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Furcht und das Handeln Gottes

Zwischen der Auferstehung Jesu und dem Empfang des Heiligen Geistes

 


Zusammenfassung

Gott handelt und es verbreitet sich Furcht. So schließt Markus seinen Bericht über das Handeln Jesu in der Welt. Später wird Johannes schreiben: Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht macht Pein; wer sich aber fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe. (1.Johannes 4,18 *) Passt das zusammen? Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten, zwischen der Auferstehung Jesu und der Ausgießung des Heiligen Geistes ist geeignet, darüber nachzudenken.

Schlagwörter: Apostel Johannes - Auferstehung - Auferweckung - Clemens von Alexandria - Eusebius von Caesarea - Furcht - Heiliger Geist - Hoherpriester - Jakobus - Jakobus, Sohn des Zebedäus - Jesus - Johannes der Täufer - Liebe - Markus - Nikodemus - Papias von Hierapolis - Simon Petrus - leeres Grab

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Der Text zur Predigt

Markus 16,1-8  *

Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sehr früh am ersten Tage der Woche kamen sie zur Gruft, als die Sonne aufging. Und sie sagten zueinander: Wer wälzt uns den Stein von dem Eingang der Gruft? Und als sie aufblickten, sahen sie, daß der Stein weggewälzt war. Er war nämlich sehr groß. Und sie gingen in die Gruft hinein und sahen einen Jüngling zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem langen, weißen Gewand; und sie erschraken. Er aber spricht zu ihnen: Erschrecket nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier; sehet den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten! Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und dem Petrus, er gehe euch voran nach Galiläa. Daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft; denn ein Zittern und Entsetzen hatte sie befallen; und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich.

Dieser Text ist deshalb so besonders, weil er in vielen Handschriften (Codex Vaticanus, Codex Sinaiticus, Codex Sinaisyrer) des Markusevangeliums am Ende steht. Die nachfolgenden Verse Markus 16,9-20 * fehlen in diesen Handschriften. So war es naheliegend, dass viele Theologen, die sich damit befasst haben, meinten, spätere Redakteure haben den Text angefügt, weil sie der nachvollziehbaren Meinung waren, so dürfe ein Evangelium nicht enden. Ein Argument dabei ist, dass der nachfolgende Text nicht harmonisch anschließt. Während bis Vers 8 fortlaufend erzählt wird, folgt nun eine summarische Zusammenfassung einiger der Ereignisse nach der Auferstehung Jesu.

Wir wollen uns heute nicht in die Niederungen der spekulativen Theologie begeben und ergründen, ob, wann und von wem der Text ergänzt worden ist. Wir wollen stattdessen ein wenig darüber nachdenken, was Markus wohl bewogen haben mag, nach diesem Satz: „... denn sie fürchteten sich.“ den Griffel zur Seite zu legen und das Werk zunächst einmal so zur Abschrift freizugeben. Denn die oben genannten Handschriften legen davon Zeugnis ab, dass bereits von diesem Stand des Werkes Abschriften erstellt wurden.

Eigentlich beginnt im 16. Kapitel des Markusevangeliums ja ein Auferstehungstext: „Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben.“ Diese Frauen werden gleich darauf das Wunder der Auferstehung erleben. Und sie werden auch Simon Petrus und den anderen Jüngern Jesu von dem berichten, was sie gesehen haben. Markus berichtet auch, dass die Frauen den Auftrag haben, den Jüngern von dem zu berichten, was sie gesehen haben. Aber Markus bricht diese Erzählung ab, als er bei dem Satz ankommt: „... denn sie fürchteten sich.“

Ich weiß nicht, ob ihr eine solche Situation kennt: Jemand muss einen wichtigen Brief schreiben, etwas, was ihn sehr bewegt. Er kämpft mit den Sätzen. ... und irgendwann reißt der Faden, er kann nicht mehr weiterschreiben. In seinem Körper hat sich so viel Adrenalin angesammelt, dass er aufstehen muss, ein paar Schritte gehen muss, um sein inneres Gleichgewicht wiederzufinden. Wenn dieser Punkt erreicht ist, dann ist es schwer, den Faden wieder aufzunehmen und weiterzuschreiben. Manche Arbeit ist so liegengeblieben, weil der Schreiber es nicht geschafft hat, sich dieser Spannung noch einmal auszusetzen.

