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Menschen der Bibel

Eine Theologie, um die Fehler der Väter zu rechtfertigen

Die Folgen des Hohepriesters Joseph Kaiphas für die rabbinische Theologie

 


Zusammenfassung

Joseph Kaiphas war von 18 bis 36 n.Chr. Hoherpriester in Israel, ein Schwiegersohn des Ananus (Hannas), der von 6 bis 15 n.Chr. Hoherpriester war. In einem Jahrhundert, in dem 28 Hohepriester amtierten, schaffte er es, sich 18 Jahre im Amt zu halten. Er begegnet Jesus als oberster Richter seines Volkes und ist maßgeblich am Zustandekommen des Todesurteils beteiligt. Er hielt sich so lange an der Macht, wie auch Pilatus Statthalter von Kaiser Tiberius in Syrien war (26 bis 36 n.Chr.), hatte also offenbar gute Beziehungen zu Pilatus und verlor sein Amt nahezu gleichzitig mit Pilatus.

In diesem letzten Teil der Serie über Joseph Kaiphas geht es um die theologischen Spätfolgen seines Verhaltens. Die Christen nutzten die Septuaginta und fanden darin ihren Jesus Christus wieder, in den Gottesknechtsliedern Jesajas, bei Micha, Sacharja und Maleachi und auch in den Psalmen. Und nun musste eine Gegenbewegung her, die diesen christlichen Anspruch, dass Jesus die Prophetien auf den Messias erfülle, widerlegt. Leider haben wir keinen „Talmud vor Christus“, der uns die jüdische Theologie aus der Zeit vor Christus beschreibt. Aber das Neue Testament gibt uns einen Eindruck, wie die Pharisäer und Schriftgelehrten argumentierten. Und der Talmud gibt uns einen Eindruck, wie diese Argumentation in den Jahren danach war.

Und so ist uns auch in diesem Teil die Geschichte ein Vorbild, welche Gefahr darin besteht, wenn religiöse Führer den Willen und das Handeln Gottes nicht richtig erkennen oder aus pragmatischem Machtanspruch nicht richtig erkennen wollen. Jede Religion, jede Kirche und jede Synagoge muss sich deshalb immer prüfen: Haben wir, haben unsere Väter den Willen Gottes richtig erkannt?

Schlagwörter: Aaron - Abraham - Apostel Johannes - Bibel - Clemens von Alexandria - David - Eusebius von Caesarea - Gott - Heiliger Geist - Hoher Rat - Irenäus von Lyon - Jakobus - Jeremia - Jesaja - Jesus - Johannes Chrysostomos - Joseph Kaiphas - Juda - Justin der Märtyrer - König Hiskia - Levi - Lukas - Maria - Markus - Matthäus - Melchisedek - Montanismus, kataphrygischen Häresie - Mose - Noah - Paulus - Pharisäer - Philo von Alexandria - Ptolemäus II. - Sacharja - Sanherib, König der Assyrer, - Schriftgelehrter - Sem - Septuaginta - Simon Petrus - Sohn - Strack/Billerbeck - Talmud - Trinität - Vater

Bereich Anregungen

Thema Vorangehender Beitrag Folgender Beitrag

Menschen in der Bibel
Menschen in der Begegnung mit Gott
Die großen Glaubensfrauen und -männer der Bibel - Ihre Stärken und ihre Schwächen

Abgrenzung
Die Handlungsalternativen innerhalb der Praxis der Synagoge

Bibelstellen zu Judas Iskarioth
Der einsame Tod

Bibelarbeiten
Bibelarbeiten für verschiedene Zielgruppen
Die Faszination des Wortes Gottes

Abgrenzung
Die Handlungsalternativen innerhalb der Praxis der Synagoge

Er ist wahrhaftig auferstanden
Der wahre Hohepriester
Pragmatismus und das Reich Gottes  <<   1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   >   >> 




Inhaltsverzeichnis

Thema: Pragmatismus und das Reich Gottes

Thema: Wie behalte ich die Lage im Griff

Thema: Die Himmelfahrt Jesu

Thema: Pfingsten - Die Ausgießung des Heiligen Geistes

Thema: Jetzt muss sich der Hohepriester auch noch mit ungelehrten Leuten und Laien herumschlagen

Thema: Krankenheilungen sind kein Argument - Politik gegen die Jünger Jesu

Thema: Die Gewalt eskaliert

Thema: Die Bekämpfung des Messias Jesus verselbständigt sich zu einer systematischen Verfolgung

Thema: Die Staatsmacht greift ein

Thema: Paulus zurück in Jerusalem

Thema: Der Kampf gegen das messianische Judentum

Thema: Der Fall Jerusalems aus der Sicht des Talmud

Thema: Abgrenzung

Thema: Eine Theologie, um die Fehler der Väter zu rechtfertigen

Thema: Messiasprophetien des Alten Testamentes

Thema: Die Erfüllung der Messiasprophetien aus Sicht des Neuen Testamentes

1.1 Herkunft Kaiphas

1.2 Kaiphas im Neuen Testament

1.3 Der Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

1.4 Der Prozess gegen Jesus - Nicht nur ein jüdisches Problem

1.6 Spielball der Mächtigen - Judas Iskarioth

1.7 Fazit zum Prozess gegen Jesus im Hohen Rat

2.1 Der Hohepriester Kaiphas begegnet dem Messias

2.2 Die Arroganz der Wissenden

2.3 Die Erleichterung nach der Kreuzigung

2.4 Die Angst vor der Auferstehung - Oder: Alte Lügen erfordern neue Lügen

2.5 Ostern ist der Höhepunkt göttlichen Handelns

3.1 Der Hohe Rat organisiert - Gott handelt

3.2 Unbemerkt vom Hohen Rat - Der auferstandene Herr, Jesus Christus, erscheint den wirklich wichtigen Menschen

3.3 Jesus Christus sucht den Glauben

4.1 Der Hohe Rat ist schwer beschäftigt - Das Pfingstfest in Jerusalem

4.2 Ein Fischer aus Galiläa predigt im Tempel in Jerusalem - Und Tausende hören zu

4.3 Was ist zu tun?

5.1 Der Hohe Rat übergeht das Pfingstereignis in Jerusalem schweigend - Aber es kommt noch schlimmer

5.2 Heilung ohne Erlaubnis des Hohen Rates - Und dann auch noch dies Gerede von der Auferstehung

5.3 Das Verhalten des Petrus ist unerträglich - Aber nur für den Hohen Rat

5.4 Schon wieder ein Prozess

5.5 Der Beschluss der Glaubensväter - Aber Petrus und Johannes sind nicht beeindruckt

5.6 Die kraftvolle Reaktion der Gemeinde

5.7 Gott zieht weiter

6 Erneute Wunder und die Reaktion der Staatsmacht

6.2 Rechtgläubigkeit - Irrtum ausgeschlossen oder Können wir Gott auf unser Bibelverständnis festlegen?

6.3 Konnte der Hohe Rat das eigentlich wissen? - Täter oder Opfer?

6.4 Gruppendynamik im Hohen Rat oder Man muss zu seinen Entscheidungen stehen(?)

6.5 Im Hohen Rat gab es mehr Weisheit als gedacht - Das weise Rat Gamaliels

6.6 Umkehr - Wie schwer fällt es gestandenen Männern

7.1 Stephanus wird Diakon in der wachsenden Gemeinde

7.2 Die Predigt des Stephanus - Keine Verteidigungsrede sondern Klartext

7.3 Die Reaktion - Dem Hohen Rat entgleitet der Prozess

7.4 Jesus steht und ist bereit, Stephanus zu entgegen zu gehen

7.5 Warum lässt Gott das zu

8.1 Saulus greift ein - Das Eigentor der Vertreibung

8.2 Jesus greift ein - Saulus bekehrt sich

9.1 Agrippa I - Herkunft

9.2 Agrippa I - Schulden über Schulden

9.3 König Agrippa I

9.4 König Agrippa I und die Christen

9.5 Gebetserhörung - und keiner will es glauben

9.6 Die wahre Stimme Gottes

9.7 ... und die Kirche wächst

10.1 Paulus weiß, was auf ihn zukommt

10.2 Der zeitlich Rahmen

10.3 Prophetische Warnungen des Paulus auf seiner Reise nach Jerusalem

10.4 Paulus kommt in Jerusalem an

10.5 Paulus wird in Jerusalem erkannt

10.6 Paulus in römischer Gefangenschaft

10.7 Paulus predigt in Jerusalem

10.8 Paulus nutzt sein römisches Bürgerrecht

10.9 Paulus vor dem Hohen Rat

10.10 Die Zeit des Hohenpriesters Ananias

10.11 Der HERR kennt die Seinen

10.12 Paulus vor Felix

10.13 Seelsorge am Statthalter Felix

10.14 Paulus vor dem Statthalter Festus

10.15 Festus und Herodes Agrippa II

10.16 Paulus verteidigt sich vor Herodes Agrippa II

10.17 Paulus verlässt Judäa - Fazit

11.1 Die spärlichen Informationen am Ende der Apostelgeschichte

11.2 Jahreszahlen vor dem Angesicht des ewigen Gottes

11.3 Der Bericht des Flavius Josephus über den Tod des Jakobus, des Bruders des Herrn

11.4 Eusebius ausführlicher Bericht über den Tod des Jakobus

11.5 Der Dienst des Jakobus

11.6 Zeitenwende zum Krieg

11.7 Nachdenkliches über Rechtgläubigkeit

11.8 Jakobus muss es nicht mehr erleben

11.9 Die weinenden Hohenpriester

11.10 Die Abwärtsspirale

12.1 Die Sikarier - Terrorismus bereits im Altertum

12.2 Der babylonische Talmud zu der Zerstörung Jerusalems

12.3 Einige Bemerkungen zum Bericht des babylonischen Talmuds zu der Zerstörung Jerusalems

12.4 Flavius Josephus zu den Eigentumsrechten nach der Zerstörung Jerusalems

12.5 Freuet euch mit Jerusalem

13.1 Jesus über die Gefahren für die Gemeinde

13.2 Instrumente der Abgrenzung im Talmud

13.2.1 Der zwölfte Lobpreis im Achtzehngebet

13.2.2 Der Synagogenbann

14.1 Jesus zitiert Psalm 110

14.2 Was lehrt uns das Verhalten Jesu?

14.3 Psalm 110 in der jüdischen Tradition vor Jesus

14.4 Die Bedeutung des Psalmes 110 für das Neue Testament

14.4.1 Die Kirchenväter über Paulus als Autor des Briefes an die Hebräer

14.4.2 Der Brief an die Hebräer und Psalm 110

14.4.3 Melchisedek ist ein Priester eigener Art, kein Mensch, der Vater und Mutter hätte

14.4.4 Melchisedek ist größer als Abraham und erst recht größer als Levi und Aaron

14.4.5 Das Priestertums Melchisedeks löst das levitische Priestertum ab

14.4.6 Der Messias aus dem Stamm Juda ist kraft seiner Auferstehung Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks

14.4.7 Der Eidschwur des allmächtigen Gottes

14.4.8 Die Freude über das Priestertum Jesu

14.4.9 Fazit

14.5 Zwei Messiasse? - Sacharja 4,14

14.6 Der Talmud und die Abgrenzung gegenüber den Christen

14.7 Der Umgang des Talmud mit Psalm 110

14.7.1 Deutung von Psalm 110 auf Abraham

14.7.2 Deutung von Psalm 110 auf Hiskia

14.7.3 Deutung von Psalm 110 auf David

14.8 Spricht Gott zu den Menschen oder sprechen Menschen zu Gott?

Frühe Prophetien vor Jakob

Jakob prophezeit den Messias aus dem Stamm Juda

Mose prophezeit den kommenden Propheten

Messiasprophetien der Psalmen

Messiasprophetien des Propheten Jesaja

Messiasprophetien der weiteren Propheten vor dem Exil

Messiasprophetien des Propheten nach dem Exil, Haggai, Sacharja und Maleachi

Das Bild vom Eckstein

Der Messias ist König und Hoherpriester zugleich

Der Spross

Die Deutung des Hohenpriestertums Christi im Hebräerbrief

Die Offenbarung des Christus am Ende der Zeiten

Gott, der Vater, ist Herr der Prophetien

Was sind Messias-Prophetien

Die frühen Prophetien auf den Messias

Der Messias, König und Priester im Alten Testament

Der Spross Davids

Der Messias, König und Priester im Neuen Testament

Der Gottesknecht

Das erste Gottesknechtlied

Das zweite Gottesknechtlied

Das dritte Gottesknechtlied

Das vierte Gottesknechtlied

Erfüllte Prophetien nach Matthäus

Die Ankündigungen des Messias seit Abraham

Der Messias kommt aus Bethlehem

Der Messias und Ägypten

Der Messias als Licht für die Menschen in der Finsternis

Der Messias wird für die Menschen leiden

Der Messias wird triumphieren

Der Messias wird verraten werden

Der Lohn des Verrats

Falsche Zeugen treten gegen den Messias auf, aber der Messias schweigt

... wie ein Verbrecher

Der Messias wird verspottet

Das Grab des Messias

Die Auferstehung des Messias

Fazit zu den Messiasprophetien bei Matthäus

Erfüllte Prophetien aus den weiteren Evangelien, der Apostelgeschichte und den Briefen

Jesus als der verheißene Prophet

Jesus als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks

Jesus wird von den Seinen, den Juden, abgelehnt und gehasst

Jesus Christus und der Geist Gottes

Judas Iskarioth: Sein Amt soll ein anderer empfangen

Der Messias: Geschlagen und angespuckt

Der Messias: Durchbohrt

Der Messias: Er betet für seine Feinde

Der Messias: Nicht ein Bein wird gebrochen

Der Messias: Soldaten werfen das Los um sein Gewand

Der Messias: Aufgefahren zur Höhe

14.1 Jesus zitiert Psalm 110

Psalmen 110  *


(Schlachter) Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße! Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken von Zion: Herrsche inmitten deiner Feinde! Dein Volk kommt freiwillig am Tage deines Kriegszuges; in heiligem Schmuck, aus dem Schoß der Morgenröte, tritt der Tau deiner Jungmannschaft hervor. Der HERR hat geschworen und wird es nicht bereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks! Der Herr, zu deiner Rechten, hat Könige zerschmettert am Tage seines Zorns. Er wird richten unter den Nationen, es wird viele Leichname geben, er zerschmettert das Haupt über ein großes Land. Er wird trinken vom Bach am Wege; darum wird er das Haupt erheben.

