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Passion Jesu

Diskussion einer Zusammenschau der Leidensgeschichte Jesu

Das Leiden des wahren Menschen und wahren Gottes

 


Zusammenfassung

Jesu Leidensgeschichte und seine Auferstehung wird von vier Zeugen dokumentiert. Der vierte, Johannes, schreibt sein Zeugnis, als die meisten Beteiligten schon tot sind. Deshalb muss er nicht mehr so viel Rücksicht nehmen auf die strafrechtlichen Verantwortlichkeiten. So kann er z.B. Nikodemus und alles, was dieser ihm aus dem Hohen Rat verraten hat, ohne Scheu erwähnen. Es ist eindrucksvoll, diese Texte einmal in der Zusammenschau zu lesen, weil dies die geistliche Dichte des Geschehens, die Tiefe, die es für das Verhältnis Jesu zu seinen Jüngern bedeutet hat, deutlich macht. Und alle, die Verantwortung in Kirche oder Gemeinde haben, müssen diese Geschichte auch einmal aus dem Blickwinkel der religiösen Führer des jüdischen Volkes lesen und sich fragen, ob das nicht innerhalb unserer Kirchen sich ganz genauso wiederholen würde, wenn da einer an den Amtsträgern vorbei und ohne deren Zustimmung Tote auferweckt.
Diese Version ist von mir mit Kommentaren versehen, die Sie am Schriftbild erkennen.

Schlagwörter: Auferstehung - Christus - Gott - Heiliger Geist - Himmelfahrt - Jesus - Jünger - Leiden - Sterben - Vater

Bereich Ausarbeitungen

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Den Frieden suchen und ihm nachjagen

Texte und Überschriften für eine Zusammenschau der Leidensgeschichte Jesu
Das Leiden des wahren Menschen und wahren Gottes




Inhaltsverzeichnis

Die Auferweckung des Lazarus

Die Reaktionen

Jesu Zeichen, ein Problem für die religiösen Führer

Erneuter Besuch Jesu in Bethanien

Judas Iskarioth bietet den religiösen Führern den Verrat Jesu an

Triumphaler Einzug Jesu in Jerusalem

Die Reinigung des Tempels

Matthäus, Markus und Lukas berichten ausführlich über die Tage bis zum großen Abendmahl

Matthäus über den Streit mit den religiösen Führern

Markus über den Streit mit den religiösen Führern

Lukas über den Streit mit den religiösen Führern

Matthäus berichtet nicht über Jesu Lob der armen Witwe

Markus über Jesu Lob der armen Witwe

Lukas über Jesu Lob der armen Witwe

Matthäus berichtet über die Jüngerschulung Jesu am Ölberg

Markus berichtet über die Jüngerschulung Jesu

Lukas berichtet über die Jüngerschulung Jesu

Die Berichte über das große Abendmahl

Matthäus berichtet vom Passahmahl.

Markus berichtet vom Passahmahl.

Lukas berichtet vom Passahmahl.

Johannes berichtet über die Fußwaschung beim Abendessen

Nach dem Mahl ...

Nach dem Mahl - Matthäus, Markus und Lukas berichtet über Streit, Hochmut und vermeintliche Kampfbereitschaft

Nach dem Mahl - Johannes berichtet über die Gespräche Jesu in der Nacht, da er verraten wurde.

Das Gespräch am Tisch nach dem Essen

Das Gespräch auf dem Weg nach Gethsemane

Das hohepriesterliche Gebet Jesu auf dem Weg nach Gethsemane

Im Garten Gethsemane

Jesus wird festgenommen

Der Prozess gegen Jesus vor dem Hohen Rat
und Petrus leugnet, Jesus zu kennen

Der Prozess vor dem Hohen Rat

Die Verleugnung

Judas Iskarioth

Jesu Prozess vor Pilatus

Der Gang zum Kreuz

Gekreuzigt

Grablegung

Auferstehung

Das Ergebnis dieser Überlegungen habe ich in drei Versionen zusammengefasst:

Die Auferweckung des Lazarus

Johannes 11,1-44  *: Es war aber einer krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorfe der Maria und ihrer Schwester Martha, nämlich der Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. Da ließen ihm die Schwestern sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der ist krank! Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde! Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus. Als er nun hörte, daß jener krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Orte, wo er war. Dann erst spricht er zu den Jüngern: Laßt uns wieder nach Judäa ziehen! Die Jünger sprechen zu ihm: Rabbi, eben noch haben dich die Juden zu steinigen gesucht, und du begibst dich wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand bei Tage wandelt, so stößt er nicht an, denn er sieht das Licht dieser Welt. Wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. Solches sprach er, und darnach sagte er zu ihnen: Unser Freund Lazarus ist entschlafen; aber ich gehe hin, um ihn aus dem Schlafe zu erwecken. Da sprachen seine Jünger: Herr, ist er entschlafen, so wird er genesen! Jesus aber hatte von seinem Tode geredet; sie meinten aber, er rede von dem natürlichen Schlaf. Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben; und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dort gewesen bin, damit ihr glaubet. Aber lasset uns zu ihm gehen! Da sprach Thomas, der Zwilling genannt wird, zu den Mitjüngern: Lasset uns auch hingehen, daß wir mit ihm sterben! Als nun Jesus hinkam, fand er ihn schon vier Tage im Grabe liegend. Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien weit. Und viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Martha nun hörte, daß Jesus komme, lief sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Hause. Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! Aber auch jetzt weiß ich, was immer du von Gott erbitten wirst, das wird Gott dir geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen! Martha spricht zu ihm: Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Und als sie das gesagt hatte, ging sie weg und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da und ruft dich! Als diese es hörte, stand sie eilends auf und begab sich zu ihm. Jesus war aber noch nicht in den Flecken gekommen, sondern befand sich noch an dem Orte, wo Martha ihm begegnet war. Als nun die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, daß Maria so eilends aufstand und hinausging, folgten sie ihr nach, in der Meinung, sie gehe zum Grabe, um dort zu weinen. Als aber Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! Als nun Jesus sah, wie sie weinte, und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, ergrimmte er im Geiste und wurde bewegt und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprechen zu ihm: Herr, komm und sieh! Jesus weinte. Da sagten die Juden: Seht, wie hatte er ihn so lieb! Etliche aber von ihnen sprachen: Konnte der, welcher dem Blinden die Augen aufgetan hat, nicht machen, daß auch dieser nicht stürbe? Jesus nun, indem er abermals bei sich selbst ergrimmte, kam zum Grabe. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor. Jesus spricht: Hebet den Stein weg! Martha, die Schwester des Verstorbenen, spricht zu ihm: Herr, er riecht schon, denn er ist schon vier Tage hier. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, werdest du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Doch ich weiß, daß du mich allezeit erhörst; aber um des umstehenden Volkes willen habe ich es gesagt, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast. Und als er solches gesagt, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und laßt ihn gehen!

Diesen Text finden wir nur bei Johannes. Lazarus wird von Jesus nur im Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus als Prototyp des Glaubenden erwähnt, der am Ende seines Lebens Erlösung findet (Lukas 16,19-31 *). Es ist möglich, dass Jesus in diesem Augenblick an den armen Lazarus in Bethanien gedacht hat, den er ja sehr schätzte (Da ließen ihm die Schwestern sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der ist krank! (Johannes 11,3   *)), das Gleichnis betrifft Lazarus aber nicht als historische Person.

Dieses war nicht die erste Totenauferweckung Jesu, so hat er in Nain den einzigen Sohn einer Witwe zum Leben erweckt (Lukas 7,11-17 *) und ebenso die Tochter des Jairus (Lukas 8,49-56 * und Markus 5,21-43 *). Dabei fällt bei dieser Geschichte, wenn man dem Markustext folgt, die Analogie zu Lazarus auf. Jesus geht nicht direkt dahin, sondern er nimmt sich Zeit. Die Geschichte mit der Heilung der blutflüssigen Frau und die Deutung Jesu dazu finden statt, obwohl Jesus doch eigentlich unverzüglich zu diesem Notfall gehen müsste. Ähnliches erleben wir ja auch in der Lazarusgeschichte: Als aber Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! (Johannes 11,32   *): Für beide Verzögerungen gilt: Er will seinen Jüngern zeigen, was es heißt, Glauben zu haben.

Allerdings hat die Auferweckung des Lazarus etwas besonderes: Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, werdest du die Herrlichkeit Gottes sehen? (Johannes 11,40   *) Bei den jungen Menschen konnte man noch annehmen, dass sie vielleicht doch noch nicht ganz tot waren. Bei Lazarus war das völlig ausgeschlossen.

Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und laßt ihn gehen! (Johannes 11,44  *) Dieses Geschehen muss auf die Menschen einen enormen Eindruck gemacht haben. Denn später lesen wir: Es erfuhr nun eine große Menge der Juden, daß er dort sei; und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. Da beschlossen die Hohenpriester, auch Lazarus zu töten, denn seinetwegen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus. (Johannes 12,9-11 *)

Die Reaktionen

Johannes 11,45-57  *: Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn. Etliche von ihnen aber gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was wollen wir machen? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen! Lassen wir ihn so fortfahren, so werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg. Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahre Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, ein Mensch sterbe für das Volk, als daß das ganze Volk verderbe! Solches aber redete er nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenbrächte. Von jenem Tage an beratschlagten sie nun, ihn zu töten. Darum wandelte Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog von dort weg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt namens Ephraim, und hielt sich daselbst auf mit seinen Jüngern. Es war aber das Passah der Juden nahe. Und viele aus der Gegend gingen vor dem Passah nach Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen. Da suchten sie Jesus und sprachen zueinander, im Tempel stehend: Was dünkt euch, kommt er nicht auf das Fest? Es hatten aber auch die Hohenpriester und die Pharisäer einen Befehl gegeben, daß, wenn jemand wisse, wo er sei, er es anzeige, damit sie ihn greifen könnten.

Johannes besitzt hier Kenntnisse, die man nur von den Mitgliedern des Hohen Rates haben konnte. Er ist der erste, der sie so schonungslos verwendet. Als er sein Evangelium schreibt, muss er keine Rücksicht mehr auf Lazarus nehmen, der ist längst (wieder) gestorben. Er muss auch keine Rücksicht auf seine Quellen aus dem Hohen Rat nehmen, vermutlich Nikodemus und Joseph von Arimathia, von dem Lukas in der Erzählung von der Grablegung Jesu (Johannes 19,38-42 *) nur Eigenschaften zu sagen traut, die man über jeden Juden sagen kann: Und siehe, ein Mann namens Joseph, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann (der ihrem Rat und Tun nicht beigestimmt hatte) von Arimathia, einer Stadt der Juden, der auf das Reich Gottes wartete, dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu (Lukas 23,50-52 *). Lukas verschweigt Nikodemus völlig.

Der Hohe Rat macht sich bereits hier schuldig: Denn sie haben eingesehen, dass Jesus viele Zeichen und Wunder tut: Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was wollen wir machen? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen! Lassen wir ihn so fortfahren, so werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg. (Johannes 11,47-48  *) Die Alternative, diesen Wundern zu glauben, schließen sie aus. Dies wurde schon in der Geschichte von der Heilung des Blindgeborenen deutlich, in der Jesus ebenfalls einer sorgfältigen Untersuchung durch die religiösen Führer unterzogen wird. Allerdings wird auch in dieser Erzählung deutlich, dass die Möglichkeit, dass Gott durch Jesus handelt, nicht ernsthaft in Betracht gezogen wird (Johannes 9  *): Das sagten seine Eltern deshalb, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, daß, wenn einer ihn als den Christus anerkennen würde, er aus der Synagoge ausgestoßen werden solle. (Johannes 9,22  *) Auch dies eine Kenntnis, die Johannes nur aus dem Hohen Rat haben kann, zu dem er gute Beziehungen hat, wie später noch deutlicher wird: Simon Petrus aber folgte Jesus nach, und ein anderer Jünger. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters. Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da ging der andere Jünger hinaus, der mit dem Hohenpriester bekannt war, und redete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein. (Johannes 18,15-16 *)

Über die Pläne der religiösen Führer sprechen Matthäus und Markus nur kurz:

Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Hofe des obersten Priesters, der Kajaphas hieß. Und sie hielten miteinander Rat, wie sie Jesus mit List greifen und töten könnten. Sie sprachen aber: Nicht am Fest, damit kein Aufruhr unter dem Volk entsteht! (Matthäus 26,3-5 *)

Es war aber zwei Tage vor dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten; denn sie sprachen: Nicht auf das Fest, damit nicht ein Aufruhr unter dem Volk entsteht! (Markus 14,1-2 *)

Jesu Zeichen, ein Problem für die religiösen Führer

Wie gravierend die religiösen Führer durch die Zeichen Jesu herausgefordert wurden, zeigt eine Erzählung, die uns Origenes überliefert, ein Theologe, der in Alexandria 185 geboren wurde und 254 vermutlich in Syrien starb. Er hatte sich auf Wunsch des Ambrosius, im Jahr 248 mit einer gegen die Christen gerichteten Schrift eines Celsus befasst. Er tat es, wenn auch widerwillig, weil er meinte, dass Jesus sich vor Pilatus auch nicht verteidigt habe. Aber er zitiert ausführlich Celsus und so erhalten wir einen Eindruck, wie damals gegen die Christen argumentiert wurde. Das nachfolgende Zitat beschreibt, wie Juden gegen Jesus argumentiert haben und seine Wunder zu erklären versucht haben. Sie sind damit eine sehr gute Bestätigung, dass Jesus wirklich Wunder getan hat. Denn das einfachste Argument wäre ja wirklich gewesen, alles als erlogen darzustellen. Ganz offensichtlich lebten aber genug Zeugen der Wunder, so dass ein solches Argument nicht zog. Deswegen hat sich das Gerede von der dämonischen Besessenheit Jesu gehalten. Denn bereits Jesus war ja schon mit dem Vorwurf, er treibe den Teufel mit dem Beelzebul aus, konfrontiert (Matthäus 9,34 *, Matthäus 12,24 *, Markus 3,22 *, Lukas 11,15 *, Johannes 8,48 *, Johannes 10,20 *). Celsus zieht einen jüdischen Zeugen heran und merkt gar nicht, dass er damit zu einem Zeugen wird, dass Jesus seine Wunder wahrhaftig getan hat.

