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Predigt über Maleachi 1,1-11

Dummstellen

Wie Menschen der Ansprache Gottes zu entgehen versuchen

 


Zusammenfassung

In dieser Predigt wird das Gespräch Gottes mit den Menschen, die Infragestellung Gottes durch den Menschen, wie Maleachi sie in seinen prophetischen Reden beschreibt, thematisiert. Maleachis Zeitgenossen sind die Rückkehrer aus Babylon, die ihre Häuser gebaut haben, den Gott der Väter zwar weiterhin verehren, aber ihn im Sinne des toleranten Geistes, wie er sich im nun nicht mehr babylonischen, sondern persischen Weltreich entwickelte, als zweitrangige Größe in ihrem Leben betrachtet. Damit ist Maleachi in unserer Zeit sehr aktuell. Allerdings muss man mit dieser Predigt sehr behutsam umgehen, um die Gemeinde durch einen Bußruf zu gewinnen und nicht zu verlieren.

Schlagwörter: Alexander der Große - Belsazar - Berufung - Demut - Engel - Esau - Evangelium - Gott - Gottes Wort - Heiliger Geist - Israel - Jakob - Jakobus - Jesus - Kyros - Liebe Gottes - Maleachi - Marduk - Mose - Nabonid - Paulus - Predigt - Prophet - Segen - Simon Petrus - Sohn - Teufel - Vater - Wissenschaft - zweitrangig

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Schriftauslegungen für die Gemeindearbeit

Unbedingter Glaube an den lebendigen Gott
Das Bekenntnis Sadrachs, Mesachs und Abednegos angesichts des Zornes Nebukadnezars

Der Bund Gottes: Leben, Frieden und Ehrfurcht vor Gott.
Leben im Wissen um den großen und allmächtigen Gott



Der Text zur Predigt

Maleachi 1,1-11

Dies ist der Ausspruch, das Wort des HERRN an Israel, durch die Hand Maleachis: Ich habe euch Liebe erwiesen, spricht der HERR. So sprechet ihr: Womit hast du uns Liebe erwiesen? Ist nicht Esau Jakobs Bruder? spricht der HERR. Dennoch habe ich Jakob geliebt, Esau aber habe ich gehaßt und sein Gebirge zur Wildnis gemacht und sein Erbteil den Schakalen der Wüste gegeben. Wenn aber Edom spräche: «Wir sind zwar zerstört, wir wollen aber die Trümmer wieder aufbauen», so sagt der HERR der Heerscharen: Sie mögen bauen, ich aber will niederreißen; und man wird sie nennen: «Land der Gottlosigkeit» und «das Volk, über das der HERR ewiglich zürnt». Wenn eure Augen das sehen, so werdet ihr sagen: Der HERR sei hochgepriesen über Israels Grenzen hinaus! Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn! Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo ist die Furcht vor mir? spricht der HERR der Heerscharen zu euch Priestern, die ihr meinen Namen verächtlich macht. Und fragt ihr: «Womit haben wir deinen Namen verächtlich gemacht?» Damit, daß ihr auf meinem Altar verunreinigtes Brot darbringt! Fragt ihr aber: «Womit haben wir dich verunreinigt?» Damit, daß ihr sagt: «Der Tisch des HERRN ist geringzuschätzen!» Und wenn ihr ein blindes Tier zum Opfer bringt, ist das nichts Böses, und wenn ihr ein lahmes oder krankes darbringt, ist das auch nichts Böses? Bringe es doch deinem Statthalter! Wird er dir gnädig sein oder Rücksicht auf dich nehmen? spricht der HERR der Heerscharen. Und nun besänftiget doch das Angesicht Gottes, daß er uns gnädig sei! Wird er, weil solches von eurer Hand geschehen ist, auf jemand von euch Rücksicht nehmen? Es schließe doch lieber gleich jemand von euch die Türen des Tempels zu, daß ihr nicht vergeblich mein Altarfeuer anzündet! Ich habe kein Wohlgefallen an euch, spricht der HERR der Heerscharen, und die Opfergabe, die von euren Händen kommt, gefällt mir nicht! Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name groß unter den Heiden, und allenthalben werden meinem Namen Räucherwerk und reine Opfergabe dargebracht; denn groß ist mein Name unter den Heiden, spricht der HERR der Heerscharen.