(HeLeningradoV) לדוד מזמור נאם יהוה ׀ לאדני שב לימיני עד־אשית איביך הדם לרגליך׃ מטה־עזך ישלח יהוה מציון רדה בקרב איביך׃ עמך נדבת ביום חילך בהדרי־קדש מרחם משחר לך טל ילדתיך׃ נשבע יהוה ׀ ולא ינחם אתה־כהן לעולם על־דברתי מלכי־צדק׃ אדני על־ימינך מחץ ביום־אפו מלכים׃ ידין בגוים מלא גויות מחץ ראש על־ארץ רבה׃ מנחל בדרך ישתה על־כן ירים ראש׃
(HeLeningradoV) ldwd mzmwr nAm jHwH lAdnj xb ljmjnj Od-Axjt Ajbjk Hdm lrgljk׃ mTH-Ozk jxlh jHwH mcjwn rdH bqrb Ajbjk׃ Omk ndbt bjwm hjlk bHdrj-qdx mrhm mxhr lk Tl jldtjk׃ nxbO jHwH wlA jnhm AtH-kHn lOwlm Ol-dbrtj mlkj-cdq׃ Adnj Ol-jmjnk mhc bjwm-Apw mlkjm׃ jdjn bgwjm mlA gwjwt mhc rAx Ol-Arc rbH׃ mnhl bdrk jxtH Ol-kn jrjm rAx׃


(HeLeningradV) לְדָוִד מִזְמֹור נְאֻם יְהוָה ׀ לַאדֹנִי שֵׁב לִימִינִי עַד־אָשִׁית אֹיְבֶיךָ הֲדֹם לְרַגְלֶיךָ׃ מַטֵּה־עֻזְּךָ יִשְׁלַח יְהוָה מִצִּיֹּון רְדֵה בְּקֶרֶב אֹיְבֶיךָ׃ עַמְּךָ נְדָבֹת בְּיֹום חֵילֶךָ בְּהַדְרֵי־קֹדֶשׁ מֵרֶחֶם מִשְׁחָר לְךָ טַל יַלְדֻתֶיךָ׃ נִשְׁבַּע יְהוָה ׀ וְלֹא יִנָּחֵם אַתָּה־כֹהֵן לְעֹולָם עַל־דִּבְרָתִי מַלְכִּי־צֶדֶק׃ אֲדֹנָי עַל־יְמִינְךָ מָחַץ בְּיֹום־אַפֹּו מְלָכִים׃ יָדִין בַּגֹּויִם מָלֵא גְוִיֹּות מָחַץ רֹאשׁ עַל־אֶרֶץ רַבָּה׃ מִנַּחַל בַּדֶּרֶךְ יִשְׁתֶּה עַל־כֵּן יָרִים רֹאשׁ׃
(HeLeningradV) ldaawid mizmowr nAum jHwaaH laAdonij xxeb lijmijnij Oad-Aaaxxijt Aojbaejkaa Hadom lraglaejkaa׃ maTeH-Ouzkaa jixxlah jHwaaH micijown rdeH bqaeraeb Aojbaejkaa׃ Oamkaa ndaabot bjowm hejlaekaa bHadrej-qodaexx meraehaem mixxhaar lkaa Tal jaldutaejkaa׃ nixxbaO jHwaaH wloA jinaahem AataaH-koHen lOowlaam Oal-dibraatij malkij-caedaeq׃ Aadonaaj Oal-jmijnkaa maahac bjowm-Aapow mlaakijm׃ jaadijn bagowjim maaleA gwijowt maahac roAxx Oal-Aaeraec rabaaH׃ minahal badaeraek jixxtaeH Oal-ken jaarijm roAxx׃


(Septuaginta) τῷ δαυιδ ψαλμός εἶπεν ὁ κύριος τῷ κυρίῳ μου κάθου ἐκ δεξιῶν μου ἕως ἂν θῶ τοὺς ἐχθρούς σου ὑποπόδιον τῶν ποδῶν σου ῥάβδον δυνάμεώς σου ἐξαποστελεῖ κύριος ἐκ σιων καὶ κατακυρίευε ἐν μέσῳ τῶν ἐχθρῶν σου μετὰ σοῦ ἡ ἀρχὴ ἐν ἡμέρᾳ τῆς δυνάμεώς σου ἐν ταῖς λαμπρότησιν τῶν ἁγίων ἐκ γαστρὸς πρὸ ἑωσφόρου ἐξεγέννησά σε ὤμοσεν κύριος καὶ οὐ μεταμεληθήσεται σὺ εἶ ἱερεὺς εἰς τὸν αἰῶνα κατὰ τὴν τάξιν μελχισεδεκ κύριος ἐκ δεξιῶν σου συνέθλασεν ἐν ἡμέρᾳ ὀργῆς αὐτοῦ βασιλεῖς κρινεῖ ἐν τοῖς ἔθνεσιν πληρώσει πτώματα συνθλάσει κεφαλὰς ἐπὶ γῆς πολλῶν ἐκ χειμάρρου ἐν ὁδῷ πίεται διὰ τοῦτο ὑψώσει κεφαλήν
(Septuaginta) toh dayid psalmos eipen o kyrios toh kyrioh moy kathoy ek dexiohn moy eohs an thoh toys echthroys soy ypopodion tohn podohn soy rabdon dynameohs soy exapostelei kyrios ek siohn kai katakyrieye en mesoh tohn echthrohn soy meta soy eh archeh en ehmera tehs dynameohs soy en tais lamprotehsin tohn agiohn ek gastros pro eohsphoroy exegennehsa se ohmosen kyrios kai oy metamelehthehsetai sy ei iereys eis ton aiohna kata tehn taxin melchisedek kyrios ek dexiohn soy synethlasen en ehmera orgehs aytoy basileis krinei en tois ethnesin plehrohsei ptohmata synthlasei kephalas epi gehs pollohn ek cheimarroy en odoh pietai dia toyto ypsohsei kephalehn


(NovaVulgata) David. PSALMUS. Dixit Dominus Domino meo: “ Sede a dextris meis, donec ponam inimicos tuos scabellum pedum tuorum ”. Virgam potentiae tuae emittet Dominus ex Sion: dominare in medio inimicorum tuorum. Tecum principatus in die virtutis tuae, in splendoribus sanctis, ex utero ante luciferum genui te. Iuravit Dominus et non paenitebit eum: “ Tu es sacerdos in aeternum secundum ordinem Melchisedech ”. Dominus a dextris tuis, conquassabit in die irae suae reges. Iudicabit in nationibus: cumulantur cadavera, conquassabit capita in terra spatiosa. De torrente in via bibet, propterea exaltabit caput.

Matthäus 22,41-23,11  *: Als nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus und sprach: Was dünkt euch von Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagten zu ihm: Davids. Er spricht zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geiste «Herr», da er spricht: «Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße»? Wenn also David ihn Herr nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten. Auch unterstand sich von jenem Tage an niemand mehr, ihn zu fragen. Da sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern: Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken tut nicht; denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht. Sie binden aber schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; sie selbst aber wollen sie nicht mit einem Finger berühren. Alle ihre Werke aber tun sie, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen ihre Denkzettel breit und die Säume an ihren Kleidern groß und lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und den Vorsitz in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten und wenn sie von den Leuten Rabbi genannt werden! Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder. Nennet auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der himmlische. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.
Markus 12,35-40  *: Und Jesus hob an und sprach, indem er im Tempel lehrte: Wie können die Schriftgelehrten sagen, daß Christus Davids Sohn sei? David selbst sprach doch im heiligen Geiste: «Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!» So nennt David selbst ihn Herr; woher ist er denn sein Sohn? Und die Menge des Volkes hörte ihn mit Lust. Und er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern im Talar einhergehen und auf den Märkten sich grüßen lassen und in den Versammlungen und bei den Mahlzeiten obenan sitzen wollen, die der Witwen Häuser fressen und zum Schein lange beten; diese werden ein schwereres Gericht empfangen.
Lukas 20,41-47  *: Er aber sprach zu ihnen: Wie sagen sie, daß Christus Davids Sohn sei? Und doch sagt David selbst im Buche der Psalmen: «Der Herr hat zu meinem Herrn gesprochen: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!» David nennt ihn also Herr; wie ist er denn sein Sohn? Als aber das Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die im Talar einhergehen wollen und sich gerne grüßen lassen auf den Märkten und den Vorsitz in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Mahlzeiten lieben; sie fressen der Witwen Häuser und sprechen zum Vorwand lange Gebete; diese ziehen sich ein um so schwereres Urteil zu.
 

Psalmen 110   * ist ein sehr geheimnisvoller Text. Es spricht der „HERR”. Es spricht also derjenige, der sich Mose am Dornenbusch mit den Worten offenbart: Gott sprach zu Mose: «Ich bin, der ich bin!» Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: «Ich bin», der hat mich zu euch gesandt. (2.Mose 3,14 *) Weil er dieser «Ich bin» ist, wird er später zu den Pharisäern sagen: Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich! (Johannes 8,58  *) Und dieser «Ich bin» wird nun von Gott angesprochen. Und David beschreibt dies, indem er den «Ich bin» seinen Herrn nennt. Der hebräische Text unterscheidet hier, indem er sagt, dass יהוה (jHwH, Gott) zu לאדני (Adnj, meinem Herrn) spricht oder, wenn wir יהוה zu Jahve auflösen: „Jahve spricht zu meinem Herrn “. Dieser, Davids Herr, möge sich zu Gottes Rechten setzen (eigentlich «zurückkehren» (!)), bis Jahve die Feinde dieses Herren Davids „als Schemel deiner Füße“ hinlegt. Davids Herr wird von Zion aus herrschen. Aber diese Herrschaft wird nur durch Kampf erworben werden. Aber das Volk dieses Herren Davids wird willig mit in den Kampf ziehen. Alles geht zurück auf einen Schwur Jahves: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks!“ Es folgt wieder der Hinweis, dass dieser Machterweis Jahves harte Auseinandersetzungen mit dem Feind bedeutet. Mit der Anspielung auf die Gideonskrieger, die im Vorbeigehen trinken und nicht zum Trinken niederknien (Richter 7,5-7 *), wird die Siegesgewissheit begründet.

Jesus beschäftigt sich nicht mit den Einzelheiten dieses hochinteressanten Psalmes. Ihm geht es allein um die Person dessen, den David „mein Herr“ (אדני, Adnj) nennt. Er stellt die Frage, wieso er Davids Sohn sein kann, wenn David ihn doch „mein Herr“ nennt. Und wir hören von Matthäus: „Und niemand konnte ihm ein Wort antworten.“ Markus berichtet: „Und die Menge des Volkes hörte ihn mit Lust.“ Die Pharisäer konnten oder wollten auf diese Frage nicht antworten, vermutlich, weil sie befürchteten, mit ihrer Antwort Jesus Argumente zu liefern, dass er, Jesus, der Messias sei. Alle merkten, worum es ging. Deshalb amüsierten sich die Umstehenden auch so köstlich darüber. Bei Simon Petrus hat dieser Vorgang offenbar einen tiefen Eindruck hinterlassen, so dass er Markus davon so begeistert berichtete, dass Markus schrieb: „Und die Menge des Volkes hörte ihn mit Lust.“ Aber es wird Jesus auch bewusst gewesen sein, dass ihm die Pharisäer diese Demütigung heimzahlen würden. Das schreckt ihn aber nicht, sondern alle Synoptiker berichten, dass er danach zu seinen zwölf Jüngern sagte: „Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken tut nicht; denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht.“ (Matthäus 23,2-3   *)

14.2 Was lehrt uns das Verhalten Jesu?

Die Art, wie Jesus mit den Pharisäern umgeht, lehrt uns viel über Jesu Umgang mit Menschen, bis auf den heutigen Tag.

