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Menschen der Bibel

Die Gewalt eskaliert

Gewalt statt gesetzeskonformer Prozesse - Und Gottes Geist führt die Gemeinde weiter

 


Zusammenfassung

Joseph Kaiphas war von 18 bis 36 n.Chr. Hoherpriester in Israel, ein Schwiegersohn des Ananus (Hannas), der von 6 bis 15 n.Chr. Hoherpriester war. In einem Jahrhundert, in dem 28 Hohepriester amtierten, schaffte er es, sich 18 Jahre im Amt zu halten. Er begegnet Jesus als oberster Richter seines Volkes und ist maßgeblich am Zustandekommen des Todesurteils beteiligt. Er hielt sich so lange an der Macht, wie auch Pilatus Statthalter von Kaiser Tiberius in Syrien war (26 bis 36 n.Chr.), hatte also offenbar gute Beziehungen zu Pilatus und verlor sein Amt nahezu gleichzitig mit Pilatus.

Die Gemeinde der Gläubigen wächst und benötigt neue Strukturen. Die 12 Apostel erkennen, dass sie durch die organisatorischen Fragen immer stärker absorbiert werden und setzen deshalb Diakone ein, um für die Verkündigung des Evangeliums und das Gebet frei zu sein. Einer der Diakone ist Stephanus, der aber so freimütig von Jesus Zeugnis ablegt, dass er mit den religiösen Führern der Synagoge in Konflikte gerät, die so massiv werden, dass Stephanus gesteinigt wird. Ein junger Mann voller Eifer für seinen Herrn Jesus Christus muss sterben, während Petrus gerettet wird. Man muss die Frage stellen, warum Gott das zulässt, denn das, was er für Petrus getan hat, wäre ihm auch für Stephanus möglich gewesen.

Schlagwörter: Abraham - Bibel - Diakon - Flavius Josephus - Gott - Heiliger Geist - Hoher Rat - Jesus - Joseph Kaiphas - Lukas - Mose - Paulus - Pharisäer - Pontius Pilatus - Salomo - Simon Petrus - Sohn - Stephanus - Trinität - Vater

Bereich Anregungen

Thema Vorangehender Beitrag Folgender Beitrag

Menschen in der Bibel
Menschen in der Begegnung mit Gott
Die großen Glaubensfrauen und -männer der Bibel - Ihre Stärken und ihre Schwächen

Krankenheilungen sind kein Argument - Politik gegen die Jünger Jesu
Die Folgen des Hohepriesters Joseph Kaiphas für die Politik

Die Bekämpfung des Messias Jesus verselbständigt sich zu einer systematischen Verfolgung
Der Gamaliel-Schüler Saulus greift ein, Jesus Christus aber auch

Bibelarbeiten
Bibelarbeiten für verschiedene Zielgruppen
Die Faszination des Wortes Gottes

Krankenheilungen sind kein Argument - Politik gegen die Jünger Jesu
Die Folgen des Hohepriesters Joseph Kaiphas für die Politik

Die Bekämpfung des Messias Jesus verselbständigt sich zu einer systematischen Verfolgung
Der Gamaliel-Schüler Saulus greift ein, Jesus Christus aber auch
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Inhaltsverzeichnis

Thema: Pragmatismus und das Reich Gottes

Thema: Wie behalte ich die Lage im Griff

Thema: Die Himmelfahrt Jesu

Thema: Pfingsten - Die Ausgießung des Heiligen Geistes

Thema: Jetzt muss sich der Hohepriester auch noch mit ungelehrten Leuten und Laien herumschlagen

Thema: Krankenheilungen sind kein Argument - Politik gegen die Jünger Jesu

Thema: Die Gewalt eskaliert

Thema: Die Bekämpfung des Messias Jesus verselbständigt sich zu einer systematischen Verfolgung

