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Menschen der Bibel

Pfingsten - Die Ausgießung des Heiligen Geistes

Der Geist Gottes wirkt, ohne den Hohen Rat zu fragen

 


Zusammenfassung

Joseph Kaiphas war von 18 bis 36 n.Chr. Hoherpriester in Israel, ein Schwiegersohn des Ananus (Hannas), der von 6 bis 15 n.Chr. Hoherprieser war. In einem Jahrhundert, in dem 28 Hohepriester amtierten, schaffte er es, sich 18 Jahre im Amt zu halten. Er begegnet Jesus als oberster Richter seines Volkes und ist maßgeblich am Zustandekommen des Todesurteils beteiligt. Er hielt sich so lange an der Macht, wie auch Pilatus Statthalter von Kaiser Tiberius in Syrien war (26 bis 36 n.Chr.), hatte also offenbar gute Beziehungen zu Pilatus und verlor sein Amt nahezu gleichzitig mit Pilatus.

Nach Ostern tritt Kaiphas nicht mehr direkt in Erscheinung. Wir gehen den Auswirkungen nach, die die Politik Kaiphas auf die Theologie der Synagoge hatte. Auch dabei geht es uns darum zu zeigen, in welcher Verantwortung religiöse Führer stehen und wie sie für Generationen Menschen für das Handeln Gottes blind machen können. Dies ist nicht ein jüdisches Problem, sondern es gilt für jeden, der in seinem Leben den Anspruch erhebt, Gottes Willen zu erkennen und zu kommunizieren, sei er nun Christ oder Jude oder wer auch immer. Auch Mohammed wird sich fragen lassen müssen, woher das, was er verkündet hat, obwohl das klare Handeln Gottes durch seinen Sohn Jesus Christus allgemein bekannt war, stammte. Er ist dabei Kaiphas sehr nahe, beide haben nur dann Recht, wenn Jesus Christus nicht der Sohn Gottes war. Allerdings bleibt die Frage, warum nur von Jesus Christus gesagt werden kann: „Blinde werden sehend, und Lahme wandeln, Aussätzige werden rein, und Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt“ (Mt 11,5)

Schlagwörter: Bibel - Gott - Heiliger Geist - Sohn - Trinität - Vater

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Menschen in der Bibel
Menschen in der Begegnung mit Gott
Die großen Glaubensfrauen und -männer der Bibel - Ihre Stärken und ihre Schwächen

Die Himmelfahrt Jesu
Manches bekommt ein Hoher Rat einfach nicht mit

Jetzt muss sich der Hohepriester auch noch mit ungelehrten Leuten und Laien herumschlagen
Der Hohepriester Joseph Kaiphas und die werdende Gemeinde

Bibelarbeiten
Bibelarbeiten für verschiedene Zielgruppen
Die Faszination des Wortes Gottes

Die Himmelfahrt Jesu
Manches bekommt ein Hoher Rat einfach nicht mit

Jetzt muss sich der Hohepriester auch noch mit ungelehrten Leuten und Laien herumschlagen
Der Hohepriester Joseph Kaiphas und die werdende Gemeinde

Festtage
Feiern
Ausarbeitungen zu Festtagen

Pfingsten 2019
... dafür sind wir alle Zeugen

Trinitatis
Das Wort HEILIG in der Bibel
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Inhaltsverzeichnis