Luther sagte über Maleachi:

Ein feiner Prophet, der schöne Sprüche hat von Christo und dem Evangelio, welches er nennt ein reines Opfer in alle Welt.

Wen wir diesen Propheten verstehen wollen, dann müssen wir zunächst einen Blick auf seine Zeit werfen:

Das babylonische Weltreich war zerbrochen. Der Perser Kyros II. eroberte die wichtigsten Städte und zog im Jahr 539 v.Chr. unter dem Beifall der jubelnden Menge friedlich in Babylon ein. Er löste damit Belsazar und seinen Vater Nabonid ab. Belsazar war Regent und damit König in einer Zeit, als Nabonid sich nach Arabien zurückgezogen hatte. Belsazar war der König, den das „MENE, TEKEL, UPARSIN“ Gottes getroffen hatte. Dies ist auch deswegen bemerkenswert, weil Nabonid die alten assyrischen Götter wieder verehrte und damit den babylonischen Gott Marduk ablöste, der für eine eher monotheistische Gottesverehrung stand.

Kyros war ein toleranter Herrscher, der den Babyloniern ihren Marduk-Kult wieder gestattete. Den Juden erlaubte er die Heimkehr nach Israel mit den Worten: Wer irgend unter euch zu seinem Volk gehört, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf gen Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus des HERRN, des Gottes Israels. Er ist der Gott zu Jerusalem. Und wer noch übrig ist an allen Orten, wo er als Fremdling weilt, dem sollen die Leute seines Ortes helfen mit Silber und Gold und Fahrnis und Vieh nebst freiwilligen Gaben für das Haus Gottes zu Jerusalem. (Esra 1,3-4 *) Seine Nachfolger festigten sein Reich, das von Indien bis Ägypten und Kleinasien reichte. Er verschaffte dem Orient eine Zeit politischer Ruhe und Wohlstands. Die persische Herrschaft hielt bis 332 v.Chr., also über 200 Jahre. Erst Alexander der Große eroberte Persien und leitete die griechische Vorherrschaft ein.

Unter Kyros erhielten die Juden mit Jehud (=Juda) eine Provinz der Satrapie „Jenseits des Stromes“. Die Juden, die zurückgekehrt waren, hatten als erstes ihre Häuser wieder aufgebaut. Sie hatten sich aus der Region Frauen gesucht und in ihrem angestammten Land ein neues bürgerliches Leben begonnen. Erst danach begannen sie mit dem Tempelbau, nachdem Esra sie eindringlich ermahnt hatte. Ob Maleachi vor oder nach dem Tempelbau auftrat, wissen wir nicht genau. Die jüdischen Rabbis vermuten sogar, dass Maleachi mit Esra identisch ist. Wir können dies heute nicht mehr entscheiden. Aber wir wissen, dass er in einer zeit sprach, in der die Sache mit Gott zwar nicht völlig vergessen war, aber zweitrangig geworden war. Es kann also die Generation der Rückkehrer gewesen sein, die er im Blick hatte, weil sie sich um ihr eigenes Wohlergehen kümmerten und ihre Berufung vor Gott außer Acht ließen, es kann aber auch die zweite Generation gewesen sein, die es sich wohl ergehen ließ, weil die Mühsal des Wiederaufbaus geschafft war, weil die Generation ihrer Väter ihnen ein Leben in Wohlstand überlassen hat.