Thema: Die Staatsmacht greift ein

Thema: Paulus zurück in Jerusalem

Thema: Der Kampf gegen das messianische Judentum

Thema: Der Fall Jerusalems aus der Sicht des Talmud

Thema: Abgrenzung

Thema: Eine Theologie, um die Fehler der Väter zu rechtfertigen

Thema: Messiasprophetien des Alten Testamentes

Thema: Die Erfüllung der Messiasprophetien aus Sicht des Neuen Testamentes

1.1 Herkunft Kaiphas

1.2 Kaiphas im Neuen Testament

1.3 Der Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

1.4 Der Prozess gegen Jesus - Nicht nur ein jüdisches Problem

1.6 Spielball der Mächtigen - Judas Iskarioth

1.7 Fazit zum Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

2.1 Der Hohepriester Kaiphas begegnet dem Messias

2.2 Die Arroganz der Wissenden

2.3 Die Erleichterung nach der Kreuzigung

2.4 Die Angst vor der Auferstehung - Oder: Alte Lügen erfordern neue Lügen

2.5 Ostern ist der Höhepunkt göttlichen Handelns

3.1 Der Hohe Rat organisiert - Gott handelt

3.2 Unbemerkt vom Hohen Rat - Der auferstandene Herr, Jesus Christus, erscheint den wirklich wichtigen Menschen

3.3 Jesus Christus sucht den Glauben

4.1 Der Hohe Rat ist schwer beschäftigt - Das Pfingstfest in Jerusalem

4.2 Ein Fischer aus Galiläa predigt im Tempel in Jerusalem - Und Tausende hören zu

4.3 Was ist zu tun?

5.1 Der Hohe Rat übergeht das Pfingstereignis in Jerusalem schweigend - Aber es kommt noch schlimmer

5.2 Heilung ohne Erlaubnis des Hohen Rates - Und dann auch noch dies Gerede von der Auferstehung

5.3 Das Verhalten des Petrus ist unerträglich - Aber nur für den Hohen Rat

5.4 Schon wieder ein Prozess

5.5 Der Beschluss der Glaubensväter - Aber Petrus und Johannes sind nicht beeindruckt

5.6 Die kraftvolle Reaktion der Gemeinde

5.7 Gott zieht weiter

6 Erneute Wunder und die Reaktion der Staatsmacht

6.2 Rechtgläubigkeit - Irrtum ausgeschlossen oder Können wir Gott auf unser Bibelverständnis festlegen?

6.3 Konnte der Hohe Rat das eigentlich wissen? - Täter oder Opfer?

6.4 Gruppendynamik im Hohen Rat oder Man muss zu seinen Entscheidungen stehen(?)

6.5 Im Hohen Rat gab es mehr Weisheit als gedacht - Das weise Rat Gamaliels

6.6 Umkehr - Wie schwer fällt es gestandenen Männern

7.1 Stephanus wird Diakon in der wachsenden Gemeinde

7.2 Die Predigt des Stephanus - Keine Verteidigungsrede sondern Klartext

7.3 Die Reaktion - Dem Hohen Rat entgleitet der Prozess

7.4 Jesus steht und ist bereit, Stephanus zu entgegen zu gehen

7.5 Warum lässt Gott das zu

8.1 Saulus greift ein - Das Eigentor der Vertreibung

8.2 Jesus greift ein - Saulus bekehrt sich

9.1 Agrippa I - Herkunft

9.2 Agrippa I - Schulden über Schulden

9.3 König Agrippa I

9.4 König Agrippa I und die Christen

9.5 Gebetserhörung - und keiner will es glauben

9.6 Die wahre Stimme Gottes

9.7 ... und die Kirche wächst

10.1 Paulus weiß, was auf ihn zukommt

10.2 Der zeitlich Rahmen

10.3 Prophetische Warnungen des Paulus auf seiner Reise nach Jerusalem

10.4 Paulus kommt in Jerusalem an

10.5 Paulus wird in Jerusalem erkannt

10.6 Paulus in römischer Gefangenschaft

10.7 Paulus predigt in Jerusalem

10.8 Paulus nutzt sein römisches Bürgerrecht

10.9 Paulus vor dem Hohen Rat

10.10 Die Zeit des Hohenpriesters Ananias

10.11 Der HERR kennt die Seinen

10.12 Paulus vor Felix

10.13 Seelsorge am Statthalter Felix

10.14 Paulus vor dem Statthalter Festus

10.15 Festus und Herodes Agrippa II

10.16 Paulus verteidigt sich vor Herodes Agrippa II

10.17 Paulus verlässt Judäa - Fazit

11.1 Die spärlichen Informationen am Ende der Apostelgeschichte

11.2 Jahreszahlen vor dem Angesicht des ewigen Gottes

11.3 Der Bericht des Flavius Josephus über den Tod des Jakobus, des Bruders des Herrn

11.4 Eusebius ausführlicher Bericht über den Tod des Jakobus

11.5 Der Dienst des Jakobus

11.6 Zeitenwende zum Krieg

11.7 Nachdenkliches über Rechtgläubigkeit

11.8 Jakobus muss es nicht mehr erleben

11.9 Die weinenden Hohenpriester

11.10 Die Abwärtsspirale

12.1 Die Sikarier - Terrorismus bereits im Altertum

12.2 Der babylonische Talmud zu der Zerstörung Jerusalems

12.3 Einige Bemerkungen zum Bericht des babylonischen Talmuds zu der Zerstörung Jerusalems

12.4 Flavius Josephus zu den Eigentumsrechten nach der Zerstörung Jerusalems

12.5 Freuet euch mit Jerusalem

13.1 Jesus über die Gefahren für die Gemeinde

13.2 Instrumente der Abgrenzung im Talmud

13.2.1 Der zwölfte Lobpreis im Achtzehngebet

13.2.2 Der Synagogenbann

14.1 Jesus zitiert Psalm 110

14.2 Was lehrt uns das Verhalten Jesu?

14.3 Psalm 110 in der jüdischen Tradition vor Jesus

14.4 Die Bedeutung des Psalmes 110 für das Neue Testament

14.4.1 Die Kirchenväter über Paulus als Autor des Briefes an die Hebräer

14.4.2 Der Brief an die Hebräer und Psalm 110

14.4.3 Melchisedek ist ein Priester eigener Art, kein Mensch, der Vater und Mutter hätte

14.4.4 Melchisedek ist größer als Abraham und erst recht größer als Levi und Aaron

14.4.5 Das Priestertums Melchisedeks löst das levitische Priestertum ab

14.4.6 Der Messias aus dem Stamm Juda ist kraft seiner Auferstehung Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks

14.4.7 Der Eidschwur des allmächtigen Gottes

14.4.8 Die Freude über das Priestertum Jesu

14.4.9 Fazit

14.5 Zwei Messiasse? - Sacharja 4,14

14.6 Der Talmud und die Abgrenzung gegenüber den Christen

14.7 Der Umgang des Talmud mit Psalm 110

14.7.1 Deutung von Psalm 110 auf Abraham

14.7.2 Deutung von Psalm 110 auf Hiskia

14.7.3 Deutung von Psalm 110 auf David

14.8 Spricht Gott zu den Menschen oder sprechen Menschen zu Gott?

Frühe Prophetien vor Jakob

Jakob prophezeit den Messias aus dem Stamm Juda

Mose prophezeit den kommenden Propheten

Messiasprophetien der Psalmen

Messiasprophetien des Propheten Jesaja

Messiasprophetien der weiteren Propheten vor dem Exil

Messiasprophetien des Propheten nach dem Exil, Haggai, Sacharja und Maleachi

Das Bild vom Eckstein

Der Messias ist König und Hoherpriester zugleich

Der Spross

Die Deutung des Hohenpriestertums Christi im Hebräerbrief

Die Offenbarung des Christus am Ende der Zeiten

Gott, der Vater, ist Herr der Prophetien

Was sind Messias-Prophetien

Die frühen Prophetien auf den Messias

Der Messias, König und Priester im Alten Testament

Der Spross Davids

Der Messias, König und Priester im Neuen Testament

Der Gottesknecht

Das erste Gottesknechtlied

Das zweite Gottesknechtlied

Das dritte Gottesknechtlied

Das vierte Gottesknechtlied

Erfüllte Prophetien nach Matthäus

Die Ankündigungen des Messias seit Abraham

Der Messias kommt aus Bethlehem

Der Messias und Ägypten

Der Messias als Licht für die Menschen in der Finsternis

Der Messias wird für die Menschen leiden

Der Messias wird triumphieren

Der Messias wird verraten werden

Der Lohn des Verrats

Falsche Zeugen treten gegen den Messias auf, aber der Messias schweigt

... wie ein Verbrecher

Der Messias wird verspottet

Das Grab des Messias

Die Auferstehung des Messias

Fazit zu den Messiasprophetien bei Matthäus

Erfüllte Prophetien aus den weiteren Evangelien, der Apostelgeschichte und den Briefen

Jesus als der verheißene Prophet

Jesus als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks

Jesus wird von den Seinen, den Juden, abgelehnt und gehasst

Jesus Christus und der Geist Gottes

Judas Iskarioth: Sein Amt soll ein anderer empfangen

Der Messias: Geschlagen und angespuckt

Der Messias: Durchbohrt

Der Messias: Er betet für seine Feinde

Der Messias: Nicht ein Bein wird gebrochen

Der Messias: Soldaten werfen das Los um sein Gewand

Der Messias: Aufgefahren zur Höhe

7.1 Stephanus wird Diakon in der wachsenden Gemeinde

Apostelgeschichte 6,1-7  *: In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden. Da beriefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ziemt sich nicht, daß wir das Wort Gottes verlassen, um bei den Tischen zu dienen. Darum, ihr Brüder, sehet euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, von gutem Zeugnis, voll heiligen Geistes und Weisheit; die wollen wir für diesen Bedarf bestellen, wir aber wollen im Gebet und im Dienste des Wortes verharren. Und die Rede gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. Diese stellten sie vor die Apostel, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf. Und das Wort Gottes nahm zu, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr zu Jerusalem, auch eine große Zahl von Priestern wurden dem Glauben gehorsam.

Auch die wachsende Gemeinde muss sich Strukturen schaffen. Da waren die Apostel, die mit der Wortverkündigung reichlich beschäftigt waren. Und dann waren da viele Dienste, in denen Hilfe geleistet wurde, weil die Gemeinde sich gegenseitig unterstützte. Und sehr schnell war auch in dieser jungen Gemeinde, der Urgemeinde, ein Murren da: In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden. Es wird hier gar nicht nach den Gründen geforscht, sondern die Apostel merken, dass sie Unterstützung brauchen: Da beriefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ziemt sich nicht, daß wir das Wort Gottes verlassen, um bei den Tischen zu dienen. Darum, ihr Brüder, sehet euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, von gutem Zeugnis, voll heiligen Geistes und Weisheit; die wollen wir für diesen Bedarf bestellen, wir aber wollen im Gebet und im Dienste des Wortes verharren. Damit war die drohende Krise beseitigt, die Gemeinde konnte sich ungestört weiter entwickeln: Und die Rede gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. Diese stellten sie vor die Apostel, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf.

