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Menschen der Bibel

Die Staatsmacht greift ein

Wie ein römischer Playboy sich als frommer Jude profiliert

 


Zusammenfassung

Joseph Kaiphas war von 18 bis 36 n.Chr. Hoherpriester in Israel, ein Schwiegersohn des Ananus (Hannas), der von 6 bis 15 n.Chr. Hoherpriester war. In einem Jahrhundert, in dem 28 Hohepriester amtierten, schaffte er es, sich 18 Jahre im Amt zu halten. Er begegnet Jesus als oberster Richter seines Volkes und ist maßgeblich am Zustandekommen des Todesurteils beteiligt. Er hielt sich so lange an der Macht, wie auch Pilatus Statthalter von Kaiser Tiberius in Syrien war (26 bis 36 n.Chr.), hatte also offenbar gute Beziehungen zu Pilatus und verlor sein Amt nahezu gleichzitig mit Pilatus.

In der Person König Agrippas I. wird deutlich, wie instabil die Herrschaftsstrukturen innerhalb Judäas in dieser Zeit waren und wie korrumpiert die Mächtigen waren. Dieser König lässt den Apostel Jakobus, den Bruder des Johannes und Sohn des Zebedäus, hinrichten und gewinnt dadurch den Beifall der Juden. Dies bestärkt ihn in seiner Politik gegenüber den Christen. Das Werk des Joseph Kaiphas lebt weiter, obwohl er zu dieser Zeit schon abgelöst und möglicherweise bereits tot ist.

Schlagwörter: Agrippa I. - Antonia - Archelaos - Aristobulos - Augustus - Berenike - Bibel - Claudius - Eusebius von Caesarea - Flaccus - Flavius Josephus - Gaius Caligula - Germanicus - Gott - Heiliger Geist - Herodes Antipas - Herodes der Große - Herodias - Hoher Rat - Jakobus - Jakobus, Sohn des Zebedäus - Jesus - Joseph Kaiphas - Kaiser Tiberius - Kostobaros - Kypros - Lukas - Malthake - Mariamne - Paulus - Salome - Simon Petrus - Sohn - Stephanus - Tetrarch Philippus - Trinität - Vater

Bereich Anregungen

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Menschen in der Bibel
Menschen in der Begegnung mit Gott
Die großen Glaubensfrauen und -männer der Bibel - Ihre Stärken und ihre Schwächen

Die Bekämpfung des Messias Jesus verselbständigt sich zu einer systematischen Verfolgung
Der Gamaliel-Schüler Saulus greift ein, Jesus Christus aber auch

Paulus zurück in Jerusalem
Zwischen Prophetie und Berufung

Bibelarbeiten
Bibelarbeiten für verschiedene Zielgruppen
Die Faszination des Wortes Gottes

Die Bekämpfung des Messias Jesus verselbständigt sich zu einer systematischen Verfolgung
Der Gamaliel-Schüler Saulus greift ein, Jesus Christus aber auch

Paulus zurück in Jerusalem
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Inhaltsverzeichnis

Thema: Pragmatismus und das Reich Gottes

Thema: Wie behalte ich die Lage im Griff

Thema: Die Himmelfahrt Jesu

Thema: Pfingsten - Die Ausgießung des Heiligen Geistes

Thema: Jetzt muss sich der Hohepriester auch noch mit ungelehrten Leuten und Laien herumschlagen

Thema: Krankenheilungen sind kein Argument - Politik gegen die Jünger Jesu

Thema: Die Gewalt eskaliert

Thema: Die Bekämpfung des Messias Jesus verselbständigt sich zu einer systematischen Verfolgung

