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Der Weg nach Bethlehem

Glaubende Annahme der göttlichen Verheißung.

 


Zusammenfassung

Maria und Josef hielten am Glauben in ihre Berufung fest, obwohl bis Bethlehem sich nur Schwierigkeiten für das junge Paar auftürmten. Selbst, als sie ihre persönlichen Angelegenheiten geklärt hatten, kommt der Erlass des Augustus hinzu und sie müssen auf einen 150km langen Marsch nach Bethlehem. Alle diese Dinge haben ihren Glauben an die Verheißungen Gottes extrem gefordert. Sie haben diese dunkle Zeit durchlebt, aber durchgehalten, bis die Hirten zu Bethlehem und später die Weisen aus dem Morgenland ihnen die äußere Bestätigung ihrer Verheißungen bringen.

Schlagwörter: Berufung - Engel - Erfahrung - Glauben - Verheißung - Weihnachten

Bereich Predigten

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Weihnachten
Das Kommen des Messias
So anders als erwartet - eine Herausforderung für den Glauben

Der Weg nach Bethlehem
Göttliche Verheißungen im Alltag - eine etwas andere Weihnachtspredigt
 

Predigten
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Schriftauslegungen für die Gemeindearbeit

Der Weg nach Bethlehem
Göttliche Verheißungen im Alltag - eine etwas andere Weihnachtspredigt

Dankbarkeit für Gottes Handeln
Manchmal ist es der Außenseiter, der versteht, was wirklich wichtig ist.



Der Text zur Predigt

Lukas 2,1-7

Es begab sich aber in jenen Tagen, daß ein Befehl ausging vom Kaiser Augustus, daß alle Welt sich sollte schätzen lassen. Diese Schatzung war die erste und geschah, als Kyrenius Landpfleger in Syrien war. Und es zogen alle aus, um sich schätzen zu lassen, ein jeder in seine Stadt. Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, um sich schätzen zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war. Es begab sich aber, während sie daselbst waren, da erfüllten sich die Tage, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil für sie kein Raum war in der Herberge.





Liebe Schwestern und Brüder, wenn eine Frau zur Entbindung ins Krankenhaus geht, dann rät man ihr häufig, sich die Wohnung noch einmal genau anzuschauen, denn wenn das Kind da ist, dann ist nichts mehr so wie es früher einmal war. Ein Kind verändert das Leben seiner Eltern völlig. Das erste Kind beendet die sorglose Jugend unwiederbringlich. Viele Sorgen und Mühen kommen jetzt auf die Eltern zu, die sie ohne Ihre Kinder nicht gehabt hätten. Damals war das einfach der Lauf der Zeit, ab einem gewissen Alter hatte man halt Kinder. Heute entziehen sich viele Eheleute dieser Herausforderung.

Wenn es schon in einer normalen Ehe mit einem normalen Wunschkind so ist, dass das Kind das Leben der Eltern verändert, wie viel mehr dann bei diesem Paar.

Sie waren beide in der vielleicht schönsten Phase Ihres Lebens, in der sich eine Beziehung so intensiviert hat, dass sie sich verloben. Alle, die diese Phase ihres Lebens bereits hinter sich haben, wissen, was für eine schöne und bewegende Zeit voller neuer Erlebnisse und Empfindungen das ist und sicherlich auch für Maria und Joseph war.

In diese Beziehung tritt nun Gott. Er sendet den Engel Gabriel und offenbart Maria, dass sie den Messias vom Heiligen Geist empfangen wird. Wenn Maria antwortet: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort!“ dann drückt dies einerseits ihren tiefen Glauben und Gehorsam aus, andererseits aber auch ihre Hilflosigkeit, das Erlebte zu verarbeiten. Erst bei Elisabeth, als Maria sich von ihrer gewohnten Umgebung zurückzog, vielleicht auch floh, da bestätigt sich dieses Erlebnis. Wir erkennen, dass die Worte „Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort!“ von ihr aus einem tiefen Glauben heraus gesprochen waren. Denn nun, in der Gemeinschaft mit Elisabeth, die ein ähnliches Erlebnis hatte, verarbeitet sie das Erlebte, wenn man bei einem solch tiefen Erleben des Handelns Gottes überhaupt von verarbeiten sprechen kann. Wir können es vielleicht daraus schließen, dass sie nun zu einem Lobpreis Gottes geführt wird ( Lukas 1,46-47 * ): „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters.“

