rat übergeht das Pfingstereignis in Jerusalem schweigend - Aber es kommt noch schlimmer

5.2 Heilung ohne Erlaubnis des Hohen Rates - Und dann auch noch dies Gerede von der Auferstehung

5.3 Das Verhalten des Petrus ist unerträglich - Aber nur für den Hohen Rat

5.4 Schon wieder ein Prozess

5.5 Der Beschluss der Glaubensväter - Aber Petrus und Johannes sind nicht beeindruckt

5.6 Die kraftvolle Reaktion der Gemeinde

5.7 Gott zieht weiter

Erneute Wunder und die Reaktion der Staatsmacht

6.2 Rechtgläubigkeit - Irrtum ausgeschlossen oder Können wir Gott auf unser Bibelverständnis festlegen?

6.3 Konnte der Hohe Rat das eigentlich wissen? - Täter oder Opfer?

6.4 Gruppendynamik im Hohen Rat oder Man muss zu seinen Entscheidungen stehen(?)

6.5 Im Hohen Rat gab es mehr Weisheit als gedacht - Das weise Rat Gamaliels

6.6 Umkehr - Wie schwer fällt es gestandenen Männern

7.1 Stephanus wird Diakon in der wachsenden Gemeinde

7.2 Die Predigt des Stephanus - Keine Verteidigungsrede sondern Klartext

7.3 Die Reaktion - Dem Hohen Rat entgleitet der Prozess

7.4 Jesus steht und ist bereit, Stephanus zu entgegen zu gehen

7.5 Warum lässt Gott das zu

8.1 Saulus greift ein - Das Eigentor der Vertreibung

8.2 Jesus greift ein - Saulus bekehrt sich

9.1 Agrippa I - Herkunft

9.2 Agrippa I - Schulden über Schulden

9.3 König Agrippa I

9.4 König Agrippa I und die Christen

9.5 Gebetserhörung - und keiner will es glauben

9.6 Die wahre Stimme Gottes

9.7 ... und die Kirche wächst

10.1 Paulus weiß, was auf ihn zukommt

10.2 Der zeitlich Rahmen

10.3 Prophetische Warnungen des Paulus auf seiner Reise nach Jerusalem

10.4 Paulus kommt in Jerusalem an

10.5 Paulus wird in Jerusalem erkannt

10.6 Paulus in römischer Gefangenschaft

10.7 Paulus predigt in Jerusalem

10.8 Paulus nutzt sein römisches Bürgerrecht

10.9 Paulus vor dem Hohen Rat

10.10 Die Zeit des Hohenpriesters Ananias

10.11 Der HERR kennt die Seinen

10.12 Paulus vor Felix

10.13 Seelsorge am Statthalter Felix

10.14 Paulus vor dem Statthalter Festus

10.15 Festus und Herodes Agrippa II

10.16 Paulus verteidigt sich vor Herodes Agrippa II

10.17 Paulus verlässt Judäa - Fazit

11.1 Der Bericht des Flavius Josephus über den Tod des Jakobus, des Bruders des Herrn

11.2 Eusebius berichtet in seiner Kirchengeschichte ausführlicher über den Tod des Jakobus

11.3 Morden, wann immer sich eine Gelegenheit bietet

12.1 Die Sikarier

12.2 Der babylonische Talmud zu der Zerstörung Jerusalems

12.12 Einige Bemerkungen zum Bericht des babylonischen Talmuds zu der Zerstörung Jerusalems

12.3 Flavius Josephus zu den Eigentumsrechten nach der Zerstörung Jerusalems

13.1 Kaiphas

3.1 Der Hohe Rat organisiert - Gott handelt

Klarer kann man den Gegensatz gar nicht darstellen. Der Hohe Rat versucht alles, dass keine Gerüchte aufkommen, nimmt viel Geld in die Hand, um die Wachen an Jesu Grab dazu zu bringen, sich vor Pilatus selbst zu bezichtigen. Und derweil erscheint Jesus, wo er will und wann er will und spricht mit seinen Jüngern. Er muss auch an ihnen ein großes Werk vollbringen, denn das Handeln Gottes war doch zu weit weg von der menschlichen Erfahrung: Am ersten Tage der Woche aber, früh morgens, kamen sie zur Gruft und brachten die Spezereien, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewälzt. Und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht. Und