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Du sollst wissen, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen

Unbedingter Glaube an den lebendigen Gott

Das Bekenntnis Sadrachs, Mesachs und Abednegos angesichts des Zornes Nebukadnezars

 


Zusammenfassung

Diese Predigt beschäftigt sich mit der Hoffnung, die wir angesichts der Covid-19-Pandemie haben. Sie setzt sich auch mit der Tatsache auseinander, dass der allmächtige Gott, der uns liebt, diese Pandemie zulässt. Sie möchte keine leichtfertige Hoffnung verbreiten, aber auch die Verantwortung reflektieren, die wir als eine Gesellschaft ohne Gott auf uns laden, wenn wir unsere Verhältnisse an Gott vorbei ordnen.

Schlagwörter: Abednego - Amos - Bibel - CORONA-Virus - COVID-19 - David - Gott - Heiliger Geist - Mesach - Nebukadnezar - Prophetie - Sadrach - Sicherheit - Sohn - Trinität - Vater - Verantwortung

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Daniel und die babylonischen Traumdeuter

Der Bund Gottes: Leben, Frieden und Ehrfurcht vor Gott.
Leben im Wissen um den großen und allmächtigen Gott





Nebukadnezar hatte ein Standbild errichten lassen, das alle Menschen in seinem Reich anbeten sollten. Er weihte es mit seinem Hofstaat ein und gab Befehl, dass es angebetet werden sollte, wenn ein Trompetensignal ertönt. Wer dazu nicht bereit war, sollte in den glühenden Feuerofen geworfen werden. Sadrach, Mesach und Abednego, gläubige Juden, sind nicht dazu bereit. Sie werden vor dem König verklagt und widerstehen trotzdem dem Befehl des Königs:

Daniel 3,16-18  * : Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben nicht nötig, dir hierauf ein Wort zu erwidern. Sei es nun, daß unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem glühenden Feuerofen befreien kann und uns von deiner Hand erretten wird, oder nicht, so sollst du wissen, o König, daß wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast!

Diese Männer haben durch göttliches Eingreifen den Feuerofen überlebt. Ob Johann Hus, der böhmische Reformator des 14.Jahrhunderts, während seines Prozesses, an dessen Ende der Scheiterhaufen stand, auch an diese Männer gedacht hat? Wir wissen es nicht. Johann Hus ist, Loblieder singend, verbrannt worden, weil er Gott mehr gehorchen wollte als den Menschen. die drei Männer haben den Feuerofen überlebt. Als Sadrach, Mesach und Abednego diese Worte sprachen, war der Ausgang des Verfahrens auch für sie eigentlich ganz klar: Sie würden in diesem Ofen verbrennen, denn der König war sichtbar erzürnt über ihren Widerstand.

Mein Großvater war Kommunist und ist Anfang der 30'er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zum Glauben gekommen und hat daraufhin sein Leben verändert. Als die Kommunisten in Sachsen mit Hilfe der russischen Truppen die Macht übernahmen, erinnerten sich viele seiner ehemaligen Kollegen noch daran, dass er einmal zu ihnen gehört hatte und versuchten ihn wieder für ihre Sache zu gewinnen. Als dies nicht gelang, begannen sie, ihn zu verspotten. Er erzählte mir einmal die folgende Geschichte: In den 50'er Jahren ist in der DDR noch häufig der Strom ausgefallen. Mein Großvater war Former in einem Stahlkombinat. Er hatte seine Form fertiggemacht, der Stahl war verflüssigt und musste nun umgehend, bevor er wieder erkaltete, in die Form gegossen werden. In diesem Moment fiel der Strom aus. „Na, Kurt, wo ist nun dein Gott?” rief einer seiner Kollegen. In diesem Moment war der Strom wieder da und mein Großvater konnte den Guss vollenden. „Da ist mein Gott!”

Hinterher lassen sich solche Geschichten gut erzählen. Aber wie ist es, wenn man mitten drin steht. Sadrach, Mesach und Abednego standen mitten drin. Der Ofen war heiß, das konnten sie sehen, das wussten sie zumindest. Wir hören auch nicht von einem prophetischen Wort, das die drei bekommen hätten: „Habt keine Angst, euch wird nichts passieren!” Sie standen vor dem tobenden König und schauten dem Tod ins Gesicht.