Drei Monate blieb Maria von zu Hause weg. Doch dann ist sie wieder zurückgekehrt. Die Bibel verschweigt uns, welche Bemerkung sich das junge Mädchen Maria, verlobt und schwanger, anhören musste. Gott sendet seinen Sohn in die Welt. Er tut dies, indem er eine Frau bis an die Grenzen ihrer Möglichkeit fordert, aus ihrem normalen Leben herausreißt, ja, sie vor der Welt bloß stellt. Welche gewaltige Forderung an diese junge Frau bedeutet Weihnachten.

Und dann ist da dieser junge Mann Joseph: ein Zimmermann, verwurzelt in den Traditionen seines Volkes wusste er, was sich gehörte. Und nun war seine Verlobte sichtbar schwanger. Maria hatte ihm von den Engeln vermutlich nichts erzählt, denn die Bibel berichtet, dass Joseph sie stillschweigend verlassen wollte. Doch auch sein Glaube wird in dramatischer Weise gefordert, denn es erscheint ihm ein Engel im Traum, der ihm sagt, dass dieses Kind vom Heiligen Geist ist, dass es der kommende Messias ist.

Gott sendet seinen Sohn in die Welt und fordert Glauben: Zwei Menschen wählt er aus. Der Glaube dieser beiden jungen, unerfahrenen Menschen wird bis an die Grenzen des Möglichen gefordert.

Aber es sind auch nur diese beiden Menschen, niemand sonst und insbesondere niemand von denen, die meinen, dass sie die Herren der Welt und des Glaubens seien: In Jerusalem läuft der Tempeldienst weiter, als wäre nichts geschehen. In Rom ist Augustus auf der Höhe seiner Macht und denkt gerade darüber nach, wie er die Steuern erhöhen kann. Gott wählt diese beiden jungen Menschen aus, obwohl sie abseits der großen Politik leben, obwohl sie in dem kleinen Provinzstädtchen Nazareth in Galiläa wohnen, obwohl sie nicht einmal in Juda, geschweige denn in Jerusalem wohnen. Und er fordert ihren Glauben.

So ist unser Gott:

Unvermittelt tritt er in das Leben von Menschen. Er fordert unseren Glauben, damit er sein Werk tun kann, damit er Menschen retten kann. Er fordert nicht den Glauben der Mächtigen. Ein Handwerker und ein junges Mädel wählt er aus. Nicht Rom, nicht Jerusalem wählt er aus … nein … das kleine Bethlehem schreibt Weltgeschichte.

Prüfen wir uns einmal:

Wenn Gott Großes unter uns ankündigt, haben wir dann die Geduld zu warten, bis es geschieht?

Sind wir dann nicht schnell geneigt zu glauben, wir haben uns getäuscht, wenn nicht alles so eintrifft, wie wir es uns gedacht haben?

Maria und Josef waren in einer solchen Situation. Gott hat Großes verkündigt. Der Messias sollte von Maria geboren werden. Sie haben beide das Kind im Glauben angenommen, das da in Maria wächst. Wieviel Spott wird insbesondere Joseph sich deswegen haben anhören müssen. Wieviel Schlaumeyer wird es damals gegeben haben, die Joseph gesagt haben: „Joseph, du glaubst doch nicht allen Ernstes, …" Aber Maria und Joseph glauben.

Wenn wir eine Herausforderung annehmen, wenn wir gehorsam sind, dann erwarten wir, dass Gott für alles andere sorgt. Wenn dann Schwierigkeiten auf uns zu kommen, sind wir sehr schnell bereit zu zweifeln: War es wirklich Gottes Wille? Haben wir uns nicht zu viel aufgeladen? Sollten wir nicht besser erst einmal mit einer kleinen Aufgabe beginnen, bevor wir eine aufwändige Maßnahme mit so vielen Unwägbarkeiten beginnen? Diese Fragen sind uns nur zu gut bekannt. Sie können uns sehr schnell den Mut nehmen.

