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Menschen der Bibel

Pfingsten - Die Ausgießung des Heiligen Geistes

Der Geist Gottes wirkt, ohne den Hohen Rat zu fragen

 


Zusammenfassung

Joseph Kaiphas war von 18 bis 36 n.Chr. Hoherpriester in Israel, ein Schwiegersohn des Ananus (Hannas), der von 6 bis 15 n.Chr. Hoherpriester war. In einem Jahrhundert, in dem 28 Hohepriester amtierten, schaffte er es, sich 18 Jahre im Amt zu halten. Er begegnet Jesus als oberster Richter seines Volkes und ist maßgeblich am Zustandekommen des Todesurteils beteiligt. Er hielt sich so lange an der Macht, wie auch Pilatus Statthalter von Kaiser Tiberius in Syrien war (26 bis 36 n.Chr.), hatte also offenbar gute Beziehungen zu Pilatus und verlor sein Amt nahezu gleichzitig mit Pilatus.

Es ist Pfingsten, das jüdische Fest der sieben Wochen. Gott sendet seinen Heiligen Geist. Das Pfingstwunder geschieht. Aber wo ist Joseph Kaiphas. Er eilt sicherlich von Termin zu Termin. Aber da, wo Gott handelt, da ist er nicht. Die Politik des Joseph Kaiphas ist zwar vordergründig erfolgreich, aber es ist eine Politik ohne Gott. Gott sucht sich andere Menschen, Menschen, die bereit sind, auf das Reden des Heiligen Geistes zu achten und danach zu tun.

Schlagwörter: Bibel - David - Gott - Heiliger Geist - Hoher Rat - Jesus - Joseph Kaiphas - Maleachi - Nikodemus - Paulus - Simon Petrus - Sohn - Trinität - Vater

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Menschen in der Bibel
Menschen in der Begegnung mit Gott
Die großen Glaubensfrauen und -männer der Bibel - Ihre Stärken und ihre Schwächen

Die Himmelfahrt Jesu
Manches bekommt ein Hoher Rat einfach nicht mit

Jetzt muss sich der Hohepriester auch noch mit ungelehrten Leuten und Laien herumschlagen
Der Hohepriester Joseph Kaiphas und die werdende Gemeinde

Bibelarbeiten
Bibelarbeiten für verschiedene Zielgruppen
Die Faszination des Wortes Gottes

Die Himmelfahrt Jesu
Manches bekommt ein Hoher Rat einfach nicht mit

Jetzt muss sich der Hohepriester auch noch mit ungelehrten Leuten und Laien herumschlagen
Der Hohepriester Joseph Kaiphas und die werdende Gemeinde

Festtage
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Die Himmelfahrt Jesu
Manches bekommt ein Hoher Rat einfach nicht mit

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Inhaltsverzeichnis

Thema: Pragmatismus und das Reich Gottes

Thema: Wie behalte ich die Lage im Griff

Thema: Die Himmelfahrt Jesu

Thema: Pfingsten - Die Ausgießung des Heiligen Geistes

Thema: Jetzt muss sich der Hohepriester auch noch mit ungelehrten Leuten und Laien herumschlagen

Thema: Krankenheilungen sind kein Argument - Politik gegen die Jünger Jesu

Thema: Die Gewalt eskaliert

Thema: Die Bekämpfung des Messias Jesus verselbständigt sich zu einer systematischen Verfolgung