Uns steht heute kein tobender Potentat gegenüber. Das, was uns bedroht, kommt lautlos daher, in kleinen Wassertröpfchen verborgen, die man kaum sehen kann. Es sind Viren, die irgendwo in China von Tieren auf Menschen übertragen worden sind und sich mit immer größer werdender Geschwindigkeit auf die ganze Welt ausbreiten. Und wir sehen die Bilder, wie Menschen, die vor wenigen Wochen noch fröhlich ihre Straße gezogen sind, plötzlich hingeworfen auf Krankenbetten liegen, künstlich beatmet und in künstlichem oder auch echtem Koma. Und immer mehr von diesen Menschen versterben.

Und niemand, der dies im Fernsehen sieht, kann ausschließen, dass es ihn nicht als nächsten trifft. Ich zumindest habe kein prophetisches Wort, in dem der HERR sagt, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche, weil es mich nicht treffen wird. Jede Begegnung mit anderen Menschen wird zum Zufallsexperiment, denn viele Menschen sind befallen, ohne es zu wissen. Und so weiß ich nicht, ob der Mensch, der mir begegnet, das Geld, das ich anfasse, nicht schon infiziert sind. Ich bin nicht in der Situation, dass ich meinen Enkeln erzählen kann, dass ich es gut überstanden habe, weil ich viel Gesundheitstee getrunken habe. Ich stehe mitten drin und weiß nicht, ob dann, wenn es mich womöglich erwischt, noch genügend Beatmungsgeräte da sind.

Wir sind im Augenblick nicht viel schlauer als unsere Vorfahren im Mittelalter, als die Pest durchs Land zog. Wir haben die vage Hoffnung, dass ein Medikament oder ein Impfstoff gefunden wird. Aber im Augenblick können wir nicht mehr tun, als hoffen, dass es uns nicht erwischt.

„Wo ist euer Gott?” Was können wir sagen, wenn uns jemand so fragt? Wir müssen auch gestehen, dass wir ausgeliefert sind. Wir hoffen, dass nichts passiert, wir beten dass nichts passiert, aber wir können keine Sicherheiten anbieten.

Und doch können wir etwas anbieten: Da ist ein lebendiger Gott, der auch in dieser Situation die Geschicke der Menschen und mein Geschick lenkt. Und dieser Gott wird zu seiner Zeit das Wort sprechen, auf das wir alle warten: „Es ist genug!” Und damit diese Pandemie beenden. ( 2.Samuel 24,16 *  )

Ein Pfarrer, Prof. Dr Dr h.c. Christoph Stückelberger, der sich auch mit Fragen der Ethik beschäftigt, hat einige Prinzipien aufgestellt, die er „Ten concerns from an ethical perspective” nennt. Er überschreibt sie: „Coronavirus COVID-19: Let’s stay together – at a distance” (Globethics.net). Darin schreibt er unter der Überschrift «Faith Matters»: «Two thirds of humanity would describe themselves to some extent or other as religious. What does this pandemic mean for faith in God or for trust in karma as a way of existence? Many religious communities care deeply for the sick and lonely. Prayers, meditation and encouragement with hope matter. The worst thing religious communities could do now is to increase the suffering by preaching that such a pandemic is a punishment of God for individual or collective misbehaviour or a result of behaviour in former lives or if they disrespect state orders and continue worshiping, arguing that they place their trust only in God. So-called trust in God while disrespecting medical advice and caring is unethical and irresponsible. Medical staff and researchers who develop a vaccine are gifts of the Almighty.»