1.1 Herkunft Kaiphas

1.2 Kaiphas im Neuen Testament

1.3 Der Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

1.4 Der Prozess gegen Jesus - Nicht nur ein jüdisches Problem

1.6 Spielball der Mächtigen - Judas Iskarioth

1.7 Fazit zum Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

2.1 Der Hohepriester Kaiphas begegnet dem Messias

2.2 Die Arroganz der Wissenden

2.3 Die Erleichterung nach der Kreuzigung

2.4 Die Angst vor der Auferstehung - Oder: Alte Lügen erfordern neue Lügen

2.5 Ostern ist der Höhepunkt göttlichen Handelns

3.1 Der Hohe Rat organisiert - Gott handelt

3.2 Unbemerkt vom Hohen Rat - Der auferstandene Herr, Jesus Christus, erscheint den wirklich wichtigen Menschen

3.3 Jesus Christus sucht den Glauben

4.1 Der Hohe Rat ist schwer beschäftigt - Das Pfingstfest in Jerusalem

4.2 Ein Fischer aus Galiläa predigt im Tempel in Jerusalem - Und Tausende hören zu

4.3 Was ist zu tun?

5.1 Der Hohe Rat übergeht das Pfingstereignis in Jerusalem schweigend - Aber es kommt noch schlimmer

5.2 Heilung ohne Erlaubnis des Hohen Rates - Und dann auch noch dies Gerede von der Auferstehung

5.3 Das Verhalten des Petrus ist unerträglich - Aber nur für den Hohen Rat

5.4 Schon wieder ein Prozess

5.5 Der Beschluss der Glaubensväter - Aber Petrus und Johannes sind nicht beeindruckt

5.6 Die kraftvolle Reaktion der Gemeinde

5.7 Gott zieht weiter

Erneute Wunder und die Reaktion der Staatsmacht

6.2 Rechtgläubigkeit - Irrtum ausgeschlossen oder Können wir Gott auf unser Bibelverständnis festlegen?

6.3 Konnte der Hohe Rat das eigentlich wissen? - Täter oder Opfer?

6.4 Gruppendynamik im Hohen Rat oder Man muss zu seinen Entscheidungen stehen(?)

6.5 Im Hohen Rat gab es mehr Weisheit als gedacht - Das weise Rat Gamaliels

6.6 Umkehr - Wie schwer fällt es gestandenen Männern

7.1 Stephanus wird Diakon in der wachsenden Gemeinde

7.2 Die Predigt des Stephanus - Keine Verteidigungsrede sondern Klartext

7.3 Die Reaktion - Dem Hohen Rat entgleitet der Prozess

7.4 Jesus steht und ist bereit, Stephanus zu entgegen zu gehen

7.5 Warum lässt Gott das zu

8.1 Saulus greift ein - Das Eigentor der Vertreibung

8.2 Jesus greift ein - Saulus bekehrt sich

9.1 Agrippa I - Herkunft

9.2 Agrippa I - Schulden über Schulden

9.3 König Agrippa I

9.4 König Agrippa I und die Christen

9.5 Gebetserhörung - und keiner will es glauben

9.6 Die wahre Stimme Gottes

9.7 ... und die Kirche wächst

10.1 Paulus weiß, was auf ihn zukommt

10.2 Der zeitlich Rahmen

10.3 Prophetische Warnungen des Paulus auf seiner Reise nach Jerusalem

10.4 Paulus kommt in Jerusalem an

10.5 Paulus wird in Jerusalem erkannt

10.6 Paulus in römischer Gefangenschaft

10.7 Paulus predigt in Jerusalem

10.8 Paulus nutzt sein römisches Bürgerrecht

10.9 Paulus vor dem Hohen Rat

10.10 Die Zeit des Hohenpriesters Ananias

10.11 Der HERR kennt die Seinen

10.12 Paulus vor Felix

10.13 Seelsorge am Statthalter Felix

10.14 Paulus vor dem Statthalter Festus

10.15 Festus und Herodes Agrippa II

10.16 Paulus verteidigt sich vor Herodes Agrippa II

10.17 Paulus verlässt Judäa - Fazit

11.1 Die spärlichen Informationen am Ende der Apostelgeschichte

11.2 Jahreszahlen vor dem Angesicht des ewigen Gottes

11.3 Der Bericht des Flavius Josephus über den Tod des Jakobus, des Bruders des Herrn

11.4 Eusebius ausführlicher Bericht über den Tod des Jakobus

11.5 Der Dienst des Jakobus

11.6 Zeitenwende zum Krieg

11.7 Nachdenkliches über Rechtgläubigkeit

11.8 Jakobus muss es nicht mehr erleben

11.9 Die weinenden Hohenpriester

11.10 Die Abwärtsspirale

12.1 Die Sikarier

12.2 Der babylonische Talmud zu der Zerstörung Jerusalems

12.3 Einige Bemerkungen zum Bericht des babylonischen Talmuds zu der Zerstörung Jerusalems

12.4 Flavius Josephus zu den Eigentumsrechten nach der Zerstörung Jerusalems

12.5 Freuet euch mit Jerusalem

13.1 Jesus zitiert Psalm 110

13.2 Was lehrt uns das Verhalten Jesu?

13.3 Psalm 110 in der jüdischen Tradition vor Jesus

13.4 Messias-Prophetien

4.1 Der Hohe Rat ist schwer beschäftigt - Das Pfingstfest in Jerusalem