Thema: Die Staatsmacht greift ein

Thema: Paulus zurück in Jerusalem

Thema: Der Kampf gegen das messianische Judentum

Thema: Der Fall Jerusalems aus der Sicht des Talmud

Thema: Abgrenzung

Thema: Eine Theologie, um die Fehler der Väter zu rechtfertigen

Thema: Messiasprophetien des Alten Testamentes

Thema: Die Erfüllung der Messiasprophetien aus Sicht des Neuen Testamentes

1.1 Herkunft Kaiphas

1.2 Kaiphas im Neuen Testament

1.3 Der Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

1.4 Der Prozess gegen Jesus - Nicht nur ein jüdisches Problem

1.6 Spielball der Mächtigen - Judas Iskarioth

1.7 Fazit zum Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

2.1 Der Hohepriester Kaiphas begegnet dem Messias

2.2 Die Arroganz der Wissenden

2.3 Die Erleichterung nach der Kreuzigung

2.4 Die Angst vor der Auferstehung - Oder: Alte Lügen erfordern neue Lügen

2.5 Ostern ist der Höhepunkt göttlichen Handelns

3.1 Der Hohe Rat organisiert - Gott handelt

3.2 Unbemerkt vom Hohen Rat - Der auferstandene Herr, Jesus Christus, erscheint den wirklich wichtigen Menschen

3.3 Jesus Christus sucht den Glauben

4.1 Der Hohe Rat ist schwer beschäftigt - Das Pfingstfest in Jerusalem

4.2 Ein Fischer aus Galiläa predigt im Tempel in Jerusalem - Und Tausende hören zu

4.3 Was ist zu tun?

5.1 Der Hohe Rat übergeht das Pfingstereignis in Jerusalem schweigend - Aber es kommt noch schlimmer

5.2 Heilung ohne Erlaubnis des Hohen Rates - Und dann auch noch dies Gerede von der Auferstehung

5.3 Das Verhalten des Petrus ist unerträglich - Aber nur für den Hohen Rat

5.4 Schon wieder ein Prozess

5.5 Der Beschluss der Glaubensväter - Aber Petrus und Johannes sind nicht beeindruckt

5.6 Die kraftvolle Reaktion der Gemeinde

5.7 Gott zieht weiter

6 Erneute Wunder und die Reaktion der Staatsmacht

6.2 Rechtgläubigkeit - Irrtum ausgeschlossen oder Können wir Gott auf unser Bibelverständnis festlegen?

6.3 Konnte der Hohe Rat das eigentlich wissen? - Täter oder Opfer?

6.4 Gruppendynamik im Hohen Rat oder Man muss zu seinen Entscheidungen stehen(?)

6.5 Im Hohen Rat gab es mehr Weisheit als gedacht - Das weise Rat Gamaliels

6.6 Umkehr - Wie schwer fällt es gestandenen Männern

7.1 Stephanus wird Diakon in der wachsenden Gemeinde

7.2 Die Predigt des Stephanus - Keine Verteidigungsrede sondern Klartext

7.3 Die Reaktion - Dem Hohen Rat entgleitet der Prozess

7.4 Jesus steht und ist bereit, Stephanus zu entgegen zu gehen

7.5 Warum lässt Gott das zu

8.1 Saulus greift ein - Das Eigentor der Vertreibung

8.2 Jesus greift ein - Saulus bekehrt sich

9.1 Agrippa I - Herkunft

9.2 Agrippa I - Schulden über Schulden

9.3 König Agrippa I

9.4 König Agrippa I und die Christen

9.5 Gebetserhörung - und keiner will es glauben

9.6 Die wahre Stimme Gottes

9.7 ... und die Kirche wächst

10.1 Paulus weiß, was auf ihn zukommt

10.2 Der zeitlich Rahmen

10.3 Prophetische Warnungen des Paulus auf seiner Reise nach Jerusalem

10.4 Paulus kommt in Jerusalem an

10.5 Paulus wird in Jerusalem erkannt

10.6 Paulus in römischer Gefangenschaft

10.7 Paulus predigt in Jerusalem

10.8 Paulus nutzt sein römisches Bürgerrecht

10.9 Paulus vor dem Hohen Rat

10.10 Die Zeit des Hohenpriesters Ananias

10.11 Der HERR kennt die Seinen

10.12 Paulus vor Felix

10.13 Seelsorge am Statthalter Felix

10.14 Paulus vor dem Statthalter Festus

10.15 Festus und Herodes Agrippa II

10.16 Paulus verteidigt sich vor Herodes Agrippa II

10.17 Paulus verlässt Judäa - Fazit

11.1 Die spärlichen Informationen am Ende der Apostelgeschichte