Ich denke, dass es Markus so ergangen ist. Er hat ja keine Biographie Jesu geschrieben. Er beginnt sein Evangelium mit dem Hinweis auf Johannes den Täufer und die Taufe Jesu. Es folgt, nur kurz angedeutet, ein Hinweis auf die Versuchung Jesu durch den Satan. Bis Kapitel 10 berichtet er dann von den Wundern, die Jesus in Galiläa getan hat, von der Berufung und Unterweisung der Jünger, um dann in sechs weiteren Kapiteln die Passion Jesu ausführlich darzustellen. Fast scheint es so, als habe er die ersten zehn Kapitel nur geschrieben, damit die Passion Jesu, das unschuldige Leiden des Gottessohnes in einem hellen Licht erstrahlt.

Der Kirchenvater Papias von Hierapolis, der noch mit frühen Zeugen gesprochen hat, die ihrerseits die Apostel noch kannten, gewährt uns einen Einblick in die Werkstatt des Evangelisten Markus.

Leider sind die Schriften des Papias verloren gegangen, aber einiges ist doch von Eusebius von Caesarea in seiner Kirchengeschichte überliefert worden. Zunächst beschreibt Eusebius, woher Papias von Hierapolis seine Informationen hat:

Indes erklärt Papias selbst in der Einleitung zu seiner Schrift, er habe die heiligen Apostel nicht gehört und nicht gesehen. Er bemerkt, dass er die Glaubenslehre von solchen empfangen habe, die den Aposteln nahegestanden seien. Er sagt: „Ohne zu zögern, will ich für dich alles, was ich je von den Presbytern genau erfahren und dem Gedächtnis genau eingeprägt habe, zugleich mit den Auslegungen verbinden, mich für dessen Wahrheit verbürgend. Denn nicht hatte ich wie die meisten an denen, die viele Worte machen, sondern an denen, welche die Wahrheit lehren, Freude, auch nicht an denen, welche die fremden Gebote anführen, sondern an denen, welche die vom Herrn dem Glauben gegebenen und aus dem Glauben entspringenden Gebote der Wahrheit bieten. Kam einer, der den Presbytern gefolgt war, dann erkundigte ich mich nach den Lehren der Presbyter und fragte: ‚Was sagte Andreas, was Petrus, was Philippus, was Thomas oder Jakobus, was Johannes oder Matthäus oder irgendein anderer von den Jüngern des Herrn? Und was sagen Aristion und der Presbyter Johannes, die Jünger des Herrn?’ Denn ich war der Ansicht, dass aus Büchern geschöpfte Berichte für mich nicht denselben Wert haben können wie die Worte frischer, noch lebender Stimmen.“ (Eusebius, Kirchengeschichte III.39)

Dann zitiert er, was Papias von Hierapolis über Markus schreibt:

Er schreibt: „Auch dies lehrte der Presbyter: Markus hat die Worte und Taten des Herrn, an die er sich als Dolmetscher des Petrus erinnerte, genau, allerdings nicht ordnungsgemäß, aufgeschrieben. Denn nicht hatte er den Herrn gehört und begleitet; wohl aber folgte er später, wie gesagt, dem Petrus, welcher seine Lehrvorträge nach den Bedürfnissen einrichtete, nicht aber so, dass er eine zusammenhängende Darstellung der Reden des Herrn gegeben hätte. Es ist daher keineswegs ein Fehler des Markus, wenn er einiges so aufzeichnete, wie es ihm das Gedächtnis eingab. Denn für eines trug er Sorge: nichts von dem, was er gehört hatte, auszulassen oder sich im Berichte keiner Lüge schuldig zu machen.“ So berichtete Papias über Markus. (Eusebius, Kirchengeschichte III.39)

Wir haben, wenn wir Papias von Hierapolis folgen, im Markusevangelium ein Zeugnis über die Begebenheiten aus dem Leben Jesu, die Simon Petrus so wichtig waren, dass er sie in seinen Predigten behandelte. Wir haben also einen Einblick, wie Simon Petrus Jesus erlebt hat. Es ist interessant, unter diesem Aspekt das Markusevangelium einmal zu lesen: Die Berufung des Simon zum Jünger lesen wir noch im ersten Kapitel. Die Tatsache, das Jesus dem Simon den Beinamen Petrus, Fels, gab, lesen wir im dritten Kapitel. Später erfahren wir, dass Simon Petrus zusammen mit den Zebedäussöhnen Jakobus und Johannes eine besondere Rolle spielte. Wir erfahren auch von dem Messiasbekenntnis des Simon Petrus, aber auch davon, dass Jesus ihn hart anfährt, als Simon Petrus ihm vorschlägt, sich dem Zugriff der Hohenpriester zu entziehen und ihn als „Satan“ bezeichnet. Die naiven Worte des Petrus nach der Verklärung Jesu: „Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine!“ werden ungeschönt erwähnt, ebenso wie die Kraftmeierei vor der Gefangennahme Jesu: „Wenn sich auch alle ärgern werden, doch nicht ich!“ Wir lesen ausführlich davon, dass Simon Petrus Jesus verleugnet hat und dass er im Garten Gethsemane einfach eingeschlafen ist, als Jesus ihn gebeten hat, zu wachen.