Der Originaltext des Origenes:

Da Celsus aber auch eine Person auftreten läßt, indem er gewissermaßen ein von einem Rhetor eingeführtes Kind nachbildet, und einen Juden einführt, der gegen Jesus in kindischer und eines ergrauten Philosophen unwürdiger Weise einiges vorbringt, so wollen wir nach Kräften auch dies prüfen und beweisen, dass er nicht einmal überall der Person des Juden die für sie passenden Worte beigelegt hat. Hierauf läßt Celsus einen Juden auftreten, der sich mit Jesus selbst unterredet und ihn, wie er meint, wegen vieler Dinge zur Rechenschaft zieht. Zuerst wirft er ihm vor, „dass er sich fälschlich als den Sohn einer Jungfrau ausgegeben habe”, er schmäht ihn aber auch, „dass er aus einem jüdischen Dorf und von einer einheimischen armen Handarbeiterin stamme”. Er sagt dann, „diese sei von ihrem Manne, der seines Zeichens ein Zimmermann gewesen, verstoßen worden, als des Ehebruchs schuldig”. Weiter bringt er vor, „von ihrem Manne verstoßen und unstet und ehrlos umherirrend, hätte sie den Jesus heimlich geboren. Dieser habe aus Armut sich nach Ägypten als Tagelöhner verdungen und dort sich an einigen Zauberkräften versucht, auf die die Ägyptier stolz seien; er sei dann zurückgekehrt und habe sich viel auf diese Kräfte eingebildet und sich ihretwegen öffentlich als Gott erklärt”. Dies alles scheint mir, da ich nichts von dem, was die Ungläubigen vorbringen, ungeprüft lassen kann und die Dinge gründlich erforschen will, damit zusammenzustimmen, dass Jesus würdig der Vorhersage, „er sei der Sohn Gottes” geworden ist.

Ende des Zitates

Das Zitat wurde der Bibliothek der Kirchenväter entnommen, die die Universität Freiburg in CH-1700 Fribourg in der Schweiz bereitstellt.

Erneuter Besuch Jesu in Bethanien

Johannes 12,1-11 *: Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, welchen Jesus von den Toten auferweckt hatte. Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund echter, köstlicher Nardensalbe, salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch der Salbe. Da spricht Judas, Simons Sohn, der Ischariot, einer seiner Jünger, der ihn hernach verriet: Warum hat man diese Salbe nicht für dreihundert Denare verkauft und es den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt wurde. Da sprach Jesus: Laß sie! Solches hat sie für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. Es erfuhr nun eine große Menge der Juden, daß er dort sei; und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. Da beschlossen die Hohenpriester, auch Lazarus zu töten, denn seinetwegen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.

Jetzt sind es nur noch sechs Tage bis zum Passahfest. Dies wäre also der Sonntag vor dem Passah. Bei Matthäus und Markus hören wir von zwei Tagen, dies wäre der Donnerstag.

Jesus geht wieder nach Bethanien, wo er mit Lazarus, den er auferweckt hat und Martha und Maria zu Abend isst. Maria salbt ihm die Füße. Dieses ist deswegen so eindrucksvoll, weil es ihre letzte Chance ist, Jesus so zu ehren. Sie tut es zur rechten Zeit. Jesus sagt, dass sie es tut, um ihn für sein Begräbnis zu Salben. Diese Begebenheit ist ein nachdrückliches Zeugnis dafür, dass Menschen, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, so wie hier Maria, von Gott auch geleitet werden, zum rechten Zeitpunkt zu handeln.

Wir finden diese Begebenheit auch bei Matthäus und bei Markus:

Matthäus 26,6-13 *: Als nun Jesus zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war, trat ein Weib zu ihm mit einer alabasternen Flasche voll kostbarer Salbe und goß sie auf sein Haupt, während er zu Tische saß. Als das seine Jünger sahen, wurden sie entrüstet und sprachen: Wozu diese Verschwendung? Man hätte das teuer verkaufen und den Armen geben können! Da es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Warum bekümmert ihr das Weib? Sie hat doch ein gutes Werk an mir getan! Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit! Damit, daß sie diese Salbe auf meinen Leib goß, hat sie mich zum Begräbnis gerüstet. Wahrlich, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis!

Markus 14,3-9 *: Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche voll Salbe, echter köstlicher Narde, zerbrach die alabasterne Flasche und goß sie aus auf sein Haupt. Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen: Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen? Man hätte doch diese Salbe um mehr als dreihundert Denare verkaufen und es den Armen geben können. Und sie zürnten ihr. Jesus aber sprach: Lasset sie! Warum bekümmert ihr sie? Sie hat ein edles Werk an mir getan. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat zum voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis.

Matthäus und Markus sprechen vom Hause Simons des Aussätzigen, während Johannes nur von Bethanien spricht, wo Martha bei einem Gastmahl dient und Maria mit der kostbaren Salbe kommt. Darin ist kein Widerspruch zu sehen, denn das Gastmahl kann sehr wohl im Hause Simons des Aussätzigen stattgefunden haben, vielleicht deshalb, weil es im Hause des Lazarus und seiner Schwestern nicht genügend Platz gab. Dass Matthäus und Markus Lazarus und seine Schwestern nicht erwähnen, kann damit zusammenhängen, dass man sie zu Lebzeiten des Lazarus schützen wollte.

Judas Iskarioth bietet den religiösen Führern den Verrat Jesu an

Diese Einzelheit teilen uns nur die Synoptiker mit:

Matthäus 26,14 *: Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern

Markus 14,10-11 *: Da ging Judas Ischariot, einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn an sie auszuliefern. Als sie das hörten, wurden sie froh und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte eine passende Gelegenheit, um ihn zu verraten.

Lukas 22,3-6 *: Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Ischariot, der aus der Zahl der Zwölf war. Und er ging hin und besprach mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, wie er ihnen Jesus ausliefern wollte. Und sie wurden froh und kamen überein, ihm Geld zu geben. Und er versprach es und suchte eine gute Gelegenheit, um ihn ohne Volksauflauf an sie auszuliefern.

Sie steht bei Matthäus und Markus in direktem Zusammenhang mit der Erregung über Verschwendung des kostbaren Salbe. Da die Apostel über die Motive, die Judas hat, hier schweigen, steht es uns auch gut an, darüber nicht zu spekulieren.

Triumphaler Einzug Jesu in Jerusalem

Matthäus 21,1-11 *: Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt, und alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr, die bindet los und führet sie zu mir! Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; dann wird er sie alsbald senden. Das ist aber geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der da spricht: «Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitend auf einer Eselin und auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers.» Die Jünger aber gingen hin und taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider auf sie und setzten ihn darauf. Aber die meisten unter dem Volk breiteten ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Und das Volk, das vorausging, und die, welche nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist der? Das Volk aber sagte: Das ist Jesus, der Prophet von Nazareth in Galiläa!

Markus 11,1-11 *: Und als sie sich Jerusalem näherten und gegen Bethphage und Bethanien an den Ölberg kamen, sandte er zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Gehet in das Dorf, das vor euch liegt, und sobald ihr dort hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf welchem noch kein Mensch gesessen hat; bindet es los und führet es her. Und wenn jemand zu euch spricht: Warum tut ihr das? so saget: Der Herr bedarf seiner; so wird er es alsbald hierher schicken. Da gingen sie hin und fanden ein Füllen angebunden an einer Tür draußen am Scheidewege und lösten es ab. Und etliche der Umstehenden sprachen zu ihnen: Was machet ihr da, daß ihr das Füllen losbindet? Sie aber sagten zu ihnen, wie Jesus befohlen hatte, und sie ließen es ihnen. Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich auf dasselbe. Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere aber hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Und die vorangingen und die nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Gepriesen sei das kommende Reich unsres Vaters David! Hosianna in der Höhe! Und Jesus zog in Jerusalem ein und in den Tempel, und, nachdem er alles besichtigt hatte, ging er, da die Stunde schon vorgerückt war, mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien.

Lukas 19,28-38 *: Und nachdem er das gesagt, zog er weiter und reiste hinauf nach Jerusalem. Und es begab sich, als er in die Nähe von Bethphage und Bethanien kam, zu dem Berge, welcher Ölberg heißt, sandte er zwei seiner Jünger und sprach: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen ist; bindet es los und führet es her. Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los? so sprechet also: Der Herr bedarf seiner! Da gingen die Abgesandten hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte. Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen die Herren desselben zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los? Sie aber sprachen: Der Herr bedarf seiner! Und sie brachten es zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesus darauf. Als er aber weiterzog, breiteten sie auf dem Wege ihre Kleider aus. Als er sich aber schon dem Abhang des Ölberges näherte, fing die ganze Menge der Jünger freudig an, Gott zu loben mit lauter Stimme wegen all der Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Ehre in der Höhe!

Johannes 12,12-16 *: Als am folgenden Tage die vielen Leute, welche zum Fest erschienen waren, hörten, daß Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und riefen: Hosianna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: «Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin!» Solches aber verstanden seine Jünger anfangs nicht, sondern als Jesus verherrlicht war, wurden sie dessen eingedenk, daß solches von ihm geschrieben stehe und daß sie ihm solches getan hatten.

Wie triumphal dieser Einzug in Jerusalem war, können wir daran ermessen, dass im Tempel die Kinder von Jesus sangen: Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder hörten, die im Tempel schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids! wurden sie entrüstet und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr noch nie gelesen: «Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du ein Lob bereitet»? Und er verließ sie, ging zur Stadt hinaus nach Bethanien und übernachtete daselbst. (Matthäus 21,15-17 *)

Lukas berichtet, dass Jesus sofort von Pharisäern angesprochen wurde, den Lobpreis der Menschen zurückzuweisen: Und etliche der Pharisäer unter dem Volk sprachen zu ihm: Meister, weise deine Jünger zurecht! Und er antwortete und sprach: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien! (Lukas 19,39-40 *)

Der Triumph bewegt Jesus innerlich sehr stark, weil er die Zerstörung sieht, die auf Jerusalem zukommt. So wird er in diesem Triumph nicht übermütig sondern traurig: Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest an diesem deinem Tage, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen, daß Tage über dich kommen werden, da deine Feinde einen Wall gegen dich aufwerfen, dich ringsum einschließen und von allen Seiten ängstigen und dich dem Erdboden gleich machen werden, auch deine Kinder in dir, und in dir keinen Stein auf dem andern lassen werden, darum, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast! (Lukas 19,41-44 *)

Es folgt auf den triumphalen Einzug in Jerusalem eine intensive Zeit, in der Jesus gepredigt hat und intensive Jüngerschulung betrieben hat. Dies ist bei allen Evangelisten erkennbar. Gleichzeitig hat es Auseinandersetzungen mit den religiösen Führern gegeben. Jesus hat offenbar vorsichtshalber Jerusalem nachts immer verlassen und ist zum Ölberg oder nach Bethanien gegangen: Er war aber tagsüber im Tempel und lehrte, des Nachts aber ging er hinaus und übernachtete an dem Berge, welcher Ölberg heißt. (Lukas 21,37 *) und auch Matthäus 21,17 *.

Die Reinigung des Tempels

Matthäus 21,12-13 *: Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen!» Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle.

Markus 11,15-17 *: Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, die hinauszutreiben, welche im Tempel verkauften und kauften; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenverkäufer stieß er um. Und er ließ nicht zu, daß jemand ein Gerät durch den Tempel trug. Und er lehrte sie und sprach: Steht nicht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker»? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!

Lukas 19,45-48 *: Und er ging in den Tempel hinein und fing an, die Verkäufer und Käufer auszutreiben, und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus ist ein Bethaus.» Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! Und er lehrte täglich im Tempel; die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten und die Vornehmsten des Volkes suchten ihn umzubringen. Und sie fanden nicht, was sie tun sollten; denn das ganze Volk hing an ihm und hörte auf ihn.

Johannes 2,14-17 *: Und er fand im Tempel die Verkäufer von Ochsen und Schafen und Tauben und die Wechsler, die dasaßen. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Ochsen, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um und sprach zu denen, welche die Tauben feilboten: Traget das von dannen! Machet nicht meines Vaters Haus zu einem Kaufhaus! Es dachten aber seine Jünger daran, daß geschrieben steht: «Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.»

Die Tempelreinigung, die Austreibung der Händler aus dem Vorhof des Tempels, wird von den Synoptikern einheitlich als Ereignis nach dem triumphalen Einzug in Jerusalem berichtet. Johannes dagegen bericht von einem solchen Ereignis kurz nach der Hochzeit in Kana. Jesus war kurz zuvor nach Kapernaum gezogen und dann zum Passahfest nach Jerusalem. Das Gespräch mit Nikodemus, seine Tauftätigkeit in Galiläa, sein Wirken in Galiläa, all dies lag noch vor ihm, wenn man dem Bericht des Johannes folgt. Man kann daraus schließen, dass Jesus mehrfach versucht hat, aus dem Tempel das marktschreierische Geschäft herauszudrängen.