Maria und Joseph müssen erfahren, dass ausgerechnet am Ende der Schwangerschaft dieses Gebot des römischen Kaisers Augustus kommt, das die ganze römische Welt durcheinander wirbelt. Jeder muss in seine Vaterstadt und sich dort in Listen eintragen, damit er für die Steuer erfasst werden kann. 150 km Marsch liegen vor Maria und Joseph. Wieviel Kilometer schafft eine hochschwangere Frau in einer Stunde, wieviel am Tag? Und dann geschah all dies auch noch im Januar. Selbst in Israel steigt die Temperatur dann kaum über 10°, meist liegt sie bei 5°, 6°, im Bergland von Galiläa auch noch ein wenig darunter. Dann gibt es Tage, an denen es heftig regnet, so dass sich Straßen in Bäche verwandeln. Jedem Juden war bekannt, dass der Januar keine gute Zeit für Reisen ist. Wenn Jesus über die Drangsal der letzten Zeit spricht, dann sagt er ( Matthäus 24,20 * ) „Bittet aber, daß eure Flucht nicht im Winter, noch am Sabbat geschehe.“ In diesen Tagen sind nun Maria und Joseph unterwegs. HERR, Gott, konntest Du nicht für Deinen Messias bessere Tage, besseres Umfeld, bessere Bedingungen schaffen. So ist unser Gott: Er kündigt Großes an, er hält auch sein Wort, aber er fordert unseren Glauben. Er schickt uns auf den Weg, so wie Maria und Joseph in jenen Tagen. Und ihr Weg war mühselig und beschwerlich.

Wir wissen nicht, ob sie eine oder zwei Wochen unterwegs waren. Wir wissen aber, dass sie nicht einmal eine Herberge fanden, dass sie in einem Stall übernachten mussten. Wie es in diesen Tagen um Maria und Joseph gestanden haben mag, es spielt keine Rolle. Denn ein Kind entwickelt seine eigenen Gesetze. Wenn seine Zeit gekommen ist, dann kommt es, erst recht, wenn seine Mutter eine lange Wanderung hinter sich hat. Und wenn dann ein Kind geboren wird, dann ist nichts mehr so, wie es einmal war. Alle Anfechtungen, alle Mühsal ist vergessen:

Das Kind ist da.

Der Messias ist da.

Der Weg zum Glauben führt manchmal über unglaublich schwere Wege. Nicht alle halten diese schweren Wege durch. Manch einer kommt nicht bis Bethlehem. Manch einer gibt auf oder kehrt um.

Maria und Joseph haben durchgehalten, obwohl ihnen viel abverlangt wurde.

Sie haben erfahren, der Messias ist da. Der Erlöser kommt. Wie der Engel zu Maria gesagt hat: „Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“

Das ist mein Wunsch:

Lasst uns das Handeln Gottes im Glauben betrachten. Lasst uns nicht solche sein, die die Schwierigkeiten sehen und daran verzweifeln. Lasst uns solche sein, die die Schwierigkeiten des Weges vergessen, weil sie erfahren haben, der Heiland ist da. So wie eine Mutter die Wehen der Geburt vergisst, wenn sie das Kind in den Armen hält.

Auch Maria musste noch lange warten, bis der kleine Jesus sich als der Messias offenbarte. Aber sie nahm sich all die Zeichen, die sie im Laufe der Zeit erlebte, zu Herzen. So lasst auch uns solche sein, die Jesus Christus im Glauben als ihren Herrn und Heiland annehmen, auch wenn wir seine ganze Herrlichkeit noch nicht gesehen haben. Lasst uns auch dann, wenn der Weg beschwerlich ist, das herrliche Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Amen.







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Die in dieser Predigt zitierten 3 Bibelstellen:

Nr.BibelstelleBibeltext
1Matthäus 24,20
1
Bittet aber, daß eure Flucht nicht im Winter, noch am Sabbat geschehe.
2Lukas 1,46-55
1
Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters, daß er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle...




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