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Predigt über David, einen Mann nach dem Herzen Gottes.

Was ist das für ein Mann, von dem Gott selber bezeugt: Ein Mann nach meinem Herzen.

 


Zusammenfassung

Paulus beschreibt David als Mann nach dem Herzen Gottes. Damit können wir, indem wir uns die Person David anschauen, einen Blick in das Herz Gottes werfen: Was sind das für Menschen, die Gott haben möchte. Das Beispiel Davids zeigt uns: Es ist nicht etwa die Sündlosigkeit Davids - schwere Verfehlungen überschatten Davids Herrschaft. Es ist nicht die Professionalität Davids - er ließ sich mehr als einmal von seinen Gefühlen fortreißen. Es ist die Liebe und Treue und das unbedingte Vertrauen zu Gott, selbst in dunklen Stunden, selbst in den Augenblicken, wo er sich schuldig vor Gott wusste. Es ist die Nähe zu Gott, in der er lebte. So ist das Leben Davids eine Herausforderung für unseren Glauben.

Schlagwörter: Erfahrung - Glauben - Herz Gottes - Liebe - Nähe zu Gott - Treue - Verfehlungen - Vertrauen zu Gott

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Schriftauslegungen für die Gemeindearbeit

Überwindung der Angst
Eine Predigt zum Jahresbeginn

Die Gnadengabe der Begegnung
Begegnung zwischen Christen ist ein Gottesgeschenk, mehr als ein Treffen oder ein Besuch.



Der Text zur Predigt

Apostelgeschichte 13,20-23

Und darnach, während etwa vierhundertfünfzig Jahren, gab er ihnen Richter bis auf Samuel, den Propheten. Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamme Benjamin, vierzig Jahre lang. Und nachdem er ihn auf die Seite gesetzt hatte, erweckte er ihnen David zum König, von dem er auch Zeugnis gab und sprach: «Ich habe David gefunden, den Sohn des Jesse, einen Mann nach meinem Herzen, der allen meinen Willen tun wird.» Von dessen Nachkommen hat nun Gott nach der Verheißung Jesus als Retter für Israel erweckt,





Gott sprach: „Ich habe David gefunden, den Sohn des Jesse, einen Mann nach meinem Herzen, der allen meinen Willen tun wird.“ ( Apostelgeschichte 13,22 * )

Auf seiner ersten Missionsreise in Antiochien in Pisidien werden Paulus und Barnabas von den Ältesten in der Synagoge aufgefordert zu reden. Paulus ergreift das Wort und stellt der Synagoge zunächst die Geschichte Israels vor, bevor er auf das Erlösungswerk Jesu zu sprechen kommt, erwähnt er nur zwei Könige, Saul und David. Und zu David sagt er, dass er ein Mann nach dem Herzen Gottes war. Dies hebt David besonders hervor und macht ihn zum Vorbild und zeigt auch, worauf es Gott bei dem Menschen ankommt.

David ist ein Mann nach dem Herzen Gottes. Ein großes Wort, das Paulus hier spricht. Und so stellt sich die Frage, was das denn für ein Mann ist, von dem Gott selber bezeugt: Dies ist ein Mann nach meinem Herzen. Vielleicht hilft es uns, dieser Frage nachzugehen, um ein wenig mehr über unseren Gott zu erfahren und zu verstehen, was er eigentlich von uns erwartet. Was sucht Gott am oder im Menschen, damit er ihn berufen kann.

David war Isais 8. Sohn und offenbar nicht der angesehenste oder der bedeutendste. Denn als Samuel zu Isai kommt und nach seinen Söhnen fragt, da wird ihm David erst auf die ausdrückliche Nachfrage Samuels vorgestellt. Isai konnte sich gar nicht vorstellen, dass Gott diesen Jungen ausgewählt hat.