es begab sich, als sie deswegen ratlos waren, siehe, da standen zwei Männer in strahlenden Kleidern bei ihnen. Da sie nun erschraken und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu ihnen: Was suchet ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden! Denket daran, wie er zu euch redete, als er noch in Galiläa war und sagte: Des Menschen Sohn muß in die Hände sündiger Menschen überantwortet und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. Da erinnerten sie sich seiner Worte, kehrten vom Grabe zurück und verkündigten das alles den Elfen und allen übrigen. Es waren aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter; sie und die übrigen sagten dies den Aposteln. Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nicht. (Lukas 24,1-11  * )

Lukas beschreibt die Reaktion der Jünger sehr klar: „Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nicht.“ Und doch ist es bemerkenswert, dass der Hohe Rat und offenbar auch Kaiphas genau davor Angst hatten, so dass sie sich sogar dazu hinreißen ließen, die Wächter zu bestechen ( Matthäus 28,11-15 * ). Darin liegt eine hohe Wertschätzung Jesu. Der Hohe Rat befürchtete, dass das Auftreten Jesu, seine Zeichen und Wunder, die er getan hat, und auch seine Predigt so nachhaltig im Volk gewirkt ahben, dass man auch diese Geschichte glauben würde. Denn das der Tod etwas endgültiges ist, das ist nicht nur eine Erkenntnis, das wusste schon König David, als sein Sohn gestorben war: Nun aber, da es tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es zurückholen? Ich werde wohl zu ihm fahren, es kommt aber nicht wieder zu mir! (2.Samuel 12,23 * ) Ein Hoher Rat, der seiner Sache sicher war, hätte sich entspannt zurücklehnen können. „Wenn die Jünger Jesu das machen, dann wird ja wohl der Einfältigste merken, was für Scharlatane das sind ...“ Bereits unter dem Kreuz konnte man beobachten, dass den Ratsmitgliedern ein Stein vom Herzen fiel, als sie merkten: „Wir haben doch Recht, er steigt nicht vom Kreuz herab, er stirbt wie ein gewöhnlicher Mensch, er ist kein Christus.“ Bis heute hält diese Unsicherheit an. Die Moslem zeigen ein Grab Jesu in Pakistan(!). Warum muss man so etwas tun, wenn nicht die Angst vor der Auferstehung da wäre. Denn wenn das wahr ist, dann ist die Frage, welche Religion denn die richtige ist, ein für alle mal geklärt. Der Auferstandene ist die Antwort Gottes auf alle selbstgemachten Religionen der Menschen und alle anderen Religionsgründer nach Jesus sind Scharlatane. Bis heute ist allen Menschen klar: Wenn ich mein eigenes Weltbild, losgelöst von Jesus Christus zimmern will, dann hat das nur dann einen Sinn, wenn ich die Auferstehung leugne.

Selbst die Jünger zweifelten. Niemand muss sich schämen, wenn er zweifelt, insbesondere im Blick auf die Auferstehung. Zu unglaublich, wie ein Märchen, ist diese Geschichte. Aber ein wenig Angst, es könne wahr sein, bleibt doch. Petrus und Johannes laufen zum Grab und stellen fest, dass alles so ist, wie die Frauen berichtet haben: Petrus aber stand auf und lief zur Gruft, bückte sich und sah nur die leinenen Tücher daliegen; und ging nach Hause, voll Staunen über das, was geschehen war. (Lukas 24,12  * ) Petrus glaubt nicht, Petrus staunt nur.