Thema: Die Staatsmacht greift ein

Thema: Paulus zurück in Jerusalem

Thema: Der Kampf gegen das messianische Judentum

Thema: Der Fall Jerusalems aus der Sicht des Talmud

Thema: Abgrenzung

Thema: Eine Theologie, um die Fehler der Väter zu rechtfertigen

Thema: Messiasprophetien des Alten Testamentes

Thema: Die Erfüllung der Messiasprophetien aus Sicht des Neuen Testamentes

1.1 Herkunft Kaiphas

1.2 Kaiphas im Neuen Testament

1.3 Der Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

1.4 Der Prozess gegen Jesus - Nicht nur ein jüdisches Problem

1.6 Spielball der Mächtigen - Judas Iskarioth

1.7 Fazit zum Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

2.1 Der Hohepriester Kaiphas begegnet dem Messias

2.2 Die Arroganz der Wissenden

2.3 Die Erleichterung nach der Kreuzigung

2.4 Die Angst vor der Auferstehung - Oder: Alte Lügen erfordern neue Lügen

2.5 Ostern ist der Höhepunkt göttlichen Handelns

3.1 Der Hohe Rat organisiert - Gott handelt

3.2 Unbemerkt vom Hohen Rat - Der auferstandene Herr, Jesus Christus, erscheint den wirklich wichtigen Menschen

3.3 Jesus Christus sucht den Glauben

4.1 Der Hohe Rat ist schwer beschäftigt - Das Pfingstfest in Jerusalem

4.2 Ein Fischer aus Galiläa predigt im Tempel in Jerusalem - Und Tausende hören zu

4.3 Was ist zu tun?

5.1 Der Hohe Rat übergeht das Pfingstereignis in Jerusalem schweigend - Aber es kommt noch schlimmer

5.2 Heilung ohne Erlaubnis des Hohen Rates - Und dann auch noch dies Gerede von der Auferstehung

5.3 Das Verhalten des Petrus ist unerträglich - Aber nur für den Hohen Rat

5.4 Schon wieder ein Prozess

5.5 Der Beschluss der Glaubensväter - Aber Petrus und Johannes sind nicht beeindruckt

5.6 Die kraftvolle Reaktion der Gemeinde

5.7 Gott zieht weiter

6 Erneute Wunder und die Reaktion der Staatsmacht

6.2 Rechtgläubigkeit - Irrtum ausgeschlossen oder Können wir Gott auf unser Bibelverständnis festlegen?

6.3 Konnte der Hohe Rat das eigentlich wissen? - Täter oder Opfer?

6.4 Gruppendynamik im Hohen Rat oder Man muss zu seinen Entscheidungen stehen(?)

6.5 Im Hohen Rat gab es mehr Weisheit als gedacht - Das weise Rat Gamaliels

6.6 Umkehr - Wie schwer fällt es gestandenen Männern

7.1 Stephanus wird Diakon in der wachsenden Gemeinde

7.2 Die Predigt des Stephanus - Keine Verteidigungsrede sondern Klartext

7.3 Die Reaktion - Dem Hohen Rat entgleitet der Prozess

7.4 Jesus steht und ist bereit, Stephanus zu entgegen zu gehen

7.5 Warum lässt Gott das zu

8.1 Saulus greift ein - Das Eigentor der Vertreibung

8.2 Jesus greift ein - Saulus bekehrt sich

9.1 Agrippa I - Herkunft

9.2 Agrippa I - Schulden über Schulden

9.3 König Agrippa I

9.4 König Agrippa I und die Christen

9.5 Gebetserhörung - und keiner will es glauben

9.6 Die wahre Stimme Gottes

9.7 ... und die Kirche wächst

10.1 Paulus weiß, was auf ihn zukommt

10.2 Der zeitlich Rahmen

10.3 Prophetische Warnungen des Paulus auf seiner Reise nach Jerusalem

10.4 Paulus kommt in Jerusalem an

10.5 Paulus wird in Jerusalem erkannt

10.6 Paulus in römischer Gefangenschaft

10.7 Paulus predigt in Jerusalem

10.8 Paulus nutzt sein römisches Bürgerrecht

10.9 Paulus vor dem Hohen Rat

10.10 Die Zeit des Hohenpriesters Ananias

10.11 Der HERR kennt die Seinen

10.12 Paulus vor Felix

10.13 Seelsorge am Statthalter Felix

10.14 Paulus vor dem Statthalter Festus

10.15 Festus und Herodes Agrippa II

10.16 Paulus verteidigt sich vor Herodes Agrippa II

10.17 Paulus verlässt Judäa - Fazit

11.1 Die spärlichen Informationen am Ende der Apostelgeschichte

11.2 Jahreszahlen vor dem Angesicht des ewigen Gottes

11.3 Der Bericht des Flavius Josephus über den Tod des Jakobus, des Bruders des Herrn

11.4 Eusebius ausführlicher Bericht über den Tod des Jakobus

11.5 Der Dienst des Jakobus

11.6 Zeitenwende zum Krieg

11.7 Nachdenkliches über Rechtgläubigkeit

11.8 Jakobus muss es nicht mehr erleben

11.9 Die weinenden Hohenpriester

11.10 Die Abwärtsspirale

12.1 Die Sikarier - Terrorismus bereits im Altertum

12.2 Der babylonische Talmud zu der Zerstörung Jerusalems

12.3 Einige Bemerkungen zum Bericht des babylonischen Talmuds zu der Zerstörung Jerusalems

12.4 Flavius Josephus zu den Eigentumsrechten nach der Zerstörung Jerusalems

12.5 Freuet euch mit Jerusalem

13.1 Jesus über die Gefahren für die Gemeinde

13.2 Instrumente der Abgrenzung im Talmud

13.2.1 Der zwölfte Lobpreis im Achtzehngebet

13.2.2 Der Synagogenbann

14.1 Jesus zitiert Psalm 110

14.2 Was lehrt uns das Verhalten Jesu?

14.3 Psalm 110 in der jüdischen Tradition vor Jesus

14.4 Die Bedeutung des Psalmes 110 für das Neue Testament

14.4.1 Die Kirchenväter über Paulus als Autor des Briefes an die Hebräer

14.4.2 Der Brief an die Hebräer und Psalm 110

14.4.3 Melchisedek ist ein Priester eigener Art, kein Mensch, der Vater und Mutter hätte

14.4.4 Melchisedek ist größer als Abraham und erst recht größer als Levi und Aaron

14.4.5 Das Priestertums Melchisedeks löst das levitische Priestertum ab

14.4.6 Der Messias aus dem Stamm Juda ist kraft seiner Auferstehung Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks

14.4.7 Der Eidschwur des allmächtigen Gottes

14.4.8 Die Freude über das Priestertum Jesu

14.4.9 Fazit

14.5 Zwei Messiasse? - Sacharja 4,14

14.6 Der Talmud und die Abgrenzung gegenüber den Christen

14.7 Der Umgang des Talmud mit Psalm 110

14.7.1 Deutung von Psalm 110 auf Abraham

14.7.2 Deutung von Psalm 110 auf Hiskia

14.7.3 Deutung von Psalm 110 auf David

14.8 Spricht Gott zu den Menschen oder sprechen Menschen zu Gott?

Frühe Prophetien vor Jakob

Jakob prophezeit den Messias aus dem Stamm Juda

Mose prophezeit den kommenden Propheten

Messiasprophetien der Psalmen

Messiasprophetien des Propheten Jesaja

Messiasprophetien der weiteren Propheten vor dem Exil

Messiasprophetien des Propheten nach dem Exil, Haggai, Sacharja und Maleachi

Das Bild vom Eckstein

Der Messias ist König und Hoherpriester zugleich

Der Spross

Die Deutung des Hohenpriestertums Christi im Hebräerbrief

Die Offenbarung des Christus am Ende der Zeiten

Gott, der Vater, ist Herr der Prophetien

Was sind Messias-Prophetien

Die frühen Prophetien auf den Messias

Der Messias, König und Priester im Alten Testament

Der Spross Davids

Der Messias, König und Priester im Neuen Testament

Der Gottesknecht

Das erste Gottesknechtlied

Das zweite Gottesknechtlied

Das dritte Gottesknechtlied

Das vierte Gottesknechtlied

Erfüllte Prophetien nach Matthäus

Die Ankündigungen des Messias seit Abraham

Der Messias kommt aus Bethlehem

Der Messias und Ägypten

Der Messias als Licht für die Menschen in der Finsternis

Der Messias wird für die Menschen leiden

Der Messias wird triumphieren

Der Messias wird verraten werden

Der Lohn des Verrats

Falsche Zeugen treten gegen den Messias auf, aber der Messias schweigt

... wie ein Verbrecher

Der Messias wird verspottet

Das Grab des Messias

Die Auferstehung des Messias

Fazit zu den Messiasprophetien bei Matthäus

Erfüllte Prophetien aus den weiteren Evangelien, der Apostelgeschichte und den Briefen

Jesus als der verheißene Prophet

Jesus als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks

Jesus wird von den Seinen, den Juden, abgelehnt und gehasst

Jesus Christus und der Geist Gottes

Judas Iskarioth: Sein Amt soll ein anderer empfangen

Der Messias: Geschlagen und angespuckt

Der Messias: Durchbohrt

Der Messias: Er betet für seine Feinde

Der Messias: Nicht ein Bein wird gebrochen

Der Messias: Soldaten werfen das Los um sein Gewand

Der Messias: Aufgefahren zur Höhe

9.1 Agrippa I - Herkunft

König Agrippa I. war ein Sohn des Aristobulos, des Sohnes der Mariamne und Herodes des Großen, somit ein Enkel von Herodes dem Großen. Sein Vater Aristobulos war 6 Jahre alt, als seine Mutter Mariamne 29 v.Chr. hingerichtet wurde, da ihr Ehemann Herodes ihr Untreue und Umsturzpläne unterstellte. Die Hinrichtung der Mutter durch den Vater war für Agrippas Vater Aristobulos natürlich ein sehr traumatisches Erlebnis, das sein Verhältnis zum Vater schwer belastete. Mit 13 Jahren wurde Aristobulos nach Rom zur weiteren Erziehung gesandt. Zeitweilig hat er dort zusammen mit seinem Bruder Alexander im Palast des Kaisers Augustus gewohnt. Er kehrte 17 v.Chr. im Alter von ca. 18 Jahren nach Jerusalem zurück. Dort lebte er am Hof seines Vaters, immer mit der Tatsache vor Augen, dass dieser seine Mutter umgebracht hat. Er heiratete Berenike, die Tochter der Salome, einer Schwester seines Großvaters, Herodes des Großen, und eines idumäischen Nationalisten Kostobaros, den Herodes der Große im Jahr 28 v.Chr. hatte hinrichten lassen. Damit war das Ehepaar Aristobulos/ Berenike durch Herodes den Großen um jeweils ein Elternteil gebracht worden. Diese Tatsache führte immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Herodes dem Großen, so dass das Vertrauensverhältnis so weit zerrüttet war, dass Herodes der Große nach mehreren Prozessen auch Aristobulos, den Vater Agrippas I., im Jahre 7 v.Chr. zusammen mit seinem Bruder hinrichten ließ. Auch aus Schuldgefühlen heraus hat sich Herodes der Große später sehr um seine Enkel gekümmert, also auch um Agrippa. Allerdings blieben ihm dazu nur noch drei Jahre, denn Herodes der Große starb im Jahr 4 v.Chr. als Agrippa I. 6 Jahre alt war. Allerdings ist dieses Todesjahr unsicher.