Die Tatsache, dass die Apostel weitere Mitarbeiter für die Arbeit gewonnen hatten, wirkte sich nicht nur bei der Verteilung der Mittagsrationen aus: Und das Wort Gottes nahm zu, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr zu Jerusalem, auch eine große Zahl von Priestern wurden dem Glauben gehorsam. Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. (Apostelgeschichte 6,7-8   *)

Der neu berufene Stephanus entwickelt Begabungen, die offenbar vorher brach lagen, denn Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Wie wichtig war es, dass die Apostel nicht nach noch mehr Macht in der Gemeinde strebten, alles im Griff behalten wollten und alle Aufgaben selbst erledigten. Stephanus nahm die Herausforderung seines Diakonenamtes an und tat viel mehr, als man von ihm verlangte. Und Gott bestätigte die Verkündigung des Stephanus dadurch, dass „Wunder und große Zeichen unter dem Volk“ durch die Verkündigung des Stephanus geschahen. Allerdings zog er damit auch die Blicke der Feinde des Evangeliums auf sich:

Es standen aber etliche aus der sogenannten Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner und derer von Cilicien und Asien auf und stritten mit Stephanus. Und sie vermochten der Weisheit und dem Geist, womit er redete, nicht zu widerstehen. Da stifteten sie Männer an, die sagten: Wir haben ihn Lästerworte wider Mose und Gott reden hören. (Apostelgeschichte 6,9-11   *)

Die Saat des Hohen Rates war aufgegangen. Jetzt gab es andere, die sich über die Gemeinde Jesu Christi aufregten, die gegen die Gemeinde Jesu Christi kämpften. Bisher haben wir nur von gruppendynamischen Prozessen innerhalb des Hohen Rates gesprochen. Jetzt erkennt man, dass das Gift auch in der Bevölkerung Wirkung zeigt. Lasen wir eben noch: Und das Wort Gottes nahm zu, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr zu Jerusalem, auch eine große Zahl von Priestern wurden dem Glauben gehorsam. so müssen wir nun feststellen, dass da auch die anderen waren, die „aus der sogenannten Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner und derer von Cilicien und Asien“. Es kam zu verbalen Auseinandersetzungen und, als das nichts half, zur Anklage. Der Treiber « Hoher Rat » wurde nun zum Getriebenen: Und sie wiegelten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten auf, überfielen ihn, rissen ihn fort und führten ihn vor den Hohen Rat. Und sie stellten falsche Zeugen, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Reden zu führen wider diese heilige Stätte und das Gesetz! Denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und die Gebräuche ändern, die uns Mose überliefert hat! Und da alle, die im Hohen Rate saßen, ihn anblickten, sahen sie sein Angesicht, das war wie eines Engels Angesicht. (Apostelgeschichte 6,12-15   *)

Die Apostel waren damit für einen kleinen Augenblick aus der Schusslinie des Volkszorns herausgetreten, aber ein einzelner Diakon stand mitten drin und wurde zur Zielscheibe des Volkszorns.

Wieder zeigt sich die große Verantwortung, in der Führungspersönlichkeiten stehen. Das, was sie sagen und tun, sagen und tun sie im Namen einer Körperschaft. Und es schafft Fakten innerhalb dieser Körperschaft, die sich kaum noch umkehren lassen. Hätte jetzt ein Joseph Kaiphas versucht, den Stephanus zu schützen, so hätte ihn der Volkszorn möglicherweise selbst mit fortgerissen. Führungspersönlichkeiten haben bei Weichenstellungen oft Freiheitsgrade, Wahlmöglichkeiten, um die sie viele beneiden. Haben sie aber diese Weichen einmal gestellt, so fährt ein schwerer Zug über diese Weichen, eine Körperschaft, die aus vielen Menschen besteht. Dann ist eine Trägheitskraft am Werk, die den eingeschlagenen Weg erzwingt, der auch die Führungskraft nicht widerstehen kann. Das ist bis heute so, dass war nicht nur in Jerusalem so. Da gründet jemand eine Partei mit nationalen Parolen auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik. Er lockt damit viele Menschen an, die nationale Parolen in der Politik generell für wünschenswert halten. Und als er es merkt, in welche Richtung seine Partei driftet, der Zug fährt, dessen Weiche er gestellt hat, und als er versucht, dies zu korrigieren, da spült es ihn hinweg (Bernd Lucke und die AfD). Der Hohe Rat hatte dieses Problem aber nicht, weil er die Weichenstellung gar nicht ändern wollte.