Dieser Umgang Jesu mit den Pharisäern sollte auch uns immer wieder Anlass zur Demut geben. Denn auch wir sind solche Menschen, die manches über Gott wissen und gelesen haben. Auch uns wird Jesus beurteilen und sein „Ich kenne dich!“ oder sein „Ich kenne dich nicht!“ sprechen. Wir vertrauen dabei auf die Gnade. Aber wie weit wird die Gnade gehen, wenn wir uns zwischen Gott und Mensch gestellt haben und durch falsches Reden oder Handeln Gott für einen einzigen Menschen verdunkelt haben. Wieviel schlimmer wird es sein, wenn wir Gottes Reden oder Handeln für Tausende von Menschen oder ein ganzes Volk verdunkeln. Jokobus schreibt hier sehr klar: Jakobus 3,1-2  *: Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wisset, daß wir ein strengeres Urteil empfangen! Denn wir fehlen alle viel; wenn jemand in der Rede nicht fehlt, so ist er ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib im Zaum zu halten. Unser Problem als religiöse Führer ist häufig, dass wir nicht bereit sind, Jesus durch den Heiligen Geist wirken zu lassen, sondern meinen, unsere Privatmeinung, weil sie ja aus der Bibel oder aus der Tradition gut begründet ist, durchsetzen zu müssen. Stattdessen müssen wir sehr genau auf das Reden des Heiligen Geistes achten, denn Jesus diskutiert nicht mit uns, er brüllt uns auch nicht an, damit er die vielen Stimmen in unserem Inneren übertönt. Anbetung und Stille vor Gott ist nötig, damit wir den Heiligen Geist hören. Dann müssen wir auch keine Furcht vor einem „Ich kenne dich nicht!“ haben. Wenn wir einmal vor Gott stehen, dann hat unser belehrendes und besserwisserisches Reden ein Ende. Dann hilft uns nur noch eines, dass der erhöhte HERR spricht: „Ich kenne dich!“

14.3 Psalm 110 in der jüdischen Tradition vor Jesus

Es gibt keine Zeugnisse über die Interpretation des 110. Psalms vor Jesus. Aus der Art, wie die Septuaginta ihn übersetzt, kann man aber schließen, dass er vor Christus auf den Messias gedeutet wurde, Jahve spricht zu dem Messias (ὁ κύριος τῷ κυρίῳ μου). Auch aus der Tatsache, dass die Pharisäer die Frage Jesu nicht einfach zurückweisen, etwa mit dem Hinweis: „Ist dir nicht bekannt, Jesus, dass David hier von seinem Vater Abraham spricht?“ kann man schließen, dass auch sie der Ansicht waren, dass hier vom Messias die Rede ist.

Textinterpretationen der Bibel, wie sie uns der Talmud bietet, fehlen für die vorchristliche Zeit. Allerdings gibt es einige Hinweise aus den apokryphen Schriften jener Zeit. Da sind zunächst die Psalmen Salomos, die aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert stammen. Sie vermitteln das Bild eines starken Messias, der Israel erneuert:

Psalmen Salomos 17: „Sieh’ darein, o Herr, und lass ihnen erstehen ihren König, den Sohn Davids, zu der Zeit, die du erkoren, Gott, dass er über deinen Knecht Israel regiere. Und gürte ihn mit Kraft, dass er ungerechte Herrscher zerschmettere, Jerusalem reinige von den Heiden, die es kläglich zertreten! Weise und gerecht treibe er die Sünder weg vom Erbe, zerschlage des Sünders Übermut wie Töpfergefäße. Mit eisernem Stabe zerschmettere er all ihr Wesen, vernichte die gottlosen Heiden mit dem Worte seines Mundes, dass bei seinem Drohen die Heiden vor ihm fliehen, und er die Sünder zurechtweise ob ihres Herzens Gedanken. Dann wird er ein heiliges Volk zusammenbringen, das er mit Gerechtigkeit regiert, und wird richten die Stämme des vom Herrn, seinem Gotte, geheiligten Volks.“ (Verse 21-26)

Dies schreibt der Dichter dieser Psalmen, nachdem er die Schrecknisse der Gegenwart beschrieben hat: „Der Gottlose hat unser Land von seinen Bewohnern entblößt; Jung und Alt und ihre Kinder zumal haben sie weggenommen. In seinem grimmen Zorn schickte er sie weg bis ins Abendland und die Obersten des Landes gab er preis der Verspottung, schonungslos. In seiner Barbarei tat der Feind Vermessenes, und sein Herz war ferne von unserem Gott. Und alles, was er in Jerusalem tat, war ganz, wie es die Heiden in den von ihnen bezwungenen Städten zu tun pflegen.“

Diese Verse zeigen, wie das Volk unter dem Druck zunächst der Griechen und später der Römer litt. Sie zeigen auch die Erwartungshaltung, die daraus erwuchs. Ein Jesus, der sich von römischen Soldaten ans Kreuz schlagen lässt, hat darin keinen Platz. Der Psalm schließt mit den Worten: „Selig, wer in jenen Tagen leben wird und schauen darf das Heil Israels in der Vereinigung der Stämme, wie es Gott bewirkt! Gott lasse bald seine Gnade über Israel kommen; er rette uns vor der Befleckung durch unheilige Feinde! Der Herr selbst ist unser König immer und ewig.“ Israel fühlt sich durch seine Feinde befleckt. Eine Ko-Existenz ist völlig ausgeschlossen. Die Erwartung an den Messias ist eindeutig. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die Hirtenvision Henochs (Äthiopischer Henoch 85-88), in der deutlich wird, dass der Messias erst kommt, wenn Gott bereits das Gericht an den Heiden und an den Abtrünnigen Israels vollzogen hat. Dies steht ebenfalls im Gegensatz zu einem Jesus, der kommt, als die Macht der Römer ungebrochen ist.

14.4 Die Bedeutung des Psalmes 110 für das Neue Testament

Psalm 110 ist geradezu ein Schlüssel, Jesu Verhalten zu verstehen. Dabei müssen wir zunächst einmal unseren Blickwinkel auf Jesus erweitern. Wir sehen in Jesus oft den Prediger aus Nazareth, der durch Tod und Auferstehung von Gott erhöht worden ist und in den Himmel aufgenommen worden ist, „sitzend zu der Rechten Gottes“ (Kolosser 3,1 *). Dabei vergessen wir oft den Sohn Gottes, „welchen er zum Erben von allem eingesetzt, durch welchen er auch die Weltzeiten gemacht hat“(Hebräer 1,2 *). Jesus war also dabei, als die Welt erschaffen wurde, durch ihn ist es geschehen. Er war also dabei, als Abraham seine Verheißungen erhielt. Er war dabei, als David Psalm 110 dichtete. Vielleicht war er es sogar, der David diese Worte in den Mund legte. Zumindest wusste er, warum der Geist Gottes David so geführt hatte.

Jesus hat von dieser Tatsache kaum Gebrauch gemacht. Sie klingt durch, als Jesus zu den Pharisäern sagt: Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich! (Johannes 8,58  *) oder Ich und der Vater sind eins. (Johannes 10,30 *) Wir müssen sie aber immer bedenken, wenn wir Jesu Worte versuchen zu deuten. Jesus macht sich künstlich klein. Nur an wenigen Stellen lässt er es durchscheinen, dass er einen ganz anderen, größeren und weiteren Blickwinkel hat als wir alle, die religiösen Führer, die Vorbilder und Glaubensväter der Frühzeit und erst recht der heutigen Zeit. Aber er hat diesen Blickwinkel. Und mit Psalm 110 hat er durch David einen Pflock gesetzt, der uns ein Fixpunkt geworden ist, um einen Blick auf das Heilshandeln Gottes zu ermöglichen.

14.4.1 Die Kirchenväter über Paulus als Autor des Briefes an die Hebräer

Nach der Tradition der Väter war es Paulus, der den Hebräerbrief in hebräischer Sprache verfasste. Eusebius von Caesarea schreibt dazu:

In den Hypotyposen gibt Klemens, um es kurz zu sagen, gedrängte Auslegungen der ganzen Bibel, ohne die bestrittenen Schriften wie den Brief des Judas, die übrigen katholischen Briefe, den Brief des Barnabas und die sog. Petrusapokalypse zu übergehen. Den Hebräerbrief weist er Paulus zu, behauptet aber, er sei an die Hebräer in hebräischer Sprache geschrieben worden, Lukas habe den Brief sorgfältig übersetzt und dann an die Griechen weitergeleitet. Daher komme es, dass die Sprache dieses Briefes dieselbe Färbung zeige wie die der Apostelgeschichte. Dass dem Briefe nicht die Worte „ Paulus, der Apostel“ vorgesetzt seien, habe seinen guten Grund, „Denn“ — so erklärt er — „da er an die Hebräer schrieb, die gegen ihn voreingenommen waren und ihn verdächtigten, so war es ganz begreiflich, dass er sie nicht schon am Anfange durch Nennung seines Namens abstieß.“ Sodann fügt Klemens bei: „Da ferner, wie der selige Presbyter sagte, der Herr als Apostel des Allmächtigen an die Hebräer gesandt worden war, so betitelt sich Paulus, als zu den Heiden gesandt, aus Bescheidenheit nicht als Apostel der Hebräer. Er unterlässt es aus Ehrfurcht vor dem Herrn und weil er, der Lehrer und Apostel der Heiden, über seinen Beruf (als Heidenapostel) hinaus an die Hebräer schrieb.“ (Eusebius von Caesarea Kirchengeschichte VI.14)

Andererseits erwähnt Eusebius von Caesarea aber im 20.Kapitel des VI. Buches seiner Kirchengeschichte auch kritische Stimmen zum Hebräerbrief:

Auf uns ist auch ein Dialog gekommen, den der sehr gelehrte Gaius unter Zephyrin zu Rom gegen Proklus, den Verfechter der Montanismus, die phrygische Häresie, gehalten hatte. In diesem Dialog, in welchem er die Gegner wegen ihrer kühnen, verwegenen Aufstellung neuer Schriften zum Schweigen bringt, erwähnt er nur dreizehn Briefe des heiligen Apostels, indem er den Brief an die Hebräer nicht den übrigen beizählt. Noch bis heute gilt er bei einigen Römern nicht als Schrift des Apostels.

Die Deutung, die Eusebius von Caesarea von Clemens von Alexandria über die Entstehung des Hebräerbriefes übernimmt, war also schon damals nicht unbestritten. Andererseits schreibt etwa Johannes Chrysostomos in seinen Homilien über den Brief an die Hebräer am Ende des 4.Jahrhunderts ohne weiteren Kommentar: „Auf diese Wahrheit deutet der heilige Paulus auch hier im Eingange seines Briefes an die Hebräer hin.“ Daran wird deutlich, dass das Wort Gottes immer umkämpft war und dass jeder es sich erkämpfen muss, bis auf den heutigen Tag. Anfechtungen am Wegesrand: „Sollte Gott gesagt haben, ...“ gibt es genug. Die Verfasserschaft des Hebräerbriefes ist dabei nur eine kleine Arabeske.

14.4.2 Der Brief an die Hebräer und Psalm 110

Diese Vorbemerkungen über die Verfasserschaft des Hebräerbriefes wurden gemacht, weil der Hebräerbrief ein Problem anspricht und auch löst, das die Juden mit der Messianität Jesu hatten und bis heute haben: Der Messias stammt aus dem Hause Davids und damit aus dem Stamm Juda, in den Worten des Hebräerbriefes: Hebräer 7,14  *: denn es ist ja bekannt, daß unser Herr aus Juda entsprossen ist, zu welchem Stamm Mose nichts auf Priester bezügliches geredet hat. Damit kann sich vordergründig Psalmen 110   * gar nicht auf Jesus beziehen, denn er war ein Sohn Judas und nicht Levis. Hoherpriester konnte aber nur jemand sein, der von Aaron abstammt und damit aus dem Stamm Levi, nicht aber aus dem Stamm Juda war.

Deshalb setzt sich Hebräer 7   * ausführlich mit Melchisedek auseinander und sieht in Psalmen 110   * geradezu einen Schlüssel zum Verständnis der Messianität Jesu.

14.4.3 Melchisedek ist ein Priester eigener Art, kein Mensch, der Vater und Mutter hätte

Hebräer 7,1-3   *: Denn dieser Melchisedek (König zu Salem, Priester Gottes, des Allerhöchsten, der Abraham entgegenkam, als er von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte, und ihn segnete, dem auch Abraham den Zehnten von allem gab, der zunächst, wenn man seinen Namen übersetzt, «König der Gerechtigkeit» heißt, dann aber auch «König von Salem», das heißt König des Friedens, ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, der weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens hat), der ist mit dem Sohne Gottes verglichen und bleibt Priester für immerdar.

Er ist Inbegriff des Guten: Gerechtigkeit und Frieden zeichnen sein Königtum aus. Gleichzeitig ist er König, „König zu Salem“ und zugleich ein Priester, „Priester Gottes, des Allerhöchsten,“.