Eigentlich sind wir damit nahe an unserer eigenen Situation. Die Zeit des Anfangs ist nur noch Geschichte der Großelterngeneration. Wir leben im Wohlstand und die Sache mit Gott ist für viele, wenn überhaupt, dann nur noch eine periphere Frage. Unsere Probleme lösen wir technisch. Wir finden einen Impfstoff gegen die Pandemie, wir verstärken unsere Überwachungsmechanismen gegen den Terrorismus, wir handeln pragmatisch. Aber unser Leben ändern, das ist keine Option. Dort, wo es passt, zitieren wir auch einmal die Bibel, etwa wenn wir von der Bewahrung der Schöpfung sprechen. Aber wenn es um die Familie geht, dann möge uns Paulus mit seinem Menschenbild doch in Frieden lassen, da haben wir unsere eigenen Vorstellungen.

Unser ganzes Leben richtet sich mehr und mehr an den Bedürfnissen der Wirtschaft aus. Wir sind über Smartphone und Internet jederzeit erreichbar und erreichen weltweit jeden Menschen nach Belieben. Gott ist da nur noch am Rande von Interesse, weil unsere Wissenschaft und Technik so faszinierende Fortschritte macht. Wir sind eine moderne und glückliche Zeit (?)

Das ist gar nicht so modern, wie wir glauben. Auch Maleachi lebte in einer modernen Zeit, in der Toleranz und Wohlstand herrschten. Die tolerante persische Gesellschaftsform hatte sich gegen den kalten Atheismus Babylons durchgesetzt ... Die Versuche, die alten assyrischen Götter wieder einzuführen, waren von den Soldaten der medischen und persischen Armee zunichte gemacht worden. Die neuen Machthaber ließen die Priesterschaften ihrer Zeit gewähren. In Babylon durfte der Mardok-Kult wieder eingeführt werden, Israel durfte seinen Tempel wieder aufbauen. Insoweit waren die Perserkönige Werkzeuge Gottes für seinen Heilsplan. Jesaja 45,1 *: Also spricht der HERR zu Kores, seinem Gesalbten, dessen rechte Hand ich ergriffen habe, um Völker vor ihm niederzuwerfen und die Lenden der Könige zu entgürten, um die Türen vor seinem Angesicht aufzutun und die Tore, damit sie nicht geschlossen bleiben:

Dieser fast vergessene Gott spricht nun ein letztes Mal durch Propheten zu seinem Volk, durch Maleachi. Denn Maleachi hält keine Predigten, durch ihn spricht Gott, und er hat dem nichts hinzuzufügen. Wie würden unsere Predigten heute aussehen, wenn wir dem Wort, das Gott seiner Gemeinde sagen will, nichts hinzufügen würden?

Das erste Wort, das der HERR spricht, lautet: „Ich habe euch Liebe erwiesen!“ Die hebräische Sprache kennt keine abgeschlossene Vergangenheit, sondern sie bezieht die Gegenwart immer mit ein, entweder als Abschluss des Vergangenen oder als Beginn der Zukunft. Deshalb bedeutet dieser Satz: „Ich habe euch Liebe erwiesen und liebe euch noch heute!“ So spricht der allmächtige Gott zu seinem Volk. Haben sie es nicht von selbst gemerkt, so dass Gott so reden muss? Hat er das nötig? Werden die Menschen begreifen, welches Vorrecht darin liegt, dass der allmächtige Gott sich herablässt, so zu reden: „Ich habe euch lieb!“ Welche Demut Gottes, so zu sprechen. Wäre es nicht viel naheliegender, wenn Gott das gar nicht sagt, sondern bei sich denkt: „Wenn die nicht merken, dass ich sie liebe, dann werde ich mich ihnen nicht anbiedern!“ Das wäre doch die Reaktion unseres Stolzes in einer vergleichbaren Situation.

Wie reagiert das heimgekehrte Volk Israel auf diese Liebeserklärung Gottes? Wie reagieren wir auf das „Ich habe euch lieb!“ Gottes heute morgen?

„Womit hast du uns Liebe erwiesen?“ Welch eine Antwort des Volkes!

Worin zeigt sich denn eigentlich deine Liebe? Wo sind die Beweise deiner Liebe?