7.2 Die Predigt des Stephanus - Keine Verteidigungsrede sondern Klartext

Der Hohe Rat zieht die Verurteilung an sich, der Hohepriester selbst ermittelt und fragt: Da sprach der Hohepriester: Verhält sich dieses also? (Apostelgeschichte 7,1  *)

Stephanus nutzt die Gelegenheit, den Mitgliedern des Hohen Rates sehr grundsätzlich zu erklären, worum es hier eigentlich geht:

Apostelgeschichte 7,2-53   *: Er aber sprach: Ihr Männer, Brüder und Väter, höret! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, bevor er in Haran wohnte, und sprach zu ihm: «Gehe hinweg aus deinem Lande und deiner Verwandtschaft und ziehe in das Land, das ich dir zeigen werde!» Da ging er hinweg aus dem Lande der Chaldäer und wohnte in Haran. Und von dort, nach dem Tode seines Vaters, führte er ihn herüber in dieses Land, welches ihr jetzt bewohnet. Und er gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fuß breit, und verhieß, es ihm und seinem Samen nach ihm zum Eigentum zu geben, obwohl er kein Kind hatte. Gott sprach aber also: «Sein Same wird Fremdling sein in einem fremden Lande, und man wird ihn dienstbar machen und übel behandeln, vierhundert Jahre lang. Und das Volk, dem sie dienen werden, will ich richten, sprach Gott; und darnach werden sie ausziehen und mir dienen an diesem Ort.» Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und also zeugte er den Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Patriarchen. Und die Patriarchen waren neidisch auf Joseph und verkauften ihn nach Ägypten. Aber Gott war mit ihm und rettete ihn aus allen seinen Trübsalen und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum Fürsten über Ägypten und über sein ganzes Haus. Es kam aber eine Hungersnot über das ganze Land Ägypten und Kanaan und große Bedrängnis, und unsere Väter fanden keine Speise. Als aber Jakob hörte, daß Korn in Ägypten zu haben sei, sandte er unsre Väter zum erstenmal aus. Und beim zweitenmal gab sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen, und die Abstammung Josephs wurde dem Pharao kund. Da sandte Joseph hin und berief seinen Vater Jakob zu sich und die ganze Verwandtschaft von fünfundsiebzig Seelen. Und Jakob zog nach Ägypten hinab und starb, er und unsre Väter. Und sie wurden herübergebracht nach Sichem und in das Grab gelegt, das Abraham um eine Summe Geld von den Söhnen Hemors in Sichem gekauft hatte. Als aber die Zeit der Verheißung nahte, welche Gott dem Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten, bis ein anderer König über Ägypten aufkam, der Joseph nicht kannte. Dieser handelte arglistig gegen unser Geschlecht und zwang die Väter, ihre Kinder auszusetzen, damit sie nicht am Leben blieben. In dieser Zeit wurde Mose geboren, der war Gott angenehm; und er wurde drei Monate lang im Hause seines Vaters ernährt. Als er aber ausgesetzt wurde, hob ihn die Tochter des Pharao auf und erzog ihn sich zum Sohne. Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet und war mächtig in Wort und Tat. Als er aber vierzig Jahre alt wurde, stieg der Gedanke in ihm auf, sich nach seinen Brüdern, den Kindern Israel, umzusehen. Und da er einen Unrecht leiden sah, wehrte er es ab und schaffte dem Unterdrückten Recht, indem er den Ägypter erschlug. Er meinte aber, seine Brüder würden es verstehen, daß Gott ihnen durch seine Hand Rettung gäbe; aber sie verstanden es nicht. Und am folgenden Tage erschien er bei ihnen, als sie miteinander haderten, und ermahnte sie zum Frieden und sprach: Ihr Männer, ihr seid Brüder; warum tut ihr einander Unrecht? Der aber, welcher seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn weg und sprach: Wer hat dich zum Obersten und Richter über uns gesetzt? Willst du mich etwa töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast? Da floh Mose auf dieses Wort hin und wurde ein Fremdling im Lande Midian, wo er zwei Söhne zeugte. Und als vierzig Jahre verflossen waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai ein Engel des Herrn in der Feuerflamme eines Busches. Da Mose das sah, verwunderte er sich über die Erscheinung. Als er aber hinzutrat, sie zu betrachten, erging die Stimme des Herrn an ihn: «Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs.» Mose aber zitterte und wagte nicht hinzuschauen. Da sprach der Herr zu ihm: Löse die Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land! Ich habe die Mißhandlung meines Volkes, das in Ägypten ist, wohl gesehen und habe ihr Seufzen gehört und bin herabgestiegen, sie zu erretten. Und nun komm, ich will dich nach Ägypten senden! Diesen Mose, den sie verleugneten, indem sie sprachen: Wer hat dich zum Obersten und Richter eingesetzt? diesen sandte Gott als Obersten und Erlöser durch die Hand des Engels, der ihm im Busche erschienen war. Dieser führte sie heraus, indem er Wunder und Zeichen tat im Lande Ägypten und am Roten Meer und in der Wüste, vierzig Jahre lang. Das ist der Mose, der zu den Kindern Israel sprach: Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott aus euren Brüdern erwecken, gleichwie mich; den sollt ihr hören! Das ist der, welcher in der Gemeinde in der Wüste war mit dem Engel, der auf dem Berge Sinai zu ihm redete und mit unsern Vätern, der lebendige Aussprüche empfing, um sie uns zu geben; dem unsere Väter nicht gehorsam sein wollten; sondern sie stießen ihn von sich und wandten sich in ihren Herzen nach Ägypten, indem sie zu Aaron sprachen: Mache uns Götter, die vor uns herziehen sollen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus Ägypten geführt hat, widerfahren ist! Und sie machten ein Kalb in jenen Tagen und brachten dem Götzen ein Opfer und freuten sich an den Werken ihrer Hände. Da wandte sich Gott ab und gab sie dahin, so daß sie dem Heer des Himmels dienten, wie im Buche der Propheten geschrieben steht: «Habt ihr mir etwa Brandopfer und Schlachtopfer dargebracht, die vierzig Jahre in der Wüste, Haus Israel? Ihr habt das Zelt des Moloch und das Sternbild eures Gottes Remphan umhergetragen, die Bilder, die ihr gemacht habt, um sie anzubeten. Und ich werde euch wegführen über Babylon hinaus.» Unsre Väter hatten das Zelt des Zeugnisses in der Wüste, wie der, welcher mit Mose redete, es zu machen befahl nach dem Vorbilde, das er gesehen hatte. Dieses brachten auch unsre Väter, wie sie es empfangen hatten, mit Josua in das Land , als sie es von den Heiden in Besitz nahmen, welche Gott vor dem Angesichte unsrer Väter vertrieb, bis auf die Tage Davids. Der fand Gnade vor Gott und bat, ob er für den Gott Jakobs eine Wohnung finden dürfe. Salomo aber erbaute ihm ein Haus. Doch der Höchste wohnt nicht in Tempeln, von Händen gemacht, wie der Prophet spricht: «Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist die Stätte meiner Ruhe? Hat nicht meine Hand das alles gemacht?» Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren! Ihr widerstrebet allezeit dem heiligen Geiste; wie eure Väter, also auch ihr! Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben die getötet, welche von dem Kommen des Gerechten vorher verkündigten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid; ihr, die ihr das Gesetz auf Anordnung von Engeln empfangen und es nicht gehalten habt!