Wenn man den Stammbaum Isais betrachtet, dann gehört er schon zu den großen Familien Judas denn sein Ur-Ur-Großvater war „Nachschon, der Fürst der Kinder Judas“ ( 1.Chronika 2,10 * ). Aber Isai lebte in Bethlehem, in der Provinz. Sein Sohn David musste Schafe hüten. Dies spricht von Wohlstand, aber keineswegs von übermäßigem Reichtum. Die Schafherde, die David hütet, wird vom ältesten Bruder Davids keineswegs als bedeutend eingeschätzt. Denn im Zuge der Goliath-Geschichte lesen wir in 1.Samuel 17,28  * : Aber Eliab, sein ältester Bruder, hörte ihn mit den Männern reden. Da entbrannte Eliabs Zorn wider David, und er sprach: Warum bist du herabgekommen? Und bei wem hast du dort in der Wüste die wenigen Schafe gelassen? Ich kenne deine Vermessenheit und deines Herzens Bosheit wohl; denn du bist herabgekommen, um den Kampf zu sehen!

Bethlehem selber war ein unbedeutendes Dorf, keiner der Hauptorte Judas, denn warum sonst formuliert der Prophet Micha im Blick auf Jesus: (H4-14) Nun schließe deine Reihen, du Schar! Man errichtet Bollwerke gegen uns; mit der Rute wollen sie den Richter Israels auf den Backen schlagen. (H5-1) Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar klein, um unter den Hauptorten Judas zu sein; aber aus dir soll mir hervorgehen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Ursprung von Anfang, von Ewigkeit her gewesen ist. ( Micha 5,1-2 * ) Die Familie Isais lebte folglich in der Provinz und war damit wohl kaum eine der einflussreichen oder staatstragenden Familien.

Andererseits lesen wir über David, dass er braun gebrannt war, schöne Augen hatte, einen guten Wuchs, also offensichtlich von großer, eindrucksvoller Gestalt war. 1.Samuel 16,12  * : Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit schönen Augen und von gutem Aussehen. Und der HERR sprach: Auf! salbe ihn, denn dieser ist's! Und er war mutig. Er erlegte Bären und Löwen, wenn es denn nötig war, um die Herde zu schützen. Seine Hirtentätigkeit beschreibt er selbst gegenüber Saul, auch im Zusammenhang der Goliathgeschichte: 1.Samuel 17,34-35   * : David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters; da kam ein Löwe und einmal ein Bär und trug ein Schaf hinweg von der Herde. Da ging ich aus, ihm nach, und schlug ihn und rettete es aus seinem Rachen. Und als er sich wider mich erhob, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und tötete ihn. ( 1.Samuel 17,34-35   * )

Allerdings sind hier die Gründe für die besondere Nähe Davids zum Herzen Gottes nicht zu finden. Samuel geht zu Isai, um den neuen König, den Nachfolger Sauls zu salben. Als er den ersten Sohn sieht, ist er beeindruckt und meint, den neuen König zu sehen. Aber der HERR sprach zu Samuel: Schaue nicht auf sein Aussehen, noch auf die Höhe seines Wuchses, denn ich habe ihn verworfen; denn Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; der Mensch sieht auf das Äußere; der HERR sieht auf das Herz. ( 1.Samuel 16,7  * )

Im Folgenden wollen wir drei Punkte herausarbeiten, die uns die Besonderheit Davids vor Augen stellen:


David sucht die Ehre Gottes:

Drei Situationen sollen dies schlaglichtartig beleuchten:

Goliath tritt vor das Philister-Heer und verspottet Israel. Die Israeliten haben Angst und fliehen vor dem Mann. David aber fragt ( 1.Samuel 17,45   * ): David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Wurfspieß; ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verhöhnt hast! Die Tatsache, dass das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt wird, ist für David maßgeblich. Diese Aussage beinhaltet doch zwei Botschaften. Zum Einen geht es David um die Ehre Gottes. Indem er diesen Gott als den lebendigen Gott bezeichnet, sagt er indirekt, dass die Götter der anderen Völker eben nicht „lebendige“ Götter sind, sondern tote Götzen. Darin drückt sich die Ausschließlichkeit seines Glaubens aus.