Merkt ihr, wie modern dieser Text ist. Da ist kein Respekt vor Gott. Da ist keine Emotion. Da gibt es nur die kühle und sachliche Gegenfrage: Was habe ich denn davon, dass du mich liebst? Welche Vorteile habe ich davon? Was bringt es mir denn? So reden kann jeder, Fakten bitte!

Hat es die 2.500 Jahre, die zwischen dem Text und uns liegen, überhaupt gegeben? Ist etwa alles gleich geblieben?

Man erwartet, dass nun im Himmel die Türen klappen: „Dann eben nicht!“ Aber nichts dergleichen. Gottes Liebe zeigt sich auch darin, dass er unsere Dreistigkeit übersieht, dass er auf unsere kühle Gegenfrage eingeht: Ist nicht Esau Jakobs Bruder? spricht der HERR. Dennoch habe ich Jakob geliebt, Esau aber habe ich gehaßt und sein Gebirge zur Wildnis gemacht und sein Erbteil den Schakalen der Wüste gegeben. (Maleachi 1,3 *)

Fast wirkt der Text peinlich: „… Esau aber habe ich gehasst …“ So spricht man doch heute nicht mehr. Kann man über einen solchen Text denn heute noch predigen?

Schwestern und Brüder, wenn wir den heiligen Ernst nicht begreifen, dass da ein Gott redet, der sich nicht hin- und herbiegen lässt, so wie es und gerade zeitgemäß und passend erscheint, dann ist alles Predigen umsonst und vergeblich. Ist denn Jesus auf die Erde gekommen und hat gesagt: „Das mit dem Gesetz des Mose war gar nicht so ernst gemeint, wir hängen die Messlatte ein wenig niedriger auf!“ Nein, er ist gekommen, das Wort Gottes zu erfüllen. Und er war darin treu, treu bis zum Tod am Kreuz.

Schwestern und Brüder, wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, dass unser Gott ein lebendiger Gott ist. Er ist, der er ist: Das ist sein Name. Er ist nicht wie der Gott der Philosophen, ein Gott, den sich ein schlauer Mensch ausgedacht hat. Er ist wie er ist.

Wenn wir unsere Kinder die Gebote Gottes lehren, dann hat das nichts damit zu tun, ob wir streng sind oder nicht: Gottes Wort lässt sich nicht mit dem klassischen: „Ja, sollte Gott gesagt haben“ (1.Mose 3,1 *) der Schlange, des Teufels, relativieren.

Was meint Gott damit, wenn er sagt: „… Esau aber habe ich gehasst …“ Wieder gilt auch hier, dass wir die Zeile ebenso gut mit „… Esau aber hasse ich …“ übersetzen können.

Wofür steht Esau ?

Esau war der Mann, der alles nicht so ganz ernst nahm. Eine Linsensuppe war ihm wichtiger als sein Erstgeburtsrecht. Wenn ein Mädchen hübsch war, dann hat er es genommen, ob es nun zum Volk Gottes gehörte oder nicht. Und Esau war vierzig Jahre alt, da nahm er zum Weibe Judith, die Tochter Beeris, des Hethiters, und Basmath, die Tochter Elons, des Hethiters. Und sie waren ein Herzeleid für Isaak und Rebekka. (1.Mose 26,34-35 *) Er ließ sich den Spaß nicht verderben, er ging die Dinge pragmatisch an. Dabei war er eigentlich sympathisch. Er versöhnte sich mit Jakob, obwohl Jakob ihn um den Erstgeburtssegen betrogen hat. Nein, der Typ des «schlechten Menschen», des «bösen Menschen», war er nicht. Aber er nahm die Sache mit Gott nicht so ganz ernst.