Aus dem Bericht des Johannes kann man eine gewisse Verzweiflung der Pharisäer herauslesen: Die Menge nun, die bei ihm war, bezeugte, daß er Lazarus aus dem Grabe gerufen und ihn von den Toten auferweckt habe. Darum ging ihm auch das Volk entgegen, weil sie hörten, daß er dieses Zeichen getan habe. Da sprachen die Pharisäer zueinander: Ihr seht, daß ihr nichts ausrichtet. Siehe, alle Welt läuft ihm nach! (Johannes 12,17-19 *)

Sogar Griechen interessieren sich mittlerweile für Jesus: Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinaufkamen, um am Fest anzubeten. Diese gingen zu Philippus, der aus Bethsaida in Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir möchten Jesus gern sehen! Philippus kommt und sagt es dem Andreas, Andreas und Philippus aber sagen es Jesus. (Johannes 12,20-22 *)

Aber Jesus nutzt diese Welle der Begeisterung nicht aus. Er weiß, was auf ihn zukommt und er erhält Zuspruch vom Vater: Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, daß des Menschen Sohn verherrlicht werde! Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, so bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, so bringt es viele Frucht. Wer seine Seele liebt, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele in dieser Welt haßt, wird sie zum ewigen Leben bewahren. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein; und wer mir dient, den wird mein Vater ehren. Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen! Das Volk nun, das dabeistand und solches hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet. (Johannes 12,23-29 *)

Offenbar hatte Jesus in diesen Tagen sehr viel im Tempel gepredigt und später am Abend auf dem Ölberg seine Jünger belehrt. Johannes berichtet über die Phase sehr wenig, vielleicht, weil der wußte, dass das von Matthäus, Markus und Lukas schon sehr gut dokumentiert ist, vielleicht auch, weil ihm die Reden Jesu in der Nacht nach dem großen Abendmahl, in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag besonders am Herzen lagen. Sein Bericht über diese Tage umfasst nur

Matthäus, Markus und Lukas berichten ausführlich über die Tage bis zum großen Abendmahl

Matthäus über den Streit mit den religiösen Führern

Markus über den Streit mit den religiösen Führern

Bei Markus findet sich die Verfluchung des unfruchtbaren Feigenbaumes vor der Tempelreinigung.

Man mag vielleicht fragen, warum diese Geschichte überhaupt überliefert worden ist und nicht einfach als peinlich abgetan worden ist, etwa unter dem Aspekt: „Was kann denn der Feigenbaum dafür.” Neben der Belehrung, die Jesus selbst in dem folgenden Text anschließt, können wir auch die innere Anspannung, die in Jesus in diesem Augenblick bestanden haben muss, erkennen, dass ihn eine solche Bagatelle zu solch einer Handlung hinreißt. Die Beurteilung, dass Unfruchtbarkeit eine Bagatelle ist, ist dabei eine sehr menschliche Betrachtungsweise, denn die geistliche Fruchtbarkeit ist ein ganz wesentliches Kriterium, das Jesus in seinen Predigten immer wieder hervorhebt. Und an der Wirkung des Fluches, den Jesus über diesen Baum ausspricht, erkennt man auch die gewaltige Macht, die er hatte. Er wird sie in den Folgetagen immer tiefer verstecken. Er wird am Kreuz hängen und den Spott seiner Feinde ertragen, ohne seine gewaltige Macht auszuspielen. Auch darauf weist uns dieser Text hin. Da ist nicht ein gescheiterter ans Kreuz gegangen, da ist der Sohn Gottes ans Kreuz gegangen.

Wenn man die Leistung Jesu am Kreuz rühmen will, dann ist es einerseits seine hohe Leidensbereitschaft. Aber die noch größere Leistung hat darin bestanden, eben nicht die Legionen Engel zu rufen, die dieser Weltzeit sofort ein Ende gemacht hätten, wenn Jesus auch nur ein Wort gesagt hätte. Demütig den Spott der religiösen Führer, die sich ihrer Machtlosigkeit und Lächerlichkeit im Vergleich zu Jesus überhaupt nicht bewusst waren, zu ertragen, dies erscheint mir fast noch die größere Leistung Jesu zu sein.

Lukas über den Streit mit den religiösen Führern

 

Matthäus berichtet nicht über Jesu Lob der armen Witwe

Jesu Verweilen am Opferkasten und sein Lob der zwei kleinen Kupfermünzen, die eine arme Witwe einwarf, wird von Matthäus nicht berichtet. Er hat schon im vorangehenden vom Lob der Kinder für Jesus gesprochen. Beide Texte machen klar, dass Jesus sich nicht nur durch die Lehre von den religiösen Führern absetzt, sondern dass er einen ganz anderen Blick in unsere Welt hat und ihm die Dinge wichtig sind, über die Führungspersönlichkeiten gerne hinwegblicken, unmündige Kinder, eine arme und völlig unbedeutende Witwe und an anderer Stelle Aussätzige oder Ausgestoßene, kurz, die von den Hecken und Zäunen. Er tut dies, obwohl er doch allen Grund hätte, zu sagen, dass es wichtigeres für ihn in der kurzen Zeit gibt, die ihm noch bleibt.

Markus über Jesu Lob der armen Witwe

Lukas über Jesu Lob der armen Witwe

 

Matthäus berichtet über die Jüngerschulung Jesu am Ölberg

Markus berichtet über die Jüngerschulung Jesu

Lukas berichtet über die Jüngerschulung Jesu

 

Die Berichte über das große Abendmahl

Dieses Abendmahl muss ein zentrales Ereignis in der Erinnerung aller Jünger gewesen sein. Es wird in allen Evangelien fast gleichlautend berichtet. Dabei sehe ich nicht die Bedeutung im Vorderung, die sich aus der Stiftung des Abendmahls als eines Gedächtnismahles/Sakramentes für die Kirche Jesu ergibt. Nach meinem Empfinden hat es sich so tief in die Herzen der Jünger eingegraben, weil es der Höhepunkt einer Zeit mit Jesus war, in der sie einander und auch Jesus so nahe gekommen sind, dass damit der Grundstein für die Gemeinde Jesu bereitet ist. Gelegt wurde er mit der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten, aber die Wochen vor Golgatha haben die Jünger befähigt, diesen Dienst für Israel, Samaria und die Welt anzunehmen.

Dabei muss, weil es sich an dieser Stelle viele Theologen zu leicht machen, hervorgehoben werden, dass wir es mit Jesus und seinen Jüngern mit hochintelligenten und sprachlich sehr gewandten Menschen zu tun haben. Wenn man die Diskussionen sieht, die Jesus mit den Pharisäern führt, die Schriftkenntnis, die er dabei an den Tag legt und die er offenbar als 12-jähriger schon gehabt hat, auch die mentale Kraft, mit der er dem ständigen Druck der religiösen Führer standhält, dann kann man nicht das Bild eines Analphabeten aufbauen, der deswegen keine Schriften hinterlassen hat, weil er nicht schreiben konnte. Oder wenn wir die Pfingstpredig des Petrus, aus dem Stegreif gehalten, anschauen, wenn wir Jakobus, den Bruder des HERRN, als unbestrittenen Führer der Gemeinde in Jerusalem vor Augen haben, die Gespräche beim Apostelkonzil verfolgen, all dies spricht dafür, dass hier Menschen am Werk waren, die sich in der religiösen Literatur ihrer Zeit auskannten und zwar nicht nur in der hebräischen, sondern, wie der Gebrauch der Sepuaginta zeigt, auch in der Griechischen.

Das Bild der einfältigen Fischer oder des einfältigen Zimmermanns braucht man natürlich, wenn man Schriften der Apostel als nicht authentisch ablehnen will, weil das Griechisch, in dem sie verfasst sind, zu gut ist. Für eine solche Unterstellung gibt es aber keine Grundlage. Damals ist ein Mensch Fischer geworden, weil der Vater Fischer war. Oder er ist Zimmermann geworden, weil der Vater Zimmermann war. Da war es völlig belanglos, ob der Junge ein Abitur bestanden hätte, wenn es das schon gegeben hätte. Selbst heute ist es diskriminierend, bei einem Handwerker gleich auf mangelnde Bildung zu schließen, damals war es völlig unbegründet.

Matthäus berichtet vom Passahmahl.

Jesus setzt das Abendmahl ein:
Dies ist mein Leib
Dies ist mein Blut

Markus berichtet vom Passahmahl.

Jesus setzt das Abendmahl ein:
Dies ist mein Leib
Dies ist mein Blut

Lukas berichtet vom Passahmahl.

Jesus setzt das Abendmahl ein:
Dies ist mein Leib, das tut zu meinem Gedächtnis
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut

Johannes berichtet über die Fußwaschung beim Abendessen

Der demütige Dienst Jesu, die Fußwaschung beim Abendessen am Vorabend der Kreuzigung, ist die bleibende Erinnerung des Johannes

 
Diese Texte sind der protestantischen Bewegung zum Verhängnis geworden, weil sie den unseligen Streit über die Worte „das ist” und „zum Gedächtnis” nicht ausgehalten hat und sich in verschiedene Richtungen aufgespalten hat. Johannes stellt uns das eigentliche Ziel Jesu vor Augen. Nicht der fromme Theologenstreit, bei dem man genüsslich eine Weinflasche nach der anderen leeren kann, ist sein Anliegen, es ist die Demut, mit der Jesus hier vor seine Jünger tritt. Die religiösen Führer, die Alpha-Menschen, die sich um jeden Preis durchsetzen müssen, diese warten draußen. Sie werden noch in dieser Nacht das Todesurteil fertigen und morgen Jesus hinrichten. Und dann „werden wir 'mal sehen, ob Elia kommt und ihm hilft. Dann wird vor jedermann klar sein, wo die Macht ist.”

Die Demut Jesu ist die entscheidende Botschaft, die Johannes mitgenommen hat, nicht die Frage, ob das Abendmahl ein Gedächtnismahl oder ein Sakrament ist. Der Sohn Gottes nimmt sich die Zeit, seinen Jüngern die Füße zu waschen, obwohl der Verräter noch unter ihnen ist. Hier sammelt Jesus noch einmal feurige Kohlen auf dem Haupt des Judas. Aber Judas hält diesem Druck der Liebe stand. Er nimmt diesen Dienst schweigend entgegen. Vielleicht hat er den von den Zeloten geprägten Hintergedanken, Jesus endlich zu zwingen, zur Sache zu kommen und sich in dieses Machtspiel einzufügen. Vielleicht ging es ihm aber auch nur ums Geld, weil er die Hoffnung aufgegeben hat, dass das mit Jesus noch etwas werden könnte.

Judas musste erfahren, dass sich Gott nicht zwingen lässt, sondern dass der Heilsplan Gottes seinen Gang geht. Die Frage an uns ist nur die, ob wir mitgehen oder ob wir leise aussteigen, wie es viele von Jesu Jüngern ja bereits getan haben oder ob wir Gott vor unseren eigenen Wagen spannen wollen, so wie Judas: „Gott muss doch jetzt endlich einmal ...” Paulus wird später einmal den Ehrgeiz unter die Früchte des Fleischen einreihen, aber Liebe, Geduld und Treue als Frucht des Geistes bezeichnen. Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch; diese widerstreben einander, so daß ihr nicht tut, was ihr wollt. Werdet ihr aber vom Geist geleitet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Ehrgeiz, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Mord; Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, daß die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht ererben werden. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Welche aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Wenn wir im Geiste leben, so lasset uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht nach eitlem Ruhme gierig sein, einander nicht herausfordern noch beneiden! (Galater 5,16-26 *)

Judas hätte es besser wissen können.

Und alle religiösen Führer heute sollten es besser wissen. Was wäre in Rom oder in der Synode der EKD los, wenn Jesus heute erschiene und vielleicht in aller theologischen Einfalt darauf hinweisen würde, dass das mit Lazarus genau so geschehen ist, wie es berichtet wurde? Oder wenn er in einer Jugendstunde irgendwo im brasilianischen Urwald ein Wunder vollbringen würde und sich dann vor einem eilig einberufenen Konzil weigern würde, ein ähnliches Wunder zutun. Oder wenn er die Unfehlbarkeit des Papstes anzweifeln würde. Es ist immer leicht, die Splitter in den Augen der Juden zu sehen, die vermutlich nur das getan haben, was alle religiösen Führer der Welt tun würden, wenn etwas nicht mehr ins Raster passt.

Nach dem Mahl ...

Die Zeit nach dem Abendmahl wurde von den Jüngern offenbar ganz unterschiedlich erlebt. Sie war wohl mehr von persönlichen Gesprächen geprägt, so dass sie nur von einem Jünger, der sich immer in der Nähe Jesu aufhielt, Johannes, in ihrer ganzen Tiefe erfasst wurde. Es entstand sogar Streit unter den Jüngern, und dem selbstsicheren Petrus muss Jesus sehr klar darauf hinweisen, dass er in dieser Nacht nicht der Held sein wird, als der er sich selber empfindet. Daher kann es schon sein, dass diese Jünger sich nicht so in der Nähe Jesu aufgehalten haben und daher gar nicht alles gehört haben, was Jesus gesagt hat. Der Jünger Matthäus berichtet nichts über die Gespräche, die Jesus auf dem Weg zum Ölberg und Gethsemane geführt hat. Ebenso Markus, der seine Informationen vermutlich ganz wesentlich von Petrus bekommen hat. Lukas berichtet über den Streit der Jünger und das bemerkenswerte Gespräch über die zwei Schwerter, die die Jünger mitführen:

Nach dem Mahl - Matthäus, Markus und Lukas berichtet über Streit, Hochmut und vermeintliche Kampfbereitschaft

Bereits in diesen wenigen Sätzen, die Lukas überliefert, wird die tiefe Demut sichtbar, in der Jesus auftritt. Es ist kaum zu glauben, dass dieser Mann noch vor Stunden mutig und kraftvoll mit den religiösen Führern geredet hat. Man mag kaum glauben, dass es der Mann ist, der den unfruchtbaren Feigenbaum verflucht hat, so dass der Baum erstarb.