Agrippa I. wuchs in Rom unter der Obhut seiner Mutter auf, die nach dem Tod Herodes des Großen dorthin gezogen ist. Herodes Nachfolger in Jerusalem und für Judäa wurde Archelaos, ein Sohn Herodes des Großen und seiner vierter Ehefrau Malthake. Archelaos hatte sich schon früh bei seinem Regierungsantritt als brutaler Herrscher gezeigt. Als er nach Rom reiste, um vom Kaiser Augustus die Bestätigung des Testamentes Herodes des Großen und damit die Königswürde zu erhalten, reiste fast die gesamte Familie mit, teilweise um Archelaos zu unterstützen, teilweise aber auch, um eigene Ansprüche geltend zu machen. Vermutlich ist Berenike mit ihrem Sohn Agrippa in diesem Zusammenhang in Rom geblieben und hat dort eine Wohnung bezogen. Nach all den Erfahrungen im Hause Herodes sicherlich eine nachvollziehbare Entscheidung, um sich den Palastintrigen zu entziehen. Zehn Jahre später (6 n.Chr.) wird Archelaos wegen seiner brutalen Herrschaft von Kaiser Augustus seines Amtes enthoben, da er sich nicht an die Vorgabe des Kaisers gehalten hat, „sie mild zu behandeln“. (Flavius Josephus Jüdische Altertümer XVII 13.2 (dt) oder Jüdische Altertümer XVII 13.2 (gr)). Auch daraus wird deutlich, dass Berenikes Entscheidung nicht so ganz falsch war.

9.2 Agrippa I - Schulden über Schulden

Flavius Josephus beschreibt Agrippa I als einen zügellosen Menschen, der das Geld mit vollen Händen ausgab. Solange seine Mutter noch lebte, übte sie noch einen mäßigenden Einfluss auf ihn aus. Nach ihrem Tod geriet er wegen seines verschwenderischen Lebensstils in immer höhere Schulden, die ihn schließlich zwangen, Rom zu verlassen. Er floh vor seinen Gläubigern nach Judäa. Dort geriet er immer weiter in die Isolation, so dass er schon an Selbstmord dachte. Seine Frau Kypros erkannte seine Pläne und es gelang ihr, Agrippas Schwester Herodias zu überreden, Agrippa zu unterstützen. Herodias Ehemann Herodes Antipas gab ihm eine Wohnung und Lebensunterhalt in Tiberias, geriet aber bald darauf mit Agrippa in Streit. Agrippa ging daraufhin zum Statthalter von Syrien, Flaccus, den er noch aus Rom gut kannte. Dort versuchte er, über Lobbyistentätigkeit zu Geld zu kommen, was aber zu Streit mit Flaccus führte. Er machte verschiedene Versuche, Geld zu leihen, die aber alle fehlschlugen. Schließlich leiht ihm ein gewisser Alexander aus Alexandria Geld, allerdings nur unter der Bedingung, dass seine Frau Kypros dafür bürgt. Flavius Josephus schreibt dazu süffisant: „… Kypros, deren Liebe zu ihrem Gatten und sonstige vortreffliche Eigenschaften ihn in Erstaunen versetzten.“ Dies setzte Agrippa I. in die Lage, wieder nach Italien zu reisen.