Er ist ein König ohne Anfang und Ende: „ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, der weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens hat“. Hier wird aus der Tatsache, dass die Tora über ihn nichts weiter berichtet, geschlossen, dass da auch kein Vater und keine Mutter existiert. Dabei wendet er den Grundsatz an: «Quod non in Tora, non in mundo»: Was nicht in der Tora steht, gibt es auch nicht in der Welt. Dies ist ein Prinzip, das schon Philo von Alexandria angewandt hat, ohne es allerdings explizit so zu benennen. Dabei darf dieses Prinzip offenbar nicht ungeschützt angewendet werden, die Besonderheit des Melchisedek ergibt sich aus der Tatsache, dass Abraham ihm den zehnten Teil seiner Beute gibt und Melchisedek dieses Opfer annimmt. Nur deshalb, weil der Erzvater Abraham dem ihn begegnenden Priester Melchisedek den Zehnten gibt und sich ihm damit unterstellt, versetzt er Melchisedek in eine Situation, in der die Tatsache, dass seine Eltern unerwähnt bleibt, zu der positiven Aussage wird, dass Melchisedek ein ewiges Priestertum repräsentiert, ohne Anfang und Ende.

Bemerkenswert ist, dass Melchisedek im ersten Buch Mose nur durch einen einzigen Vers erwähnt wird: Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten. (1.Mose 14,18  *) Dann wird er außer in Psalmen 110   * noch fünfmal in Hebräer 7   * erwähnt. Dort wird seine Bedeutung hervorgehoben: Sehet aber, wie groß der ist, dem auch Abraham, der Patriarch, den Zehnten von der Beute gab! (Hebräer 7,4   *) Ansonsten finden wir den Namen noch in 3 weiteren Versen des Hebräerbriefes und sonst nirgends in der Bibel. Allerdings wird Melchisedek in der außerbiblischen, jüdischen Literatur häufig erwähnt. Um die Einordnung dieser Person, die Abraham segnet und von ihm den Zehnten empfängt, wird sehr gerungen, wobei die Deutungen weit auseinandergehen. Einige sehen in ihm Sem, den Sohn Noahs. Andere sehen in ihm einen Kanaanäer, der sich vom Götzendienst abgewandt hat. Aus christlicher Sicht bedeutsam ist die Beobachtung, die 1.Mose 14,18   * bereits berichtet wird: Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei.“ Da scheint bereits das christliche Abendmahl durch.

Für den Schreiber des Hebräerbriefes, vermutlich Paulus selbst, ist klar: Melchisedek „ist mit dem Sohne Gottes verglichen und bleibt Priester für immerdar.“

14.4.4 Melchisedek ist größer als Abraham und erst recht größer als Levi und Aaron

Hebräer 7,4-10   *: Sehet aber, wie groß der ist, dem auch Abraham, der Patriarch, den Zehnten von der Beute gab! Zwar haben auch diejenigen von den Söhnen Levis, welche das Priesteramt empfangen, den Auftrag, vom Volke den Zehnten zu nehmen nach dem Gesetz, also von ihren Brüdern, obschon diese aus Abrahams Lenden hervorgegangen sind; der aber, der sein Geschlecht nicht von ihnen herleitet, hat von Abraham den Zehnten genommen und den gesegnet, der die Verheißungen hatte! Nun ist es aber unwidersprechlich so, daß das Geringere von dem Höheren gesegnet wird; und hier zwar nehmen sterbliche Menschen den Zehnten, dort aber einer, von welchem bezeugt wird, daß er lebt. Und sozusagen ist durch Abraham auch für Levi, den Zehntenempfänger, der Zehnte entrichtet worden; denn er war noch in der Lende des Vaters, als dieser mit Melchisedek zusammentraf!

Das Priestertum, das in Israel gilt, geht auf Aaron und damit auf Levi zurück. Und dieser Levi hat damit indirekt ebenfalls Melchisedek den Zehnten gegeben und sich damit ihm untergordnet. Damit ist klar: Das aaronitische Priestertum ist dem Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks untergeordnet.

14.4.5 Das Priestertums Melchisedeks löst das levitische Priestertum ab

Hebräer 7,11-12   *: Wenn nun das Vollkommenheit wäre, was durch das levitische Priestertum kam (denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen), wozu wäre es noch nötig, daß ein anderer Priester «nach der Ordnung Melchisedeks» auftrete und nicht einer «nach der Ordnung Aarons» bezeichnet werde? Denn wenn das Priestertum verändert wird, so muß notwendigerweise auch eine Änderung des Gesetzes erfolgen.

Mit dieser Erkenntnis von der auch von Abraham anerkannten Überlegenheit des Priestertums nach der Ordnung Melchisedeks über das Priestertum nach der Ordnung Aarons ist eine Änderung des Gesetzes notwendig. Damit wird eine für einen Juden ganz ungeheuerliche Forderung gestellt. Das Gesetz des Mose ist zu ändern. Das was bisher galt, ist neu zu prüfen und durch den Messias zu ordnen.

14.4.6 Der Messias aus dem Stamm Juda ist kraft seiner Auferstehung Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks

Hebräer 7,13-19   *: Denn der, auf welchen sich jener Ausspruch bezieht, gehört einem andern Stamme an, von welchem keiner des Altars gepflegt hat; denn es ist ja bekannt, daß unser Herr aus Juda entsprossen ist, zu welchem Stamm Mose nichts auf Priester bezügliches geredet hat. Und noch viel klarer liegt die Sache, wenn nach der Ähnlichkeit mit Melchisedek ein anderer Priester aufsteht, welcher es nicht nach dem Gesetz eines fleischlichen Gebotes geworden ist, sondern nach der Kraft unauflöslichen Lebens; denn es wird bezeugt: «Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.» Da erfolgt ja sogar eine Aufhebung des vorher gültigen Gebotes, seiner Schwachheit und Nutzlosigkeit wegen (denn das Gesetz hat nichts zur Vollkommenheit gebracht), zugleich aber die Einführung einer besseren Hoffnung, durch welche wir Gott nahen können.

Hier nun geht der Schreiber des Hebräerbriefes ausdrücklich auf die Tatsache ein, dass Jesus aus dem Stamm Juda nach jüdischem Recht kein Hoherpriester sein kann. Er hat bereits im vorangehenden Abschnitt auf die Unvollkommenheit des levitischen Priestertums hingewiesen (14.4.5), jetzt fügt er ein Argument hinzu: Das Priestertum Jesu ist ein ewiges Priestertum. Dieses Argument ist deshalb so stark, weil es kein «christliches» Argument ist, sondern allein aus dem Alten Testament abgeleitet wurde. Denn es ist David, der den ewigen Hohenpriester vorhersagt. Es ist der Heilsplan Gottes, der sich in Jesus erfüllt, nicht eine neue Religion, die eine alte ablöst. Und diese Botschaft haben die Vertreter des Alten Bundes verstanden. Diese Botschaft müssen alle religiösen Führer bis in unsere Zeit verstehen: Jesus Christus ist der HERR, der keine Stellvertreter braucht, der auch gelegentlich unsere Lehre, auf die wir so felsenfest bauen, entlarvt. Weder Joseph Kaiphas damals, noch irgend ein Papst oder charismatischer Prediger, sei seine Zuhörerschar auch noch so groß, kommt daran vorbei: JESUS CHRISTUS IST DER HERR - in Ewigkeit. Amen.

14.4.7 Der Eidschwur des allmächtigen Gottes

Hebräer 7,20-22   *: Und um so mehr, als dies nicht ohne Eidschwur geschah; denn jene sind ohne Eidschwur Priester geworden, dieser aber mit einem Eid durch den, der zu ihm sprach: «Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit»; um so viel mehr ist Jesus auch eines bessern Bundes Bürge geworden.

Ein weiteres Merkmal der Priesterschaft Jesu ist der Eidschwur Gottes. Von einem Eidschwur Gottes erfahren wir das erste Mal bei Abraham, als Gott nach der Bereitschaft Abraham, seinen Sohn zu opfern, verspricht: und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, weil du solches getan und deines einzigen Sohnes nicht verschont hast, will ich dich gewiß segnen und deinen Samen mächtig mehren, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Rande des Meeres, und dein Same soll die Tore seiner Feinde besitzen, und in deinem Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast! (1.Mose 22,16-18 *) Dieses kommentiert der Hebräerbrief: Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwur er, da er bei keinem Größeren schwören konnte, bei sich selbst (Hebräer 6,13 *) Damit deutet er an, welch gewaltiges Ereignis ein Eidschwur Gottes darstellt. Und bereits dieser erste Eidschwur Gottes wies in zweifacher Weise auf Jesus hin: Zum einen sollte Abraham seinen Sohn der Verheißung opfern. Gott wies dieses Opfer zurück, weil es nicht ausreichte. Er selber würde seinen Sohn opfern. Und zum Zweiten segnet Gott Abraham und verheißt ihm: „… in deinem Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden“. Auch dieses Wort bezieht sich weder auf David noch auf Einstein, sondern es spricht von Jesus Christus.

Und der Hebräerbrief spricht hier von einem «besseren» Bund, dessen Bürge Jesus geworden sei. Dies ist keine christliche Arroganz gegenüber Israel, es ist bereits im Alten Testament angekündigt und gehört damit zum Grundwissen Israels: Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloß an dem Tage, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Lande Ägypten auszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, und ich hatte sie mir doch angetraut, spricht der HERR. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen schließen will, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und es in ihren Sinn schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; und es wird niemand mehr seinen Nächsten oder seinen Bruder lehren und sagen: «Erkenne den HERRN!» denn sie sollen mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken! (Jeremia 31,31-34 *) Wer diese Worte unvoreingenommen liest, wird ebenfalls zu dem Schluss kommen, dass dieser neue Bund ein «besseren» Bund sein wird.

Aber die Aussage zum «besseren» Bund ist eigentlich nur eine Randerscheinung zu dem Aspekt der Ewigkeit, der mit dem Hohepriestertum nach der Ordnung Melchisedek verbunden ist: „Du bist Priester in Ewigkeit“ Dieses Wort spricht David in seinem Psalmen 110   *, es ist Grundwissen Israels.

14.4.8 Die Freude über das Priestertum Jesu

Hebräer 7,23-28   *: Und jene sind in großer Anzahl Priester geworden, weil der Tod sie am Bleiben verhinderte; er aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, ein unübertragbares Priestertum. Daher kann er auch bis aufs äußerste die retten, welche durch ihn zu Gott kommen, da er immerdar lebt, um für sie einzutreten! Denn ein solcher Hoherpriester geziemte uns, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als der Himmel ist, der nicht wie die Hohenpriester täglich nötig hat, zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen, darnach für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, indem er sich selbst zum Opfer brachte. Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die mit Schwachheit behaftet sind, das Wort des Eidschwurs aber, der nach der Zeit des Gesetzes erfolgte, den Sohn, welcher für alle Ewigkeit vollendet ist.

Kein Priester hat sein Amt unbegrenzt ausführen können. Sie haben eine gewisse Zeit gewirkt und sind dann dahingegangen. Sie hatten viel mit sich selbst zu tun, täglich hatten sie es nötig, „zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen“ und erst danach waren sie fähig, „für die des Volkes“ einzutreten. Eigentlich braucht das Volk einen Hohenpriester, „der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als der Himmel ist“. Und diesen hat es in Jesus Christus. Jesus hat das „ein für allemal getan, indem er sich selbst zum Opfer brachte“. Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die mit Schwachheit behaftet sind, das Wort des Eidschwurs aber, der nach der Zeit des Gesetzes erfolgte, den Sohn, welcher für alle Ewigkeit vollendet ist. (Hebräer 7,28   *)

14.4.9 Fazit

Dieses Kapitel des Hebräerbriefes ist von einer großen Wucht. Es bietet nur zwei Möglichkeiten:

Der Hebräerbrief hat ganz offensichtlich seine Wirkung nicht verfehlt. In seinem siebten Kapitel geht er ja eigentlich auf Jesus selbst zurück, das Gespräch mit den Pharisäern, das im Kapitel « Eine Theologie, um die Fehler der Väter zu rechtfertigen» dargestellt wurde. Die Synoptiker halten dieses Gespräch für so wichtig, dass sie es alle berichten: Matthäus 22,41-23,11   *, Markus 12,35-40  *, Lukas 20,41-47  *.

Für uns ist dieses Kapitel eine große Stütze des Glaubens, denn Jesus wird darin als der vor Jahrhunderten angekündigte Messias sichtbar. Er ist nicht ein gescheiterter Theologe, den seine Nachfolger zu dem gemacht haben, was er heute ist. Er ist der Messias Israels, der zum Heiland der Welt geworden ist. Und alle religiösen Führer, die danach auftreten, müssen akzeptieren, dass in Jesus Christus Gott selbst gesprochen hat. Jedes weitere Wort muss sich an dem prüfen, was Gott, der Vater, selbst durch seinen Sohn der Welt zu ihrem Heil verkündigt hat. Und dies gilt für Christen wie für Juden und auch für Menschen wie Mohammed oder Karl Marx oder Mao Tse Tung. Sie und wir alle werden einst vor diesem HERRN Jesus Christus stehen und auf sein Wort: „Ich kenne dich!“ warten und werden voll unendlicher Freude sein, wenn er es spricht.