Dieser Jesus erträgt geduldig, dass unter seinen Jüngern Stunden vor seiner Kreuzigung ein Rangstreit ausbricht. Was hätte man alles über die sittliche Verwerflichkeit eines solchen Rangstreites sagen können. Nicht so Jesus: Er weist auf seine Demut hin, auf sein Vorbild, darauf, dass er wie der Diener unter ihnen ist. Er tadelt sie nicht, sondern er verheißt ihnen das Reich Gottes und Throne im Himmel. Welch ein Mensch ist dieser Jesus, welch ein Gott.

Und statt Petrus zu tadeln, weil er von ihm weiß, dass er ihn verleugnen wird, betet er für Petrus. Er betet darum, dass der Glaube des Petrus nicht aufhören möge. Und indem er für Petrus betet, betet er für die ganze Gemeinde Gottes, die auf diesen Petrus aufgebaut werden soll. Aber in dieser nacht ist Petrus noch weit davon entfernt.

Lukas schließt diese Worte mit der Rede über die Schwerter, die die Jünger bei sich tragen. Wir wissen nicht, warum sie solche Schwerter mit sich führen. Gab es schon Terrorgefahr in Jerusalem? Später hören wir aus außerbiblischen Quellen, dass Sikarier, Schwertmänner, durch Jerusalem schleichen und unvermittelt Bürger angreifen und ermorden. Mit ihren aussichtslosen politischen Zielen, der Befreiung Israels von den Römern, sind sie den heutigen Terroristen ähnlich. Jerusalem, das im Begriff ist, den umzubringen, der zu seinem Heil gesandt ist, wird später an diesen vielschichtigen politischen Strömungen zugrunde gehen und genau nach dem Wort Jesu dem Erdboden gleichgemacht werden.

So bleibt das Wort von den Schwertern dunkel, nicht aber die Schlussbemerkung Jesu: „Es ist genug!” Diesen Kauf des Schwertes, von dem Jesus hier auch spricht, wird Paulus einmal ganz anders deuten, wenn er im Brief an die Epheser schreibt: Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, nämlich das Wort Gottes. (Epheser 6,17 *) Im Hebräerbrief finden wir einähnliches Bild: Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; (Hebräer 4,12 *) Und schließlich stellt sich der erhöhte HERR in der Offenbarung vor: Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtet wie die Sonne in ihrer Kraft. (Offenbarung 1,16 *) Und der erhöhte HERR lobt die Gemeinde in Pergamus, findet aber solche in ihr, die falsche Lehren verkünden und spricht deshalb: Tue Buße! Sonst komme ich bald über dich und werde mit ihnen Krieg führen mit dem Schwerte meines Mundes. (Offenbarung 2,16 *) Damit erhält das Schwert und auch der Kauf eines Schwertes eine ganz andere Bedeutung. Nur vor diesem Hintergrund kann man dieses Wort verstehen. So wie Gott Abraham sandte, seinen Sohn Isaak zu opfern, um ihn dann zu belehren, dass er kein Menschenopfer will, so hat auch Jesus seine Jünger mit diesem Wort in eine Schule genommen, deren nächste Lektion Petrus lernen wird, wenn er das Ohr des Malchus abschlägt und Jesus Malchus heilt.

Nach dem Mahl - Johannes berichtet über die Gespräche Jesu in der Nacht, da er verraten wurde.

Das Gespräch am Tisch nach dem Essen

Jesus kündigt vor den Jüngern noch einmal sein kurz bevorstehendes Leiden an, um dann das Liebesgebot auszusprechen. Aber Petrus nimmt dies nicht auf und ist mit den Gedanken noch völlig bei der Aussage Jesu, dass er sie verlassen werde. Und so fragt er nach. Das Liebesgebot ist ihm völlig entgangen. Man erkennt, wie Jesus hier gedanklich schon bei der Gemeinde nach Pfingsten ist, während Petrus noch nicht wirklich verstanden hat, was da in Kürze auf sie zukommt. Damit steht Petrus auch nicht alleine, denn auch Matthäus hat diese Worte über die Liebe ganz offenbar nicht gehört, nur bei Johannes haben sie sich in das gedächtnis eingebrannt.

Jesus kündigt Petrus an, wie er ihm verleugnen wird und setzt dann seine Predigt fort, indem er über die vielen Wohnungen spricht, die in seines Vaters Haus sind. Jetzt bemerkt man, dass auch Thomas, wie Petrus noch über die Aussage Jesu, dass er sie verlassen werde, nachdenkt, er fragt nach dem Weg dahin.

Jesus beantwortet diese Frage geistlich und offenbart sich selbst als der Weg und die Wahrheit und das Leben. Indirekt deutet er an, dass er zum Vater geht. Hier hackt Philippus ein, er möchte den Vater sehen. An dieser Frage erkennen wir, dass auch Philippus noch nicht wirklich verstanden hat, wovon Jesus spricht, denn als Jude würde er nie die Frage stellen: „Zeige uns Gott.” Die Antwort Jesu ist von großer Tragweite: „„Philippus, wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen!“

Damit sagt Jesus, dass alles, was wir in unserer beschränkten, der Zeit unterworfenen dreidimensionalen Welt von Gott sehen können, in ihm, Jesus, dem Christus, sichtbar ist.

Nehmen wir einmal das Beispiel einer schweren Kugel, der ins Wasser geworfen wird. Da durchdringt also eine dreidimensionale Kugel die zweidimensionale Wasseroberfläche. Innerhalb der Wasseroberfläche ist diese Kugel zu jedem Zeitpunkt entweder gar nicht sichtbar oder ein Punkt, wenn sie die Wasseroberfläche berührt, oder ein immer größer werdender Kreis. In der Wasseroberfläche ist sie immer nur als Kreis sichtbar. Wenn ein dedachtes zweidimensionales Wesen, das selbst auch in dieser Wasseroberfläche lebt und nicht aus der Wasseroberfläche herausschauen kann, auf diesen Kreis blickt, so sieht es nur einen Strich, etwas eindimensionales.

Dieses ist ein schönes Bild für das, was Jesus hier sagen will. Wir leben in unserer beschränkten Welt und können uns Gott nicht vorstellen, weil er weit über unseren Erfahrungshorizont herausragt. Unser Erfahrungshorizont ist begrenzt durch einen dreidimensionalen Raum und das Phänomen der Zeit. Jesus ist von Gott ausgegangen und in diese dreidimensionale Welt, der Zeit und damit der Vergänglichkeit unterworfene Welt gekommen. Er ist alles, was wir von Gott erkennen können. Alles andere - der Vater - überragt unsere intellektuellen Möglichkeiten. Und wenn wir flüchtig hinschauen, dann wird dieses Abbild Gottes noch kleiner. Das ist der Gott der Philosophen, zu dem man auch den Gott des Islam rechnen muss. Da versucht ein Philosoph oder auch ein Religionsgründer wie Mohammed, Gott zu denken und erhält damit ein Zerrbild, so wie in der zweidimensionalen Wasseroberfläche die Kugel, schräg von der Seite betrachtet, wie ein Strich in der Landschaft erscheint.

Diese Antwort hier ist von großer Bedeutung. Alles, was Menschen und menschlichem Verstand von Gott erkennbar ist, ist in Jesus Christus. Und alles, was darüber hinaus geht, sind Zerrbilder. Da mögen sich die Philosophen mit noch so vielen Doktortiteln behängen, die Religionsgründer noch so erfolgreich in ihren Eroberungskriegen sein, es sind alles menschliche Konstrukte. „Philippus, wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen!“

Jesus vertieft diese Aussage, indem er über die Werke spricht, die er getan hat und die die Jünger in Zukunft tun werden. Wie schnell geben wir auf und freuen uns, wenn die Gemeinde halbwegs funktioniert und der Gottesdienstbesuch noch so einigermaßen ausreichend ist und fragen nicht nach den Werken, die der Geist Gottes unter uns tut. Wenn Jesus hier nicht übertrieben hat, dann müssten diese Werke auch unter uns geschehen. Nicht jeden Sonntag und nicht immer dann, wenn wir es uns wünschen, aber sie müssten geschehen. Und wenn sie nicht geschehen, dann ist es kein Grund, eine Theologie zu entwerfen, die das Nichtgeschehen erklärt, sondern es ist ein Grund, auf die Knie zu gehen.

Jesus deutet das an, weil unvermittelt von den Werken wieder auf die Liebe zu sprechen kommt. Und er verbindet diese Liebe mit dem Halten seiner Gebote. Dieses klingt auf den ersten Blick wie Werkgerechtigkeit und Gesetzlichkeit. Allerdings, wenn man ein wenig nachdenkt, ist dieser Zusammenhang, den Jesus auf dem Weg nach Gethsemane noch weiter ausführt, völlig nachvollziehbar, wenn man an eine menschliche Liebesbeziehung denkt. Wenn und solange zwei Menschen sich lieben, werden sie aufeinander Rücksicht nehmen. Keiner wird etwas tun, von dem er weiß, dass es den anderen ärgert. Und wenn diese gegenseitige Rücksichtnahme aufhört, man den anderen als Einengung der eigenen Persönlichkeit empfindet, dann ist die Liebesbeziehung schon längst beendet. So erinnert er uns mit seiner Forderung an das, was in einer menschlichen Liebesbeziehung völlig natürlich ist.

In den weiteren Ausführungen Jesu wird dieser Gedanke der intensiven Liebesbeziehung noch weiter entfaltet. Jesus verheißt den heiligen Geist. Durch den Geist wird er in uns leben und wirken. Wie wichtig Jesus diese intensive Liebesbeziehung ist, macht seine Antwort auf die Zwischenfrage des Judas deutlich. Er geht eigentlich auf die Frage: „Herr, wie kommt es, daß du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?“ gar nicht ein. Er spricht stattdessen davon, dass er in den Menschen, die ihn lieben, wohnen will. Damit beantwortet er die Frage indirekt. Erst durch die Liebe sind wir offen dafür, dass Jesus in uns wohnen kann. Die Welt verschließt sich ihm, und er hat nicht die Absicht, mit Gewalt Wohnung zu nehmen.

Er spricht hier von dem Heiligen Geist als dem, der die Jünger alles lehren wird, sie an alles erinnern wird. Jesus bereitet die Jünger auf alles vor, was geschehen wird, um ihren Glauben zu stärken, damit sie erkennen, dass Jesus der HERR der Geschichte ist und nicht der Fürst dieser Welt, auch wenn er sich so gebärdet.

Das Gespräch auf dem Weg nach Gethsemane

Auf dem Wege nach Gethsemane hören die Fragen der Jünger auf, Jesus spricht. Er beginnt mit dem Gleichnis vom Weinstock und den Reben, um die tiefe Verbundenheit zu seinen Jüngern zu unterstreichen. Er verbindet es mit einer Warnung: „denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Er gibt uns ein Zeichen, was es heißt, in Jesus zu bleiben: „Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, möget ihr bitten, was ihr wollt, so wird es euch widerfahren.“ Vor diesem Satz müssen wir uns demütig beugen und feststellen, dass für die meisten von uns noch viel Raum ist, das „Bleiben in Christus“ zu vertiefen, damit wir mehr Frucht bringen und unsere Frucht vor Gott Bestand hat. Hier sollten wir nicht gleich die Frage anschließen, ab wann man wohl in den Himmel kommt, wieviel dazu wohl nötig ist. Das erinnert an ein Ehepaar, das überlegt, wieviel Gemeinsames wohl nötig ist, damit man von einer Ehe sprechen kann. Wenn sie sich lieben, werden sie so viel Gemeinsamkeit suchen, wie möglich ist. Davon, von der Liebe zu Jesu, sollten unsere Überlegungen geprägt sein.

Diesen Gedanken greift Jesus auch auf und erneuert die schon am Tisch ausgeführte Beziehung: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.“ Lieben heißt „Gebote halten“, so zu leben, das es dem anderen Freude macht, und Dinge zu vermeiden, von denen man weiß, dass sie den anderen belasten, abstoßen oder beleidigen.

Diese Liebe verändert die Beziehungen, so dass Jesus seine Jünger nicht mehr als Knechte sondern als Freunde sieht. Wieder liegt auf dieser Beziehung eine Verheißung, die Verheißung, „ daß ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe, auf daß, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er es euch gebe.“

Jesus bereitet seine Jünger auf den Hass der Welt vor. Dabei ist die Welt nicht nur die Welt der Heiden, die den Götzen anhängen. „Hätte ich nicht die Werke unter ihnen getan, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie dieselben gesehen und hassen doch sowohl mich als auch meinen Vater“. Bis in die führenden Kreise der KIrche hinein werden die Werke, die Jesus getan hat, abgelehnt. Man muss nicht lange suchen, um theologische Bücher zu finden, in denen die Wunder Jesu als Legenden abgetan werden. Jesus ist da sehr unmissverständlich: „Wenn ich nicht gekommen wäre und es ihnen gesagt hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde.“ In dieser Frage steht es mir nicht zu irgend einen Menschen zu beurteilen oder ihm den Glauben abzusprechen. Da gilt das Wort: „Ein jeder prüfe aber sich selbst.“ Aber es ist doch der Hinweis notwendig, dass damals auch unter den härtesten Gegnern Jesu seine Wunder völlig unbestritten waren. Man meinte nur, dass sie vom Teufel kämen, oder wie oben an dem kleinen Exkurs über Origenes Schrift wider Centon gezeigt, aus finsteren ägyptischen Quellen stammen. Man braucht dieses Argument, die Wunder in ihrer Bedeutung herunterzuspielen, weil die selbst dem König Agrippa bekannt waren und auch nicht in Frage gestellt wurden.