Dies sind die Kernaussagen seiner Predigt:

Dann spricht er seine Zuhörer direkt an:

Er hat ihnen zunächst die großen Taten Gottes, die er am Volk Israel getan hat, dargestellt. Allerdings sieht er schon den Bau des Tempels zwiespältig, weil der Tempel Gott klein macht, so als könne er in einem kleinen Raum inmitten von Jerusalem wohnen, Gott, der Schöpfer der ganzen Welt. Dann allerdings stellt er ihnen vor Augen, dass es eine Kette von Versagen gibt, die zeigt, wie das Volk Israel seinen Gott enttäuscht hat. Und diese Kette des Versagens findet ihren Höhepunkt in dem Verrat und Mord an dem Gerechten, an Jesus, dem Christus Gottes.

Es gibt deutliche Unterschiede zur Pfingstpredig des Simon Petrus. Simon Petrus beginnt mit der in Jesus Christus erfüllten Prophetie. Simon Petrus verweist auch darauf: Diesen „habt ihr genommen und durch der Ungerechten Hände ans Kreuz geheftet und getötet.“ Aber Simon Petrus kommt dann sofort auf die Auferstehung zu sprechen und endet mit der positiven Aussage: So erkenne nun das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat. (Apostelgeschichte 2,36 *) Dagegen ist Stephanus in keiner Weise vorsichtig sondern predigt, wie Jesus es auch angesichts der teilweise listigen Fragen der Pharisäer getan hat. Diese Predigt ist in keiner Weise taktisch motiviert, Stephanus sieht die Gefahr nicht, in der er sich befindet, oder er ignoriert sie.

7.3 Die Reaktion - Dem Hohen Rat entgleitet der Prozess

Seine Zuhörer, offenbar nicht nur der Hohe Rat, sind entsetzt: Als sie aber das hörten, schnitt es ihnen ins Herz, und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn. (Apostelgeschichte 7,54   *)

Stephanus ist bereits in einer anderen Welt: Er aber, voll heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen; und er sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen! (Apostelgeschichte 7,55-56   *)

Solche Worte waren für seine Zuhörer nun erst recht unerträglich: Sie aber schrieen mit lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu, stürmten einmütig auf ihn los, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings nieder, welcher Saulus hieß. (Apostelgeschichte 7,57-58  *)