Und noch einmal unterstreicht er die Tiefe und Unbedingtheit seines Glaubens, indem er vor Goliath auf dessen Spott hin sagt ( 1.Samuel 17,45-47   * ): David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Wurfspieß; ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verhöhnt hast! An diesem heutigen Tag wird dich der HERR in meine Hand liefern, daß ich dich schlage und deinen Kopf von dir nehme und deinen Leichnam und die Leichname des Heeres der Philister den Vögeln unter dem Himmel und den wilden Tieren der Erde gebe, damit das ganze Land erfahre, daß Israel einen Gott hat. Und diese ganze Gemeinde soll erfahren, daß der HERR nicht durch Schwert noch Spieß hilft; denn der Kampf ist des HERRN Sache, und Er wird euch in unsre Hand geben!

Ohne Wenn und Aber bekennt er hier seinen Glauben. Ohne Wenn und Aber identifiziert er seine Sache und Gottes Sache. Er formuliert seinen Glauben so eindeutig, dass es für ihn das Zurück, die Alternative, dass Gott ihm hier vielleicht nicht helfen könnte, gar nicht gibt. Wenn es Unbedingtheit des Glaubens gibt, hier sehen wir sie. Die Ehre Gottes ist die Motivation für das Handeln Davids. Auch nicht ein kleines Wort, das als Seitenhieb auf seine an der Schlacht beteiligten Brüder empfunden werden könnte: „Seht her, wie ich mich für die Sache Gottes einsetze …“ Sein Blick ist ungeteilt auf Gott gerichtet und die Sache Gottes ist sein einziges Anliegen.

Dieses Verhalten Davids zeigt uns, dass wir es hier mit einem tief glaubenden Menschen zu tun haben. Und es ist eine Anfrage an uns, an unseren Umgang mit der Sache Gottes, an unsere Art, wie wir uns in der Gemeinschaft der Gläubigen hervortun. Ist es unzweifelhaft und eindeutig die Sache Gottes?

Ein anderes Beispiel:

Die Bundeslade wird in die Stadt Davids gebracht. Daraus macht David ein rauschendes Fest und feiert auch selber mit. ( 2.Samuel 6,16  * ) Und als die Lade des HERRN in die Stadt Davids kam, schaute Michal, die Tochter Sauls, durchs Fenster und sah den König David hüpfen und vor dem HERRN tanzen, und sie verachtete ihn in ihrem Herzen. Michal, die Tochter Sauls hat eine andere Vorstellung von der Würde eines Königs. So etwas tut ein König nicht. Aber sie kennt nicht die Prioritäten Davids: David aber sprach zu Michal: Vor dem HERRN, der mich vor deinem Vater und vor seinem ganzen Hause erwählt und mir befohlen hat, Fürst über das Volk des HERRN, über Israel zu sein, vor dem HERRN habe ich getanzt. Und ich will noch geringer werden als diesmal und niedrig sein in meinen Augen; und bei den Mägden, von welchen du gesprochen hast, will ich mir Ehre erwerben! ( 2.Samuel 6,21-22  * ) Auch hier steht die Ehre Gottes im Vordergrund. Und es wird auch sichtbar, welchen bedeutenden Stellenwert für ihn das Volk Gottes hat. Im Volk Gottes will er sich Ehre erwerben.

Ein letztes Beispiel, wie hoch David die Ehre Gottes einstuft und wie sehr die Ehre Gottes allen persönlichen Belangen vorgeht: David war auf der Flucht vor Saul in der Wüste Engedi. Er hatte sich in einer Höhle versteckt, in die Saul kam, um „seine Füße zu bedecken“. David saß mit seinen Leuten im hinteren Teil der Höhle, so dass Saul ihn nicht bemerkte. Die Leute Davids sehen jetzt ihre Chance: (H24-5) Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, davon der HERR dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hand geben, daß du mit ihm machest, was dir gefällt! Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel von Sauls Rock. (H24-6) Aber darnach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel von Sauls Rock abgeschnitten hatte; ( 1.Samuel 24,4-5  * ) Das Wort stellte ganz offensichtlich eine Versuchung für David dar. Er schneidet auch einen Zipfel von Sauls Gewand ab. Aber als seine Männer ihn drängen, Saul Gewalt an zu tun, verweigert er sich: (H24-7) und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir sein, daß ich solches tue und meine Hand an meinen Herrn, den Gesalbten des HERRN, lege; denn er ist der Gesalbte des HERRN! (H24-8) Also hielt David seine Männer mit Worten zurück und ließ ihnen nicht zu, sich wider Saul zu erheben. Und Saul machte sich auf aus der Höhle und ging seines Weges. ( 1.Samuel 24,6-7  * ) So steht auch in dieser Situation die Ehre Gottes im Vordergrund und nicht das eigene Ziel, der eigene Ehrgeiz, nicht einmal seine persönliche Sicherheit.