In Italien angekommen, schrieb er einen Brief an den Kaiser Tiberius, der auf der Insel Capeae (Capri) zurückgezogen lebte. Dieser lud ihn freundlich nach Capreae ein und nahm ihn ehrenvoll auf. Allerdings meldete sich schon nach einem Tag ein Gläubiger beim Kaiser und unterrichtete ihn über unbezahlte Schulden des Agrippa. Dies führte dazu, dass der Kaiser ihn vom Hof verbannte. Agrippa aber konnte nun seine Beziehungen in Rom nutzen und erbat sich von Antonia, der Mutter des Germanicus, einen Kredit, mit dem er die Schulden bezahlte, die ihn gegenüber Tiberius in Verrruf gebracht hatten. Daraufhin wurde er wieder zum Hof zugelassen. Aus Dankbarkeit gegenüber Antonia kümmerte er sich um ihren Sohn Gaius, den späteren Kaiser Caligula. Agrippa hatte offenbar die Hoffnung, dass Gaius einmal Kaiser würde. Den Auftrag des Kaisers Tiberius, sich auch um den Enkel des Kaisers Tiberius, der Tiberius Gemellus hieß, zu kümmern, ignorierte er weitestgehend. Als er sich mit Gaius über seine Erwartung unterhält und den Wunsch äußert, dass Kaiser Tiberius bald sterben möge, damit Gaius Kaiser werden könne, wird er belauscht und verraten und vom Kaiser in Ketten gelegt. Bis zum Tode des Kaisers Tiberius, er starb ein halbes Jahr später, war Agrippa im Gefängnis, allerdings durfte er Besuch empfangen und hatte verschiedene Erleichterungen. Nach des Tiberius Tod wurde er von seinem Nachfolger Gaius, der erst von den späteren Generationen Caligula genannt wurde, freigelassen und wenig später zum König über die Tetrarchie des Tetrarchen Philippus eingesetzt, der drei Jahre zuvor, 34 n.Chr. gestorben war.

9.3 König Agrippa I

Da Gaius Caligula den Bilderkult durchsetzen wollte, im ganzen Reich sollte sein Standbild angebetet werden, ergaben sich Reibungspunkte zwischen Agrippa I. und Gaius Caligula. Diese gewannen aber keine Bedeutung, da der Kaiser Gaius Caligula bereits nach drei Jahren ermordet wurde. Sein Nachfolger war Claudius. Dieser hatte Auseinandersetzungen mit dem Senat, bei denen ihn Agrippa I., der gerade in Rom war, vermittelnd unterstützen konnte. Damit hatte er auch Kaiser Claudius für sich gewonnen und erhielt praktisch das gesamte Gebiet, das Herodes der Große verwaltet hatte, von Claudius zugesprochen. Er war damit auch für Judäa zuständig, seine Hauptstadt war jetzt Jerusalem.

Flavius Josephus beendet das Kapitel, in dem er den Werdegang von Agrippa I. beschreibt mit den Worten: … und so machte sich Agrippa I. nach seinem Vaterlande auf, wo er wider Erwarten als König erschien und denen, die seine frühere Dürftigkeit und sein nunmehriges Glück in Vergleich zogen, den Beweis lieferte, wie groß die Macht des Geschickes sei. Die einen nun priesen ihn glücklich, weil seine Hoffnung ihn nicht getäuscht habe, während die anderen sich kaum entschließen konnten, daran zu glauben, dass die Sache auf Wahrheit beruhe. (Flavius Josephus Jüdische Altertümer XVIII 6.11 (dt) oder Jüdische Altertümer XVIII 6.11 (gr))

9.4 König Agrippa I und die Christen

Dieser Mann ist nun Fürst und residiert in der Stadt, in der die Urgemeinde ihren Sitz hat und in der sie starken Angriffen durch den Hohen Rat und einem Teil der Priesterschaft ausgesetzt ist. Joseph Kaiphas ist seit fünf Jahren nicht mehr im Amt. Aber sein Werk, der tiefgreifende Konflikt zwischen Juden und den Jüngern Jesu und deren Nachfolgern, wirkt nach. Es ist ein Erbe, dem sich jeder jüdische Herrscher stellen muss, so oder so. Denn die Priesterschaft ist gespalten, viele Priester sind gläubig geworden, andere, wohl die Mehrheit der Priester, haben sich in der Ablehnung der neuen Lehre radikalisiert. Mit Stephanus ist der erste Christ wegen seines Glaubens umgebracht worden, vom Mob gesteinigt worden.

Nun geschieht folgendes:

Apostelgeschichte 12,1-5  *: Um jene Zeit aber legte der König Herodes Hand an, um etliche von der Gemeinde zu mißhandeln. Und er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. Und als er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote. Und als er ihn festgenommen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und übergab ihn vier Abteilungen von je vier Kriegsknechten zur Bewachung, in der Absicht, ihn nach dem Passah dem Volke vorzuführen. So wurde Petrus nun im Gefängnis verwahrt; von der Gemeinde aber wurde inbrünstig für ihn zu Gott gebetet.

Lukas berichtet nicht, welcher Herodes es war, aber aus dem Tode des Herodes, der am Ende des 12. Kapitels beschrieben wird, geht hervor, dass es sich um Agrippa I. handeln muss, denn Flavius Josephus berichtet dasselbe. Damit ist gesichert, dass diese Begebenheit in die Jahre 41, den Amtsantritt des Kaisers Claudius, und 44, das Todesjahr des Agrippa I. fällt.