Paulus berichtet uns, welche Zeugen der Auferstehung es gibt. Dabei nennt er nur die männlichen Zeugen, weil im Altertum das Zeugnis einer Frau vor Gericht nichts galt. Die Christen wurden später dafür verspottet, dass der Auferstehungsglaube ja nur auf dem Zeugnis von Frauen basiere. Denn ich habe euch in erster Linie das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus für unsre Sünden gestorben ist, nach der Schrift, und daß er begraben worden und daß er auferstanden ist am dritten Tage, nach der Schrift, und daß er dem Kephas erschienen ist, hernach den Zwölfen. Darnach ist er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal erschienen, von welchen die meisten noch leben, etliche aber auch entschlafen sind. Darnach erschien er dem Jakobus, hierauf sämtlichen Aposteln. Zuletzt aber von allen erschien er auch mir, der ich gleichsam eine unzeitige Geburt bin. Denn ich bin der geringste von den Aposteln, nicht wert ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. (1.Korinther 15,3-9 * )

Gott geht seinen Weg. Er verherrlicht seinen Sohn. Menschen begegnen Jesus und kommen zum Glauben. Gott setzt ein Zeichen: Der Tod ist überwunden: «Der Tod ist verschlungen in Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?» (1.Korinther 15,55 * ) Gott handelt, und der Hohe Rat steht außen vor. Sie werden es wohl kaum gemerkt haben, sie werden von Sitzung zu Sitzung geeilt sein, hier etwas geregelt haben und dort. Aber das Handeln Gottes ging völlig an ihnen vorbei. Sie waren religiöse Führer, so wie wir religiöse Führer sind oder haben. Aber der Geist Gottes arbeitete ohne den Hohen Rat. Achten wir darauf, dass der geist Gottes nicht auch ohne uns arbeitet, weil wir vielleicht viel zu beschäftigt sind, auch noch einen Termin für den Geist Gottes freizuschaufeln.

Es waren andere Menschen, denen der Geist Gottes begegnete und denen er die frohe Botschaft anvertraute. Und hier reicht es nicht aus, wenn wir uns zurücklehnen und uns über die Blindheit der Juden aufregen. Hier muss sich jeder, der im Reich Gottes Verantwortung trägt, fragen, ob er noch Werkzeug für den Geist Gottes ist oder ob er nur ein Hindernis für das Wehen des Geistes ist. Dies kann nicht von außen entschieden werden, dies kann jeder nur im Gebet und in der Prüfung am Wort Gottes für sich selbst ermessen. Petrus hat nicht gegen Kaiphas gekämpft, Petrus hat Gottes Handeln erlebt und verkündigt. Religiöse Führer aller Zeiten standen in der Gefahr, dass sie nur die Menschen um sich haben oder auch um sich dulden, die ihnen folgen. Der Geist Gottes hat den Hohen Rat nicht mit lautem Trara verlassen. er ist still gegangen, als sie nicht auf ihn hören wollten. Niemand hat bemerkt, dass er weg war, im Gegenteil, Entscheidungen lassen sich ohne den Geist Gottes viel einfacher finden. Nur sind es auch die richtigen Entscheidungen?