11.2 Jahreszahlen vor dem Angesicht des ewigen Gottes

11.3 Der Bericht des Flavius Josephus über den Tod des Jakobus, des Bruders des Herrn

11.4 Eusebius ausführlicher Bericht über den Tod des Jakobus

11.5 Der Dienst des Jakobus

11.6 Zeitenwende zum Krieg

11.7 Nachdenkliches über Rechtgläubigkeit

11.8 Jakobus muss es nicht mehr erleben

11.9 Die weinenden Hohenpriester

11.10 Die Abwärtsspirale

12.1 Die Sikarier - Terrorismus bereits im Altertum

12.2 Der babylonische Talmud zu der Zerstörung Jerusalems

12.3 Einige Bemerkungen zum Bericht des babylonischen Talmuds zu der Zerstörung Jerusalems

12.4 Flavius Josephus zu den Eigentumsrechten nach der Zerstörung Jerusalems

12.5 Freuet euch mit Jerusalem

13.1 Jesus über die Gefahren für die Gemeinde

13.2 Instrumente der Abgrenzung im Talmud

13.2.1 Der zwölfte Lobpreis im Achtzehngebet

13.2.2 Der Synagogenbann

14.1 Jesus zitiert Psalm 110

14.2 Was lehrt uns das Verhalten Jesu?

14.3 Psalm 110 in der jüdischen Tradition vor Jesus

14.4 Die Bedeutung des Psalmes 110 für das Neue Testament

14.4.1 Die Kirchenväter über Paulus als Autor des Briefes an die Hebräer

14.4.2 Der Brief an die Hebräer und Psalm 110

14.4.3 Melchisedek ist ein Priester eigener Art, kein Mensch, der Vater und Mutter hätte

14.4.4 Melchisedek ist größer als Abraham und erst recht größer als Levi und Aaron

14.4.5 Das Priestertums Melchisedeks löst das levitische Priestertum ab

14.4.6 Der Messias aus dem Stamm Juda ist kraft seiner Auferstehung Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks

14.4.7 Der Eidschwur des allmächtigen Gottes

14.4.8 Die Freude über das Priestertum Jesu

14.4.9 Fazit

14.5 Zwei Messiasse? - Sacharja 4,14

14.6 Der Talmud und die Abgrenzung gegenüber den Christen

14.7 Der Umgang des Talmud mit Psalm 110

14.7.1 Deutung von Psalm 110 auf Abraham

14.7.2 Deutung von Psalm 110 auf Hiskia

14.7.3 Deutung von Psalm 110 auf David

14.8 Spricht Gott zu den Menschen oder sprechen Menschen zu Gott?

Frühe Prophetien vor Jakob

Jakob prophezeit den Messias aus dem Stamm Juda

Mose prophezeit den kommenden Propheten

Messiasprophetien der Psalmen

Messiasprophetien des Propheten Jesaja

Messiasprophetien der weiteren Propheten vor dem Exil

Messiasprophetien des Propheten nach dem Exil, Haggai, Sacharja und Maleachi

Das Bild vom Eckstein

Der Messias ist König und Hoherpriester zugleich

Der Spross

Die Deutung des Hohenpriestertums Christi im Hebräerbrief

Die Offenbarung des Christus am Ende der Zeiten

Gott, der Vater, ist Herr der Prophetien

Was sind Messias-Prophetien

Die frühen Prophetien auf den Messias

Der Messias, König und Priester im Alten Testament

Der Spross Davids

Der Messias, König und Priester im Neuen Testament

Der Gottesknecht

Das erste Gottesknechtlied

Das zweite Gottesknechtlied

Das dritte Gottesknechtlied

Das vierte Gottesknechtlied

Erfüllte Prophetien nach Matthäus

Die Ankündigungen des Messias seit Abraham

Der Messias kommt aus Bethlehem

Der Messias und Ägypten

Der Messias als Licht für die Menschen in der Finsternis

Der Messias wird für die Menschen leiden

Der Messias wird triumphieren

Der Messias wird verraten werden

Der Lohn des Verrats

Falsche Zeugen treten gegen den Messias auf, aber der Messias schweigt

... wie ein Verbrecher

Der Messias wird verspottet

Das Grab des Messias

Die Auferstehung des Messias

Fazit zu den Messiasprophetien bei Matthäus

Erfüllte Prophetien aus den weiteren Evangelien, der Apostelgeschichte und den Briefen