David setzt seinen Glauben und sein Vertrauen fest auf Gott:

Zunächst einmal eine Vorbemerkung: Wer die Ehre Gottes suchen will, der braucht dazu eine feste Grundlage: Glauben und Vertrauen auf Gott.

Ohne Glauben und Vertrauen wird die Ehrung Gottes zur bloßen Deklamation, zu einem leeren Gerede. Denn eigentlich besteht die Ehrung Gottes ja gerade darin, dass ich auf ihn vertraue. Dies ist doch schon im täglichen Leben so: Wenn ich einerseits einen Menschen als meinen Freund bezeichne, wenn ich aber andererseits dann, wenn ich irgend eine Frage habe, mit allen anderen rede, aber nicht mit diesem vermeintlichen Freund, dann ist doch wohl klar, dass es mit der Freundschaft nicht so weit her ist.

Bereits in der Goliath-Geschichte haben wir den Glauben und das Vertrauen Davids eindrücklich beobachtet ( 1.Samuel 17,45  * ): David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Wurfspieß; ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verhöhnt hast!

Dieses zeugt von tiefen Glauben, aber ich bin überzeugt, auch von einer tiefen Gotteserfahrung. Wäre David wirklich so losmarschiert, wenn er diese Erfahrung nicht schon als Schafhirte im Angesicht der Löwen gemacht hätte. Im Psalm 18 beschreibt David seine Erfahrung: ( Psalmen 18,29-30 * ) … (H18-30) denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschmeißen und mit meinem Gott über die Mauer springen. (H18-31) Dieser Gott! Sein Weg ist vollkommen, die Rede des HERRN ist geläutert; er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

Wie viele sind schon glaubensfroh losmarschiert, aber gescheitert, weil sie auf Götzen gesetzt haben, weil sie Deklamationen gefolgt sind, weil sie aber nicht die Glaubenserfahrung gesucht haben. Auch dieses muss an dieser Stelle gesagt sein. Es reicht nicht, irgendetwas zu glauben. Es ist der Glaube an den lebendigen Gott, der David stark macht.

An einer anderen Stelle gewinnen wir einen tiefen Eindruck von der Art der Gottesbeziehung Davids:

David hat mit Batseba Ehebruch begangen und den Mann der Batseba ermorden lassen. Mit Recht wurde er deshalb von dem Propheten Nathan zurechtgewiesen. Der Prophet teilte ihm auch mit, dass sein Kind, das er von Batseba auf Grund dieses Ehebruchs erwartete, sterben würde. Als nun das Kind krank wird und es immer schlimmer um das Kind steht, fastet David und betet. Er steigert sich so in sein Gebet und sein Flehen vor Gott hinein, dass sein Hofstaat schon erhebliche Sorgen um ihn hat: ( 2.Samuel 12,18  * ) Am siebenten Tag aber starb das Kind. Und die Knechte Davids fürchteten sich, ihm zu sagen, daß das Kind tot sei, denn sie dachten: Siehe, als das Kind lebendig war, redeten wir mit ihm, und er folgte unsrer Stimme nicht; wieviel mehr wird es ihm wehe tun, wenn wir sagen: Das Kind ist tot! Interessant ist, wie David nun reagiert, als er erfährt, dass das Kind tot ist. Da er es erfährt, ist zunächst einmal offensichtlich, dass er nicht selber bei dem sterbenden Kind und seiner Mutter war. Die Bibel berichtet uns über Davids Reaktion und die Verwunderung, die er damit auslöste: ( 2.Samuel 12,19-23  * ): David aber sah, daß seine Knechte leise miteinander redeten, und merkte, daß das Kind tot sei, und fragte seine Knechte: Ist das Kind tot? Sie sprachen: Es ist tot! Da erhob sich David von der Erde, wusch und salbte sich und zog andere Kleider an und ging in das Haus des HERRN und betete an. Und als er wieder heimkam, hieß er Brot auftragen und aß. Da sprachen seine Knechte zu ihm: Was ist das für ein Verfahren, das du befolgst? Als das Kind lebte, fastetest und weintest du; nun aber, da es gestorben ist, stehst du auf und issest Brot? Er sprach: Als das Kind noch lebte, fastete und weinte ich, weil ich dachte: Wer weiß, ob der HERR mir nicht gnädig sein wird, so daß das Kind am Leben bleibt? Nun aber, da es tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es zurückholen? Ich werde wohl zu ihm fahren, es kommt aber nicht wieder zu mir!