3.2 Unbemerkt vom Hohen Rat - Der auferstandene Herr, Jesus Christus, erscheint den wirklich wichtigen Menschen

Während also der Hohe Rat sich mit sich selbst beschäftigt, arbeitet Jesus mit den Menschen, denen er sein Werk anvertrauen will. Zunächst begegnet er Maria Magdalena. Offenbar begegnet er ihr direkt nach der Auferstehung, denn: Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. (Johannes 20,17 * ) Maria Magdalena darf Jesus nicht anrühren. Später darf Thomas Jesus aber anrühren, ohne dass Jesus eine entsprechende Bemerkung macht. Daraus kann man schließen, dass Jesus in der Zwischenzeit beim Vater war und er jedesmal, wenn er Menschen erscheint, direkt vom Vater kommt. In meinem Vortrag Groß ist unser Gott habe ich einmal ausgeführt, wie man sich z.B. das Erscheinen Jesu in geschlossenen Räumen sehr leicht vorstellen kann, wenn man annimmt, dass Jesu Weg zum Vater nicht etwa eine Weltraumfahrt in die Fernen des Alls ist, sondern stattdessen annimmt, dass Jesus unseren dreidimensionalen Raum verlässt, um in den höherdimensionalen Raum Gottes einzutreten. Ein solcher Übergang wäre dann nicht eine lange Weltraumfahrt, sondern ein kurzes «zur Seite treten» in eine Richtung, die wir als vierte oder höhere Dimension beschreiben würden, die unserer dreidimensionalen Erfahrungswelt aber verborgen bleibt. Dieser «kleine Schritt zur Seite» hätte dann nichts endgültiges, wie es unsere landläufige Vorstellung von der Himmelfahrt irgendwie beinhaltet, sondern es wäre etwas, das Jesus jederzeit rückgängig machen kann, wenn er einem Menschen erscheinen will, sei es den Jüngern, sei es Jakobus oder Paulus oder sei es heute einem Menschen, den er zu einem besonderen Dienst berufen will. Es gibt eine Reihe von Bekehrungen aus dem Islam, in denen der zum Glauben an Jesus gekommene, ehemalige Moslem bezeugt, dass ihn Jesus zu sich gerufen habe. Wir wissen nicht, wie die «Himmelfahrt Jesu» wirklich stattgefunden hat. Solche Überlegungen, die mit der Entwicklung des Dimensionsbegriffes in der Mathematik möglich wurden, zeigen aber, dass die Berichte der Evangelien völlig plausibel sind, wenn wir voraussetzen, dass Gott in einem höherdimensionalen Raum lebt.

Man macht sich dies leicht klar, wenn man den zweidimensionalen und den dreidimensionalen Raum vergleicht. Die Oberfläche eines Teiches ist ein zweidimensionaler Raum. Wann immer ich meinen Finger in das Wasser halte, erscheint ein Teil meines Fingers, ein kreisförmige Objekt, in der Oberfläche des Teiches. Nehme ich meinen Finger heraus, so ist das Objekt für zweidimensionale Wesen der Teichoberfläche verschwunden und sofort wieder da, wenn ich meinen Finger wieder in das Wasser halte. Wenn ich meinen Finger herausnehme, ist er immer noch nahe an der Teichoberfläche, aber für die zweidimensionalen Wesen ist er weg. So stelle ich mir auch Jesu wiederholtes Erscheinen vor, insbesondere auch sein Erscheinen in geschlossenen Räumen. Wer mehr darüber erfahren möchte, mag dies in meinem Vortrag Groß ist unser Gott nachlesen.

Zunächst erscheint Jesus dem Petrus. Was wird er ihm gesagt haben, als er ihm erschienen ist. Wir wissen es nicht. Selbst Markus, der sein Evangelium zu einem wesentlichen Teil auf Petrus stützt, berichtet uns davon nichts. Petrus hat sich mit dieser Begegnung also nicht vor den Brüdern wichtig gemacht. Es war für ihn ein sehr persönliches Erlebnis und wir sollten sein Schweigen darüber akzeptieren, er wird seine Gründe haben. Das Verhalten des Petrus zu Pfingsten gibt uns vielleicht einen Hinweis auf die besondere Beauftragung des Petrus.