Jesus als der verheißene Prophet

Jesus als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks

Jesus wird von den Seinen, den Juden, abgelehnt und gehasst

Jesus Christus und der Geist Gottes

Judas Iskarioth: Sein Amt soll ein anderer empfangen

Der Messias: Geschlagen und angespuckt

Der Messias: Durchbohrt

Der Messias: Er betet für seine Feinde

Der Messias: Nicht ein Bein wird gebrochen

Der Messias: Soldaten werfen das Los um sein Gewand

Der Messias: Aufgefahren zur Höhe

4.1 Der Hohe Rat ist schwer beschäftigt - Das Pfingstfest in Jerusalem

Im Tempel zu Jerusalem wurde das Schawuot gefeiert, das Fest der sieben Wochen. Es erinnerte an die Offenbarung der Thora und fand sieben Wochen nach dem Passahfest statt. Im Griechischen hieß das «η πεντηκοστη», die fünfzig (Tage nach dem Pasahfest, eh pentehkosteh) oder im Hebräischen «שבעות», die sieben Wochen nach dem Pasahfest, das Sieben-Wochen-Fest oder Erntedankfest, da zwischen dem Passahfest und dem Siebenwochenfest die Weizenernte stattfand.

Wieder werden die Mitglieder des Hohen Rates sehr beschäftigt gewesen sein und von Empfang zu Empfang geeilt sein. Schließlich bedeuteten die Opfer der Gläubigen ja auch Lebensunterhalt für die Priester. Sie waren vermutlich stark beschäftigt, als der Heilige Geist plötzlich in Gestalt von Feuerflammen auf die Jünger kam und das Hörwunder geschah: Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und fingen an in andern Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab. Es wohnten aber zu Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, aus allen Völkern unter dem Himmel. Da aber dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn, ein jeder in seiner Sprache, darin wir geboren sind? (Apostelgeschichte 2,1-8  *)

Nun wird man den Mitgliedern des Hohen Rates nicht vorwerfen können, dass sie nicht dabeiwaren, als dieses geschah, schließlich kann ein hochrangiges Mitglied des Klerus nicht überall sein. Der Dienst bedeutet schon genug Stress und bei solch einem wichtigen Fest sind viele hochrangige Gäste aus der Provinz anwesend, die unbedingt begrüßt werden müssen, denn man muss ja sein Netzwerk pflegen. Trotzdem war sehr bemerkenswert, was dort geschah: Wie hören wir sie denn, ein jeder in seiner Sprache, darin wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien, in Judäa und Kappadocien, in Pontus und Asien; in Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und in den Gegenden Lybiens bei Kyrene, und die hier weilenden Römer, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes verkünden! Sie erstaunten aber alle und gerieten in Verlegenheit und sprachen einer zum andern: Was soll das sein? (Apostelgeschichte 2,8-12   *) Diese Menschen saßen zusammen und sprachen und nachdem das Brausen vom Himmel erfolgt war, konnte jeder sie in seiner eigenen Muttersprache verstehen. Da wird einer gesagt haben: „Schau einmal, dort sitzen Phönizier, die sprechen ja unsere Sprache, ...” und ein anderer wird erwidert haben: „Nein, die sprechen griechisch, ich höre das ganz klar!” „Ach was, das ist doch arabisch!” mag ein Gast aus Arabien erwidert haben. Und ein Einheimischer wird entgegnet haben: „Aber die sind doch allesamt aus Galiläa, die kennen wir doch, seid vorsichtig mit denen, die sind politisch nicht ganz ungefährlich, ...” Aber da waren auch die, die eine ganz klare Weltsicht haben: „Was ich nicht verstehe, das gibt es auch nicht, mein Verstand ist das Maß aller Dinge, ...” Diese hatten auch ihre Erklärung: Andere aber spotteten und sprachen: Sie sind voll süßen Weines! (Apostelgeschichte 2,13   *)