Im Tempel zu Jerusalem wurde das Schawuot gefeiert, das Fest der sieben Wochen. Es erinnerte an die Offenbarung der Thora und fand sieben Wochen nach dem Passahfest statt. Im Griechischen hieß das «η πεντηκοστη», die fünfzig (Tage nach dem Pasahfest, eh pentehkosteh) oder im Hebräischen «שבעות», die sieben Wochen nach dem Pasahfest, das Sieben-Wochen-Fest oder Erntedankfest, da zwischen dem Passahfest und dem Siebenwochenfest die Weizenernte stattfand.

Wieder werden die Mitglieder des Hohen Rates sehr beschäftigt gewesen sein und von Empfang zu Empfang geeilt sein. Schließlich bedeuteten die Opfer der Gläubigen ja auch Lebensunterhalt für die Priester. Sie waren vermutlich stark beschäftigt, als der Heilige Geist plötzlich in Gestalt von Feuerflammen auf die Jünger kam und das Hörwunder geschah: Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und fingen an in andern Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab. Es wohnten aber zu Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, aus allen Völkern unter dem Himmel. Da aber dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn, ein jeder in seiner Sprache, darin wir geboren sind? (Apostelgeschichte 2,1-8  * )

Nun wird man den Mitgliedern des Hohen Rates nicht vorwerfen können, dass sie nicht dabeiwaren, als dieses geschah, schließlich kann ein hochrangiges Mitglied des Klerus nicht überall sein. Der Dienst bedeutet schon genug Stress und bei solch einem wichtigen Fest sind viele hochrangige Gäste aus der Provinz anwesend, die unbedingt begrüßt werden müssen, denn man muss ja sein Netzwerk pflegen. Trotzdem war sehr bemerkenswert, was dort geschah: Wie hören wir sie denn, ein jeder in seiner Sprache, darin wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien, in Judäa und Kappadocien, in Pontus und Asien; in Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und in den Gegenden Lybiens bei Kyrene, und die hier weilenden Römer, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes verkünden! Sie erstaunten aber alle und gerieten in Verlegenheit und sprachen einer zum andern: Was soll das sein? (Apostelgeschichte 2,8-12   * ) Diese Menschen saßen zusammen und sprachen und nachdem das Brausen vom Himmel erfolgt war, konnte jeder sie in seiner eigenen Muttersprache verstehen. Da wird einer gesagt haben: „Schau einmal, dort sitzen Phönizier, die sprechen ja unsere Sprache, ...” und ein anderer wird erwieder haben: „Nein, die sprechen griechisch, ich höre das ganz klar!” „Ach was, das ist doch arabisch!” mag ein Gast aus Arabien erwidert haben. Und ein Einheimischer wird entgegnet haben: „Aber die sind doch allesamt aus Galiläa, die kennen wir doch, seid vorsichtig mit denen, die sind politisch nicht ganz ungefährlich, ...” Aber da waren auch die, die eine ganz klare Weltsicht haben: „Was ich nicht verstehe, das gibt es auch nicht, mein Verstand ist das Maß aller Dinge, ...” Diese hatten auch ihre Erklärung: Andere aber spotteten und sprachen: Sie sind voll süßen Weines! (Apostelgeschichte 2,13   * )

Der Heilige Geist hält sich nicht an unsere Vorgaben. Er wirkt wo, wann und wie er will. Jesus hat es bereits im Gespräch mit Nikodemus so gelehrt: Was aus dem Fleische geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden! Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt, noch wohin er fährt. Also ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. (Johannes 3,6-8 * ) Der Geist Gottes hält sich nicht an Dienstwege oder Hierachiestufe. Er weht, wo er will, und meist nicht da, wo hektische Rituale der Begrüßung oder Ehrerbietung oder auch religiöser Handlungen abgespult werden. Dies muss ich mir immer wieder deutlich vor Augen halten und fragen, ob ich selber noch da stehe, wo Gott mich haben will, oder ob ich da stehe, wo mir der größte Erfolg winkt? Der Hohe Rat hatte seine Prioritäten gesetzt. Und Gott hat keinen Blitz aus dem Himmel geschickt, sondern er ließ den Hohen Rat gewähren. Das Jahr 70 n.Chr. und die Zerstörung Jerusalems war noch weit. Aber Gott handelte bei den Menschen, die offen waren für sein Handeln, auch wenn es nur Galiläer waren.