Jesus war völlig klar, dass seine Sendung weiter bestritten werden würde. Aber es wird ein fortwährendes Zeugnis für Jesus und seine Liebe geben, den Heiligen Geist. Dieser Heilige Geist wird die Welt von Sünde, gerechtigkeit und Gericht überzeugen. Dabei ist Sünde der Unglaube, Gerechtigkeit in Jesus erfüllt und das Gericht auf den Fürst dieser Welt bezogen. Jesus stellt uns frei. Wir sind frei von diesen Dingen durch den Glauben. Denn die Gerechtigkeit ist in Jesu Rückkehr zum Vater erfüllt und das Gericht bezieht sich nicht auf die, die Glauben, sondern auf den Fürst dieser Welt. Auch diese Verse machen wieder einmal deutlich, wie wichtig Jesus der Glaube ist. Die Bedeutung des Glaubens ist nicht eine Erfindung des Paulus, sondern sie ist von Jesus gesetzt. Vor Agrippa berichtet Paulus von einer Vision, in der Jesus ihm im Tempel erschienen ist und ihm eine Verheißung und einen Auftrag gegeben hat: und ich will dich erretten von dem Volk und von den Heiden, unter welche ich dich sende, um ihnen die Augen zu öffnen, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, auf daß sie Vergebung der Sünden und ein Erbteil unter den Geheiligten empfangen durch den Glauben an mich! (Apostelgeschichte 26,17-18 *) In dieser Verheißung wird deutlich, dass Paulus aufgefordert ist, den Glauben an Jesus zu predigen. Alles andere wird der Heilige Geist in den einzelnen Menschen wirken. Die zentrale herausforderung für den Menschen ist der Glaube. Dies ist Originalton Jesu und von Paulus nur gehorsam aufgenommen, nicht etwa von Paulus aus missionsstrategischer Überzeugung erfunden.

Eine weitere verheißung verbindet Jesus mit dem Heiligen Geist: „Was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“ Der Heilige Geist wird der Gemeinde Jesu offenbaren, was vor ihr liegt. Auch dies ist ein großes Wort Jesu, das unseren Glauben fordert.

Die Jünger müssen diesen Reden Jesu gebannt zugehört haben, denn die Zwischenfragen sind ausgeblieben. Als er aber von dem redet, was in Kurzem geschehen wird, da werden sie wieder verwirrt: „Was bedeutet das, daß er sagt: In kurzem? Wir wissen nicht, was er redet!“ Jesus verschärft seine Aussage und spricht von der Traurigkeit, die die Jünger befallen wird. Aber er schließt mit einer Verheißung: „Ich werde euch aber wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen, und niemand wird eure Freude von euch nehmen.“ Diese Verheißung gilt bis heute und bis der HERR wiederkommt.

Und Jesus ermutigt die Jünger, zum Vater aufzublicken: „denn der Vater selbst hat euch lieb“. Und wieder ist es der Glaube und nur der Glaube, der die Brücke zum Vater baut: „weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin.“

Die Jünger sind begeistert von dem, was Jesus sagt: „Siehe, jetzt redest du offen und brauchst kein Gleichnis! Jetzt wissen wir, daß du alles weißt und nicht nötig hast, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist!“ Aber Jesus muss ihre Begeisterung dämpfen. Er bereitet sie auch auf ihr Versagen vor: „Jetzt glaubet ihr? Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.“ Dadurch gewinnen wir einen tiefen Einblick in die Seelsorge Jesu. Er kündigt den Jüngern ihr Versagen an, er bereitet sie darauf vor. Er lässt sie damit nicht allein. Mit diesen Jüngern wird er die Welt missionieren. Nicht das Versagen ist unser Problem, sondern unser Unglaube. Diese Rede Jesu ist auch eine Aufforderung, an die unerschütterliche Liebe Jesu in unserem Leben zu glauben. Wenn Jesus von uns fordert, unserem Bruder siebenmal siebzigmal zu vergeben, so wird er, der doch unser Vorbild ist, uns mehr als siebenmal siebzigmal vergeben. Das Problem ist, dass unser Glaube nicht so weit reicht: Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal? Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal! (Matthäus 18,21-22 *)

Und in diesem Glauben an die Vergebung durch Jesus Christus und seinen stellvertretenden Opfertod am Kreuz haben wir Frieden: „Solches habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Trübsal; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“

Das hohepriesterliche Gebet Jesu auf dem Weg nach Gethsemane

Das hohepriesterliche Gebet Jesu ist nicht das Gebet, das Jesus in Gethsemane spricht, denn Johannes erzählt, dass Jesus erst nach diesem Gebet in den Garten geht, dass er also, wenn er so betet, noch nicht in Gethsemane angekommen ist. Es ist noch ganz das Gebet des Gottessohnes in der Fürbitte für seine Jünger. Es ist ein Gebet, in dem Jesus prophetisch auch für die Gemeinde betet. Die Verherrlichung des Vaters und des Sohnes stehen zunächst im Vordergrund. Jesus ist von Gott verherrlicht durch die Vollmacht, die er vom Vater empfangen hat. Diese Vollmacht besteht darin, ewiges Leben zu geben. „Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Wieder haben wir es mit einem Wort großer Tiefe zu tun. Das ewige Leben besteht in der Erkenntnis des allein wahren Gottes und des Sohnes, den Gott gesandt hat. Damit beginnt das ewige Leben schon hier, wenn Menschen beginnen, den Vater und den Sohn zu erkennen. Es beginnt also im Glauben, nicht in irgend einem Glauben, sondern in einem Glauben, der den Vater, den allein wahren Gott, und den er gesandt hat, Jesus Christus, erkennt. Damit ist es aber auch ein trennendes Wort, erst dann beginnt das ewige Leben.

Danach legt Jesus Rechenschaft ab über die Menschen, die der Vater ihm anvertraut hat, bittet für sie und bittet insbesondere darum, dass sie eins seien und zwar so eins seien, wie der vater und der Sohn eins sind. Wenn wir jetzt vielleicht traurig seufzen und befürchten, dass das doch gar nicht gehe, so müssen wir doch zugeben, dass das unser Ziel ist, dem alles andere unterzuordnen ist. Alles, was dieses Einssein stört, muss weg. Das ist eine große Herausforderung. Denn wieviel haben wir, das uns am Einssein hindert. Dabei geht es nicht nur um die theologische Vielfalt, es geht auch um die persönlichen Animositäten, unseren Ehrgeiz, unsere Hoffnungen und unsere Träume. Die Bitte, die Jesus hier an den Vater richtet, verschiebt die Prioritäten in unserem Leben. Dies muss uns immer bewusst sein.

Der Bitte um das Einssein folgen die Bitten um Freude, um Bewahrung, um Heiligung für die Jünger. Auch in der Reihenfolge liegt eine Botschaft: Ohne Einssein keine völlige Freude, ohne Freude keine Bewahrung vor dem Bösen und ohne all diese Dinge keine Heiligung in der Wahrheit. Wir leben dies meist anders: Ein wenig Eissein, ein wenig Freude, ein wenig Bewahrung und schließlich ein wenig Heiligung. Das ist nicht der Weg Jesu. Die bedeutung der Freude wird meist unterschätzt. Nicht der verbitterte Kampf um die richtige Lehre, nicht der verbissene Wille durchzuhalten, nicht das missmutige Aushalten von Forderungen will Jesus von uns, sondern er will Menschen, die mit Freuden tun, was sie tun. Die Freude ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg, dass Jesus mich bewahren kann, dass er mich in die Heiligung führen kann.

Jesus heiligt sich, damit seine Jünger geheiligt seien. Ist uns dieser Weg eigentlich bewusst. Wie oft bedauern wir die mangelnde Heiligung, die wir bei anderen sehen. Heiligen wir uns für den Bruder oder die Schwester, für unser Volk, für unsere Regierung. Haben wir diesen Zusammenhang schon einmal bedacht?

Jesus bittet auch für die Menschen und Generationen, die durch die Arbeit der Jünger zum Glauben kommen. Jesus blickt in die Zukunft. Er hat seinen Jüngern Herrlichkeit verliehen. Er spricht von den Jüngern, die in ein paar Stunden sich in alle Richtungen aus dem Staub machen werden. Trotzdem sieht Jesus in ihnen Herrlichkeit. Er schaut durch den Menschen, so wir er im Augenblick ist hindurch und sieht die Herrlichkeit, für die Gott sie bereitet hat. Es ist der Blickwinkel Gottes, den auch wir bereit sein sollten einzunehmen.

Der Abschluss des gebetes ist geprägt von dem Wunsch Jesu, seine Jünger zu sich zu ziehen, mit ihnen wieder vereint zu sein und die Liebe, von der sein Verhältnis zum Vater geprägt ist, auch in seine Jünger zu legen.

So haben wir es hier mit einem großartigen Fürbittegebet Jesu für seine Jünger und auch für uns, die wir heute leben, zu tun. Es ist die letzte Seelsorge Jesu an seinen Jüngern in der Art, wie sie es seit ihrer Berufung gewohnt waren. Dieses Verhältnis zu Jesus wird sich in der folgenden Nacht völlig verändern. Aber jesus hat die Weichen gestellt, so dass auch sein Opfertod am Kreuz für die Jünger zu einer Stärkung ihres Glaubens wird, eines Glaubens, der die Welt verändern wird.

Im Garten Gethsemane


Matthäus liefert einen ausführlichen Bericht über das Gebet Jesu im Garten Gethsemane

Matthäus 26,36-46 *: Da kommt Jesus mit ihnen in ein Gut, namens Gethsemane. Und er spricht zu den Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete. Und er nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an, betrübt zu werden, und ihm graute sehr. Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tiefbetrübt bis zum Tod! Bleibet hier und wachet mit mir! Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst! Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Könnt ihr also nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Wiederum zum zweitenmal, ging er hin, betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille! Und er kommt und findet sie abermals schlafend; denn die Augen waren ihnen schwer geworden. Und er ließ sie, ging wieder hin, betete zum drittenmal und sprach dieselben Worte. Da kommt er zu seinen Jüngern und spricht zu ihnen: Schlaft ihr noch immer und ruhet? Siehe, die Stunde ist nahe, und des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert! Stehet auf, laßt uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe!


Johannes erwähnt den Aufenthalt im Garten nur kurz, um die Gefangennahme zu schildern

Johannes 18,1 *: Als Jesus solches gesprochen hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Winterbach Kidron. Dort war ein Garten, in welchen Jesus samt seinen Jüngern eintrat.

 
Der Garten Gethsemane liegt am Fuße des Ölbergs, am Weg nach Bethanien. Dort befand sich eine Höhle, die sich gut zum Übernachten eignete. Jesus ist offenbar nachts öfter an dieser Stelle gewesen, wie die Ölbergsreden Jesu, mit denen er in den letzten Tagen vor der Kreuzigung seine Jünger belehrt hat, zeigen. Hier wird Jesus nun innerlich von dem, was auf ihn zukommt, bedrängt. Es ist bemerkenswert, dass Johannes nur kurz über diesen Aufenthalt berichtet, um dann die Gefangennahme Jesu zu berichten. Er war ja nach dem gleichlautenden Berichten des Matthäus und des Markus, der sich auf die Erzählungen von Petrus stützte, mit dabei. Vielleicht war er so müde, dass er von dem Gebetskampf Jesu nichts mitbekommen hat und deshalb auch nicht darüber berichten mochte, vielleicht hat aber auch der Eindruck vom hohenpriesterlichen Gebet Jesu seine Erinnerung an diesen Gebetskampf des leidenden Jesus überdeckt. Dies ist auch nicht maßgebend. Für uns wichtig ist, dass wir hier in den Evangelien sowohl den siegreichen Gottessohn als auch den leidenden Mann der Schmerzen erleben. Beides müssen wir in voller Klarheit wahrnehmen. Jesus ist nicht der Mensch, den Gott uns nachträglich, als er schon längst gestorben war, als den Erlöser vorsetzt. Jesus ist aber auch nicht der Gottessohn, der über den Dingen steht und kein Leiden kennt. Er ist der Gottessohn von Anfang an, der aber leidet, gleich wie wir, der Anfechtung kennt und der überwindet. Er hält, stellvertretend für uns, das Leiden aus. Er hält die Schmerzen aus. Er hält die Anfechtung aus. Und in alle dem ist er sich bewusst, dass er als Gottessohn und menschensohn eine Aufgabe in dieser Welt vom Vater übernommen hat und zu Ende führen muss. Wer den Gottessohn und die große Liebe, die der Vater und der Sohn zu den Menschen haben, der muss auch Gethsemane im Blick haben. Sonst bleibt ihm Wesentliches von Jesus verborgen.

Doch wahrlich, unsere Krankheit trug er, und unsere Schmerzen lud er auf sich; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und geplagt; aber er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen, zerschlagen wegen unserer Missetat; die Strafe, uns zum Frieden, lag auf ihm, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. Da er mißhandelt ward, beugte er sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das vor seinem Scherer verstummt und seinen Mund nicht auftut. Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen; wer bedachte aber zu seiner Zeit, daß er aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, wegen der Übertretung meines Volkes geschlagen ward? Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab und bei einem Reichen seine Gruft, obwohl er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Munde gewesen war. Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen, er ließ ihn leiden. Wenn er seine Seele zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und lange leben; und des HERRN Vorhaben wird in seiner Hand gelingen. (Jesaja 53,4-10 *)

Zunächst einmal redet die Prophetie des Jesaja ganz klar vom Leiden des Gottessohnes: „Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen, er ließ ihn leiden.“ Auch der Schreiber des Hebräerbriefes sieht es ähnlich:

Daher mußte er in allem den Brüdern ähnlich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, um die Sünden des Volkes zu sühnen; denn worin er selbst gelitten hat, als er versucht wurde, kann er denen helfen, die versucht werden. (Hebräer 2,17-18 *)

Er spricht davon, dass der Gottessohn gelitten hat, dass er versucht wurde, damit er „denen helfen, die versucht werden.“ Auch hier die klare Aussage, dass der Gottessohn gelitten hat.