Der Heilige Geist hält sich nicht an unsere Vorgaben. Er wirkt wo, wann und wie er will. Jesus hat es bereits im Gespräch mit Nikodemus so gelehrt: Was aus dem Fleische geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden! Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt, noch wohin er fährt. Also ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. (Johannes 3,6-8  *) Der Geist Gottes hält sich nicht an Dienstwege oder Hierachiestufe. Er weht, wo er will, und meist nicht da, wo hektische Rituale der Begrüßung oder Ehrerbietung oder auch religiöser Handlungen abgespult werden. Dies muss ich mir immer wieder deutlich vor Augen halten und fragen, ob ich selber noch da stehe, wo Gott mich haben will, oder ob ich da stehe, wo mir der größte Erfolg winkt? Der Hohe Rat hatte seine Prioritäten gesetzt. Und Gott hat keinen Blitz aus dem Himmel geschickt, sondern er ließ den Hohen Rat gewähren. Für die Mitglieder im Hohen Rat sah es so aus, als sei alles in Ordnung. Sie haben nicht bemerkt, dass sie längst ohne Gott unterwegs waren und in eine Katastrophe schlidderten. Man schrieb vielleicht das Jahr 32 n.Chr. Das Jahr 70 n.Chr. und die Zerstörung Jerusalems war noch weit.

Gott hatte sich bereits andere Menschen gesucht. Er handelte bei den Menschen, die für den Heiligen Geist offen sind, die ihr Handeln vom Geist Gottes beeinflussen lassen, auch wenn sie „nur“ Galiläer sind, einfache Fischer. Und für das Schnauben des jungen Pharisäers Paulus, der es besonders richtig machen wollte, hatte Gott vielleicht ein trauriges Lächeln, weil er beides sah, den Schaden, den er der jungen Gemeinde zufügen würde, aber auch das große Werk, das er mit ihm vorhatte. Menschlich widerstrebt uns dieses Verhalten Gottes, aber es durchzieht die Geschichte. 70 Jahre waren die Juden in Babylon gefangen, aber dann war Schluss, mit der Macht Babylons und mit der jüdischen Gefangenschaft. Über 30 Jahre hat Gott sich das verblendete Treiben in Judäa noch angeschaut, nachdem sie den Messias gekreuzigt haben. Aber dann war Schluss und der Tempel, dessen Vorhang längst zerrissen war, brannte bis auf die Grundmauern nieder. Er verschwand bis auf den heutigen Tag, weil Gott sich einen neuen Tempel gesucht hat: Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? (1.Korinther 3,16 *) 12 Jahre hatten die Nazis Zeit, ihren Terror über Europa auszubreiten. Aber dann war Schluss und ihre Schreckensherrschaft nahm ein grausames Ende. Wir fragen uns dann unwillkürlich, warum der HERR nicht gleich handelt, warum er sich so viel Zeit lässt, er, der doch alles weiß. Aber er gibt uns allen, den Guten wie den Bösen, eine gewisse Zeit. Die einen nutzen diese Zeit demütig und suchen die Nähe Gottes. Die anderen werden dreist. Maleachi beschreibt dieses dreiste Auftreten: Ihr habt den HERRN bemüht mit euren Reden; und ihr fragt noch: «Womit haben wir ihn bemüht?» Damit, daß ihr sagt: «Wer Böses tut, der ist gut in den Augen des HERRN, und an solchen hat er ein Wohlgefallen!» oder «Wo ist der Gott des Gerichts?» (Maleachi 2,17 *)

4.2 Ein Fischer aus Galiläa predigt im Tempel in Jerusalem - Und Tausende hören zu

Und einer dieser Männer, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, steht nun auf und hält eine spontane Predigt, Simon Petrus erkennt, dass hier ein Zeichen gesetzt werden muss: Da trat Petrus mit den Elfen auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr jüdischen Männer und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund, und horchet auf meine Worte! Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet; denn es ist erst die dritte Stunde des Tages; sondern dies ist, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: «Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der große und offenbar werdende Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen, daß jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, errettet werden wird.» Ihr israelitischen Männer, höret diese Worte: Jesus von Nazareth, einen Mann, von Gott bei euch erwiesen durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn tat, mitten unter euch, wie ihr selbst wisset; diesen, der nach Gottes festgesetztem Rat und Vorherwissen dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch der Ungerechten Hände ans Kreuz geheftet und getötet. Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Bande des Todes löste, wie es denn unmöglich war, daß er von ihm festgehalten würde. Denn David spricht von ihm: «Ich sah den Herrn allezeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, daß ich nicht wanke. Darum freut sich mein Herz, und meine Zunge frohlockt, auch mein Fleisch wird ruhen auf Hoffnung; denn du wirst meine Seele nicht im Totenreich lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freuden vor deinem Angesicht!» Ihr Männer und Brüder, es sei mir erlaubt, freimütig zu euch zu reden von dem Stammvater David: er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist unter uns bis auf diesen Tag. Da er nun ein Prophet war und wußte, daß Gott ihm mit einem Eide verheißen hatte, aus der Frucht seiner Lenden einen auf seinen Thron zu setzen, hat er in dieser Voraussicht von der Auferstehung Christi geredet, daß seine Seele nicht im Totenreich gelassen werde, noch sein Fleisch die Verwesung sehe. Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er das ausgegossen, was ihr jetzt sehet und höret. Denn nicht David ist in den Himmel hinaufgefahren, sondern er sagt selbst: «Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße.» So erkenne nun das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat. (Apostelgeschichte 2,14-36   *)