Übersetzung: Zwei Drittel der Menschheit würden sich selbst in dem einen oder anderen Rahmen als religiös bezeichnen. Was bedeutet diese Pandemie für den Glauben an Gott oder das Vertrauen in das Karma oder für die Art unserer Existenz? Viele religiöse Gemeinschaften sorgen gründlich für die Kranken und Einsamen. Gebet, Meditation und Ermutigung mit Hoffnung hat eine Bedeutung. Das Schlimmste, was religiöse Gemeinschaften jetzt tun könnten, wäre, dass sie das Leiden der Menschen dadurch erhöhen, dass sie predigen, dass solch eine Pandemie eine Strafe Gottes für individuelles oder kollektives Fehlverhalten ist oder dass es das Resultat eines Verhaltens in einem früheren Leben ist oder dass argumentiert wird, dass sie dadurch ihr Vertrauen nur auf Gott setzen, wenn sie staatlichen Anweisungen nicht gehorchen und fortfahren mit der Anbetung. Das so genannte Gottvertrauen, wenn es medizinischen Rat und Fürsorge missachtet, ist unethisch und unverantwortlich. Medizinische Mitarbeiter und Forscher, die einen Impfstoff entwickeln, sind Gaben des Allmächtigen.

Lassen wir einmal alle Aspekte außer Acht, die er im Blick auf nicht-christliche Religionen gesagt hat, dann schreibt er aus ethischen Gründen doch Folgendes vor:

Lassen wir den zweiten Punkt einfach einmal so stehen, auch wenn der darin aufgebaute Gegensatz gar nicht existiert: Wir können doch mit unserer Anbetung fortfahren und dabei aber getreu nach Römer 13 *  auch den staatlichen Anweisungen folgen, also etwa im Haus bleiben. Dies gilt dann so lange, wie diese staatlichen Anweisungen eine nachvollziehbare medizinische Begründung haben. Bei Maßnahmen, die über das medizinisch Gebotene hinausgehen und willkürlicher Natur sind, wird sich schon die Frage nach den Motiven des Staates stellen und der Aspekt: „Du sollst Gott mehr gehorchen als den Menschen” zu prüfen sein. In einer Situation, in der der Staat willkürlich Freiheitsrechte außer Kraft setzt, sind aber nicht nur die Christen allein, sondern alle Demokraten gefordert. Aber eine solche Situation ist in unserem Land, soweit man es heute absehen kann, erfreulicherweise kein Thema.

Aber zum ersten Punkt stellt sich doch die Frage: Ist die Welt so einfach? Reicht es, aus ethischen Gründen zu verbieten, an die Verantwortung der Menschen für ihr Leben zu erinnern? Ist diese Pandemie nicht auch deshalb entstanden, weil lokale Verantwortliche in Wuhan sie wochenlang verschleiert haben, so dass sich sich erst einmal in der Stadt Wuhan ausbreiten konnte und damit schließlich über die ganze Welt hereinbrach? Ist individuelles Fehlverhalten hier nicht offenkundig? Haben nicht Regierungen die Gefahr lange kleingeredet? Und reden sie nicht bis heute davon, wie stark unser Gesundheitswesen ist und dass wir uns keine Sorgen zu machen brauchen? Ist unser Leben ohne Gott, unser fortschreitender Atheismus, und damit einhergehend eine immer stärkere Brutalisierung unserer Gesellschaft, die Lieblosigkeiten unter dem Deckmantel der Selbstverwirklichung gerne toleriert, aber in keiner Weise nach Gottes Wort fragt? Hier machen wir es uns zu einfach, wenn wir mit Verweis auf die Opfer der Frage nach dem Handeln Gottes ausweichen.

Wir müssen hier sehr klar sehen, dass Täter und Opfer, wie fast immer in der Weltgeschichte, nicht dieselben sind. Der Arzt, der mutig von der Gefahr durch das Virus gesprochen hat und von den Behörden gemaßregelt wurde, ist mittlerweile an dem Virus verstorben. Ich weiß nicht, ob der Parteisekretär, der ihn gemaßregelt hat, noch lebt. Darüber hinaus ist es auch sehr leicht, die Schuld auf die chinesischen Verhältnisse zu schieben. Haben die Behörden in Europa und den U.S.A. sofort und mit klaren Entscheidungen reagiert. Wieviele Bagatellisierungen haben wir gehört, bevor die Behörden angefangen haben, auf Virologen zu hören.