14.5 Zwei Messiasse? - Sacharja 4,14

Sacharja 4  *: Da kam der Engel wieder, der mit mir zu reden pflegte, und weckte mich auf wie einen, der aus seinem Schlafe geweckt wird. Und er fragte mich: Was siehst du? Ich sprach: Ich schaute und siehe da, ein Leuchter, ganz von Gold, und sein Ölgefäß oben darauf und seine sieben Lampen daran, und sieben Gießrohre zu den sieben Lampen, die auf dem Leuchter saßen. Und zwei Ölbäume dabei, einer zur Rechten des Ölgefäßes, der andere zur Linken. Und ich antwortete und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Mein Herr, was bedeuten diese? Da antwortete der Engel, der mit mir redete, und sprach: Weißt du nicht, was das bedeutet? Ich sprach: Nein, mein Herr! Da antwortete er und sprach zu mir: Das ist das Wort des HERRN an Serubbabel; es lautet also: Nicht durch Heer und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist! spricht der HERR der Heerscharen. Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel sollst du zur Ebene werden; und er wird den Schlußstein hervorbringen unter dem Zuruf der Menge: Gnade, Gnade mit ihm! Und das Wort des HERRN erging also an mich. Die Hände Serubbabels haben dieses Haus gegründet, seine Hände sollen es auch vollenden, und du wirst erfahren, daß mich der HERR der Heerscharen zu euch gesandt hat. Denn wer ist's, der den Tag geringer Anfänge verachtet, da doch mit Freuden das Senkblei sehen in der Hand Serubbabels jene sieben, die Augen des HERRN, welche die ganze Erde durchstreifen? Und ich antwortete und sprach zu ihm: Was sind das für zwei Ölbäume zur Rechten und zur Linken des Leuchters? Und ich hob abermals an und sprach zu ihm: Was bedeuten die zwei Olivenbüschel zur Seite der beiden goldenen Röhren, aus denen das goldene Öl fließt? Er sprach zu mir: Weißt du nicht, was diese bedeuten? Ich antwortete: Nein, mein Herr! Da sprach er: Das sind die beiden Gesalbten, welche vor dem Herrscher der ganzen Erde stehen.

Diese beiden Gesalbten, die vor dem „Herrscher der ganzen Erde“ stehen, werden von manchen als zwei Messiasse gesehen oder zwei Christusse. Damit löst sich für sie auch das Problem des Priesters, der aus dem Stamm Juda kommt. Der eine Messias oder Christus ist der König und Sohn Davids aus dem Stamm Juda. Er wird Israel zu Macht und Ansehen bringen. Für ihn gilt „Herrsche inmitten deiner Feinde!“ aus Psalmen 110   *. Der andere Messias oder Christus ist ein Priester aus dem Stamm Levi. Er ist „ Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks!“

Man fragt sich natürlich, warum David dann in der Einzahl spricht, warum es am Anfang von Psalmen 110   * heißt: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!“ und nicht wegen der zwei Gesalbten: „Der HERR sprach zu meinen Herren: Setzt euch zu meiner Rechten, bis ich euere Feinde hinlege als Schemel euerer Füße!“ Diese Deutung trägt also einen Widerspruch in das Alte Testament. Sie ist also auch dann nicht haltbar, wenn man streng aus dem Alten Testament heraus argumentiert.

Aber sie steht auch im Widerspruch zu dem, was der Schreiber des Hebräerbriefes sagt. Und sie wird in der Offenbarung interpretiert. Der Apostel Johannes schaut in der Offenbarung ein Gesicht von diesen beiden Ölbäumen und deutet damit Sacharja 4  * in verbindlicher Weise: Und ich will meinen zwei Zeugen verleihen, daß sie weissagen sollen tausendzweihundertsechzig Tage lang, angetan mit Säcken. Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Und wenn jemand sie schädigen will, geht Feuer aus ihrem Munde und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand sie schädigen will, muß er so getötet werden. (Offenbarung 11,3-5 *) Es sind also Propheten, die am Ende der Zeiten auftreten werden, die ebenfallls Tod und Auferstehung erleben werden und am Ende in den Himmel aufgenommen werden. Diese schaut Sacharja. Sie haben für das Kommen Jesu am Ende der Zeiten eine vorbereitende Funktion, aber hier handelt es sich nicht um eine Prophetie über den Messias, den Sohn Davids, der die Verheißung des ewigen Königsthrones für das Geschlecht Davids erfüllt. Das Neue Testament trennt hier klar und eindeutig. Und auch im Lichte von Hebräer 7   * ist die Vermutung, Sacharja spricht über den Messias, nicht zu halten.

Es ist schon bemerkenswert, dass Sacharja sich mit der Erklärung des Engels zu Frieden gibt: „Das sind die beiden Gesalbten, welche vor dem Herrscher der ganzen Erde stehen.“ Sacharja fragt nicht nach ihren Namen oder ihren Ämtern oder nach ihrer Bedeutung vor Gott. Vielleicht sollten wir diese Tugend des Sacharja uns auch zum Vorbild nehmen: Der HERR wird uns zur rechten Zeit offenbaren, was zu unserem Heil notwendig ist. Er wird uns nicht ohne Warnung in unser Unglück laufen lassen. Aber er wird unsere Wünsche, Zeit und Stunde zu kennen, Einzelheiten zu kennen, erst zu seiner Zeit befriedigen. Wir müssen warten, bis der Herr spricht, uns in Geduld üben. Die Jünger müssen dies erfahren, als sie Jesus fragen: „Herr, gibst du in dieser Zeit Israel die Königsherrschaft wieder?“ und Jesus antwortet: Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Stunden zu kennen, welche der Vater in seiner eigenen Macht festgesetzt hat; (Apostelgeschichte 1,7 *) Oder Simon Petrus wird auf die Frage, was aus dem Jünger Johannes, dem Sohn des Zebedäus, wird, mit der Antwort beschieden: „Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?“ (Johannes 21,22 *)

Die Aussagen der folgenden Abschnitte basieren auf

Hermann L. Strack und Paul Billerbeck
Kommentar zum Neuen Testamen aus Talmud und Midrasch
4. Band: Exkurse zu einzelnen Stellen des Neues Testament
München 1975

WIKIPEDIA zu diesem Werk

Dabei geht es um den 18. Exkurs: Der 110. Psalm in der altrabbinischen Literatur (S.452-465)

14.6 Der Talmud und die Abgrenzung gegenüber den Christen

Es ist nun interessant und schmerzlich zugleich zu lesen, wie die rabbinischen Gelehrten nach Jesus mit Psalmen 110   * umgingen.

Auf Jesu erste Frage: „Was dünkt euch von Christus? Wessen Sohn ist er?“ erhält Jesus noch eine Antwort: Davids ( Sohn). Die zweite Frage Jesu aber: „Wie nennt ihn denn David im Geiste «Herr», da er spricht: «Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße»?“ bleibt unbeantwortet und es heißt sogar: Und niemand konnte ihm ein Wort antworten. Auch unterstand sich von jenem Tage an niemand mehr, ihn zu fragen. (Matthäus 22,46   *). Sie haben also nicht über Jesus gelacht: „Weißt du denn nicht, dass David hier gar nicht von dem Messias spricht?“ Sie haben akzeptiert, dass Jesu Frage berechtigt ist und klug gestellt ist. Aber sie wussten sie nicht zu beantworten. Und sie wollten sie vermutlich nicht beantworten, weil dann all das daraus abzuleiten wäre, was - vermutlich - Paulus in Hebräer 7  * dargelegt hat. Ob ihnen die Konsequenzen so klar waren, kann man dahingestellt sein lassen. Auf jeden Fall würde es die Stellung Jesu stärken, denn zumindest seine Wunder konnten sie nicht wegdiskutieren. Und wir haben es mit Pharisäern zu tun. Die Pharisäer waren sehr bestrebt, das Wort Gottes in allen seinen Einzelheiten ernst zu nehmen und keine falsche Deutung zuzulassen. Daher schwiegen sie lieber, als dass sie etwas Falsches sagten.

Es bleibt also festzuhalten, dass die Pharisäer Jesu Deutung von Psalmen 110   * auf den Messias akzeptierten und keine Antwort hatten, sie hatten also über die Frage, die Jesus hier stellt, noch nicht nachgedacht.

Diese Feststellung treffen auch Strack/Billerbeck, machen dann aber eine sehr interessante Beobachtung: «Wie ist daher die auffallende Erscheinung zu erklären, dass die alte Synagoge in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten mit dieser messianíschen Deutung so völlig gebrochen hat, dass auch die leiseste Erinnerung an sie bis hin zur zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts wie weggewischt war?» (Seite 459)

Im Folgenden werden wir dieser Frage nachgehen.

14.7 Der Umgang des Talmud mit Psalm 110

Die Tatsache, dass Jesus sich auf Psalmen 110   * bezog, übte auf die Rabbiner einen ungeheueren Druck aus. Dies ist in der Geschichte vieler Religionsgemeinschaften zu erkennen, auch im Christentum. Da wurden Weichen gestellt, eine große Anhängerschaft hat die Entscheidungen für gut befunden. Und nun muss gezeigt werden, dass diese Entscheidung auch rechtens war. Jetzt geht es nicht mehr darum, dass der allmächtige Gott spricht und die Menschen hören. Jetzt geht es darum, dass das angeblich vom allmächtigen Gott bestätigte Wort durchgesetzt wird. Hier erkennt man, dass auch Erfahrungstheologie nicht immer zu einem validen Ergebnis führt. Denn Joseph Kaiphas und sein Hoher Rat haben ja die Probe gemacht: Sie haben Jesus ans Kreuz geschlagen und er ist nicht herabgestiegen, er ist gestorben. Also kann er nicht der Christus gewesen sein. Dabei haben sie nicht bemerkt, wie sie sich in ihrem eigenen Messiasbild verfangen haben, das nicht dem entsprach, wie Gott selbst diese Rettungstat geplant hatte, sie haben die Lieder vom Gottesknecht nicht in Betracht gezogen, weil sie diese nicht mit ihrem Messiasbild in Einklang bringen konnten.

Diese Beobachtungen müssen uns warnen. Auch wir haben unsere vorgefertigten Bilder, wie „Gott zu sein hat“. Zwar ist uns klar, dass man solche Aussagen über den allmächtigen Gott nicht machen kann. Aber tief in unserer Bibelinterpretation ist unsere vorgefasste Meinung von Gott doch vorhanden. Joseph Kaiphas zeigt uns, dass man damit Gottes Handeln völlig missverstehen kann.

Andererseits mahnt uns Paulus zur Vorsicht, wenn wir „die Juden“ verurteilen. Er zeigt uns in Römer 11  *, dass wir als Christen aus den Heiden keinen Grund zum Hochmut gegenüber den Juden haben. Er schreibt über uns, die Christen aus den Heiden und über sie, die Juden: Gut! Um ihres Unglaubens willen sind sie ausgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich! Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, so wird er wohl auch dich nicht verschonen. So schaue nun die Güte und die Strenge Gottes; die Strenge an denen, die gefallen sind; die Güte aber an dir, sofern du in der Güte bleibst, sonst wirst auch du abgehauen werden! (Römer 11,20-22   *) und betont dann sogar: Denn ich will nicht, meine Brüder, daß euch dieses Geheimnis unbekannt bleibe, damit ihr euch nicht selbst klug dünket, daß Israel zum Teil Verstockung widerfahren ist, bis daß die Vollzahl der Heiden eingegangen sein wird und also ganz Israel gerettet werde, wie geschrieben steht: «Aus Zion wird der Erlöser kommen und die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden», und: «das ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde». Nach dem Evangelium zwar sind sie Feinde um euretwillen, nach der Erwählung aber Geliebte um der Väter willen. Denn Gottes Gnadengaben und Berufung sind unwiderruflich. (Römer 11,25-29   *) Wir werden wohl darauf gefasst sein müssen, dass wir im Himmel auch einem gewissen Joseph Kaiphas begegnen werden: Denn Gottes Gnadengaben und Berufung sind unwiderruflich. Welch ein Wort, welch eine Verheißung, auch für uns als Christen aus den Heiden.

Ich habe dieses Problem im Umgang mit dem Wort Gottes und seiner Auslegung einmal ganz persönlich erleben müssen oder können. In einer bestimmten Angelegenheit vertrat ich einen Standpunkt, den ich biblisch wohl begründen zu können meinte. Und dann kam eine Schwester, die eine prophetische Gabe besaß, jetzt ist sie beim HERRN und bedarf keiner Prophetie mehr. Sie sprach mich an und sagte: „Robert, ich habe wegen dieser Angelegenheit gebetet und der HERR hat mir gesagt: «Ich sehe das nicht so eng wie Robert»“ Meine erste Reaktion war: „Ist das wirklich die Art, wie Gott redet? So einfach, so konkret?“ Aber dann habe ich gelernt, dass Gott uns auch manchmal bremst, weil wir meinen, wir müssen an seiner Stelle handeln. Dann schießen wir über das Ziel hinaus, weil Gottes Zeit nicht unsere Zeit ist. Auch da ist es für uns gut zu wissen: Denn Gottes Gnadengaben und Berufung sind unwiderruflich. Wenn wir über das Ziel hinausschießen, dann bleibt seine Gnade dennoch bestehen.

Leider haben viele Juden trotz der Ausführungen des Hebräerbriefes den Messias nicht erkannt und haben das Alte Testament enger ausgelegt, als es Gott selber tut.