Wir sehen in diesem Geschehen eine Frucht oder, wie man heute vielleicht eher sagen würde, eine Konsequenz des Handelns des Hohen Rates unter Joseph Kaiphas. Bei der Steinigung des Stephanus wurde bereits deutlich, wie sehr der Volkszorn gegen die Christen gerichtet war (Kaiphas 7). Jetzt geschieht etwas wesentlich subtileres: Ein Herrscher, der sich profilieren will und seine Macht sichern will, erkennt, dass er mit der Verfolgung von Christen die Zustimmung der Massen erhält. Und dieses bemerkt er und nutzt es aus. So richtet er nicht nur Jakobus, Sohn des Zebedäus hin, sondern er greift auch den Simon Petrus:

Apostelgeschichte 12,6-10   *: Als aber Herodes ihn vorführen wollte, schlief Petrus in jener Nacht zwischen zwei Kriegsknechten, mit zwei Ketten gebunden; und Wächter vor der Tür bewachten das Gefängnis. Und siehe, ein Engel des Herrn trat hinzu, und ein Licht erglänzte in dem Gemach. Er weckte aber Petrus durch einen Schlag an die Seite und sprach: Steh eilends auf! Und die Ketten fielen ihm von den Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und ziehe deine Schuhe an! Da tat er also. Und er spricht zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir! Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß es Wirklichkeit war, was so durch den Engel geschah, sondern er meinte ein Gesicht zu sehen. Als sie aber durch die erste und die zweite Wache hindurchgegangen waren, kamen sie zu dem eisernen Tor, welches nach der Stadt führt, und dieses tat sich ihnen von selbst auf. Und sie traten hinaus und gingen eine Gasse vorwärts, und alsbald schied der Engel von ihm. Wieder können wir die Frage stellen, die uns auch schon bei Stephanus beschäftigt hat (7.5 Warum lässt Gott das zu): Warum macht Gott diese Unterschiede? Stephanus stirbt, Jakobus, Sohn des Zebedäus stirbt. Und Simon Petrus wird durch ein Wunder gerettet. Jesus weist solche Frage ab, er antwortet Simon Petrus, als er eine ähnliche Frage stellt sehr barsch. Jesus hatte Simon Petrus angekündigt, dass er als Märtyrer sterben würde: Solches aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! Daher kam nun das Gerede unter den Brüdern: «Dieser Jünger stirbt nicht.» Und doch hat Jesus nicht zu ihm gesagt, er sterbe nicht, sondern: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? (Johannes 21,19-23 *) Im Blick auf Jakobus, Sohn des Zebedäus würde die Antwort Jesu lauten: „Wenn ich will, daß er stirbt, was geht es dich an?“ Jedem Gläubigen ist bewusst, dass Anfang und Ende unseres Lebens in Gottes Hand ist. Im übrigen ist die ganz andere Perspektive Gottes zu beachten, die wir im Abschnitt 7.5 Warum lässt Gott das zu bereits dargestellt haben.

Interessant ist noch ein Hinweis auf das große eiserne Tor, von dem unser Text berichtet, dass es sich von alleine auftat. Es verbindet den Tempelbereich mit der Stadt. Flavius Josephus berichtet in seinem Buch Geschichte des jüdischen Krieges (VI 5.3 (dt) oder VI 5.3 (gr)) über Vorzeichen des Unterganges des Tempels. Eusebius von Caesarea zitiert dies in seiner Kirchengeschichte (3.Buch 8.Kapitel). Ein Vorzeichen beschreibt Flavius Josephus so: „Das östliche Tor des inneren Vorhofes aber, das von Erz und sehr schwerem Gewichte war, nur mit Mühe von zwanzig Männern am Abend geschlossen und mit eisenbeschlagenen Querbalken verrammt werden konnte und sehr tiefgreifende Riegel hatte, öffnete sich nach Augenzeugen von selbst nachts um die sechste Stunde.“ Möglicherweise hat sich dieses Tor ja öfter von alleine geöffnet. Dies kann man aber ausschließen, da es offensichtlich ein sehr schwergängiges Tor war. So mag man diesen Hinweis des Flavius Josephus so deuten, dass er hier die Auswirkungen des Eingreifens eines Engels zur Befreiung des Simon Petrus beschreibt. Denn außer der Tatsache, dass das Tor offen stand, ist ja von dem Wunder in Jerusalem nichts bekannt geworden. Selbst die Tatsache, dass &/pe befreit wurde, wird man wohl kaum öffentlich bekannt gemacht haben. Immerhin haben wir damit eines der wenigen Wunder des Neuen Testamentes, die auch außerhalb der Bibel bezeugt sind.