4.2 Ein Fischer aus Galiläa predigt im Tempel in Jerusalem - Und Tausende hören zu

Und einer dieser Männer steht auf und hält eine spontane Predigt, Petrus erkennt, dass hier ein Zeichen gesetzt werden muss: Da trat Petrus mit den Elfen auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr jüdischen Männer und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund, und horchet auf meine Worte! Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet; denn es ist erst die dritte Stunde des Tages; sondern dies ist, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: «Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der große und offenbar werdende Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen, daß jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, errettet werden wird.» Ihr israelitischen Männer, höret diese Worte: Jesus von Nazareth, einen Mann, von Gott bei euch erwiesen durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn tat, mitten unter euch, wie ihr selbst wisset; diesen, der nach Gottes festgesetztem Rat und Vorherwissen dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch der Ungerechten Hände ans Kreuz geheftet und getötet. Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Bande des Todes löste, wie es denn unmöglich war, daß er von ihm festgehalten würde. Denn David spricht von ihm: «Ich sah den Herrn allezeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, daß ich nicht wanke. Darum freut sich mein Herz, und meine Zunge frohlockt, auch mein Fleisch wird ruhen auf Hoffnung; denn du wirst meine Seele nicht im Totenreich lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freuden vor deinem Angesicht!» Ihr Männer und Brüder, es sei mir erlaubt, freimütig zu euch zu reden von dem Stammvater David: er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist unter uns bis auf diesen Tag. Da er nun ein Prophet war und wußte, daß Gott ihm mit einem Eide verheißen hatte, aus der Frucht seiner Lenden einen auf seinen Thron zu setzen, hat er in dieser Voraussicht von der Auferstehung Christi geredet, daß seine Seele nicht im Totenreich gelassen werde, noch sein Fleisch die Verwesung sehe. Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er das ausgegossen, was ihr jetzt sehet und höret. Denn nicht David ist in den Himmel hinaufgefahren, sondern er sagt selbst: «Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße.» So erkenne nun das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat. (Apostelgeschichte 2,14-36   * )

Es ist der Inbegriff einer Predigt: Kurz, prägnant und doch alles, was gesagt werden muss.

Er schont seine Zuhörer nicht: Er erinnert sie an ihre eigenen Propheten und an König David: Alles, was mit Jesus geschehen ist, hat der Geist Gottes schon vor Jahrhunderten offenbart, in Jesus erfüllt sich Prohetie. Ihr habt ihn gekreuzigt, aber Gott hat ihn auferweckt. Wir bezeugen das. Ihr müsst erkennen, das dieser Jesus der Christus ist, der Messias, der Gesalbte Gottes.

Ein klares, ein unmissverständliches Wort: Ihr habt ihn ans Kreuz gehängt, aber jetzt schaut nach vorne und erkennt an, dass Jesus der Messias ist.

Dies ist die Pfingstbotschaft: Schaut nach vorne und erkennt an, dass Jesus der Messias ist.

Sie gilt allen, die hektisch von Termin zu Termin eilen, die keine Zeit haben, ein seelsorgliches Gespräch zu führen, weil sie die Seelsorge organisieren müssen, die keine Zeit haben, eine Predigt zu hören, weil sie selbst den Predigtdienst organisieren müssen. Nicht ich bin der Messias, der, auf den es ankommt, Jesus ist der Messias, und auf ihn kommt es an, nur auf ihn. In der Entschleunigung, die wir gerade durch die Covid-19-Pandemie erleben, besteht die Chance, sich darauf wieder neu zu besinnen. Jesus ist der Messais, er ist der Heiland. Ich bin nur ein Schaf seiner Herde, nicht der Wachhund der Herde und schon gar nicht der Hirte, selbst dann, wenn ich einen Hirtendienst zu verrichten habe.