14.7.1 Deutung von Psalm 110 auf Abraham

Billerbeck sieht dies als die älteste nachweisbare nichtmessianische Deutung des Psalmen 110   * an. Sie schließt an den Text aus 1.Mose 14,18-20   * an: Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten. Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram vom allerhöchsten Gott, dem Besitzer des Himmels und der Erde. Und gelobt sei Gott, der Allerhöchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem. Dort begeht Melchisedek einen schwerwiegenden Fehler: Er segnet Abraham und danach erst Gott. Hier setzt die rabbinische Kritik an. Jischmael ben Elischa, ein etwa 135 n.Chr. gestorbener Rabbiner habe nach Ansicht von Rabbi Zecharja (nach Billerbeck ein Rabbi aus dem 4. Jahrhundert(?)) dazu gesagt, dass Gott eigentlich die Priesterschaft aus Sem hervorgehen lassen wollte. Sem wurde mit Melchisedek identifiziert. Aber als Sem/ Melchisedek diesen Segen sprach, habe Abraham sofort erwidert: „Wie, lässt man den Segen über den Knecht dem Herrn voraufgehen?“ Gott, der HERR, gab daraufhin das Priestertum an Abraham und nahm es Sem/ Melchisedek weg, weil den Segen falsch gesprochen hat. Die Begründung dafür findet Jischmael in Psalmen 110,4   *: Der HERR hat geschworen und wird es nicht bereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks! 1.Mose 14,18  * wird dabei so gedeutet, dass er ein Priester war (Vergangenheit) und dass seine Nachkommen nicht mehr Priester waren sondern die Kinder Aarons, des Nachkommen Levis, des Nachkommen Abrahams. Damit hat sich das Priestertum Melchisedeks bereits in Aaron erfüllt und der Standpunkt des mosaischen Gesetzes: „Ein Priester kann nur ein Nachkomme Levis sein, der Messias kann nur ein Nachkomme Judas “ ist festgemauert. Der endzeitliche Hohepriester ist also eine andere Person als der Messias, der König der Juden.

In dem oben erwähnten 4. Band des „Kommentar zum Neuen Testamen aus Talmud und Midrasch” von Hermann L. Strack und Paul Billerbeck finden sich noch weitere Zitate, mit denen diese Deutung des Psalmen 110   * auf Abraham gegeben wird.

14.7.2 Deutung von Psalm 110 auf Hiskia

Diese Deutung wird uns von Justin dem Märtyrer(100-165 n.Chr.) überliefert. Von ihm sind mehrere Werke überliefert, darunter der Dialog mit dem Juden Tryphon, in dem erwähnt wird, dass die Juden Psalmen 110   * auf den König Hiskia von Juda beziehen. So schreibt er im Kapitel 33:

„Ich weiß wohl“, fuhr ich fort, „daß ihr bei Auslegung dieses Psalmes die Kühnheit besitzet, ihn auf König Ezechias (König Hiskia von Juda) zu beziehen. Euren Irrtum will ich euch aber sofort aus den Psalmenworten selbst dartun. Es heißt unter anderem: ‚Der Herr hat es geschworen, und nicht wird es ihn reuen‘, und: ‚Du bist der Priester ewig nach der Ordnung des Melchisedek.‘ Auch ihr werdet es nicht zu behaupten wagen, daß Ezechias (König Hiskia von Juda) ein Priester war, und daß er ein ewiger Priester Gottes ist. Daß die Worte sich vielmehr auf unseren Jesus beziehen, ist in ihnen selbst angedeutet. Aber eure Ohren sind verstopft und die Herzen verhärtet (Jesaja 6,10 *: Verstocke das Herz dieses Volkes, verstopfe ihre Ohren und verblende ihre Augen, daß sie mit ihren Augen nicht sehen, mit ihren Ohren nicht hören, und daß ihr Herz nicht zur Einsicht komme und sich bekehre und Linderung erfahre.). Die Worte: ‚Der Herr hat es geschworen, und nicht wird es ihn reuen; du bist der Priester ewig nach der Ordnung des Melchisedech‘ besagen: Gott hat eidlich — wegen eures Unglaubens — geoffenbart, daß Jesus der Hohepriester nach der Ordnung des Melchisedech ist, das heißt: gleich wie Melchisedek, der nach dem schriftlichen Zeugnis des Moses Priester des Allerhöchsten geworden ist, Priester der Unbeschnittenen war und den Abraham segnete, der in der Beschneidung ihm den Zehnten opferte, so soll nach der Offenbarung Gottes sein ewiger Priester, der auch Herr vom Heiligen Geist genannt wird, Priester der Unbeschnittenen sein, so wird er aufnehmen und segnen auch diejenigen, welche in der Beschneidung zu ihm kommen, das heißt, wenn sie an ihn glauben und ihn um den Segen bitten. Am Schlusse des Psalmes ist geoffenbart, daß Jesus zuerst ein Mensch in Niedrigkeit sein wird, und daß er dann werde erhöht werden. Denn (es steht geschrieben): ‚Aus dem Gießbach am Wege wird er trinken‘, und zugleich heißt es: ‚Daher wird er sein Haupt erheben‘ (Psalmen 110,7   *: Er wird trinken vom Bach am Wege; darum wird er das Haupt erheben.). (Justin: Dialogus cum Tryphone 33)

Im Kapitel 71 wirft er den jüdischen Lehrern vor, dass sie eine griechische Übersetzung des Alten Testamentes geschaffen haben, in der sie viele relevante Stellen ausgelassen haben. Diese Übersetzung stehe damit im Widerspruch zur Septuaginta. Tryphon fragt daraufhin nach Beweisen, welche Bibelstellen denn vollständig weggelassen worden sind:

Fürwahr, nicht schließe ich mich euren Lehrern an, welche die Richtigkeit der von den siebzig Ältesten bei dem ägyptischen König Ptolemäus gefertigten Übersetzung nicht anerkennen, sondern eine eigene Übersetzung versuchen. Ihr sollt wissen, daß sie aus der Übersetzung, welche die Ältesten bei Ptolemäus hergestellt haben, viele Schriftstellen vollständig entfernt haben, in denen klar bewiesen wird, daß von unserem gekreuzigten Jesus verkündet war, er sei Gott und Mensch, er werde gekreuzigt und sterbe. Da mir bekannt ist, daß alle eures Volkes jene Schriftstellen ablehnen, so lasse ich mich nicht auf Untersuchungen hierüber ein, sondern will über jene Schriftstellen diskutieren, welche bei euch noch anerkannt werden. Alle Schriftstellen nämlich, welche ich (bisher) euch angeführt habe, erkennt ihr an; nur bezüglich des Wortes: ‚Siehe, die Jungfrau wird empfangen’ habt ihr widersprochen und habt behauptet, es heiße: ‚Siehe, das junge Weib wird empfangen.’ Ich habe versprochen zu beweisen, daß nicht - wie ihr gelernt habt - auf Ezechias (König Hiskia von Juda) die Prophetie gesagt ist, sondern auf diesen meinen Christus. Und nun will ich den Beweis erbringen.“

Tryphon sagte: „Zunächst möchten wir, daß du uns noch einige Schriftstellen nennst, von denen du meinst, daß sie vollständig beseitigt worden seien.“ (Justin: Dialogus cum Tryphone 71)

Man erkennt, dass Tryphon der Behauptung des Justin nicht glaubt. Und das erste Argument des Justin ist auch relativ schwach:

Ich erwiderte: „Ich werde tun, wie es euch erwünscht ist. Aus den Erläuterungen des Esdras zu dem Pascha-Gesetz haben eure Lehrer nun folgende Erklärung gestrichen1 : ‚Esdras sprach zum Volke: Dieses Pascha ist unser Erlöser und unsere Zuflucht. Wenn ihr erwäget und daran denket, daß wir ihn am Zeichen (des Kreuzes) erniedrigen werden, und wenn wir sodann auf ihn hoffen, dann wird wahrlich in Ewigkeit dieser Ort nicht verwüstet; so spricht der Herr der Mächte. Wenn ihr aber nicht an ihn glaubet und nicht auf seine Predigt hört, dann werdet ihr den Heiden zum Gespött sein.’ (Justin: Dialogus cum Tryphone 72)

Dazu macht die Bibliothek der Kirchenväter die folgende Anmerkung: Das Edras-Zitat findet sich in keiner uns bekannten Bibel-Handschrift u. –Übersetzung. Lactantius erwähnt es in den Institutionen IV. 18.22. Dort heißt es: «Aput Hesdram ita scriptum est: Et dixit Hesdras ad populum: Hoc pascha saluator noster est et refugium nostrum. Cogitate et ascendat in cor uestrum, quoniam habitamus humiliare eum in signo: Et post haec sperabimus in eum, ne deseratur hic locus in aeternum tempus, dicit dominus deus uirtutum. Si non credideritis ei neque exaudieritis adnuntiationem eius, eritis derisio in gentibus.» Dies ist etwa folgendermaßen zu übersetzen: «Bei Esra ist folgendes geschrieben: Und sprach Esra zum Volk: Dieses Passa ist unser Heil (Retter) und unsere Zuflucht. Bedenkt es. Und er möge emporsteigen in euer Herz, weil wir dafür gehalten haben, dass er am Zeichen erniedrigt wurde, und nach diesem hoffen wir auf ihn, und dieser Ort wird auf ewige Zeit nicht verlassen werden. So spricht der Herr, der Gott der Stärke: Wenn ihr ihm nicht glauben werdet und seine Ankündigung nicht anhören werdet, werdet ihr unter den Völkern zum Gespött werden.»

Und Lactantius schließt daraus: «Unde apparet Iudaeos nullam aliam spem habere nisi se abluerint a sanguine ac sperauerint in eum ipsum quem necauerunt.», übersetzt etwa «Woher offensichtlich wird, dass die Judäer keine andere Hoffnung haben, außer, dass sie sich werden gereinigt haben von dem Blut (Jesu, das über sie und ihre Kinder kommen soll Matthäus 27,25 *) und werden gehofft haben auf den, den sie vernichtet (getötet) haben.»

Ein derartiger Text könnte auch Paulus noch bekannt gewesen sein, denn er schreibt: Feget den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ja ungesäuert seid! Denn auch für uns ist ein Passahlamm geschlachtet worden: Christus. (1.Korinther 5,7 *)

Danach führt Justin der Märtyrer ein weiteres Beispiel an, Ich aber war wie ein zahmes Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wußte nicht, daß sie solche Anschläge wider mich schmiedeten: «Laßt uns den Baum samt seiner Frucht verderben und ihn aus dem Lande der Lebendigen ausrotten, daß seines Namens nimmermehr gedacht werde!» (Jeremia 11,19 *)

Diese Bibelstelle ist aber in allen Handschriften, die wir kennen, vorhanden. Wenn also zur Zeit des Justin Versuche bestanden haben, sie aus der Bibel auszumerzen, so sind diese wenig erfolgreich gewesen. Justin sagt darüber:

Von den Worten des Jeremias aber haben sie folgende Stelle ausgemerzt: ‚Ich bin wie ein unschuldiges Lamm, das geopfert werden soll. Gegen mich ersannen sie einen Plan und sprachen: Wohlan, laßt uns Holz tun in sein Brot und ihn aus dem Lande der Lebendigen vertilgen, seines Namens soll wahrlich nicht mehr gedacht werden!’ Nun findet sich dieser Abschnitt aus Jeremias noch in manchen Exemplaren der jüdischen Synagogen; denn erst vor kurzem haben sie die erwähnten Worte ausgemerzt. Also wird noch einmal von Jesus das verkündet, was (bereits) durch Isaias prophezeit wurde; denn auch aus jenen Worten ergibt sich, daß die Juden über Christus Rat hielten, und daß sie beschlossen, ihn durch den Kreuzestod aus dem Leben zu räumen. Von dem, der (nach Jesaja 53,7 *: Da er mißhandelt ward, beugte er sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das vor seinem Scherer verstummt und seinen Mund nicht auftut.) als Lamm zur Schlachtbank geführt wird, wird hier geoffenbart, er sei ein unschuldiges Lamm. In ihrer Verlegenheit lassen eure Lehrer sich also zur Blasphemie verleiten. (Justin: Dialogus cum Tryphone 72)

Als weiteres Beispiel führt er eine Bibelstelle an, die tatsächlich in den uns vorhandenen Bibelhandschriften nicht auftritt. Er schreibt sie Jeremia zu:

Aus Jeremias haben sie auch noch folgende Worte gestrichen: ‚Der Herr, der heilige Gott Israel, gedachte seiner Toten, die in der Grabeserde schlafen, und er stieg zu ihnen hinab, um ihnen die frohe Botschaft seines Heiles zu bringen’. (Justin: Dialogus cum Tryphone 72)

Diese Worte fehlen in allen bekannten Bibelhandschriften, werden aber vom Kirchenvater Irenäus von Lyon ebenfalls mehrfach zitiert, der sie allerdings einmal Jesaja und zweimal Jeremia zuschreibt (Contra Haereses III 20.4, Contra Haereses IV 22.1 und Demonstratio apostolicae praedicationis 78). Allerdings hält sie auch Simon Petrus für glaubhaft, weil er schreibt: 1.Petrus 3,19 *: in welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis predigte, oder auch 1.Petrus 4,6 *: Denn dazu ist auch Toten das Evangelium verkündigt worden, daß sie gerichtet werden als Menschen am Fleisch, aber Gott gemäß leben im Geist. Auch Paulus hat dieses im Sinn, wenn er den Ephesern schreibt: Epheser 4,9 *: Das Wort aber «Er ist aufgefahren», was bedeutet es anderes, als daß er auch zuvor hinabgefahren ist in die untersten Örter der Erde? Aus heutiger Sicht ist es schwer zu entscheiden, ob wir es hier tatsächlich mit einer Manipulation am masoretischen Text oder mit einem Irrtum der Kirchenväter zu tun haben