Aber bei diesem Leiden des Gottessohnes bleibt es nicht. Dieser Jesus, der hier um unseretwillen auf seine Herrlichkeit beim Vater, auf seine Macht, die er im Himmel besaß, verzichtet, dieser Gottessohn hat, nachdem er überwunden hat, „die Himmel durchschritten“. und an einer anderen Stelle schreibt der Hebräerbrief: Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasset uns festhalten an dem Bekenntnis! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. So lasset uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe! (Hebräer 4,14-16 *) Die Herrlichkeit des erhöhten HERRN müssen wir sehr wohl wahrnehmen. Das, was in Jerusalem in diesen Tagen ereignete, geschah, weil Jesus es zugelassen hat, weil er es aus Liebe zu uns auf sich genommen hat. Hier ist niemand gescheitert, sondern hier hat sich jemand der Böswilligkeit der Menschen ausgesetzt, weil er die Menschen retten will, bis auf den heutigen Tag. Jesaja hat das sehr klar gesehen: „Wenn er seine Seele zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und lange leben; und des HERRN Vorhaben wird in seiner Hand gelingen.“

Gethsemane ist nur der Anfang. Wir werden auf dem Weg nach Golgatha und am Kreuz selbst immer wieder den leidenden Menschen Jesus sehen, der, obwohl der der Christus ist und jederzeit die Himmel durchschreiten könnte, für uns leidet, damit wir Frieden haben, denn „durch seine Wunden sind wir geheilt.“

Jesus wird festgenommen

 
Jesus wird festgenommen. Er wird in der Nacht festgenommen, weil man es tagsüber im Tempel nicht durchführen konnte, da war er durch das Volk geschützt. Deshalb hat er am Abend auch jedesmal Jerusalem verlassen. Judas kannte aber den Aufenthaltsort Jesu und Jesus hat diesen auch nach der Entlarvung des Judas nicht geändert, damit die Schrift erfüllt würde.

Wenn wir den überlieferten Text so zusammenfassen, dass wir jeweils die ausführlichste Schilderung wählen, um uns ein möglichst vollständiges Bild von der Gefangennahme zu machen, dann wird der folgende Ablauf sichtbar:

Johannes 18,1-9 *: Als Jesus solches gesprochen hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Winterbach Kidron. Dort war ein Garten, in welchen Jesus samt seinen Jüngern eintrat. Aber auch Judas, der ihn verriet, kannte den Ort; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Nachdem nun Judas die Rotte und von den Obersten und Pharisäern Diener bekommen hatte, kam er dorthin mit Fackeln und Lampen und mit Waffen. Jesus aber, der alles wußte, was über ihn kommen sollte, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesus, den Nazarener! Spricht Jesus zu ihnen: Ich bin es! Es stand aber auch Judas, der ihn verriet, bei ihnen. Als er nun zu ihnen sprach: Ich bin es! wichen sie alle zurück und fielen zu Boden. Nun fragte er sie wiederum: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesus, den Nazarener! Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es bin; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen! auf daß das Wort erfüllt würde, das er gesagt hatte: Ich habe keinen verloren von denen, die du mir gegeben hast.

Lukas 22,49 *: Als nun seine Begleiter sahen, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen?

Johannes 18,10-11 *: Da nun Simon Petrus ein Schwert hatte, zog er es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Name des Knechtes aber war Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?

Matthäus 26,52-55 *: Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder meinst du, ich könnte nicht meinen Vater bitten, und er würde mir noch jetzt mehr als zwölf Legionen Engel schicken? Wie würden dann aber die Schriften erfüllt, daß es so kommen muß? In jener Stunde sprach Jesus zu der Schar: Wie gegen einen Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, mich zu ergreifen! Täglich bin ich bei euch lehrend im Tempel gesessen, und ihr habt mich nicht ergriffen.

Lukas 22,53 *: Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hand nicht gegen mich ausgestreckt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.

Johannes 18,12-14 *: Die Rotte nun und ihr Oberst und die Diener der Juden griffen Jesus und banden ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; denn er war der Schwiegervater des Kajaphas, welcher in jenem Jahre Hoherpriester war. Das war der Kajaphas, der den Juden geraten hatte, es sei besser, daß ein Mensch für das Volk sterbe.

Matthäus 26,56 *: Das alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.

Markus 14,51-52 *: Und ein Jüngling folgte ihm, der ein Leinengewand auf dem bloßen Leibe trug; und sie ergriffen ihn, er aber ließ das Leinengewand fahren und entfloh nackt.

Viele vermuten, dass dieser Jüngling, der Jesus folgt, als er gefangen weggeführt wird, Johannes Markus ist, der Autor des Markusevangeliums. Aber dies ist nur eine Deutung, denn diese kleine Episode ist ansonsten unwesentlich.

Wir können davon ausgehen, dass alle Beteiligten wussten, dass hier eine gefährliche Auseinandersetzung vorlag: „Wehe, wenn dieser Jesus wirklich der Messias war ...“ Deshalb ist das Zurückweichen und auch das Stürzen, dass Johannes beschreibt, durchaus nachvollziehbar. Diese Männer hatten Angst. Die Knechte des Hohenpriesters kannten bestimmt die Geschichte von Elia, den Ahab gefangen nehmen möchte: Und er sandte einen Hauptmann über fünfzig zu ihm, mit seinen fünfzig Leuten. Als der zu ihm hinaufkam, siehe, da saß er oben auf dem Berge. Er aber sprach zu ihm: Du Mann Gottes, der König sagt, du sollst herabkommen! Aber Elia antwortete dem Hauptmann über fünfzig und sprach zu ihm: Bin ich ein Mann Gottes, so falle Feuer vom Himmel und verzehre dich und deine Fünfzig! Da fiel Feuer vom Himmel und verzehrte ihn und seine Fünfzig. Und er sandte wieder einen andern Hauptmann über fünfzig zu ihm mit seinen Fünfzigen, der antwortete und sprach zu ihm: Du Mann Gottes, so spricht der König: Komm eilends herab! Elia antwortete und sprach zu ihm: Bin ich ein Mann Gottes, so falle Feuer vom Himmel und verzehre dich und deine Fünfzig! Da fiel das Feuer Gottes vom Himmel und verzehrte ihn und seine Fünfzig. Da sandte er noch einen dritten Hauptmann über fünfzig mit seinen Fünfzigen. Als nun dieser dritte Hauptmann über fünfzig zu ihm hinaufkam, beugte er seine Knie gegen Elia und bat ihn und sprach zu ihm: Du Mann Gottes, laß doch mein Leben und das Leben deiner Knechte, dieser Fünfzig, etwas vor dir gelten! Siehe, das Feuer ist vom Himmel gefallen und hat die ersten zwei Hauptleute über fünfzig samt ihren Fünfzigen vertilgt. Nun aber laß mein Leben etwas vor dir gelten! Da sprach der Engel des HERRN zu Elia: Gehe mit ihm hinab und fürchte dich nicht vor ihm! Und er machte sich auf und ging mit ihm hinab zum König. (2.Könige 1,9-15 *)

Die Hohenpriester wußten, welches Risiko sie eingingen. Wenn sie hier tatsächlich den Messias gegriffen haben, dann würde Elia kommen und ihn befreien. Aber das konnte einfach nicht sein, dazu war dieser Jesus viel zu schwach, als dass ihm wirklich die himmlischen Heerscharen zu Verfügung ständen.

Jesus geht mit ihnen. Fürs erste hat der Hohepriester recht behalten.

Der Prozess gegen Jesus vor dem Hohen Rat
und Petrus leugnet, Jesus zu kennen

 

Der Prozess vor dem Hohen Rat

Der Prozess vor dem Hohen Rat wird in vielen Einzelheiten dargestellt, die eigentlich nur Prozessbeteiligte kennen konnten. Nikodemus oder auch Joseph von Arimatia könnten solche Quellen sein. In einem sind sich alle einig. Die Tatsache, dass Petrus seinen HERRN verleugnet hat, wird von allen unter Namensnennung geschildert. Ganz offensichtlich hat Petrus schon Markus authorisiert, dies zu tun. Danach bestand für keinen Evangelisten ein Grund, Petrus zu schützen, wenn er selbst so offen damit umgeht.

Jesus wird offensichtlich zunächst von Hannas verhört, bevor er vor Kaiphas zur Aburteilung gestellt wird: Johannes 18,12-14 *: Die Rotte nun und ihr Oberst und die Diener der Juden griffen Jesus und banden ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; denn er war der Schwiegervater des Kajaphas, welcher in jenem Jahre Hoherpriester war. Das war der Kajaphas, der den Juden geraten hatte, es sei besser, daß ein Mensch für das Volk sterbe.

Hannas versucht, Informationen über die Lehre Jesu zu bekommen, wohl, um damit die Anklage formulieren zu können:

Johannes 18,19-21 *: Der Hohepriester nun fragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; ich habe stets in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet. Was fragst du mich? Frage die, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe! Siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.

Die Antwort Jesu ist klar. Er verweist darauf, dass er öffentlich gelehrt hat, dass seine Lehre bekannt ist. Er verweigert Hannas die Argumente, die er für seine Anklage braucht. Durch diese Antwort Jesu sieht der Diener offenbar die Ehre des Hohenpriesters verletzt und gibt Jesus einen Backenstreich:

Johannes 18,22-24 *: Als er aber solches sagte, gab einer der Diener, die dabeistanden, Jesus einen Backenstreich und sprach: Antwortest du dem Hohenpriester also? Jesus erwiderte ihm: Habe ich unrecht geredet, so beweise, was daran unrecht war; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Da sandte ihn Hannas gebunden zum Hohenpriester Kajaphas.

Interessant ist die Antwort Jesu. Er weist das Verhalten des Dieners zurück. Er nimmt also nicht den Backenstreich demütig an, sondern weist ihn zurück, empfindet ihn als Unrecht. Wenn man das Verhalten Jesu im Licht der Bergpredigt sieht, erstaunt es zunächst: Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deinen rechten Backen schlägt, so biete ihm auch den andern dar; (Matthäus 5,39 *) Jesus lässt sich nicht ungerecht behandeln, sondern er weist solches Verhalten zurück. Damit interpretiert das Verhalten Jesu die Bergpredigt. Es geht nicht darum, dass wir in falsch verstandener Demut Unrecht Recht sein lassen. Wir können und sollen, wie Jesus, klar Position beziehen. Aber wir sollen nicht zurückschlagen. Wir sollen auch den rechten Backen darbieten, also keine Verteidigungslinien aufbauen. Aber wir sollen klar Position beziehen, was Recht und was Unrecht ist. Hannas gibt sich geschlagen und schickt Jesus zu Kaiphas.

Markus 14,55-60 *: Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen; und sie fanden keins. Denn obgleich viele falsches Zeugnis wider ihn ablegten, so stimmten die Zeugnisse doch nicht überein. Und es standen etliche auf, legten falsches Zeugnis wider ihn ab und sprachen: Wir haben ihn sagen hören: Ich will diesen mit Händen gemachten Tempel zerstören und in drei Tagen einen andern aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber auch so war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend. Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte, fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen?

Dort ist man offensichtlich vorbereitet und hat allerlei Zeugen aufgeboten. Dies wird aber, wie Hannas wohl schon vorhergesehen hat, zum Fiasko. Es gibt ein wildes Durcheinander von widersprüchlichen Zeugnissen und die Anklage droht zu platzen. Da fragt ihn Kaiphas: „Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?“ Damit liegt die Kernfrage auf dem Tisch. Keine Frage nach seinen Wundertaten, keine Frage nach Jesu Vollmacht, wie es nach der Tempelreinigung geschah. Es war eine reine Fangfrage. Man hat sich mit der einfachen Erkenntnis zufrieden gegeben, dass der Messias nicht aus Galiläa kommen kann. Da spricht zu ihnen Nikodemus, der des Nachts zu ihm gekommen und einer der Ihren war: Richtet auch unser Gesetz einen Menschen, man habe ihn denn zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch aus Galiläa? Forsche nach, und du wirst sehen, daß aus Galiläa kein Prophet ersteht! (Johannes 7,50-52 *) Matthäus und Lukas weisen ja sorgfältig nach, dass Jesus von David abstammt, dass er in Bethlehem geboren ist. Und mit dem Wort aus Johannes 12,44-50  *: Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit niemand, der an mich glaubt, in der Finsternis bleibe. Und wenn jemand meine Worte hört und nicht hält, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tage. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. Und ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist. Darum, was ich rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat. macht Matthäus deutlich, dass der Messias in Galiläa predigen musste: Und er verließ Nazareth, kam und ließ sich zu Kapernaum nieder, das am Meere liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali; auf daß erfüllt würde, was durch Jesaja gesagt ist, den Propheten, der da spricht: «Das Land Sebulon und das Land Naphtali, am Wege des Meeres, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden, das Volk, das in der Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und die da saßen im Lande und Schatten des Todes, denen ist ein Licht aufgegangen.» (Matthäus 4,13-16 *) Dies alles interessierte nicht. Hier ist auch für uns Grund zur Selbstprüfung. Wie intensiv lesen wir die Bibel? Solange, bis das bestätigt ist, was wir gerne wissen wollen? Oder lesen wir weiter. Geben wir dem Heiligen Geist die Chance, durch sein Wort zu uns zu reden? Die religiösen Führer Israels waren zufrieden, als sie das Argument hatten: Er kommt aus Galiläa und kann deshalb gar nicht der Messias sein. Damit war das Todesurteil fertig, als Jesus sich als Messias bekennt.