David hofft bis zum Schluss. Er rechnet mit der Beeinflussbarkeit Gottes. Sein Gottesbild ist nicht vom Fatalismus geprägt. Aber er akzeptiert auch das Handeln Gottes und schickt sich drein. Er hat einen tiefen Glauben an den lebendigen Gott. Als kleine Fußnote mag hier darauf hingewiesen werden, dass für David mit dem Tod auch das unwiderrufliche Signal Gottes gegeben ist, dass er das Gebet Davids nicht erhört. Der Prophet Elia war noch nicht geboren zu dieser Zeit. Totenauferweckung war für David offensichtlich kein Thema.

Dieses tiefe Vertrauen zu Gott bewährt sich gerade auch in Niederlagen, in Krisen. Die unbefangene Art, mit der David solchen Situationen begegnet, haben wir bereits in der Affäre mit Batseba gesehen. Hier handelte es sich ja um handfeste Sünden, um Mord und Ehebruch. Eine bedeutende geistliche Niederlage war für David auch seine Volkszählung. Er hatte sie aus staatspolitischer Verantwortung angeordnet und auch durchgeführt. Den Widerstand seines Hofstaates, des Heerführers Joab, hatte er als unmaßgeblich zurückgewiesen. Er hatte sich als stark und durchsetzungsfähig erwiesen. In 2.Samuel 24,10  *  wird berichtet: Aber nachdem David das Volk hatte zählen lassen, schlug ihm das Herz. Und David sprach zum HERRN: Ich habe mich schwer versündigt mit dem, was ich getan! Nun aber, o HERR, vergib doch die Missetat deines Knechtes; denn ich habe sehr töricht gehandelt!

Auch David ging es so wie vielen Menschen: Das Gewissen findet erst Gehör, als es schon zu spät ist. Aber er erkennt seine Schuld, er redet nicht darum herum, sondern er bringt sie vor Gott. Er beeinflusst auch nicht die Geschichtsschreibung, so dass wir es bis auf diesen Tag lesen können. Gott sendet nun einen Propheten, Gad, zu David. Dieser legt David Strafen vor, schlimme Konsequenzen königlichen Hochmutes ( 2.Samuel 24,13-16  * ): Gad kam zu David, zeigte es ihm an und sprach: Willst du, daß sieben Jahre Hungersnot in dein Land komme, oder daß du drei Monate lang vor deinen Widersachern fliehen müssest und sie dich verfolgen, oder daß drei Tage lang Pestilenz in deinem Lande sei? So besinne dich nun und siehe, was ich dem antworten soll, der mich gesandt hat! David sprach zu Gad: Mir ist sehr angst! Doch laß uns in die Hand des HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; aber in der Menschen Hand will ich nicht fallen! Da ließ der HERR Pestilenz in Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, daß von dem Volk, von Dan bis Beerseba, siebzigtausend Mann starben. Als aber der Engel seine Hand über Jerusalem ausstreckte, um sie zu verderben, ließ sich der HERR des Übels gereuen, und er sprach zu dem Engel, dem Verderber unter dem Volke: Es ist genug! Laß nun deine Hand ab! Der Engel des HERRN aber war bei der Tenne Aravnas, des Jebusiters.

David vertraut auch hier auf Gott. Er möchte in die Hand des HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß. So zeigt sich gerade in dieser geistlichen Niederlage die Tiefe seines Glaubens. Er wirft seinen Glauben nicht weg, sondern er vertraut auch da, wo es schwer fällt und schmerzliche Konsequenzen hat. Damit ist er ein Vorbild für die Glaubenden, denn wie leicht lassen wir uns fallen, wenn die Dinge gerade einmal nicht so gut laufen. Und wie leicht vergessen wir dann, dass die Barmherzigkeit unseres Gottes groß ist.