9.5 Gebetserhörung - und keiner will es glauben

Apostelgeschichte 12,11-17   *: Da kam Petrus zu sich selbst und sprach: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes und von allem, was das jüdische Volk erwartete, errettet hat. Und er besann sich und ging zum Hause der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Zunamen Markus, wo viele versammelt waren und beteten. Als aber Petrus an die Haustür klopfte, kam eine Magd namens Rhode herbei, um zu horchen. Und als sie die Stimme des Petrus erkannte, tat sie vor Freuden das Tor nicht auf, sondern lief hinein und meldete, Petrus stehe vor dem Tor. Sie aber sprachen zu ihr: Du bist nicht bei Sinnen! Aber sie bestand darauf, es sei so. Da sprachen sie: Es ist sein Engel! Petrus aber fuhr fort zu klopfen; und als sie öffneten, sahen sie ihn und erstaunten sehr. Er winkte ihnen aber mit der Hand, zu schweigen, und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis geführt habe. Er sprach aber: Meldet dies dem Jakobus und den Brüdern! Und er ging hinaus und zog an einen andern Ort. Zunächst ist es Simon Petrus, der nicht glauben kann, was ihm da passiert. Als der Engel ihn anspricht und mit ihm hinausgeht, kann er nicht glauben, was da geschieht: Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß es Wirklichkeit war, was so durch den Engel geschah, sondern er meinte ein Gesicht zu sehen. (Apostelgeschichte 12,9   *) Danach wird ihm aber klar, das der HERR ihn nicht nur aus diesem Gefängnis, sondern auch aus der Bedrohung, unter der das jüdische Volk steht, errettet hat: Da kam Petrus zu sich selbst und sprach: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes und von allem, was das jüdische Volk erwartete, errettet hat. (Apostelgeschichte 12,11   *) Er sieht auch die politische Dimension dieser Errettung. Die prophetischen Worte Jesu über die Zerstörung Jerusalems sind ihm bewusst. Durch das Handeln Gottes wird ihm bewusst, wie nahe der Fall Jerusalems gekommen ist, dass der HERR ihn auf diese dramatische Weise errettet. Er wird sich auch daran erinnert haben, was Jesus ihnen aufgetragen hat: Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagert sehet, alsdann erkennet, daß ihre Verwüstung nahe ist. Alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer in der Stadt ist, der entweiche daraus; und wer auf dem Lande ist, gehe nicht hinein. Denn das sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht. (Lukas 21,20-22 *) Die Kriegsheere waren zu sehen, nicht als Belagerer zwar, aber als Besatzungsmacht, die immer präsenter wurde, je mehr die Unruhe unter den Juden wuchs. Denn die Könige in Jerusalem waren schon seit Herodes der Große Erfüllungsgehilfen der Besatzungsmacht. Aber sie mussten vorsichtig lavieren. Denn da war einerseits die jüdische Bevölkerung, die dem mosaischen Gesetz und seinen vielen Interpretationen und Verschärfungen verpflichtet war und darauf bestand, das diese Vorschriften eingehalten wurden. Und da war andererseits die römische Besatzungsmacht, die dem als Gott verehrten Kaiser verpflichtet war und die Bilder des Kaisers trug, die den Juden ein Gräuel waren und immer wieder zu Auseinandersetzungen mit vielen Toten führten.

Es kommt zu einer interessanten Situation: Die Gemeinde betet intensiv für Simon Petrus. Und nun steht er vor der Tür, das Gebet erfüllt sich vor den Augen der Beter - und da können sie es nicht glauben. Es ist also schon der Urgemeinde so gegangen, dass Gottes Handeln ihren Glauben überstieg. Dieser Text ist für uns ein Ansporn zu prüfen, ob wir, wenn wir ein Bittgebet sprechen, auch wirklich glauben und erwarten, dass Gott es erfüllt: An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. (Johannes 16,26-27 *)

Simon Petrus erzählt also, was ihm widerfahren ist und verlässt dann die Gemeinde und auch die Stadt Jerusalem, ohne Jakobus, den Gemeindeleiter, persönlich zu sehen.

9.6 Die wahre Stimme Gottes

Apostelgeschichte 12,18-23   *: Als es nun Tag geworden, entstand eine nicht geringe Bestürzung unter den Kriegsknechten, was doch aus Petrus geworden sei. Herodes aber, als er ihn forderte und nicht fand, verhörte die Hüter und ließ sie abführen. Und er ging aus Judäa nach Cäsarea hinab und hielt sich daselbst auf. Er war aber erzürnt über die Bewohner von Tyrus und Zidon. Da kamen sie einmütig zu ihm, gewannen Blastus, den Kämmerer des Königs, und baten um Frieden, weil ihr Land von dem des Königs ernährt wurde. Aber an einem bestimmten Tage zog Herodes ein königliches Kleid an und setzte sich auf den Richterstuhl und hielt eine Rede an sie. Das Volk aber rief ihm zu: Das ist Gottes Stimme und nicht eines Menschen! Alsbald aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab; und von Würmern zerfressen, verschied er.