So bleiben viele Fragen, die sich die Gesellschaft stellen muss, auch und gerade im Angesicht der unendlichen Trauer, die diese Pandemie über die Menschheit bringt. Diese Fragen sind auch dann nicht zu umgehen, wenn man die Frage nach Gott einfach ausklammert, so wie es heute bei vielen Menschen der Fall ist. Paulus ist hier sehr klar in dem, was er sagt: Irret euch nicht; Gott läßt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. (Galater 6,7  * ) Gott lässt sich nicht einfach ausklammern, Gott handelt souverän, ob unser Denken dies akzeptieren will oder nicht. Der Kurzschluss, den viele Menschen hier machen, trifft nicht zu: Wenn es heißt, dass der Mensch erntet, was er sät, dann ist es leider nicht immer derselbe Mensch. Der Mensch Hitler hat seine Hassparolen gesät und wie viele Menschen mussten ernten, in den KZ, in den Kriegsgebieten. David hat als König auch so manchen Fehlgriff getan. Angesichts einer Pest, spricht er: Als David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat begangen! Was haben aber diese Schafe getan? Laß doch deine Hand wider mich und wider meines Vaters Haus gerichtet sein! (2.Samuel 24,17 * ) Hier hat ein Herrscher etwas kapiert. Das ist in der Weltgeschichte eher selten. Während Hitler wie ein Hund sich aus der Welt stehlen musste, sind die Stalins und Maos in ihren Betten gestorben, obwohl man auch im Blick auf die Menschen ihres Herrschaftsbereiches fragen kann: „Was haben aber diese Schafe getan?”

So stehe ich als ein Mann Gottes im Angesicht dieser Pandemie, lese von den vielen Särgen, die in den Hochburgen der Pandemie in die Krematorien getragen werden und frage wie David: „Was haben aber diese Schafe getan?”

Wie kann es sein, dass unsere Wissenschaft ungeahnte Höhen erreicht hat und wir plötzlich vor einer Pandemie stehen wie das Mittelalter vor der Pest. Wir können nichts tun. Uns wird bewusst, dass wir trotz unserer gewaltigen Errungenschaften wie das Kaninchen auf die Schlange schauen. Wenn sie zubeißt, dann ist es geschehen. Ist jetzt die Frage nach Gott nicht geradezu zwingend? Ist es nicht zwingend, zu fragen, wie das geschehen konnte? Und reicht es aus, den kleinen Parteisekretär in Wuhan zu tadeln, der nicht rechtzeitig reagiert hat? Reicht es aus, die Schuld in China zu suchen?

Wer an den Fortschritt glaubt, wird sagen, dass das halt noch ein wenig zu früh gekommen ist. In ein paar Jahren werden wir den unversalen Impfstoff haben, der die Antikörper produziert, die wir in einem solchen Fall brauchen. Möge er das glauben. Wie viele von denen, die an den Fortschritt glauben, haben den Sieg über die Pest gefeiert, haben das Penicillin gefeiert und gedacht, dass uns so etwas nicht wieder passieren kann. Selbst unsere Bakterien sind mittlerweile schlauer als unser Penicillin. Und unsere heutige Situation und die Pest im Mittelalter sind nicht so weit voneinander entfernt, wie wir es gerne glauben möchten.

Und wenn ich an Gott glaube? Da ist die bohrende Frage, warum Gott das zulässt. „Was haben aber diese Schafe getan?” Und wir müssen eine klare Antwort geben: „Ja, Gott hat das zugelassen!” Wir können nicht einerseits behaupten, wir glauben an Gott, und andererseits diese Pandemie mit den Worten „Dumm gelaufen!” abtun. Wir müssen uns, auch als Gesellschaft, der Frage stellen, was dies bedeutet. Der Ausweg „Dumm gelaufen!” ist zu einfach. Gott selber drückt sich auch nicht um seine Verantwortung, denn er spricht durch seinen Propheten Amos: Kann man in die Posaune stoßen in der Stadt, ohne daß das Volk erschrickt? Geschieht auch ein Unglück in der Stadt, das der HERR nicht tue? Nein, Gott, der HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten. (Amos 3,6-7 * ) Über die Pest, die in Israel ausbrach, schreibt das zweite Buch Samuel: Da ließ der HERR Pestilenz in Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, daß von dem Volk, von Dan bis Beerseba, siebzigtausend Mann starben. (2.Samuel 24,15 * ) Gott ließ es kommen, ließ es geschehen. Ein schrecklicher, ein undenkbarer Gedanke? Wer von dem Allmächtigen spricht, der kann eigentlich gar nicht anders denken. Ist Gott allmächtig, so kommt nichts an seiner Allmacht vorbei, weder Hitler noch Covid-19. Und dann stellt sich uns als Gesellschaft die Frage: „Warum ließ es Gott zu?”