Markus 14,61-63 *: Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels! Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sagte: Was bedürfen wir weiter Zeugen?

Aber der Hohepriester macht diesen Beschluss nicht selbst. Er lässt beschließen:

Markus 14,64 *: Ihr habt die Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie urteilten alle, er sei des Todes schuldig.

Nun geht alles seinen vorgefertigten Gang. Ein formaler beschluss wird gefällt und dem Pilatus vorgelegt:

Markus 15,1 *: Und alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus.

Die Verleugnung

Die Verleugnung Jesu durch Petrus ist mit der Erzählung über den Prozess verwoben. Johannes schildert sie am ausführlichsten, insbesondere spricht er auch davon, dass einer der Jünger den Hohenpriester kannte. Dies war offensichtlich für die anderen Evangelisten viel zu brisant, als dass sie es erwähnt hätten. Selbst Johannes ist es noch so brisant, dass er nicht den Namen des Jüngers erwähnt. Daraus, dass Johannes und Petrus etwa auch gemeinsam zum Grab laufen (Johannes 20,1-3 *), mag man schließen, dass sie nach der Gefangennahme Jesu häufiger zusammen waren. Johannes scheut sich ja häufig, in seinem Evangelium seinen Namen zu nennen. Es sind also nur Vermutungen:

Johannes 18,17-18 *: Da spricht die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Petrus spricht: Ich bin's nicht! Es standen aber die Knechte und Diener um ein Kohlenfeuer, das sie gemacht hatten (denn es war kalt) und wärmten sich; Petrus aber trat auch zu ihnen und wärmte sich.

Ganz offensichtlich liegen zwischen der ersten Verleugnung und den beiden anderen Verleugnungen eine gewisse Zeit, denn Johannes greift zunächst die Erzählung über den Prozess wieder auf.

Johannes 18,25-27 *: Simon Petrus aber stand da und wärmte sich. Sie sprachen zu ihm: Bist nicht auch du einer seiner Jünger? Er leugnete und sprach: Ich bin's nicht! Da sagte einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da leugnete Petrus abermals, und alsbald krähte der Hahn.

Markus ist in den Einzelheiten noch drastischer als Johannes. Petrus hat ihm offensichtlich aufgetragen, das Versagen des Petrus schonungslos darzustellen:

Markus 14,70-71 *: Er aber leugnete wiederum. Und ein wenig nachher sprachen die Umstehenden abermals zu Petrus: Wahrlich, du bist einer von ihnen! Denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache ist gleich. Er aber fing an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet!

Und Markus schildert uns auch die Reue und Beschämung, die Petrus danach empfand. Markus 14,72 *: Da krähte alsbald der Hahn zum zweitenmal; und Petrus ward eingedenk des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er verhüllte sich und weinte.

Hier zeigt sich, dass mit der Gemeinde Jesu eine neue Zeit begann. Ihre Helden sind nicht die makellosen Überflieger, sondern es sind Menschen, die zu ihrer Schuld stehen, Keine Stellvertreter Gottes auf Erden sondern, wie Paulus es formuliert: Denn wir wollen nicht Herren sein über euren Glauben, sondern Gehilfen eurer Freude; denn ihr stehet im Glauben. (2.Korinther 1,24 *)

Judas Iskarioth

Was mag diesen Menschen getrieben haben? War es Habsucht, war es Geltungsdrang? War es auch nur die Hoffnung, Jesus zu zwingen, endlich mit dem Schwert den Thron Davids wiederherzustellen? Wir wissen es nicht. Ein Mensch hat versucht, mit seinem menschlichen Denken in das Handeln Gottes einzugreifen. Im Hebräerbrief lesen wir: Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen! (Hebräer 10,31 *)

Matthäus berichtet über das Ende des Judas. Es ist auch ein Zeugnis, mit welcher Kälte die religiösen Führer mit Menschen umgingen, die sie für ihre Zwecke brauchten, danach aber fallen ließen.

Judas bereut seine Tat, gibt das erhaltene Geld zurück und erhängt sich: Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er verurteilt war, reute es ihn; und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich unschuldiges Blut verraten habe! Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da siehe du zu! Da warf er die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon, ging hin und erhängte sich. (Matthäus 27,3-5 *)

Die Hohenpriester verwenden das Geld, um einen Friedhof für die Fremden zu kaufen – Blutacker: Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Wir dürfen sie nicht in den Gotteskasten legen, weil es Blutgeld ist. Nachdem sie aber Rat gehalten, kauften sie dafür den Acker des Töpfers, als Begräbnisstätte für die Fremdlinge. Daher wird jener Acker Blutacker genannt bis auf den heutigen Tag. Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist, welcher spricht: «Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Wert des Geschätzten, den sie geschätzt hatten, von den Kindern Israel und gaben sie für den Acker des Töpfers, wie der Herr mir befohlen hatte.» (Matthäus 27,6-10 *)

Aus einer Rede des Petrus, als er die Wahl eines Ersatzmannes für Judas vorschlägt, erfahren wir weitere Einzelheiten: Und in diesen Tagen stand Petrus mitten unter den Jüngern auf und sprach (es waren aber etwa hundertzwanzig Personen beisammen): Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden, das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, welcher denen, die Jesus gefangennahmen, zum Wegweiser wurde. Denn er war uns beigezählt und hatte das Los dieses Dienstes empfangen. Dieser erwarb einen Acker aus dem Lohn der Ungerechtigkeit und stürzte kopfüber hinab, barst mitten entzwei, und alle seine Eingeweide traten heraus. Und es wurde allen kund, die zu Jerusalem wohnen, so daß jener Acker in ihrer Sprache Akeldama genannt wurde, das heißt: Blutacker. Denn es steht geschrieben im Buche der Psalmen: «Seine Behausung soll öde werden, und niemand soll darin wohnen», und: «sein Amt empfange ein anderer.» So muß nun von den Männern, die mit uns gegangen sind die ganze Zeit über, da der Herr Jesus unter uns ein und ausging, von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tage, da er von uns hinweg aufgenommen wurde, einer von diesen muß mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden. (Apostelgeschichte 1,15-22 *)

Judas Iskarioth hat seine Berufung weggeworfen und schließlich sein Leben verloren. Jesus hatte ihn gewarnt:

Das Passahmahl – Jesus offenbart den Verräter: Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! Da wurden sie sehr betrübt und fingen an, einer nach dem andern, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich? Er antwortete aber und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre diesem Menschen besser, daß er nicht geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Rabbi, doch nicht ich? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt! (Matthäus 26,21-25 *)

Jesu Prozess vor Pilatus

 
Eine Zusammenstellung der Ereignisse könnte etwa folgendermaßen ausgesehen haben:

Sie führten nun Jesus von Kajaphas in das Amthaus. Es war aber noch früh. Und sie selbst betraten das Amthaus nicht, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passah essen könnten. Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und fragte: Was für eine Klage erhebt ihr wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre er kein Übeltäter, so hätten wir ihn dir nicht überantwortet! Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden sprachen zu ihm: Wir dürfen niemand töten! auf daß Jesu Wort erfüllt würde, das er sagte, als er andeutete, welches Todes er sterben sollte. Nun ging Pilatus wieder ins Amthaus hinein und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet! Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, daß ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm! (Johannes 18,28-38 *)

Sie aber bestanden darauf und sprachen: Er wiegelt das Volk auf, indem er lehrt in ganz Judäa, was er zuerst in Galiläa tat und fortsetzte bis hierher! Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei. Und da er vernahm, daß er aus dem Gebiet des Herodes sei, sandte er ihn hin zu Herodes, der in diesen Tagen ebenfalls zu Jerusalem war. Herodes aber freute sich sehr, als er Jesus sah; denn er hätte ihn schon längst gern gesehen, weil er viel von ihm gehört hatte, und er hoffte, ein Zeichen von ihm zu sehen. Er legte ihm denn auch viele Fragen vor; aber Jesus gab ihm keine Antwort. Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten standen da und verklagten ihn heftig. Und Herodes samt seinen Kriegsleuten verachtete und verspottete ihn, zog ihm ein weißes Kleid an und schickte ihn wieder zu Pilatus. An demselben Tage schlossen Pilatus und Herodes Freundschaft miteinander, denn zuvor waren sie einander feind gewesen. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als mache er das Volk abtrünnig; und siehe, als ich ihn vor euch verhörte, habe ich an diesem Menschen keine Schuld gefunden, deren ihr ihn anklagt, aber auch Herodes nicht; denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt, und siehe, es ist nichts von ihm verübt worden, was des Todes würdig wäre. Darum will ich ihn züchtigen und dann freilassen. (Lukas 23,5-16 *)

Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen wider ihn vor. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie gegen dich vorbringen! Jesus aber antwortete nichts mehr, so daß sich Pilatus verwunderte. Aber auf das Fest pflegte er ihnen einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. Es lag aber ein gewisser Barabbas gefangen samt den Aufrührern, die im Aufruhr einen Mord begangen hatten. Und das Volk zog hinauf und fing an zu verlangen, daß er täte, wie er ihnen allezeit getan. Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden freigebe? Denn er wußte, daß die Hohenpriester ihn aus Neid überantwortet hatten. Aber die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, daß er ihnen lieber den Barabbas losgeben solle. Pilatus antwortete und sprach wiederum zu ihnen: Was wollt ihr nun, daß ich mit dem tue, welchen ihr König der Juden nennet? Sie aber schrieen wiederum: Kreuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrieen noch viel mehr: Kreuzige ihn! (Markus 15,3-14 *)

Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traume seinetwegen viel gelitten! (Matthäus 27,19 *)

Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen und setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm ein Purpurkleid um, traten vor ihn hin und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden! und gaben ihm Backenstreiche. Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn zu euch heraus, damit ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde! Also kam Jesus heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! (Johannes 19,1-5 *)

Als nun Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern daß vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser und wusch sich vor dem Volk die Hände und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu! Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! (Matthäus 27,24-25 *)

Da überantwortete er ihnen Jesus, daß er gekreuzigt würde. Sie nahmen aber Jesus und führten ihn hin. Und er trug sein Kreuz selbst und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, welche auf hebräisch Golgatha heißt. (Johannes 19,16-17 *)

Damit ergäbe sich folgender Ablauf:

Man erkennt, dass die Abläufe völlig parallel verlaufen, dass kein Text vollständig ist, sondern immer Auslassungen zu erkennen sind. Diese erlauben uns, auf die Zielrichtungen des Evangelisten zu schauen. Was war ihm wichtig, was hielt er für weniger erzählenswert. Kein Autor hatte offenbar das Ziel, den Prozess komplett darzustellen oder gar ein Prozessprotokoll zu liefern. Aber, das wird aus den Berichten auch deutlich, jeder wusste, wovon er sprach, niemand hat etwas hinzugetan, denn in der Gesamtschau entsteht ein stimmiges Bild.

Texte und Auslassungen bei Matthäus

Die Texte bei Matthäus:

Ausgelassen bei Matthäus sind die Stellen:

Matthäus will deutlich machen, dass hier die Hohenpriester ein Urteil gesucht und gefunden haben und Pilatus das Treiben der religiösen Führer mit großer Distanz verfolgt hat. Interessant ist, dass die Botschaft der Frau des Pilatus der Gemeinde und damit Petrus bekannt geworden ist. Es muss also jemand aus der engsten Umgebung des Pilatus zum Glauben gekommen sein und es der Gemeinde und damit auch Matthäus berichtet haben. Die hier ausgelassenen Stellen Matthäus 27,3-10 beziehen sich auf das Schicksal des Judas und werden an späterer Stelle behandelt.

Herodes wird von Matthäus nicht erwähnt. Ob er dessen Beitrag für belanglos hielt oder ob er für die Gemeinde Nachteile befürchtete, wenn er auch Herodes erwähnt, müssen wir dahingestellt sein lassen. Das Mitgefühl des Pilatus in dem Ausruf: „Sehet, welch ein Mensch“ traut sich erst Johannes zu beschreiben, möglicherweise aus Rücksicht vor der Besatzungsmacht, die hier nicht emotional mit einbezogen werden soll.

Damit ist die Botschaft des Matthäus sehr klar, dass hier im Volk Gottes eine verhändnisvolle Entscheidung getroffen wurde, die auf dieses Volk und seine Kinder Auswirkungen haben wird. Diese Auswirkungen waren zu der Zeit, als Matthäus sein Evangelium schrieb, schon absehbar, aber der Tempel stand noch. Allerdings entglitt den religiösen Führern die Führung Israels immer mehr und der Terrorismus nahm in Gestalt von Sikarieren, Dolchmännern, die Menschen auf offener Straße töteten, und durch Freischärler aller Art immer mehr zu.