Es ist der Inbegriff einer guten Predigt: Kurz, prägnant und doch ist alles drin, was gesagt werden muss.

Er schont seine Zuhörer nicht: Er erinnert sie an ihre eigenen Propheten und an König David: Alles, was mit Jesus geschehen ist, hat der Geist Gottes schon vor Jahrhunderten offenbart, in Jesus erfüllt sich Prohetie. Ihr habt ihn gekreuzigt, aber Gott hat ihn auferweckt. Wir bezeugen das. Ihr müsst erkennen, das dieser Jesus der Christus ist, der Messias, der Gesalbte Gottes.

Ein klares, ein unmissverständliches Wort: Ihr habt ihn ans Kreuz gehängt, aber jetzt schaut nach vorne und erkennt an, dass Jesus der Messias ist.

Dies ist die Pfingstbotschaft: Schaut nach vorne und erkennt an, dass Jesus der Messias ist.

Sie gilt allen, die hektisch von Termin zu Termin eilen, die keine Zeit haben, ein seelsorgliches Gespräch zu führen, weil sie die Seelsorge organisieren müssen, die keine Zeit haben, eine Predigt zu hören, weil sie selbst den Predigtdienst organisieren müssen. Nicht ich bin der Messias, der, auf den es ankommt, Jesus ist der Messias, und auf ihn kommt es an, nur auf ihn. In der Entschleunigung, die wir gerade durch die Covid-19-Pandemie erleben, besteht die Chance, sich darauf wieder neu zu besinnen. Jesus ist der Messais, er ist der Heiland. Ich bin nur ein Schaf seiner Herde, nicht der Wachhund der Herde und schon gar nicht der Hirte, selbst dann, wenn ich einen Hirtendienst zu verrichten habe.

4.3 Was ist zu tun?

Über die Wirkung der Pfingstpredigt heißt es: Als sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder? (Apostelgeschichte 2,37   *) Möge uns, die wir diese Geschichte ja kennen, auch solch ein Stich durch unser Herz gehen. Er führt zu der Frage: „Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?“

Simon Petrus beantwortet die Frage unmissverständlich: Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden; so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, soviele der Herr unser Gott herrufen wird. Und noch mit vielen andern Worten beschwor und ermahnte er sie und sprach: Lasset euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht! (Apostelgeschichte 2,38-40   *)

Simon Petrus ruft zur Umkehr. Er ruft zur Taufe. Er ruft zur Taufe auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden. Wir haben daraus gleich eine theologische Falle gemacht. Es gibt Konfessionen, die sich um diese Aussage ranken und in Abrede stellen, dass ein Gläubiger, der sündigt, Vergebung empfangen kann. Andere haben daraus gemacht, das alle, die nicht getauft sind, verloren gehen. Dann muss ein Baby, das schwer geschädigt zur Welt kommt, noch schnell getauft werden ... Andere wieder stellen vor die Taufe eine (Recht-)Gläubigkeitsprüfung. Wir nutzen solche Texte als Schwert, um den zu treffen, der nicht so ist, wie wir sind. Unser eigenes Licht strahlt dann umso heller.