Und die Antwort scheint mir zu sein: „Uns geschieht, wie wir geglaubt haben.” Als blinde Männer zu Jesus kommen und nach Heilung verlangen, berichtet uns Matthäus: Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus fragte sie: Glaubt ihr, daß ich solches tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr! Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben! (Matthäus 9,28-29 * ) Wenn Jesus den Glauben unseres Volkes sieht, dann wird er feststellen, dass wir glauben, wir haben alles im Griff. Und wir haben die finanziellen Mittel, das alles durchzustehen. Und wir haben ein Gesundheitswesen, das auf alles vorbereitet ist. Stattdessen müssten wir eigentlich demütig feststellen, dass unsere Mittel beschränkt sind. Wir sehen in anderen Ländern, wie sehr dort das Gesundheitswesen bereits an seinen Grenzen angekommen ist und Menschen über 60 Jahren schon gar nicht mehr beatmet werden, um wenigstens die Jüngeren zu retten. Wir sind nur zwei bis drei Wochen hinter diesen Ländern, wenn wir die Durchdringung mit dem Virus anschauen.

Dies muss angesprochen werden. Denn es ist ja auch ein Hilferuf, wenn ein Heide fragt: „Na, Kurt, wo ist nun dein Gott?” Nützt denn wenigstens der Glaube? Allerdings ist es meist ein rhetorischer Hilferuf, denn ist die Gefahr vorbei, geht alles so weiter wie bisher. Dabei wäre es schon wichtig und geboten, nicht nur das Fehlen von Impfstoffen zu beklagen, sondern auch das verantwortungslose Treiben insgesamt, verantwortungslos deshalb, weil wir uns vor der letzten Verantwortung drücken, der Verantwortung vor Gott. Die Amokläufer unserer Zeit meinen, wenn sie sich zum Schluss selbst erschießen, dann haben sie es geschafft. Wie sehr sie sich täuschen, werden sie merken, wenn sie vor Gott stehen. Aber unsere Wissenschaft schreitet heute stolz daher und meint, sie könne beweisen, dass die Frage nach Gott obsolet sei. Und so ist es geradezu unsere Pflicht, daran zu erinnern: Irret euch nicht; Gott läßt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. (Galater 6,7  * )

Aber den armen Menschen, der aus seinem Haus gehen muss und weiß, dass er sich einem gewissen Risiko aussetzt, was ist ihnen zu sagen? Nein, es gibt kein Wort in der Schrift, dass dem, der immer ordentlich seine Arbeit macht und sich nichts zu Schulden kommen lässt, Sicherheit in allen Lebenslagen verspricht. Die Propheten des Alten Bundes haben Gott geliebt und sind ihm gehorsam gefolgt. Und trotzdem haben sie unter der Last ihrer Verantwortung geseufzt. Sie haben viel Zeit ihres Lebens im Gefängnis verbracht oder auf der Flucht. Viele sind hingerichtet worden. Auch der Christ hat keinen Rechtsanspruch gegenüber Gott, dass sein Leben von Unglück frei sei. Als Jesus danach gefragt wird, lässt er sich auf die Frage nach mehr oder weniger Schuld gar nicht ein: Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer mehr als alle andern Galiläer Sünder gewesen seien, weil sie solches erlitten haben? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. Oder jene achtzehn, auf welche der Turm in Siloa fiel und sie erschlug, meinet ihr, daß sie schuldiger gewesen seien als alle andern Leute, die zu Jerusalem wohnen? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen! (Lukas 13,2-5 * )

Keiner von uns hat einen Rechtsanspruch gegenüber Gott. Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes, (Römer 3,23 * ) Paulus bringt es klar auf den Punkt. Aus Gottes Sicht kann keiner von uns Menschen sein Haupt erheben, aus Gottes Sicht ist unsere Leistung unzulänglich, besitzen wir keinen Rechtsanspruch.