Davids Liebe:

Viel gäbe es hier zu erzählen. David liebte seine Familie. Er liebte sie mehr, als es der Staatsräson gut tat. Da war der Aufstand Absaloms. David griff gegen seinen Sohn nicht rechtzeitig durch. Er musste fliehen. Als Joab treu zu David hielt und damit Davids Königtum wiederherstellt, da musste er sich immer wieder anhören, dass er Absalom schonen solle ( 2.Samuel 18,33  * ): Da ward der König sehr bewegt und ging hinauf ins Obergemach im Tor und weinte; und im Gehen sprach er: «Mein Sohn Absalom, mein Sohn, mein Sohn Absalom! Ach, daß ich doch statt deiner gestorben wäre! O Absalom, mein Sohn, mein Sohn!»

Als dann das Heer Absaloms geschlagen wird und Absalom auf der Flucht von Joab erschlagen wird, erfährt David durch zwei Boten von dem Sieg. Seine Reaktion beschreibt 2.Samuel 18,33  * : Da ward der König sehr bewegt und ging hinauf ins Obergemach im Tor und weinte; und im Gehen sprach er: «Mein Sohn Absalom, mein Sohn, mein Sohn Absalom! Ach, daß ich doch statt deiner gestorben wäre! O Absalom, mein Sohn, mein Sohn!»

David macht aus seiner Trauer für Absalom kein Hehl. Der Sieg, die Rückgewinnung des Königtums, die Treue seiner Männer, all dies tritt in den Hintergrund. Statt einer Siegesfeier ist Trauer in der Stadt. Joab muss David ins Gewissen reden ( 2.Samuel 19,5-8 * ): Da kam Joab zum König ins Haus und sprach: Du hast heute alle deine Knechte schamrot gemacht, die heute dir und deinen Söhnen, deinen Töchtern, deinen Weibern und Kebsweibern das Leben gerettet haben; indem du die liebst, die dich hassen, und hassest, die dich lieben; denn du lässest heute merken, daß dir nichts gelegen ist an den Hauptleuten und Knechten! Denn ich merke heute wohl: wenn nur Absalom lebte und wir alle heute tot wären, das dünkte dich, recht zu sein! So mache dich nun auf und gehe hinaus und rede mit deinen Knechten freundlich! Denn ich schwöre dir bei dem HERRN: Wenn du nicht hinausgehst, so wird kein Mann diese Nacht bei dir bleiben, und das wird ärger sein für dich als alles Unglück, das über dich gekommen ist, von deiner Jugend an bis hierher! Da machte sich der König auf und setzte sich ins Tor. Das tat man allem Volke kund und sprach: Siehe, der König sitzt im Tor! Da kam alles Volk vor den König; Israel aber war geflohen, ein jeder in seine Hütte.

David verliert hier die staatlichen Erfordernisse völlig aus den Augen, weil er seinen Sohn liebt, obwohl dieser ihm nach dem Leben getrachtet hat und ihm die Königswürde genommen hat.

Viel wäre über die Krise innerhalb der Familie Davids zu sagen. Und immer wird deutlich, wie David darunter leidet. Wie er seinen Gefühlen Ausdruck gibt. Dies ist umso verwunderlicher, weil David trotz allem ein erfolgreicher Staatsmann war und Israel in seiner Zeit die Ordnungsmacht des Raumes zwischen Ägypten und dem Zweistromland war.

Viel wäre auch über die Psalmen Davids zu berichten, die von der Tiefe seiner Empfindungen zu Gott Zeugnis ablegen und bis heute viele Menschen ermutigen: … und ob ich schon wandelte im tiefen Tal, so fürchte ich kein Unheil …

So ist es nicht die Sündlosigkeit Davids - schwere Verfehlungen überschatten seine Herrschaft.

Es ist nicht die Professionalität Davids - er ließ sich mehr als einmal von seinen Gefühlen fortreißen.