Den Hohenpriestern war in diesem Augenblick die Situation völlig entglitten. Keine Frage, ob ein Todesurteil nicht von Pontius Pilatus bestätigt werden müsse. Keine Urteilsfindung. Der Volkszorn setzt sich durch. Erst war es nur ein einzelnes Fehlurteil gegen einen gewissen Jesus aus Nazareth, einen unbedeutenden Galiläer, wie die religiösen Führer meinten. Jetzt erleben wir, wie ein Volk sich spaltet und Hass und Gewalt sich durchsetzen. Wenn wir die Berichte des Flavius Josephus lesen, mit denen er die letzten Jahrzehnte vor dem Fall Jerusalems beschreibt, dann wird deutlich, wie der Terrorismus immer mehr Überhand nahm, wie viele Menschen durch Sikarier, Dolchmänner umgebracht wurden. Dies waren Männer, die unter ihrem Gewande versteckt, Dolche trugen und Passanten erdolchten, manchmal aus kriminellen, manchmal auch aus religiösen Motiven oder aus Römerhass. Die Anfänge dieses Verlustes an öffentlicher Ordnung sind hier bereits zu sehen. Aber der Hohe Rat ist weit davon entfernt, hier seine Verantwortung zu erkennen.

Vielleicht ist das, was unser Text über einen gewissen Saulus sagt, eigentlich die Meinung auch des Hohen Rates. Dieser Saulus wird uns später mitteilen, dass er zu Füßen Gamaliels die Bibel kennengelernt hat (Apostelgeschichte 22,3 *), zu Füßen des Mannes, der bei der Anklage gegen Simon Petrus noch so differenziert gesprochen hat. Allerdings ist in diesem Augenblick von Gamaliel nichts zu hören und zu sehen.

Darüber hinaus können wir fragen, warum Jesus es so gelenkt hat, das Saulus, der spätere Apostel Paulus, bei dieser Lynchjustiz mit dabeisein durfte oder musste. Der Mut und die Entschlossenheit des Stephanus werden auch auf Saulus einen positiven Eindruck gemacht haben, auch wenn er diesen Eindruck im Moment der Auseinandersetzung noch weit von sich geschoben haben wird. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Lukas bei der Beschreibung der letzten Worte des Stephanus auf die Angaben des Augenzeugen Saulus/ Paulus zurückgegriffen hat.

7.4 Jesus steht und ist bereit, Stephanus zu entgegen zu gehen

Eine weitere Beobachtung ist hier noch zu machen. Stephanus sieht in seiner Vision „des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen“ Bemerkenswert ist das Wort «stehen». Wir lesen im Allgemeinen, dass Jesus zur Rechten Gottes des Vaters «sitzt», etwa Lukas 22,69 *: Von nun an aber wird des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes. oder Kolosser 3,1 *: Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Jesus ist aufgestanden, weil er Stephanus entgegen gehen will. Er wird ihn in Empfang nehmen, wenn der Mob sein blutiges Werk vollendet haben wird. Eine sehr starke Vision von der Liebe Jesu und von seiner Anteilnahme an dem, was auf der Erde geschieht. Einmal ist sie eine starke Betonung der Anteilnahme Jesu und auch Gottes des Vaters, andererseits aber auch ein Zeichen des Gewährenlassens. Gott greift nicht ein, er lässt uns unsere freie Entscheidung. Er hat die freie Entscheidung des Joseph Kaiphas zur Kreuzigung Jesu akzeptiert und durch die Propheten bereits vorhersagen lassen. Und er akzeptiert auch die freie Entscheidung des Mobs. Es tut auch uns gut, auf die zukünftige Herrlichkeit zu blicken, die uns bevorsteht, selbst wenn wir durch dunkele Täler gehen müssen. Das ist keine Vertröstung auf die Zukunft, denn Gott handelt auch im Hier und Jetzt und beschenkt uns mit vielen guten Gaben. Es ist eine Erweiterung unserer Perspektive, die wir auch dankbar annehmen sollten. Die Teufel haben keine Perspektive, deshalb müssen sie uns unsere Perspektiven schlechtreden.

7.5 Warum lässt Gott das zu

Im vorangehenden Abschnitt haben wir deutlich gemacht, dass Stephanus im Himmel erwartet wird, dass Jesus bereit ist, ihm entgegen zu gehen. Andererseits kann man aber auch fragen, warum der Vater und der Sohn diese Ungerechtigkeit anschauen. Simon Petrus wird durch Engel aus dem Gefängnis geholt, aber dieser feurige Zeuge Stephanus wird gesteinigt und die himmlischen Mächte schauen zu. Dabei ist Stephanus ja auch deswegen gesteinigt worden, weil er durch viele Zeichen und Wunder aufgefallen ist (Apostelgeschichte 6,8  *: Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.) und damit zur Bedrohung für die Staatsmacht wurde.