Herodes Agrippa I. verhört die wachhabenden Soldaten. Wir wissen nicht, was mit den Soldaten geschah, wir erfahren nur, dass er sie abführen ließ. Denn Agrippa I. hatte ein Friedensangebot aus den griechischen Städten Tyros und Sidon erhalten. Wir wissen nicht, ob sich diese Reise unmittelbar an die davor erwähnten Vorkommnisse anschließt oder nur angefügt wird, weil hier über Agrippa I. die Rede ist. Allerdings ist schon interessant, dass das Urteil über die wachhabenden Soldaten nicht mitgeteilt wird. Das lässt schon vermuten, dass Agrippa I. das Interesse an diesem Vorgang verloren hat, weil wegen des Friedensangebotes von Tyros und Sidon wichtigeres zu tun war. Dann müsste man also auch annehmen, dass die Enthauptung des Jakobus, Sohn des Zebedäus im Jahr 44, dem Todesjahr des Agrippa I. erfolgte. Die Ereignisse in Tyros und Sidon wären dann eine unmittelbare Antwort Gottes auf das Handeln Herodes Agrippas I.. Auch Flavius Josephus berichtet von diesen Vorkommnissen, allerdings ohne die Enthauptung des Apostels Jakobus, Sohn des Zebedäus zu erwähnen: Jüdische Altertümer XIX 8.2 (dt) oder Jüdische Altertümer XIX 8.2 (gr)

9.7 ... und die Kirche wächst

Apostelgeschichte 12,24  *: Das Wort Gottes aber wuchs und mehrte sich. Im Gegensatz dazu steht die stetige Entwicklung der Gemeinde des HERRN. Sie wächst, obwohl ihre Feinde ihr nachstellen. Auch ihre sozialen Dienste laufen weiter, wie die Hilfslieferung des Paulus zeigt.

So zeigen uns diese Begebenheiten die Unterschiedlichkeit des Verhältnisses der Gemeinde des HERRN zur Welt und zu den Beherrschern der Welt. Da ist der Jünger Jakobus, Sohn des Zebedäus, der sterben muss, weil sich ein Sonnyboy aus dem fernen Rom, König Herodes Agrippas I., damit vor dem jüdischen Volk profilieren muss. Da ist eine Gemeinde, die ganz sicher auch für diesen Jünger gebetet hat und deren Gebet nicht erhört wird, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, wird enthauptet. Da wird, weil die Enthauptung des Apostels Jakobus so gut in der öffentlichen Meinung beurteilt worden ist, ein Simon Petrus festgenommen und sein Prozess wegen eines Festes um ein paar Tage verschoben. Auch für Simon Petrus wird gebetet und er wird durch Eingreifen eines Engels errettet. Ein Ereignis im Zuge dieser wunderbaren Errettung des Simon Petrus wird sogar bei Flavius Josephus erwähnt, das offenstehende eiserne Tor. Weder Simon Petrus noch die betende Gemeinde mag so recht glauben, was da passiert ist. Auch die Urgemeinde lebte schon in diesem Zwiespalt zwischen Beten und Glauben. Schließlich erleben wir mit, wie dieser Sonnyboy aus dem fernen Rom, König Herodes Agrippas I., von den Griechen wie ein Gott verehrt wird und jämmerlich stirbt, weil er sich dieser Ehrung nicht entzogen hat.

Damit dokumentieren diese Begebenheiten, dass Gott der HERR der Geschichte ist. Menschen können nur temporär, für kurze Zeit, ihre Politik machen. Gott lässt sich nicht spotten. Er gibt auch den Übeltätern und den Sonnyboys dieser Welt Zeit und Raum für ihre Taten, aber beides ist sehr begrenzt und der Fall ist tief, wenn die Zeit abgelaufen ist. Agrippa I. hatte ein Reich, das in etwa so groß war wie das seines Großvaters Herodes des Großen, er hatte aber auch einen Tod, der in etwa so schrecklich war wie der seines Großvaters Herodes des Großen.

Die Gemeinde bleibt aufgefordert, im Glauben nach vorne zu schauen. Nicht alle ihre Gebetsanliegen werden erhört, aber wenn sie erhört werden, wenn Gott handelt, dann hat die Gemeinde wachsam zu sein und weise zu reagieren.







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Nr.BibelstelleBibeltext
1Lukas 21,20-22
1
Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagert sehet, alsdann erkennet, daß ihre Verwüstung nahe ist.Alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer in der Stadt ist, der entweiche daraus;...
2Johannes 16,26-27
1
An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle;denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott...
3Johannes 21,19-23
1
Solches aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen,...
4Apostelgeschichte 12
1   2   3   4   5   6
7
Um jene Zeit aber legte der König Herodes Hand an, um etliche von der Gemeinde zu mißhandeln.Und er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.Und als er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr...




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