Gott fragt nun aber Israel durch Maleachi: „Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn! Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre?“ Und auf die erstaunte Frage Israels: „Womit haben wir deinen Namen verächtlich gemacht?“ antwortet der HERR: „Damit, daß ihr auf meinem Altar verunreinigtes Brot darbringt! Fragt ihr aber: «Womit haben wir dich verunreinigt?» Damit, daß ihr sagt: «Der Tisch des HERRN ist geringzuschätzen!» Und wenn ihr ein blindes Tier zum Opfer bringt, ist das nichts Böses, und wenn ihr ein lahmes oder krankes darbringt, ist das auch nichts Böses? Bringe es doch deinem Statthalter! Wird er dir gnädig sein oder Rücksicht auf dich nehmen?“

Und was sagt Jesus zu uns: „Ihr missachtet mich, weil ich bei euch nur an zweiter oder dritter Stelle stehe. Wo ist es geblieben, dieses herzliche verlangen, das Mahl miteinander zu feiern?“

Wenn Jesus uns ernst anspricht, dann tut er das nicht, um uns die Liebe aufzukündigen, sondern gerade weil er uns liebt. Maleachi schreibt in Maleachi 2,4  *: und ihr sollt erfahren, daß ich euch diesen Befehl gesandt habe, auf daß mein Bund mit Levi bestehe, spricht der HERR der Heerscharen. Gerade weil der HERR uns liebhat, spricht er so ernst zu uns. Er will seinen Bund aufrechterhalten. Er will nach seinen Verheißungen handeln. Für Israel macht er dies am Frieden und an der Gerechtigkeit deutlich: Mein Bund mit ihm war Leben und Friede, und ich verlieh ihm beides, damit er mich fürchtete, und er fürchtete mich auch und hatte Ehrfurcht vor meinem Namen. (Maleachi 2,5  *)

So ruft Jesus uns immer wieder, weil er uns gerade nicht verwerfen will. Wir haben viele Lehrer unter uns. Ihr wisst, dass ihr einen Schüler immer wieder ansprecht, ermuntert, motiviert, solange ihr die Hoffnung habt, dass er sein Pensum schaffen kann. Jesus spricht uns an, weil er uns retten will, uns tragen will. In Maleachi 3,7  * sagt der HERR ausdrücklich: „Kehret um zu mir, so will ich mich zu euch kehren“. Aber er hört auch schon die Gegenfrage: „Worin sollen wir umkehren?“ Da sind wir wie die Kinder. Wenn die Mutter ruft, weil sie eine kleine Hilfe braucht, die vielleicht eine Minute in Anspruch nimmt, da fangen Kinder gern große Debatten an, ob denn das nötig ist, ob das nicht zu schwer ist, ob das überhaupt geht. Das dauert dann zwar 10 Minuten und die Mutter wendet sich entnervt ab, weil sie es in einer Minute auch selbst gemacht hat und ist enttäuscht. Und genau so verhandeln wir mit Gott.

„Worin sollen wir umkehren?“ sprechen wir, um das Ansinnen Gottes abzuweisen. Es klingt fromm, als wollten wir auf Gottes Wort hören. Und doch ist es nur eine Abwehr: „Worin sollen wir umkehren?“ Wir haben doch schon alles gemacht. Wir sind doch viel besser als unsere Nachbarn.

Aber Jesus geht uns in seiner Liebe nach: Er müht sich um uns, weil er uns liebt und spricht: „Kehret um zu mir, so will ich mich zu euch kehren“ Er lässt unsere abwehrende Haltung nicht gelten, sondern er möchte, dass wir zu ihm umkehren. Er ist nicht zufrieden mit unserem halbherzigen Wesen. Jakobus, der Bruder des Herrn, wird es später so formulieren: So unterwerfet euch nun Gott! Widerstehet dem Teufel, so flieht er von euch; nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reiniget die Hände, ihr Sünder, und machet eure Herzen keusch, die ihr geteilten Herzens seid! (Jakobus 4,7-8 *) Es ist das Wort, das bereits Maleachi gesprochen hat. Es ist dieses für uns völlig unbegreifliche Verlangen Gottes nach uns Menschen. Simon Petrus schreibt über die Offenbarung Jesu Christi: „welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, an welchen ihr jetzt glaubet, ohne ihn zu sehen, und über den ihr euch freuen werdet mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontraget, der Seelen Seligkeit!“ Er schreibt, dass bereits die alten Propheten forschten über diese Seligkeit, und „auf welche und welcherlei Zeit der Geist Christi in ihnen hindeute“. Sie mussten lernen, dass dies nicht für sie galt sondern für eine spätere Zeit und nunmehr uns verkündigt ist durch das Evangelium. Und dieses Evangelium ist ein so großes und wunderbares Geheimnis. Es enthält „Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen gelüstet.“ (1.Petrus 1,8-12 *).