Was will Simon Petrus hier sagen: Kehrt um, lasst euch taufen auf den Namen dessen, den Gott, der Vater, selbst als seinen Gesalbten bezeichnet hat, glaubet, dass in ihm Vergebung der Sünde ist, und sei es 7-mal siebzigmal (Matthäus 18,22 * vgl. 1.Mose 4,24 *). So werdet ihr den Heiligen Geist empfangen. Dieses ist eine positive Aussage. Sie schließt nicht aus, dass andere auch den Heiligen Geist empfangen können. Sie will nur sagen, dass dies der Weg ist, den ihr hier und heute gehen sollt. Es ist ein Weg des Glaubens, denn die Vergebung der Sünden wird uns nicht durch ein schriftliches Dokument bestätigt, sondern wir müssen sie im Glauben annehmen, genauso wie wir das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben im Glauben annehmen müssen. Manchmal muss ich es auch akzeptieren, dass ein Mensch aus Galiläa, gar kein „richtiger” Jude, mir sagen muss: „Lasset euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!“ In den Ohren eines frommen Juden aus Jerusalem hörte sich das schon etwas arrogant an. „… was kann aus Gliläa Gutes kommen?“

So sollte auch der Gläubige sich immer wieder fragen, ob er auf dem richtigen Wege ist und ob nicht der Stress, den wir immer wieder als Belastung verspüren, nicht auch selbst gemachter Stress ist zu dem Gott im Himmel sagt: „Ich habe ihn dazu nicht beauftragt, er wollte es gern, und so habe ich ihn gewähren lassen.”

Deshalb fordert Pfingsten die Menschen auf, zu Jesus, dem Christus Gottes, umzukehren. Die Christen fordert es auf, innezuhalten und neu zu fragen, ob wir auf dem richtigen Weg sind oder ob es nicht unsere eigenen Wünsche und Sehnsüchte sind, die uns treiben. Wenn wir in unserem Handeln ein gutes Gewissen vor Gott haben, so sollen wir getrost unseren Weg weitergehen, aber immer offen sein, dass Jesus uns auch neue Wege führen will, dass der Geist dort weht, wo er will, nicht dort, wo wir ihn mit Mehrheitsbeschluss hinzwingen wollen.

Die Abwesenheit des Joseph Kaiphas in dieser existenziellen Situation Gottes mit der Menschheit sollte uns dabei zu denken geben. Der Geist Gottes ist nicht notwendigerweise dort, wo die höchsten Würdenträger sind, wo die höchste Schriftgelehrsamkeit herrscht, er weht, wo er will: Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt, noch wohin er fährt. Also ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. (Johannes 3,8  *).

Ansporn sollte uns sein, was wir im Fortgang der Pfingstgeschichte lesen: Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tage etwa dreitausend Seelen hinzugetan. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber eine Furcht über alle Seelen, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. Alle Gläubigen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; die Güter und Habe verkauften sie und verteilten sie unter alle, je nachdem einer es bedurfte. Und täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich solche, die gerettet wurden, zur Gemeinde hinzu. (Apostelgeschichte 2,41-47  *)







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Nr.BibelstelleBibeltext
11.Mose 4,24
1
denn Kain soll siebenfach gerächt werden, Lamech aber siebenundsiebzigfach!»
2Maleachi 2,17
1
Ihr habt den HERRN bemüht mit euren Reden; und ihr fragt noch: «Womit haben wir ihn bemüht?» Damit, daß ihr sagt: «Wer Böses tut, der ist gut in den Augen des HERRN, und an solchen hat er ein Wohlgefallen!»...
3Matthäus 18,22
1
Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!
4Johannes 3,6-8
1   2
Was aus dem Fleische geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden! Der Wind weht,...
5Apostelgeschichte 2
1   2   3   4   5   6
7
Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze...
61.Korinther 3,16
1
Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?




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          Thema «Palmsonntag»
          Thema «Gründonnerstag»
          Thema «Karfreitag»
          Thema «Ostern»
          Thema «Himmelfahrt»
          Thema «Pfingsten»
          Thema «Trinitatis»
          Thema «Reformationstag»
          Thema «Volkstrauertag»
          Thema «Buß- und Bettag»
          Thema «Totensonntag»
          Thema «Suppenküche»
          Thema «Die Zeit im Neuen Testament»

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