Markus hat also seinen Meister Simon Petrus in keiner Weise geschont, hat ehrlich berichtet, weil Simon Petrus ehrlich gepredigt hat.

Nun ist es nicht so, dass Markus mit dem Evangelium ein Enthüllungsbuch schreiben wollte. ER hat auch, vermutlich wie auch Simon Petrus, Verschiedenes verschwiegen. So hat er nicht berichtet, dass Nikodemus bei der Grablegung Jesu mitgeholfen hat und Myrrhe und Aloe bereitgestellt hat. Dies hat er vermutlich aus Rücksicht auf Nikodemus getan, weil er ihn nicht der Gefahr aussetzen wollte, als Kollaborateur ebenfalls angeklagt zu werden. Markus verschweigt auch die Auferweckung des Lazarus, wohl aus demselben Grund, weil die Hohenpriester planten, Lazarus ebenfalls zu töten, weil das Volk von der Auferweckung des Lazarus sehr bewegt war und deshalb an Jesus glaubte. Man merkt dem Evangelium an, dass hier jemand unter großer innerer Anspannung geschrieben hat und sorgfältig überlegt hat, was er schreibt und was er nicht schreibt.

Aber Markus stand nicht allein, sondern Eusebius von Caesarea berichtet an anderer Stelle unter Berufung auf Clemens von Alexandria:

Da sich nunmehr das göttliche Wort dort ausbreitete, erlosch die Macht des Simon und verschwand sofort schon mit seiner Person. So sehr erleuchtete das Licht der Religion die Herzen der Zuhörer des Petrus, daß sie sich nicht damit begnügen wollten, ihn ein einziges Mal nur gehört zu haben, sie wollten von der Lehre seiner göttlichen Predigt auch Aufzeichnungen besitzen. Daher wandten sie sich mit verschiedenen Bitten an Markus, den Verfasser des Evangeliums, den Begleiter des Petrus, er möchte ihnen schriftliche Erinnerungen an die mündlich vorgetragene Lehre hinterlassen. Und sie standen nicht eher von den Bitten ab, als bis sie den Mann gewonnen hatten. So wurden sie die Veranlassung zum sog. Markusevangelium. Nachdem Petrus durch eine Offenbarung des Geistes von dem Vorfalle Kenntnis erhalten hatte, soll er sich über den Eifer der Leute gefreut und die Schrift für die Lesung in den Kirchen bestätigt haben. Klemens hat diese Tatsache im sechsten Buche seiner Hypotyposen berichtet, und mit ihm stimmt Bischof Papias von Hierapolis überein. Petrus gedenkt des Markus in seinem ersten Briefe, den er in Rom selbst verfaßt haben soll was er selbst andeutet, indem er diese Stadt bildlich Babylon nennt, wenn er sagt: „Es grüßt Euch die miterlesene Gemeinde in Babylon und Markus, mein Sohn.“ (Eusebius Kirchengeschichte II.15)

Simon Petrus hat die Tatsache begrüßt, dass Markus einen solchen Bericht schreibt. Und er hat den Bericht gelesen und für gut befunden. Es war der Bericht über den größten Eingriff Gottes in die Weltgeschichte. Die Botschaft, die Simon Petrus in seinen Predigten darlegte und die Markus referierte, war eine Botschaft von dem Eingreifen Gottes, das Jesus im Gleichnis von dem Weingärtnern beschreibt. Der Herr des Weinbergs sendet seine Knechte, dass sie die Pacht für den Weinberg einfordern, aber diese Knechte werden abgewiesen, teilweise sogar ermordet. Nun hatte er noch einen einzigen Sohn, der war ihm lieb; den sandte er zuletzt auch zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen! Jene Weingärtner aber sprachen untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, laßt uns ihn töten, so wird das Erbgut unser sein! Und sie nahmen ihn, töteten ihn und warfen ihn zum Weinberg hinaus. (Markus 12,6-8 *) Dieses Gleichnis breitet Markus mit seinem Evangelium vor unseren Augen aus. Gott greift in die Zeitgeschichte ein.