Wir sehen daran, wie aktuell das ist, was Maleachi im Auftrag des HERRN sagt. Dieser HERR wird ganz konkret in seinen Forderungen: Ist's recht, daß ein Mensch Gott täuscht, wie ihr mich den täuschet? So sprecht ihr: "Womit täuschen wir dich?" Am Zehnten und Hebopfer. Darum seid ihr auch verflucht, daß euch alles unter den Händen zerrinnt; denn ihr täuscht mich allesamt. Bringt mir den Zehnten ganz in mein Kornhaus, auf daß in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hierin, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle. (Maleachi 3,8-10  *)

„Ist's recht, dass ein Mensch Gott täuscht?“ Andere übersetzen «beraubt» oder «betrügt». Und wieder ist es der Mensch, der nachfragt, der Gottes Wort nicht akzeptiert, sondern es in Frage stellt: „Womit täuschen wir dich?“ Sagt ihnen das nicht ihr Gewissen? Merken sie nicht selbst, wenn sie zum Opferaltar gehen, wenn sie zum Gottesdienst gehen, dass der Geist Gottes nicht dabei ist, dass sie etwas aus Tradition machen, vielleicht um der Nachbarn willen, weil man es so macht, vielleicht um der Kinder willen, damit sie eine gute Erziehung genießen. Merken sie nicht selbst, dass sie eben nicht in die Nähe des HERRN kommen, dass der Heilige Geist schon längst sich traurig zurückgezogen hat, weil er zu diesem Menschen nicht reden kann?

Und Gott antwortet: „Am Zehnten und Hebopfer.“

Hat denn der Jungschar-Mitarbeiter Nachteile dadurch, dass er sich um die Jungscharkinder kümmert? Kann Gott nicht seine übrige Arbeit so segnen, dass er die Stunden, dass er die Stunden, die er in die Jungschararbeit investiert nicht reichlich zurückbekommt?

Hat denn der Chorsänger Nachteile dadurch, dass er noch einen weiteren Abend der Woche für die Übstunde reservieren muss, dass er zur Ehre des HERRN singt? Meint ihr wirklich, dass sich Gott etwas schenken lässt?

Oder steht irgendwo, dass der, der sich aus der Gemeinde zurückzieht, der nur noch kommt, wenn es ihm Spaß macht, dass der eine große Verheißung hat?

Der Hebräerbrief ruft uns auf: Lasset uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken (denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat); und lasset uns aufeinander achten, uns gegenseitig anzuspornen zur Liebe und zu guten Werken, indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie etliche zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so viel mehr, als ihr den Tag herannahen sehet! (Hebräer 10,23-25 *)

Und durch Maleachi spricht der HERR: „… und prüfet mich doch dadurch, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!“

Dies soll keine Kollektenpredigt werden, sondern der Aufruf des HERRN soll hier deutlich unterstrichen werden, unser ungeteiltes Herz zu haben, auf ihn zu hören und zu vertrauen, dass er sich nichts schenken lässt.