Und damit schließt sich der Kreis zu unserem alttestamentlichen Bibeltext: Daniel 3,16-18  * : Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben nicht nötig, dir hierauf ein Wort zu erwidern. Sei es nun, daß unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem glühenden Feuerofen befreien kann und uns von deiner Hand erretten wird, oder nicht, so sollst du wissen, o König, daß wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast! Wir bekennen, dass Gott uns vor dieser Pandemie bewahren kann. Wir wissen aber nicht, was Gott mit uns vorhat. Wir wissen, dass er uns lieb hat. Jesus sagt uns: An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. (Johannes 16,26-27 * ) Der Vater selbst, der lebendige Gott, hat uns lieb. Dieses ist eine diesseitige und eine jenseitige Hoffnung. Und diese Hoffnung gibt uns den Mut, in dieser Welt zu stehen und mit dieser Welt zu leiden. Sei es nun, daß unser Gott, dem wir dienen, uns vor dieser Covid-19-Infektion bewahren wird und uns überleben lässt oder nicht, wir werden vertrauensvoll in die Zukunft schauen, denn unsere Hoffnung endet nicht mit dem Tod. Unsere Hoffnung ist größer. Wir vertrösten nicht auf ein Leben nach dem Tode, sondern schauen mit offenen Augen auf das, was in der Welt und um uns herum geschieht. Wir können das tun, weil wir durch den Geist Gottes einen klaren Blick haben. Aber unser Blick ist darauf nicht beschränkt, unsere Hoffnung endet nicht an den Lasten des Alters oder an der Schwelle des Todes. Eigentlich beginnt sie da erst richtig. Deshalb bekennen wir:

Sollte unser Gott uns vor dieser Pandemie bewahren oder nicht, wir leben aus einer Hoffnung, die auf dem Frieden Gottes aufbaut, der höher ist als alle unsere menschliche Vernunft. Dieser bewahrt unsere Herzen und Sinne ( Philipper 4,7 *  ). Daran halten wir fest.

Amen





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Die in dieser Predigt zitierten 24 Bibelstellen:

Nr.BibelstelleBibeltext
12.Samuel 24,15
1
Da ließ der HERR Pestilenz in Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, daß von dem Volk, von Dan bis Beerseba, siebzigtausend Mann starben.
22.Samuel 24,16
1
Als aber der Engel seine Hand über Jerusalem ausstreckte, um sie zu verderben, ließ sich der HERR des Übels gereuen, und er sprach zu dem Engel, dem Verderber unter dem Volke: Es ist genug! Laß nun deine...
32.Samuel 24,17
1
Als David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat begangen! Was haben aber diese Schafe getan? Laß doch deine Hand wider mich und wider...
4Daniel 3,16-18
1   2
Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben nicht nötig, dir hierauf ein Wort zu erwidern. Sei es nun, daß unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem glühenden...
5Amos 3,6-7
1
Kann man in die Posaune stoßen in der Stadt, ohne daß das Volk erschrickt? Geschieht auch ein Unglück in der Stadt, das der HERR nicht tue? Nein, Gott, der HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis...
6Matthäus 9,28-29
1
Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus fragte sie: Glaubt ihr, daß ich solches tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr! Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach...
7Lukas 13,2-5
1
Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer mehr als alle andern Galiläer Sünder gewesen seien, weil sie solches erlitten haben? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße...
8Johannes 16,26-27
1
An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott...
9Römer 3,23
1
Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes,
10Römer 13
1
Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die vorhandenen aber sind von Gott verordnet. Wer sich also der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt...
11Galater 6,7
1   2
Irret euch nicht; Gott läßt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.
12Philipper 4,7
1
Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus!




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