Die Begegnungen Jesu mit den Zwölfen werden uns mehrfach berichtet. Jesus ist mit ihnen nicht zimperlich umgegangen. Als er aber früh am ersten Tage der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Diese ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, welche trauerten und weinten. Und als diese hörten, daß er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht. Darnach offenbarte er sich zweien von ihnen auf dem Wege in einer andern Gestalt, da sie sich aufs Land begaben. Und diese gingen hin und verkündigten es den übrigen; aber auch ihnen glaubten sie nicht. Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tische saßen, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hätten. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. (Markus 16,9-16 * )

Auch mit Thomas geht er zwar liebevoll um, indem er sich seinem Unglauben stellt und ihm seine Wunden zeigt. Aber er ermahnt ihn trotzdem: Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum dort und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Johannes 20,26-29 * )

3.3 Jesus Christus sucht den Glauben

Der Hohe Rat aber ist für Jesus nicht wichtig. Er erscheint dort nicht. Er rügt Kaiphas nicht. Er lässt ihn einfach seinen Weg gehen. Jesus will unseren Gauben. Er zwingt den Ungläubigen nicht zum Glauben, er lässt ihn laufen. Jesus möchte einen Glauben, der nicht unter der Wucht seiner göttlichen Gewalt erzwungen wird, sondern er möchte einen Glauben, der in Freiheit entsteht. Und hier müssen alle religiösen Führer dieser Welt, egal, woher sie kommen, sich immer wieder fragen. Will der Gott, den ich verkündige, das überhaupt, was ich da mache? Baue ich an Gottes Reich oder baue ich an meinem eigenen Reich? Jesus lässt Joseph Kaiphas einfach gewähren. Er stützt sich auf Pontius Pilatus und so steht er viele Jahre mit diesem und fällt auch mit diesem. Aber Jesus sucht andere Menschen, um sein Reich zu bauen. Diese Menschen tadelt er auch, wenn es nötig sein muss. Aber einen Joseph Kaiphas hat seine Zeit, solange ihn seine römischen Freunde stützen und er verliert sie, als diese abgesetzt werden. Dieses schreckliche Bild einer Kirche, die ihren Machterhalt erzwingt, aber weit weg von Jesus ist, haben wir in der Kirchengeschichte oft genug erlebt. Heilige Menschen sind verbrannt worden, wie etwa Johan Hus. Wir würden uns eher einen Jesus wünschen, der in den Hohen Rat geht und dort aufräumt. Diese Zeit wird kommen, wenn Jesus einmal wiederkommt. Aber bis dahin sucht er den Glauben: Sollte aber Gott nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er sie auch lange warten läßt? Ich sage euch, er wird ihnen Recht schaffen in Kürze! Doch wenn des Menschen Sohn kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden? Er sagte aber auch zu etlichen, die sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, dieses Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe. Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch, dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, eher als jener; denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. (Lukas 18,7-14 * )

Jesus hat uns eine große Verantwortung gegeben. Aber er hat auch gezeigt, dass er sein Reich mit denen bauen wird, die nach ihm fragen. Die anderen werden auch bauen und teilweise große Erfolge haben. Aber ihre Zeit ist begrenzt, auch die Zeit von Joseph Kaiphas.







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Nr.BibelstelleBibeltext
12.Samuel 12,23
1
Nun aber, da es tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es zurückholen? Ich werde wohl zu ihm fahren, es kommt aber nicht wieder zu mir!
2Matthäus 28,11-15
1
Während sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Diese versammelten sich samt den Ältesten, und nachdem sie Rat...
3Markus 16,9-16
1
Als er aber früh am ersten Tage der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Diese ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm...
4Lukas 18,7-14
1
Sollte aber Gott nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er sie auch lange warten läßt? Ich sage euch, er wird ihnen Recht schaffen in Kürze! Doch wenn des Menschen...
5Lukas 24,1-12
1   2
Am ersten Tage der Woche aber, früh morgens, kamen sie zur Gruft und brachten die Spezereien, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewälzt. Und als sie hineingingen, fanden...
6Johannes 20,17
1
Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott...
7Johannes 20,26-29
1
Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum dort und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Dann spricht er...
81.Korinther 15,3-9
1
Denn ich habe euch in erster Linie das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus für unsre Sünden gestorben ist, nach der Schrift, und daß er begraben worden und daß er auferstanden...
91.Korinther 15,55
1
«Der Tod ist verschlungen in Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?»




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