Es ist die Liebe und Treue und das unbedingte Vertrauen zu Gott, selbst in dunklen Stunden, selbst in den Augenblicken, wo er sich schuldig vor Gott wusste.

Es ist die Nähe zu Gott, in der er lebte.

So ist das Leben Davids eine Herausforderung für unseren Glauben. Es ist eine Herausforderung, im Glauben zu wachsen, die eigenen Erfahrungen mit Gott im Leben wirksam werden zu lassen, immer neue Schritte des Glaubens zu gehen. Es ist die Herausforderung, auch in Stunden der Schuld, der Sünde, der Bedrückung nicht aufzugeben, sondern gerade dann auf die Barmherzigkeit Gottes zu vertrauen.

Vieles aus dem Leben Davids weist auf Jesus Christus hin, nicht nur, dass er in den Psalmen von ihm spricht. Über Jesus sagt die Schrift ( Hebräer 4,15 * ): Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. David war nicht ohne Sünde, aber er war voller Vertrauen auf den gnädigen Gott. Darin ist er uns Vorbild und Ansporn. Darin war er ein Mann nach dem Herzen Gottes.

AMEN.







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Die in dieser Predigt zitierten 13 Bibelstellen:

Nr.BibelstelleBibeltext
11.Samuel 16
1   2
Und der HERR sprach zu Samuel: Wie lange trägst du Leid um Saul, den ich doch verworfen habe, daß er nicht mehr König sei über Israel? Fülle dein Horn mit Öl und gehe hin, ich will dich zu Isai, dem Bethlehemiten,...
21.Samuel 17
1   2   3   4   5   6
Die Philister aber versammelten ihre Heere zum Streit und zogen zusammen bei Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka, bei Ephes-Dammin. Auch Saul und die Männer von Israel sammelten sich...
31.Samuel 24
1   2
(H24-2) Als nun Saul von den Philistern zurückkehrte, wurde ihm angezeigt: (H24-3) Siehe, David ist in der Wüste Engedi! Und Saul nahm dreitausend junge Männer aus ganz Israel und zog hin, um David samt...
42.Samuel 6
1   2
Und David versammelte abermals alle auserlesene Mannschaft in Israel, dreißigtausend. Und David machte sich auf mit allem Volk, das bei ihm war, und ging hin gen Baale-Juda, um von dort die Lade Gottes...
52.Samuel 12
1   2
Und der HERR sandte den Propheten Natan zu David. Als dieser zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder;...
62.Samuel 18,33
1   2
Da ward der König sehr bewegt und ging hinauf ins Obergemach im Tor und weinte; und im Gehen sprach er: «Mein Sohn Absalom, mein Sohn, mein Sohn Absalom! Ach, daß ich doch statt deiner gestorben wäre!...
72.Samuel 19,5-8
1
Da kam Joab zum König ins Haus und sprach: Du hast heute alle deine Knechte schamrot gemacht, die heute dir und deinen Söhnen, deinen Töchtern, deinen Weibern und Kebsweibern das Leben gerettet haben;...
82.Samuel 24
1   2
Und der Zorn des HERRN ergrimmte abermals wider Israel, und er reizte David wider sie, indem er sprach: Gehe hin, zähle Israel und Juda! Und der König sprach zu Joab, seinem Feldhauptmann, der bei ihm...
91.Chronika 2,10
1
Und Ram zeugte Amminadab, und Amminadab zeugte Nachschon, den Fürsten der Kinder Judas.
10Psalmen 18,29-30
1
(H18-30) denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschmeißen und mit meinem Gott über die Mauer springen. (H18-31) Dieser Gott! Sein Weg ist vollkommen, die Rede des HERRN ist geläutert; er ist ein Schild allen,...
11Micha 5,1-2
1
(H4-14) Nun schließe deine Reihen, du Schar! Man errichtet Bollwerke gegen uns; mit der Rute wollen sie den Richter Israels auf den Backen schlagen. (H5-1) Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar klein,...
12Apostelgeschichte 13,20-23
1
Und darnach, während etwa vierhundertfünfzig Jahren, gab er ihnen Richter bis auf Samuel, den Propheten. Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus...
13Hebräer 4,15
1
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.




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