Denn das Beispiel Esaus sollte uns schrecken, zu dem der HERR sagt: „Wenn aber Edom spräche: «Wir sind zwar zerstört, wir wollen aber die Trümmer wieder aufbauen», so sagt der HERR der Heerscharen: Sie mögen bauen, ich aber will niederreißen; und man wird sie nennen: «Land der Gottlosigkeit» und «das Volk, über das der HERR ewiglich zürnt».“ Die Botschaft an Esau ist ganz eindeutig: Ich bin der allmächtige Gott, du kommst nicht an mir vorbei. Allen Pragmatikern dieser Welt gilt die klare Botschaft: „Ihr kommt nicht an Gott vorbei!“ Der Esau der modernen Zeit, der meint, er habe es mit seinen technologischen Fortschritten alles im Griff, muss zur Kenntnis nehmen: „Du kommst nicht an Gott vorbei!“ Wir haben das Penicillin gefunden, aber längst gibt es in unseren Krankenhäusern resistente Keime. Ein Virus legt unsere Wirtschaft lahm und wir merken nichts. Wir vertrauen auf unsere Biotechnologie, die uns hervorragende Impfstoffe beschert. Und gleichzeitig fürchten wir, dass eine Mutation auftritt, die unsere ganze Impfherrlichkeit in sich zusammen brechen lässt. Auch hier gilt: Esau, „Du kommst nicht an Gott vorbei!“ Kämpfe nicht gegen ihn.

Kämpfe mit Gott.

Dann wirst du erkennen, wie er sich dir neu naht. Wenn dir Unrecht geschehen ist, dann vergib, denn Jesus hat dir viel größeres Unrecht vergeben.

Wenn du meinst, du bist im Schatten der Gemeinde, niemand nimmt dich wahr, dann lass dein Licht leuchten, halte fest an der Hoffnung. Der HERR spricht dir zu: „… und prüfet mich doch dadurch, …“

Wenn wir so neu den Glauben wagen, dann wird es sichtbar werden, unsere Augen werden es sehen: Der HERR ist herrlich über die Grenzen unserer Kirchengemeinde hinaus.

Amen







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Leben im Wissen um den großen und allmächtigen Gott


Die in dieser Predigt zitierten 20 Bibelstellen:

Nr.BibelstelleBibeltext
11.Mose 3,1
1
Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von den Früchten der Bäume im...
21.Mose 26,34-35
1
Und Esau war vierzig Jahre alt, da nahm er zum Weibe Judith, die Tochter Beeris, des Hethiters, und Basmath, die Tochter Elons, des Hethiters. Und sie waren ein Herzeleid für Isaak und Rebekka.
3Esra 1,3-4
1
Wer irgend unter euch zu seinem Volk gehört, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf gen Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus des HERRN, des Gottes Israels. Er ist der Gott zu Jerusalem. Und...
4Jesaja 45,1
1
Also spricht der HERR zu Kores, seinem Gesalbten, dessen rechte Hand ich ergriffen habe, um Völker vor ihm niederzuwerfen und die Lenden der Könige zu entgürten, um die Türen vor seinem Angesicht aufzutun...
5Maleachi 1,1-11
1
Dies ist der Ausspruch, das Wort des HERRN an Israel, durch die Hand Maleachis: Ich habe euch Liebe erwiesen, spricht der HERR. So sprechet ihr: Womit hast du uns Liebe erwiesen? Ist nicht Esau Jakobs...
6Maleachi 2
1   2
Und nun, ihr Priester, dieses Gebot gilt euch! Wenn ihr nicht hören wollt und es euch nicht von Herzen angelegen sein lasset, meinem Namen die Ehre zu geben, spricht der HERR der Heerscharen, so schleudere...
7Maleachi 3
1   2
Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der HERR, den ihr suchet; der Engel des Bundes, des ihr begehret, siehe, er kommt! spricht...
8Hebräer 10,23-25
1
Lasset uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken (denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat); und lasset uns aufeinander achten, uns gegenseitig anzuspornen zur Liebe und zu guten...
9Jakobus 4,7-8
1
So unterwerfet euch nun Gott! Widerstehet dem Teufel, so flieht er von euch; nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reiniget die Hände, ihr Sünder, und machet eure Herzen keusch, die ihr geteilten...
101.Petrus 1,8-12
1
welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, an welchen ihr jetzt glaubet, ohne ihn zu sehen, und über den ihr euch freuen werdet mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures...




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