Was geschieht mit uns, wenn Gott selbst in unser Leben eingreift?

Gott handelt und die Menschen reagieren mit Furcht. Wenn Gott sichtbar eingreift, dann reagieren wir natürlich mit Furcht, weil unser Erwartungshorizont gesprengt wird.

Ich habe es in einer Gemeinde erlebt, dass ein Bruder aufstand und bat, von einer Aufgabe entbunden zu werden, weil er dieser Aufgabe physisch nicht mehr gewachsen ist. Und es geschah, was oft in kleinen Gemeinden geschieht, in denen Mitarbeiter knapp sind. Die Gemeinde lobte den Bruder sehr für seine Arbeit, kein anderer könne das so gut machen wie er. Und sie baten ihn, weiterzumachen. Als der Bruder antworten wollte, brach er vor der Gemeinde zusammen und musste behandelt werden. In diesem Augenblick überkam die Gemeinde Furcht. Alle hatten begriffen, dass der HERR hier eingegriffen hat. Und mit einem Mal konnte der Bitte des Bruders entsprochen werden.

Ich habe erlebt, wie Diskussionen in Gemeindestunden abrupt beendet waren, weil jemand ein prophetisches Wort gesprochen hatte und alle verstanden haben, dass dieses Wort vom HERRN ist.

Auch die Hohenpriester kannten Furcht. Auch davon berichtet Markus:

Auch diese Furcht kennen wir aus unseren Gemeinden: Werde ich wiedergewählt werden, wenn ich diese oder jene Meinung vertrete? Ist ein Vorschlag mehrheitsfähig?

Wenn wir Gott selbst begegnen, dann lösen sich solche Überlegungen in Luft auf. Das Wort Gottes ist von einer solchen Kraft, dass es Furcht erzeugt. Diese Kraft Gottes stellt Markus uns immer wieder vor Augen. Und so ist es glaubwürdig, dass er mit den Worten: Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft; denn ein Zittern und Entsetzen hatte sie befallen; und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich. (Markus 16,8  *) sein Evangelium beschließt. Eigentlich ist alles gesagt. Gott hat gehandelt und die Menschen haben darauf entsprechend reagiert.

Ob dann später Markus selbst, weil er von Simon Petrus oder anderen darum gebeten wird, oder ein anderer Autor noch die weiteren Verse hinzugefügt haben, das ist relativ gleichgültig. Jedenfalls sagen diese Verse nichts Anderes als die anderen Zeugen der Auferstehung uns mitteilen. Aber dieser Text macht deutlich, dass hier Menschen am Werk waren, die versucht haben, mit menschlicher Kraft das unendliche Wort Gottes aufzuschreiben und die dabei bis an den Rand ihrer menschlichen Kräfte gegangen sind. Es waren keine Theologen, die eine bestimmte theologische Sicht verkaufen wollten, es waren Menschen, die der Geist Gottes dazu befähigt hat, dies niederzuschreiben. Und diese Menschen, die hier inspiriert vom Heiligen Geists geschrieben haben, waren mehr als eine Schreibmaschine Gottes. Sie haben innerlich die Kämpfe und Auseinandersetzungen miterlebt und die großen Spannungen ertragen, von denen sie berichten, die Spannungen, die entstehen, wenn Gott selbst in diese verlorene Welt eintritt und den Herrschaftsbereich des Satans bedroht und letztlich vernichtet.

Dieser Spannung müssen wir uns einmal aussetzen, um zu verstehen, ob und wo wir selbst dieses Erleben des Eingreifen Gottes gehabt haben. Denn die Gemeinde ist mehr als eine gesellschaftliche Einrichtung, die von Menschen geleitet wird. Die lebendige Gemeinde ist Leib Christi, durch diese Gemeinden handelt Gott in dieser Welt, sie sind Vorboten der neuen Welt Gottes. Die Frage ist berechtigt: Wo hat Gott mich das letzte Mal wirklich so persönlich angesprochen, dass es mich überwältigt hat? Lasse ich das überhaupt zu? Darf in meiner Gemeinde überhaupt so gepredigt werden, dass Menschen dadurch verändert werden? Haben wir diese Erwartung?

Diese Fragen sind wie ein Spiegel, in dem wir unsere Arbeit sehen. Manchmal ist es vielleicht richtig, das wir eine gutgemeinte Predigt einfach wegwerfen und vor unseren HERRN treten und fragen, was ER denn der Gemeinde sagen möchte ohne gleich zu reflektieren, wie denn die Gemeinde auf eine solche Ansprache reagieren wird. Und wir sollten auch nicht gleich zu 1.Johannes 4,18 * fliehen: Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht macht Pein; wer sich aber fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe.