Sein letztes Argument erstaunt Tryphon sehr, weil Irenäus auf eine Manipulation an Psalmen 96  * hinweist:

Aus Davids fünfundneunzigstem Psalme haben sie die kurze Bemerkung ‚von dem Holze’ entfernt. Denn von den Worten: ‚Saget es unter den Heiden: der Herr ist König geworden vom Holze her’ haben sie noch übrig gelassen: „Saget es unter den Heiden: der Herr ist König geworden“. Der einzige unter den Männern eures Volkes, von welchem jemals erklärt wurde, er sei Gott und Herr, und er sei König unter den Heiden geworden, ist der gekreuzigte Jesus, von dem der Heilige Geist in dem gleichen Psalme auch behauptet, er sei auferstanden und habe das Heil gefunden, und von dem er offenbart, er sei nicht ähnlich den Göttern der Heiden, denn diese seien Götzenbilder der Dämonen. Damit ihr jedoch meine Worte versteht, will ich euch den Psalm vollständig mitteilen. Er heißt: ‚Singet dem Herrn ein neues Lied! Singe dem Herrn, ganze Erde! Singet dem Herrn und preiset seinen Namen! Verkündet Tag für Tag sein Heil! Verkündet unter den Heiden seine Herrlichkeit, unter allen Völkern seine Wundertaten! Denn der Herr ist groß und gar lobwürdig, furchtbar ist er über allen Göttern. Denn alle Götter der Heiden sind Dämonen, der Herr aber hat die Himmel gemacht. Preis und Pracht sind vor seinem Angesicht; Heiligkeit und Majestät sind in seinem Heiligtum. Bringet dem Herrn, ihr Völkerstämme, bringet dem Herrn Preis und Ehre! Bringet dem Herrn Ehre in seinem Namen. Bringet Opfer und tretet in seine Vorhöfe! Fallet nieder vor dem Herrn in seinem heiligen Vorhofe! Es erzittere vor seinem Angesichte die ganze Erde! Saget es unter den Heiden: Der Herr ist König geworden vom Holze her! Denn er hat festgestellt den Erdkreis, der nicht wanken wird; er wird in Gerechtigkeit die Völker richten. Freuen sollen sich die Himmel und frohlocken möge die Erde! Erbeben möge das Meer und dessen Fülle! Freuen mögen sich die Fluren und alles, was auf ihnen ist, jubeln mögen alle Bäume des Waldes vor dem Angesichte des Herrn; denn er kommt, ja er kommt zu richten die Erde. Richten wird er den Erdkreis in Gerechtigkeit und die Völker in seiner Wahrheit.’ (Justin: Dialogus cum Tryphone 73)

Psalmen 96,10  *: Saget unter den Heiden, daß der HERR König sei und habe sein Reich, soweit die Welt ist, bereitet, daß es bleiben soll, und richtet die Völker recht.

Diesen Satz liest Justin als: „Saget es unter den Heiden: Der Herr ist König geworden vom Holze her! Denn er hat festgestellt den Erdkreis, der nicht wanken wird; er wird in Gerechtigkeit die Völker richten.“ Die Bibliothek der Kirchenväter kommentiert unter Fußnote 1: Den Beisatz ἀπὸ τοῦ ξύλου hat keine griechische Bibel-Handschrift, ausgenommen allein der Codex Veronensis und einige sehr alte Papyri. Derselbe fehlt auch in der hebräischen Bibel und in der Vulgata. Er findet sich aber bei mehreren lateinischen Schriftstellern.

Wir zitieren diese Dinge hier nicht deswegen so ausführlich, um etwas über die jüdische Geschichte auszusagen. Wir zitieren dies deshalb, um zu zeigen, wie weit es führt, wenn Menschen, die im Reich Gottes verantwortung tragen, plötzlich ihre eigene Politik machen und das Handeln Gottes nicht mehr wahr haben wollen, ihre eigenen Gedanken dagegen setzen. Selbst das jüdische Volk, das so intensiv an seiner Torah festhält, das Alte Testament bewahrt hat, selbst sie sind nicht frei von dem Verdacht, Dinge zu verdrehen, weil sie sich ein anderes Handeln Gottes wünschen, das Handeln Gottes nicht wahrhaben wollen. Mit Paulus müssen wir feststellen: Diese Dinge aber sind zum Vorbild für uns geschehen, damit wir uns nicht des Bösen gelüsten lassen, gleichwie jene gelüstet hat. (1.Korinther 10,6 *) Das Vorbild Israels sollte uns warnen und nicht etwa hochmütig machen: Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen wurden und du als ein wilder Ölzweig unter sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums teilhaftig geworden bist, so rühme dich nicht wider die Zweige! Rühmst du dich aber, so wisse, daß nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich! (Römer 11,17-18  *)

Tryphon ist von den Vorhaltungen Justins beeindruckt und antwortet: „Wenn, wie du behauptest, die Führer des Volkes von der Schrift etwas gestrichen haben, kann es Gott wissen. So etwas aber scheint unglaublich zu sein.“

In der Tat hat er recht und wir können es, fast 2000 Jahre später, weder beweisen noch entkräften. Aber wir können es als Warnung für unser eigenes Handeln zur Kenntnis nehmen, auch wenn heute die Chance einer Textmanipulation kaum noch besteht, weil jedes Wort der Bibel milliardenfach existiert und nicht gleichlautend geändert werden kann.

Dieses Gespräch mit Tryphon, in dem Justin ihm Christus aus dem Alten Testament vor Augen hält, führt ihn dazu, dass er noch einmal zurückkommt auf den Psalmen 110   * Er will jetzt an einem Wort, das nicht aus der Bibel entfernt wurde, zeigen, dass selbst dieses Wort nur auf Jesus Christus gedeutet werden kann:

Eure Lehrer wagten es, auf Ezechias (König Hiskia von Juda) auch die Worte zu beziehen: ‚Es spricht der Herr zu meinem Herrn: setzte dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache!’ Ezechias soll den Befehl erhalten haben, sich zur Rechten des Tempels zu setzen, als der König der Assyrer zu ihm Gesandte mit Drohungen schickte, und als ihm durch Isaias angedeutet wurde, er solle sich nicht vor ihm fürchten. Daß die Worte des Isaias in Erfüllung gegangen sind, daß der König der Assyrer (Sanherib) in den Tagen des Ezechias davon abstand, gegen Jerusalem Krieg zu führen, daß ein Engel des Herrn im Lager der Assyrer etwa hundertfünfundachtzigtausend Mann tötete, das wissen wir und geben wir zu. Offenbar ist aber der Psalm nicht auf Ezechias gesagt. Es heißt nämlich: ‚Der Herr spricht zu meinem Herrn: setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache! Einen Stab der Macht wird er aussenden nach Jerusalem und wird herrschen in Mitte deiner Feinde. Im Glanze der Heiligen habe ich dich vor Luzifer erzeugt. Der Herr schwor es, und nicht wird es ihn gereuen: du bist der Priester ewig nach der Ordnung des Melchisedech.’ Daß nun Ezechias kein Priester ewig nach der Ordnung des Melchisedech ist, wer soll dies nicht zugeben? Wer weiß nicht, daß nicht er Jerusalem befreit hat? Daß er nicht den Stab der Macht nach Jerusalem ausgesandt hat und nicht herrschte in Mitte seiner Feinde, sondern daß Gott es war, der die Feinde von dem weinenden und seufzenden Ezechias entfernt hatte, wem sollte es nicht bekannt sein? Unser Jesus dagegen hat - ohne bereits in Herrlichkeit erschienen zu sein - einen Stab der Macht nach Jerusalem ausgesandt, nämlich das Wort der Berufung und der geistigen Umwandlung, das sich an alle Heiden wandte, welche von Dämonen beherrscht waren nach dem Worte Davids: ‚Die Götter der Heiden sind Dämonen.’ Und von seinem Worte gewaltig ergriffen, haben viele die Dämonen verlassen, denen sie gedient hatten, und haben durch ihn an den allmächtigen Gott geglaubt; denn Dämonen sind die Götter der Heiden. Daß die Worte: ‚Im Glanze der Heiligen habe ich dich aus dem Schoße vor Luzifer erzeugt’, zu Christus gesprochen sind, haben wir bereits oben gesagt. (Justin: Dialogus cum Tryphone 83)

Nun kann man allen Argumenten Justins kritisch begegnen. Allerdings muss man feststellen, dass hier wirklich ein Krieg der Worte tobte. Die Begegnung Justins mit Tryphon ist ja nicht das einzige Ereignis, das man anführen kann. Auch die Tatsache, dass Menschen bis nach Britannien gereist sind, um dort einen römischen Sodaten ausfindig zu machen, der bereit war, sich als Erzeuger des ersten Sohnes der Maria auszugeben, zeigt, mit welch harten Bandagen gekämpft wurde. Wir sind heute nicht dazu in der Lage, Schiedsrichter zwischen Justin und Tryphon zu spielen. Aber wir sollten mit Schmerzen die Härte dieses Kampfes sehen und uns fragen, wie unsere religiösen Grabenkämpfe aussehen, wie lieblos sie teilweise sind, weit weg von der Liebe, die Jesus uns gelehrt hat. Und als religiöse Führer sollten wir zur Kenntnis nehmen, wie leicht ein kleines Wort: Solches aber redete er nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, (Johannes 11,51 *) einen Flächenbrand entzünden kann. Und es gibt solche Worte unter uns: „filioque” ist eines davon, „Wiedertaufe” und „Glaubenstaufe” sind andere solche Wörter. Man könnte ihnen viele hinzufügen. Die Wörter selbst sind es nicht, aber die Tatsache, dass sie uns motivieren, lieblos zu handeln, ist das eigentliche Übel. Die Geschichte des Joseph Kaiphas lehrt dies in brutaler Weise.

14.7.3 Deutung von Psalm 110 auf David

Eine Deutung auf David ist deshalb so besonders schwierig, weil David der Autor des Psalms ist und sich in den Psalm selbst einbezieht. Aber auch dafür gibt es eine Lösung. Jehuda ben Schallum übersetzt ca. 370 n.Chr. den Psalmen 110   * folgendermaßen: Von David ein Lied. Spruch Jahves betreffs meines Herrn(=Saul). Warte auf den Jeminiten(=Saul), bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. (Zitiert nach Billerbeck) Dies steht für: Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße! Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken von Zion: Herrsche inmitten deiner Feinde! (Psalmen 110,1-2  * - Schlachter) Entscheidend ist hier, ob man für שֵׁב (xxeb) auch die Übersetzung «warten auf» akzeptiert. Als Beweis kann 4.Mose 22,19 * herangezogen werden. Dort wird dieses Wort in diesem Sinne gebraucht. לִימִינִי ( lijmijnij) setzt sich aus der Präposition ל (l) und dem Wort ימיני (jmjnj) zusammen. Tatsächlich wird an einer Stelle des Alten Testamentes (Esther 2,5-6 *) von den ימיני als den Benjaminiten gesprochen, ohne die Vorsilbe בֶן (baen) zu gebrauchen. Dort steht nur יְמִינִי (jmijnij). Allerdings ist kein Pharisäer zur Zeit Christi auf die Idee gekommen, ihm dieses Gegenargument zu präsentieren. Offenbar war den Pharisäern damals klar, dass Jesus den Psalm richtig verstanden hat, denn Matthäus kommentiert: Wenn also David ihn Herr nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten. Auch unterstand sich von jenem Tage an niemand mehr, ihn zu fragen. (Matthäus 22,45-46  *) Wir können also davon ausgehen, dass auch diese Deutung nur aus der theologischen Verlegenheit heraus entstanden ist, die Ablehnung Jesu nachträglich zu sanktionieren. Und dies ist bis in die heutige Zeit ein probates Mittel aller religiöse Führer, ihre Fehler zu vertuschen und auch, und, das ist noch wesentlich schlimmer, die Fehler der Väter zu vertuschen. Ein solches Vorgehen ist auch in den christlichen Konfessionen wohlbekannt und karrierefördernd.