4.3 Was ist zu tun?

Über die Wirkung der Pfingstpredigt heißt es: Als sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder? (Apostelgeschichte 2,37   * ) Möge uns, die wir diese Geschichte ja kennen, auch solch ein Stich durch unser Herz gehen. Er führt zu der Frage: „Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?“

Petrus beantwortet die Frage unmissverständlich: Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden; so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, soviele der Herr unser Gott herrufen wird. Und noch mit vielen andern Worten beschwor und ermahnte er sie und sprach: Lasset euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht! (Apostelgeschichte 2,38-40   * )

Petrus ruft zur Umkehr. Er ruft zur Taufe. Er ruft zur Taufe auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden. Wir haben daraus gleich eine theologische Falle gemacht. Es gibt Konfessionen, die sich um diese Aussage ranken und in Abrede stellen, dass ein Gläubiger, der sündigt, auch nich Vergebung empfangen kann. Wir haben daraus gemacht, das alle, die nicht getauft sind, verloren gehen. Wir nutzen solche Texte dann gerne als Schwert, um den zu treffen, der nicht so ist, wie wir sind. Was will Petrus hier sagen: Kehrt um, lasst euch taufen auf den Namen dessen, den Gott, der Vater, selbst als seinen Gesalbten bezeichnet hat, glaubet, dass in ihm Vergebung der Sünde ist, und sei es 7-mal siebzigmal ( Matthäus 18,22 *  vgl. 1.Mose 4,24 * ). So werdet ihr den Heiligen Geist empfangen. Dieses ist eine positive Aussage. Sie schließt nicht aus, dass andere auch den Heiligen Geist empfangen können. Sie will nur sagen, dass dies der Weg ist, den ihr hier und heute gehen sollt. Es ist ein Weg des Glaubens, denn die Vergebung der Sünden wird uns nicht durch ein schriftliches Dokument bestätigt, sondern wir müssen sie im Glauben annehmen, genauso wie wir das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben im Glauben annehmen müssen. Manchmal muss ich es auch akzeptieren, dass ein Mensch aus Galiläa, gar kein „richtiger” Jude, mir sagen muss: „Lasset euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!“

So sollte auch der Gläubige sich immer wieder fragen, ob er auf dem richtigen Wege ist und ob nicht der Stress, den wir immer wieder als Belastung verspüren, nicht auch selbst gemachter Stress ist zu dem Gott im Himmel sagt: „Ich habe ihn dazu nicht beauftragt, er wollte es gern, und so habe ich ihn gewähren lassen.”

Deshalb fordert Pfingsten die Menschen auf, zu Jesus, dem Christus Gottes, umzukehren. Die Christen fordert es auf, innezuhalten und neu zu fragen, ob wir auf dem richtigen Weg sind oder ob es nicht unsere eigenen Wünsche und Sehnsüchte sind, die uns treiben. Wenn wir in unserem Handeln ein gutes gewissen vor Gott haben, so sollen wir getrost unseren Weg weitergehen, aber immer offen sein, dass Jesus uns auch neue Wege führen will, dass der geist dort weht, wo er will, nicht dort, wo wir ihn mit Mehrheitsbeschluss hinzwingen wollen.

Die Abwesenheit des Kaiphas in dieser existenziellen Situation Gottes mit der Menschheit sollte uns zu denken geben.

Ansporn sollte uns sein, was wir im Fortgang der Pfingstgeschichte lesen: Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tage etwa dreitausend Seelen hinzugetan. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber eine Furcht über alle Seelen, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. Alle Gläubigen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; die Güter und Habe verkauften sie und verteilten sie unter alle, je nachdem einer es bedurfte. Und täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich solche, die gerettet wurden, zur Gemeinde hinzu. (Apostelgeschichte 2,41-47  * )







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Nr.BibelstelleBibeltext
11.Mose 4,24
1
denn Kain soll siebenfach gerächt werden, Lamech aber siebenundsiebzigfach!»
2Matthäus 18,22
1
Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!
3Johannes 3,6-8
1
Was aus dem Fleische geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden! Der Wind weht,...
4Apostelgeschichte 2
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Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze...




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