Liebe zu Gott setzt voraus, dass ich Gott zunächst einmal begegne. Diese Begegnung ist weit mehr als eine theologische Einsicht, sie vollzieht sich in Kraft. Erst wenn ich die Kraft Gottes wenigstens ansatzweise erfahre, begegne ich Gott wirklich. Und in dieser Begegnung erfahre ich, dass Gott Liebe ist, dass sein Wort gut für mich ist, dass es mir den Weg zu einem Leben in Freude und Hoffnung eröffnet. Ja, wenn wir diesen zweiten Schritt nicht gehen, dann bedeutet die Begegnung mit Gott und die daraus resultierende Erfahrung seiner Kraft Pein. Jakobus, der Bruder des HERRN, bringt es auf den Punkt: Jakobus 2,19 *: Du glaubst, daß ein einziger Gott ist? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es und zittern. Die theologische Einsicht ersetzt nicht die Glaubenserfahrung. Aber in dieser Glaubenserfahrung offenbart sich die unendliche Liebe Gottes und hebt die Furcht auf.

So ermutigt uns Markus und wie wir gelernt haben eigentlich Simon Petrus, unsere Glaubenserfahrungen zu hinterfragen und zu prüfen, ob wir die Kraft Gottes in unserem Leben verspüren. Und sie ermutigen uns, zu der Furcht, die daraus erwächst, zu stehen, so wie auch Simon Petrus zu den Fehlern steht, die er am Anfang seines Glaubenslebens gemacht hat. Denn in diesen Erfahrungen mit Gottes Handeln werden wir die große Liebe erfahren, die Gott zu uns hat und die uns ermöglicht, ihn wiederzulieben.

Das schenke uns unser auferstandener HERR.

AMEN







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Die in dieser Predigt zitierten 30 Bibelstellen:

Nr.BibelstelleBibeltext
1Markus 4,39-41
1
Und er stand auf, bedrohte den Wind und sprach zum Meere: Schweig, verstumme! Da legte sich der Wind, und es ward eine große Stille.Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen...
2Markus 5,15
1
Und sie kommen zu Jesus und sehen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, dasitzen, bekleidet und vernünftig; und sie fürchteten sich.Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen...
3Markus 5,33-34
1
Aber die Frau kam mit Furcht und Zittern, weil sie wußte, was an ihr geschehen war, kam und warf sich vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir...
4Markus 6,50
1
Denn sie sahen ihn alle und erschraken. Er aber redete alsbald mit ihnen und sprach: Seid getrost! Ich bin's; fürchtet euch nicht!Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich. Und sie erstaunten...
5Markus 9,5-6
1
Und Petrus hob an und sprach zu Jesus: Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine!Er wußte nämlich nicht, was er sagte; denn sie waren...
6Markus 9,32
1
Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen.Und er kam nach Kapernaum; und als er zu Hause angelangt war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs miteinander verhandelt?Sie aber...
7Markus 11,18
1
Und die Schriftgelehrten und die Hohenpriester hörten es und suchten, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten ihn, weil alles Volk staunte über seine Lehre.Und als es Abend geworden, ging er...
8Markus 11,30-32
1
War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!Und sie überlegten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: «Vom Himmel», so wird er fragen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?Sollen...
9Markus 12,6-8
1
Nun hatte er noch einen einzigen Sohn, der war ihm lieb; den sandte er zuletzt auch zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen!Jene Weingärtner aber sprachen untereinander: Das ist der...
10Markus 12,12
1
Da suchten sie ihn zu ergreifen, aber sie fürchteten das Volk; denn sie merkten, daß er gegen sie das Gleichnis gesagt hatte. Und sie ließen ab von ihm und gingen davon.Und sie sandten zu ihm etliche von...
11Markus 16,1-8
1   2   3
Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben.Und sehr früh am ersten Tage der Woche kamen sie zur Gruft,...
12Markus 16,9-20
1
Als er aber früh am ersten Tage der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.Diese ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm...
13Jakobus 2,19
1
Du glaubst, daß ein einziger Gott ist? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es und zittern.Willst du aber erkennen, du eitler Mensch, daß der Glaube ohne Werke fruchtlos ist?Wurde nicht Abraham,...
141.Johannes 4,18
1
Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht macht Pein; wer sich aber fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe.Wir lieben, weil er uns zuerst...
151.Johannes 4,18
1
Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht macht Pein; wer sich aber fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe.Wir lieben, weil er uns zuerst...




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