14.8 Spricht Gott zu den Menschen oder sprechen Menschen zu Gott?

Diese Überschrift klingt ein wenig blasphemisch. Natürlich spricht der lebendige Gott zu uns Menschen. Wir bringen unsere Bitten zu Gott. Aber es wird uns nie in den Sinn kommen, den lebendigen Gott zu belehren. Dazu ist unser Verstand viel zu klein. Das sehen wir sofort ein, wenn wir auch nur ein wenig über Gott nachdenken. Dabei ist schon das Wort «über Gott nachdenken» oder «über Gott reden» entlarvend: Ich kann nur «über» etwas reden oder nachdenken, wenn ich darüber stehe. Da hat uns unsere deutsche Sprache gefangen. Ich kann eben nicht über Gott reden oder nachdenken, denn ich stehe unter Gott. Dieses «unter Gott stehen» ist dabei nicht eine Unterordnung, wie wir sie in menschlichen Hierarchien erleben, sondern es ist etwas Qualitatives. Paulus drückt es aus, wenn er Gott, den Vater, preist mit den Worten: … der selige und allein Gewaltige, der König der Könige und der Herr der Herrschenden, der allein Unsterblichkeit hat, der in einem unzugänglichen Lichte wohnt, welchen kein Mensch gesehen hat noch sehen kann; Ihm sei Ehre und ewige Macht! Amen. (1.Timotheus 2,13-15 *)

Im christlichen Alltag ist es aber so, dass religiöse Führer nicht „über Gott“ reden, sondern dass sie Menschen belehren. Dieses ist wichtig für die Christenheit und in keiner Weise zu diskreditieren. Aber indem ich Menschen belehre, vermittele ich ihnen mein Bild von Gott und damit rede ich über Gott. Und da müssen wir uns schon die Frage stellen, ob dieses Reden auch ein Reden unter Gott ist. Woher stammen die Aussagen, die ich über Gott mache? Habe ich darüber gebetet? Habe ich meine Bibelauslegung Gott vorgelegt und hat er gesagt, dass ich das so sagen soll? Ich habe im Kapitel 14.7 Der Umgang des Talmud mit Psalm 110 bereits ein Beispiel gegeben, wo ich mich korrigieren musste, weil ich ganz offensichtlich in meinem Eifer für die Sache Gottes zu weit gegangen war. Es reicht also nicht aus, die Bibel zu lesen und vielleicht noch einen „guten” Kommentar. Mein Computer liest die Bibel, wenn ich Webseiten erstelle, jeden Tag im Urtext und im deutsche Text mehrfach durch. Trotzdem hat er nichts davon. So geht es auch dem, der mit Intelligenz und viel Wissen an die Bibel herangeht, aber nicht im Heiligen Geist mit Gott, dem Vater, verbunden ist. Jesus ist uns da ein Vorbild. Er kannte sich gut in der Bibel aus, wie wir an seinen Diskussionen mit den Pharisäern und Schriftgelehrten ablesen können. Aber er sagt: Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. (Johannes 5,19 *) Jesus schaut auf den Vater, Jesus nutzt die Bibel nicht, um sich vom Vater zu lösen, und er tut, was er den Vater tun sieht. Diese Nähe, die Jesus zum Vater hatte, werden wir nie erreichen. Und doch können wir, geleitet vom Heiligen Geist, diesen Weg gehen. Und das bedeutet zunächst einmal, das Gespräch mit dem Vater suchen - GEBET.

Wenn wir alle diese Dinge bedenken, dann verstehen wir, warum Jakobus, der Bruder des Herrn, an die zwölf in der Zersteuung lebenden Stämme Israels schreibt: Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wisset, daß wir ein strengeres Urteil empfangen! Denn wir fehlen alle viel; wenn jemand in der Rede nicht fehlt, so ist er ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib im Zaum zu halten. (Jakobus 3,1-2  *) Das Lehramt hat eine große Verantwortung. Es hat diese Verantwortung heute umso stärker, weil Menschen von der Bibel Besitz ergriffen haben, die meinen, aus ihrem kleinen Glauben Promotionen und Habilitationen generieren zu können und auf diese Weise, wie die Schriftgelehrten damals, Ehre bei den Menschen zu gewinnen. Sie glauben nicht an Prophetien und nehmen diesen Unglauben als Werkzeug, um die Evangelien zu datieren. Die Argumentation ist dann etwa folgender Maßen: Da Jesus nicht wissen konnte, dass Jerusalem zerstört werden würde, muss also eine Schrift, die behauptet, Jesus habe gesagt, dass Jerusalem zertört werden würde, nach dem Jahr der Zerstörung Jerusalems verfasst worden sein. Schade nur, dass wir Schriftrollen des Jesajabuches haben, die ca. 200 Jahre vor Jesus Christus geschrieben worden sind und die sehr genau mit dem heutigen masoretischen Text übereinstimmen. So müssen diese Damen und Herren sich andere Ausreden für ihren Unglauben einfallen lassen.

Diese Bemerkungen sollen nur deutlich machen, dass Joseph Kaiphas mit seiner vorgefassten Meinung nicht alleine stand, sondern dass bis heute leider viele Menschen ihren eigenen Weg gehen, um zeitlichen Ruhm zu erlangen, ein gesichertes Auskommen und Ansehen als Wissenschaftler. Fast könnte man meinen, dass Joseph Kaiphas vielen Christen als Vorbild dient, solchen Menschen, die meinen, sie müssten nicht auf Gott hören, sondern sie könnten die Bibel nach ihrem eigenen Gutdünken lesen. Wir sehen daran, wie nahe uns Joseph Kaiphas eigentlich ist und wie unbegründet der Reflex ist, alles den Juden in die Schuhe zu schieben. Der Schreiber des Hebräerbriefes ermahnt uns eindringlich, dass es nicht die Juden allein sind, die Jesus gekreuzigt haben, „sondern ein jeder, der die Kräfte der zukünftigen Welt gekostet hat und dann doch abgefallen ist.“ (Hebräer 6,4-6 *). Dieser Text wurde im 6. Kapitel dieser Serie (Umkehr - Wie schwer fällt es gestandenen Männern) ausführlich behandelt.







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Menschen in der Bibel
Menschen in der Begegnung mit Gott
Die großen Glaubensfrauen und -männer der Bibel - Ihre Stärken und ihre Schwächen

Abgrenzung
Die Handlungsalternativen innerhalb der Praxis der Synagoge

Bibelstellen zu Judas Iskarioth
Der einsame Tod

Bibelarbeiten
Bibelarbeiten für verschiedene Zielgruppen
Die Faszination des Wortes Gottes

Abgrenzung
Die Handlungsalternativen innerhalb der Praxis der Synagoge

Er ist wahrhaftig auferstanden
Der wahre Hohepriester
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Nr.BibelstelleBibeltext
11.Mose 14,18-20
1   2   3   4
Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten.Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram vom allerhöchsten Gott, dem Besitzer...
21.Mose 22,16-18
1
und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, weil du solches getan und deines einzigen Sohnes nicht verschont hast,will ich dich gewiß segnen und deinen Samen mächtig mehren, wie die...
32.Mose 3,14
1
Gott sprach zu Mose: «Ich bin, der ich bin!» Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: «Ich bin», der hat mich zu euch gesandt.Und nochmals sprach Gott zu Mose: Also sollst du zu den Kindern...
44.Mose 22,19
1
Doch bleibet noch hier diese Nacht, daß ich erfahre, was der HERR weiter mit mir reden wird.Da kam Gott des Nachts zu Bileam und sprach zu ihm: Sind die Männer gekommen, dich zu rufen, so mache dich auf...
5Richter 7,5-7
1
Und er führte das Volk an das Wasser hinab. Und der HERR sprach zu Gideon: Wer mit seiner Zunge von dem Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den stelle besonders; desgleichen, wer auf seine Knie fällt, um...
6Esther 2,5-6
1
Es war aber ein jüdischer Mann im Schloß Susan, der hieß Mardochai, ein Sohn Jairs, des Sohnes Simeis, des Sohnes des Kis,ein Benjaminiter, der von Jerusalem weggeführt worden war mit den Gefangenen, die...
7Psalmen 96
1   2
Singet dem HERRN ein neues Lied, singet dem HERRN, alle Welt!Singet dem HERRN, preiset seinen Namen, prediget Tag für Tag sein Heil!Erzählet unter den Heiden seine Herrlichkeit, unter allen Völkern seine...
8Psalmen 110
1   2   3   4   5   6
7   8   9   10   11   12
13   14   15   16   17   18
19
Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken von Zion: Herrsche...
9Jesaja 6,10
1
Verstocke das Herz dieses Volkes, verstopfe ihre Ohren und verblende ihre Augen, daß sie mit ihren Augen nicht sehen, mit ihren Ohren nicht hören, und daß ihr Herz nicht zur Einsicht komme und sich bekehre...
10Jesaja 53
1
Wer hat dem geglaubt, was uns verkündigt ward, und der Arm des HERRN, wem ward er geoffenbart?Er wuchs auf vor ihm wie ein Schoß, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine...
11Jeremia 11,19
1
Ich aber war wie ein zahmes Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wußte nicht, daß sie solche Anschläge wider mich schmiedeten: «Laßt uns den Baum samt seiner Frucht verderben und ihn aus dem Lande...
12Jeremia 31,31-34
1
Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen werde;nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloß an dem Tage, da ich sie...
13Sacharja 4
1   2
Da kam der Engel wieder, der mit mir zu reden pflegte, und weckte mich auf wie einen, der aus seinem Schlafe geweckt wird.Und er fragte mich: Was siehst du? Ich sprach: Ich schaute und siehe da, ein Leuchter,...
14Matthäus 16,18
1
Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.Und ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben; und...
15Matthäus 22,41-23,11
1   2   3   4   5   6
7
Als nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesusund sprach: Was dünkt euch von Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagten zu ihm: Davids.Er spricht zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geiste «Herr»,...
16Matthäus 27,25
1
Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!Da gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn zur Kreuzigung.Da nahmen die Kriegsknechte...
17Markus 12,35-40
1   2
Und Jesus hob an und sprach, indem er im Tempel lehrte: Wie können die Schriftgelehrten sagen, daß Christus Davids Sohn sei?David selbst sprach doch im heiligen Geiste: «Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn:...
18Lukas 20,41-47
1   2
Er aber sprach zu ihnen: Wie sagen sie, daß Christus Davids Sohn sei?Und doch sagt David selbst im Buche der Psalmen: «Der Herr hat zu meinem Herrn gesprochen: Setze dich zu meiner Rechten,bis ich deine...
19Johannes 5,19
1
Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise...
20Johannes 8,51-59
1   2   3
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit!Da sprachen die Juden zu ihm: Jetzt erkennen wir, daß du einen Dämon hast! Abraham ist gestorben...
21Johannes 10,30
1
Ich und der Vater sind eins.Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater; um welches dieser Werke willen steinigt...
22Johannes 11,51
1
Solches aber redete er nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk,und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch...
23Johannes 21,22
1
Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!Daher kam nun das Gerede unter den Brüdern: «Dieser Jünger stirbt nicht.» Und doch hat Jesus nicht...
24Apostelgeschichte 1,7
1
Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Stunden zu kennen, welche der Vater in seiner eigenen Macht festgesetzt hat;sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist über euch...
25Apostelgeschichte 15
1
Und etliche kamen aus Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauche Moses beschneiden lasset, so könnt ihr nicht gerettet werden!Da sich nun Zwiespalt erhob und Paulus und...
26Römer 11
1   2   3   4
Ich frage nun: Hat etwa Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamme Benjamin.Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor ersehen...
271.Korinther 5,7
1
Feget den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ja ungesäuert seid! Denn auch für uns ist ein Passahlamm geschlachtet worden: Christus.So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig...
281.Korinther 10,6
1
Diese Dinge aber sind zum Vorbild für uns geschehen, damit wir uns nicht des Bösen gelüsten lassen, gleichwie jene gelüstet hat.Werdet auch nicht Götzendiener, gleichwie etliche von ihnen, wie geschrieben...
29Epheser 4,9
1
Das Wort aber «Er ist aufgefahren», was bedeutet es anderes, als daß er auch zuvor hinabgefahren ist in die untersten Örter der Erde?Der hinabgefahren ist, ist derselbe, welcher auch hinaufgefahren ist...
30Kolosser 3,1
1
Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes.Trachtet nach dem, was droben, nicht nach dem, was auf Erden ist;denn ihr seid gestorben,...
311.Timotheus 2,13-15
1
Denn Adam wurde zuerst gebildet, darnach Eva.Und Adam wurde nicht verführt, das Weib aber wurde verführt und geriet in Übertretung;sie soll aber gerettet werden durch Kindergebären, wenn sie bleiben im...
32Hebräer 1,2
1
welchen er zum Erben von allem eingesetzt, durch welchen er auch die Weltzeiten gemacht hat;welcher, da er die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens ist und alle Dinge trägt mit...
33Hebräer 6,4-6
1
Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des heiligen Geistes teilhaftig geworden sindund das gute Wort Gottes, dazu Kräfte der zukünftigen...
34Hebräer 6,13
1
Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwur er, da er bei keinem Größeren schwören konnte, bei sich selbstund sprach: «Wahrlich, ich will dich reichlich segnen und mächtig vermehren!»Und da er...
35Hebräer 7
1   2   3   4   5   6
7   8   9   10   11   12
13
Denn dieser Melchisedek (König zu Salem, Priester Gottes, des Allerhöchsten, der Abraham entgegenkam, als er von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte, und ihn segnete,dem auch Abraham den Zehnten...
36Jakobus 3,1-2
1   2
Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wisset, daß wir ein strengeres Urteil empfangen!Denn wir fehlen alle viel; wenn jemand in der Rede nicht fehlt, so ist er ein vollkommener Mann,...
371.Petrus 3,19
1
in welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis predigte,die einst nicht gehorchten, als Gottes Langmut zuwartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in welcher wenige, nämlich...
381.Petrus 4,6
1
Denn dazu ist auch Toten das Evangelium verkündigt worden, daß sie gerichtet werden als Menschen am Fleisch, aber Gott gemäß leben im Geist.Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun verständig...
39Offenbarung 11,3-5
1
Und ich will meinen zwei Zeugen verleihen, daß sie weissagen sollen tausendzweihundertsechzig Tage lang, angetan mit Säcken.Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen.Und...




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