Gerade an dieser Geschichte wird die völlig unterschiedliche Sicht Gottes auf unsere irdischen Dinge deutlich. Für uns ist der Tod das große schwarze Loch, symbolisch und auch ganz praktisch gesprochen. Da wird ein Mensch in die Erde gelegt und die Erde wird über ihm geschlossen und er hat keinen Anteil mehr an dem, was auf Erden passiert. Uns fehlt der Blick für das, was dahinter liegt. Jesus aber, der beim Vater stand, wartete schon auf diesen treuen Zeugen. Er sah bereits das Licht, das vor Stephanus lag, das Licht, von dem Paulus sagt, es sei ein „unzugängliches Licht“ (1.Timotheus 6,16 *). Vor Stephanus liegt die Herrlichkeit Gottes. Alles, was wir hier auf der Erde als toll empfinden, wird fade sein gegenüber der Herrlichkeit Gottes, die uns erwartet. Paulus schreibt den Thessalonichern, dass sie sich mit diesem Gedanken trösten sollen: Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. Denn das sagen wir euch in einem Worte des Herrn, daß wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, den Entschlafenen nicht zuvorkommen werden; denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herniederfahren, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst. Darnach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und also werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet nun einander mit diesen Worten! (1.Thessalonicher 4,14-18 *) Diese Perspektive Gottes muss man beachten, wenn man Leid sieht, dass Menschen widerfährt, die doch eigentlich treu zu ihrem HERRN gestanden haben. Gott setzt immer Grenzen, Simon Petrus wurde mehrfach gerettet, weil sein Dienst noch nicht zu Ende war. Stephanus durfte schon früh in die Herrlichkeit Gottes eingehen. Menschlich betrachtet ist dies zynisch, aus Gottes Perspektive ist es die Realität. Paulus sieht es so: Denn ich halte dafür, daß die Leiden der jetzigen Zeit nicht in Betracht kommen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. (Römer 8,18 *) und Simon Petrus sieht es ähnlich, wenn er über die Offenbarung Jesu Christi sagt: welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, an welchen ihr jetzt glaubet, ohne ihn zu sehen, und über den ihr euch freuen werdet mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontraget, der Seelen Seligkeit! Nach dieser Seligkeit suchten und forschten die Propheten, die von der euch widerfahrenen Gnade geweissagt haben. Sie forschten, auf welche und welcherlei Zeit der Geist Christi in ihnen hindeute, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgende Herrlichkeit zuvor bezeugte. Ihnen wurde geoffenbart, daß sie nicht sich selbst, sondern euch dienten mit dem, was euch nunmehr durch die verkündigt worden ist, welche euch das Evangelium durch den vom Himmel gesandten heiligen Geist gepredigt haben, Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen gelüstet. (1.Petrus 1,8-12 *) Simon Petrus betont diese Herrlichkeit noch besonders, wenn er davon spricht, dass selbst die Engel darauf neugierig sind.

Es ist klar, dass dies für einen Heiden keine hinreichende Erklärung ist. Im Glauben haben wir einen Vorgeschmack dieser Herrlichkeit. Und die Steinigung des Stephanus zeigt uns, dass unsere Augen im Augenblick besonderen Leidens auch in einer besonderen Weise für diese Herrlichkeit geöffnet werden. Auch dies ist ein Trost für uns.







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Nr.BibelstelleBibeltext
1Lukas 22,69
1
Von nun an aber wird des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes.Da sprachen sie alle: Bist du also der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr saget, was ich bin!Da sprachen sie: Was bedürfen...
2Apostelgeschichte 2,36
1
So erkenne nun das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.Als sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz, und sie sprachen...
3Apostelgeschichte 6
1   2   3   4   5
In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden.Da beriefen die Zwölf die Menge...
4Apostelgeschichte 7
1   2   3   4   5
Da sprach der Hohepriester: Verhält sich dieses also?Er aber sprach: Ihr Männer, Brüder und Väter, höret! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, bevor er in...
5Apostelgeschichte 22,3
1
Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsus in Cilicien, aber erzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliels, unterrichtet mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz, und ich war ein Eiferer für Gott, wie...
6Römer 8,18
1
Denn ich halte dafür, daß die Leiden der jetzigen Zeit nicht in Betracht kommen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.Denn die gespannte Erwartung der Kreatur sehnt die Offenbarung...
7Kolosser 3,1
1
Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes.Trachtet nach dem, was droben, nicht nach dem, was auf Erden ist;denn ihr seid gestorben,...
81.Thessalonicher 4,14-18
1
Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen.Denn das sagen wir euch in einem Worte des Herrn, daß wir, die wir leben...
91.Timotheus 6,16
1
der allein Unsterblichkeit hat, der in einem unzugänglichen Lichte wohnt, welchen kein Mensch gesehen hat noch sehen kann; Ihm sei Ehre und ewige Macht! Amen.Den Reichen im jetzigen Zeitalter gebiete,...
101.Petrus 1,8-12
1
welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, an welchen ihr jetzt glaubet, ohne ihn zu sehen, und über den ihr euch freuen werdet mit unaussprechlicher und herrlicher Freude,wenn ihr das Endziel eures...




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