Am Ende werden die Kinder der Hohenpriester, die Jesus umgebracht haben, weinend vor den Freischärlern stehen und sie beschwören, Jerusalem an die Römer zu übergeben. Aber so, wie Jesus es vorhergesagt hat, werden die meisten von ihnen mit der Stadt untergehen. Der Tempel ist bis auf den heutigen Tag verloren, weil er nicht mehr der Ort ist, wo Gott wohnt. Matthäus hält Israel den Spiegel vor und sagt ihnen: „Ihr habt es so gewollt.“

Allerdings ist mir dabei wichtig, Israel als Bild für Menschen zu sehen, die einmal ein Leben mit Gott begonnen haben, dann aber ihre Gotteserfahrung in einer wie auch immer gearteten Satzung eingemauert haben und damit Gott in frommer Weise mundtot machen. Gott darf sich nur so äußern, wie es die Satzung vorschreibt. Alles andere wird nicht akzeptiert. Der Kampf Jesu mit den religiösen Führern Israels ist der Kampf, den der lebendige Gott bis auf den heutigen Tag mit religiösen Führern aller Schattierungen führt. Wir sollten nicht hochmütig auf die Geschehnisse in Jerusalem schauen, sondern uns demütigen. Der, der den Willen Gottes immer richtig erkannt hat und immer danach gehandelt hat, nur der darf den ersten Stein auf Kaiphas und seine Mitstreiter werfen.

Texte und Auslassungen bei Markus

Die Texte bei Markus

Ausgelassen bei Markus sind die Stellen:

Markus erzählt die Geschichte vom Prozess bei Pilatus recht kurz:

Jesus wird von Pilatus nicht etwa wegen seines Königtums bestraft. Dies nimmt Pilatus zwar zur Kenntnis, sieht es aber nicht als wesentlich an. Stattdessen bietet er die Freilassung Jesu an, die religiösen Führer entscheiden sich aber für Barnabas. Dem Gottessohn wird Leid zugefügt und er leidet auch. Damit grenzt Markus seinen Bericht gegen Überlegungen ab, dass Jesus als Gottessohn nicht wirklich gelitten habe. Einzelheiten, wie die anderen Evangelisten, bringt er nicht.

Texte und Auslassungen bei Lukas

Die Texte bei Lukas

Ausgelassen bei Lukas sind die Stellen:

Lukas schreibt sein Evangelium offenbar in einem Umfeld, in dem eine Rücksichtnahme auf das jüdische (Vasallen-)Königtum nicht erforderlich ist, denn er bezieht Herodes und seine Verantwortung vollständig in seinen Bericht mit ein. Die Hintergrundinformationen, die Matthäus aus dem Hause des Pilatus hat, berichtet er nicht. Er nennt auch als einziger die offiziellen Anklagepunkte gegen Jesus. Insgesamt ist die Botschaft von Lukas, dass die religiösen Führer ein Todesurteil gesucht haben. Sie haben es auch bekommen, weil die Politiker sich in dieser Angelegenheit nicht engagieren wollten, dafür war sie ihnen einerseits nicht bedeutend genug, andererseits berichtet Lukas nicht, dass Pilatus Angst vor den Hohenpriestern habe, dies berichtet nur Johannes.

Texte und Auslassungen bei Johannes

Die Texte bei Johannes

Ausgelassen bei Johannes sind die Stellen:

Johannes sieht den ängstlichen Pilatus, der sich mit den religiösen Führern in dieser Sache nicht anlegen möchte. Er beschreibt Pilatus als einen Richter, der den angeklagten Jesus zweimal persönlich verhört, sich also viel Mühe mit ihm gibt und mehrere Versuche macht, Jesus freizugeben. Allerdings gibt er letztlich dem Druck nach, da die Hohenpriester ein lautes Geschrei veranstalteten. Er stellt damit den Hohenpriestern ein recht armseliges Zeugnis aus und charakterisiert sie als Menschen, die ihre Forderungen mit Geschrei und nicht mit Verhandlungsgeschick durchsetzen. Damit wirft Johannes auf die Ankläger und den Richter ein schlechtes Licht, denn Pilatus erscheint als ein ängstlicher Richter, der seine Überzeugungen dem Geschrei der religiösen Führer opfert. Umgekehrt erscheinen die Hohenpriester als die Freunde des Kaisers, die versuchen, Pilatus mit ihrer Kaisertreue noch zu übertreffen, um ihn so unter Druck zu setzen. Damit erscheinen beide Seiten, Pilatus und die religiösen Führer als prinzipienlose, auf Machterhalt ausgerichtete Pragmatiker, denen ein Menschenleben nichts gilt.

Der Gang zum Kreuz


Leiden und Sterben Jesu

Jesus in den Händen der römischen Soldaten – Abführung zur Kreuzigung: Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und legten ihm seine Kleider an, und dann führten sie ihn hin, um ihn zu kreuzigen. (Matthäus 27,31  *)

Jesus in den Händen der römischen Soldaten – Simon von Cyrene muss Jesus das Kreuz tragen: Als sie aber hinauszogen, fanden sie einen Mann von Kyrene, namens Simon; den zwangen sie, ihm das Kreuz zu tragen. (Matthäus 27,32  *)

Jesus in den Händen der römischen Soldaten – Jesus wird auf Golgatha gekreuzigt: Und als sie an den Ort kamen, den man Golgatha nennt, das heißt Schädelstätte, gaben sie ihm Wein mit Galle vermischt zu trinken; und als er es gekostet hatte, wollte er nicht trinken. (Matthäus 27,33-34  *)

Jesus in den Händen der römischen Soldaten – Die Soldaten verteilen Jesu Kleidung: Nachdem sie ihn nun gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider unter sich und warfen das Los, auf daß erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist: «Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen.» Und sie saßen daselbst und hüteten ihn. (Matthäus 27,35-36  *)

Jesus in den Händen der römischen Soldaten – IESUS NAZARENUS REX IUDAORUM: Und sie befestigten über seinem Haupte die Inschrift seiner Schuld: Dies ist Jesus, der König der Juden. (Matthäus 27,37  *)


Jesus in Jerusalem – Kreuzigung und Grablegung

Jesus wird zur Kreuzigung geführt: Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und legten ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen. (Markus 15,20  *)

Simon von Kyrene: Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen. (Markus 15,21  *)

Jesu Kreuzigung – Der mit Myrrhe gewürzte Wein: Und sie brachten ihn auf den Platz Golgatha (das heißt übersetzt Schädelstätte). Und sie gaben ihm Myrrhenwein zu trinken, aber er nahm ihn nicht. (Markus 15,22-23  *)

Die Soldaten werfen das Los um Jesu Kleider: Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darüber, was ein jeder bekommen sollte. Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. (Markus 15,24-25  *)

Die Kreuzesinschrift DER KÖNIG DER JUDEN: Und die Überschrift, welche seine Schuld anzeigte, lautete also: Der König der Juden. (Markus 15,26  *)


Kreuzigung und Tod Jesu

Der Weg zum Kreuz – Simon von Cyrene: Und als sie ihn hinführten, ergriffen sie einen gewissen Simon von Kyrene, der vom Felde kam, und legten ihm das Kreuz auf, damit er es Jesus nachtrage. (Lukas 23,26  *)

Jesus weist die weinenden Frauen auf das Schicksal Jerusalems hin: Es folgte ihm aber eine große Volksmenge, auch Frauen, die ihn beklagten und betrauerten. Da wandte sich Jesus zu ihnen und sprach: Ihr Töchter Jerusalems, weinet nicht über mich; weinet vielmehr über euch selbst und über eure Kinder! Denn siehe, es kommen Tage, da man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gesäugt haben! Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Bedecket uns! Denn wenn man das am grünen Holze tut, was wird am dürren geschehen? (Lukas 23,27-31  *)

Die Kreuzigung Jesu und zweier Verbrecher: Es wurden aber auch zwei andere hingeführt, Übeltäter, um mit ihm hingerichtet zu werden. Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte nennt, kreuzigten sie daselbst ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den andern zur Linken. (Lukas 23,32-33  *)

Jesus Gebet um Vergebung für die, die ihn kreuzigen – Verteilung der Kleidungsstücke Jesu durchs Los: Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Sie teilten aber seine Kleider und warfen das Los. (Lukas 23,34  *)

Verspottung Jesu, weil er sich nicht vom Kreuz befreit: Und das Volk stand da und sah zu. Es spotteten aber auch die Obersten und sprachen: Andere hat er gerettet; er rette nun sich selbst, wenn er Christus ist, der Auserwählte Gottes! Es verspotteten ihn aber auch die Kriegsknechte, indem sie herzutraten, ihm Essig brachten und sprachen: Bist du der König der Juden, so rette dich selbst! (Lukas 23,35-37 *)

Die Kreuzesinschrift INRI: Es stand aber auch eine Inschrift über ihm in griechischer, lateinischer und hebräischer Schrift: Dieser ist der König der Juden. (Lukas 23,38  *)


Jesu Kreuzigung und Tod

Jesus wird zur Kreuzigung an die Soldaten übergeben: Da überantwortete er ihnen Jesus, daß er gekreuzigt würde. Sie nahmen aber Jesus und führten ihn hin. Und er trug sein Kreuz selbst und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, welche auf hebräisch Golgatha heißt. (Johannes 19,16-17  *)

Jesus wird zwischen zwei Verbrechern gekreuzigt: Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. (Johannes 19,18  *)

Jesus erhält von Pilatus den Titel: König der Juden (INRI): Pilatus aber schrieb eine Überschrift und heftete sie an das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus, der Nazarener, der König der Juden. Diese Überschrift lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt, und es war in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache geschrieben. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern daß jener gesagt habe: Ich bin König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben! (Johannes 19,19-22  *)

Jesu Kleidungsstücke werden unter den Soldaten verteilt: Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil; dazu den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben. Da sprachen sie zueinander: Laßt uns den nicht zertrennen, sondern darum losen, wem er gehören soll; auf daß die Schrift erfüllt würde, die da spricht: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Solches taten die Kriegsknechte. (Johannes 19,23-24  *)

 
Eine Zusammenstellung der Ereignisse könnte etwa folgendermaßen aussehen:

Jesus in den Händen der römischen Soldaten – Abführung zur Kreuzigung: Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und legten ihm seine Kleider an, und dann führten sie ihn hin, um ihn zu kreuzigen. (Matthäus 27,31   *)

Und er trug sein Kreuz selbst und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, welche auf hebräisch Golgatha heißt. (Johannes 19,17   *)

Simon von Kyrene: Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen. (Markus 15,21   *)

Jesus weist die weinenden Frauen auf das Schicksal Jerusalems hin: Es folgte ihm aber eine große Volksmenge, auch Frauen, die ihn beklagten und betrauerten. Da wandte sich Jesus zu ihnen und sprach: Ihr Töchter Jerusalems, weinet nicht über mich; weinet vielmehr über euch selbst und über eure Kinder! Denn siehe, es kommen Tage, da man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gesäugt haben! Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Bedecket uns! Denn wenn man das am grünen Holze tut, was wird am dürren geschehen? (Lukas 23,27-31   *)

Jesus in den Händen der römischen Soldaten – Jesus wird auf Golgatha gekreuzigt: Und als sie an den Ort kamen, den man Golgatha nennt, das heißt Schädelstätte, gaben sie ihm Wein mit Galle vermischt zu trinken; und als er es gekostet hatte, wollte er nicht trinken. (Matthäus 27,33-34   *)(Markus spricht von Myrrhenwein)

Die Kreuzigung Jesu und zweier Verbrecher: Es wurden aber auch zwei andere hingeführt, Übeltäter, um mit ihm hingerichtet zu werden. Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte nennt, kreuzigten sie daselbst ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den andern zur Linken. (Lukas 23,32-33   *)

Jesus erhält von Pilatus den Titel: König der Juden (INRI): Pilatus aber schrieb eine Überschrift und heftete sie an das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus, der Nazarener, der König der Juden. Diese Überschrift lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt, und es war in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache geschrieben. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern daß jener gesagt habe: Ich bin König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben! (Johannes 19,19-22   *)

Jesus Gebet um Vergebung für die, die ihn kreuzigen – Verteilung der Kleidungsstücke Jesu durchs Los: Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Sie teilten aber seine Kleider und warfen das Los. (Lukas 23,34   *)

Jesu Kleidungsstücke werden unter den Soldaten verteilt: Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil; dazu den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben. Da sprachen sie zueinander: Laßt uns den nicht zertrennen, sondern darum losen, wem er gehören soll; auf daß die Schrift erfüllt würde, die da spricht: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Solches taten die Kriegsknechte. (Johannes 19,23-24   *)

Der Ablauf ist bei allen Evangelisten identisch. Lukas macht deutlich, dass die Ansprache Jesu an die weinenden Frauen nach der Übergabe des Kreuzes an Simon von Cyrene erfolgte. Dies zeigt den wahren Menschen Jesus, der unter der Last des Kreuzes nach all den Peinigungen am Morgen nicht in der Lage war, zu sprechen. Nachdem ihm aber das Kreuz abgenommen worden ist, nimmt er noch einmal all seine Kraft zusammen und spricht zu den weinenden Frauen, nicht zu seinen Peinigern, nicht zu den unbeteiligt Abwartenden („Wird Elia ihm jetzt helfen?”). Er spricht zu den weinenden Frauen. Er leidet mit ihnen, weil er das schreckliche Unheil vor Augen hat, das dem verblendeten, dem religiösen Wahn verfallenen Jerusalem bevor steht. Darin ist er in dieser Situation auch der wahre Gott, der die Zukunft vor Augen hat, als wäre sie jetzt. Diese Sicht hat er nicht als Mensch, sondern er hat sie, weil er in der Einheit mit seinem Vater lebt. Die Gottverlassenheit, die Jesus am Kreuz erfährt, ist hier also noch nicht zu erkennen, eher das Gegenteil ist richtig. Interessant ist, dass nur Markus, der sein Evangelium vornehmlich auf den Erzählungen des Petrus aufgebaut hat, die Kinder des Simon von Cyrene, Alexander und Rufus, erwähnt. Ganz offenbar waren es Gemeindemitglieder in Jerusalem, so dass er diese Namen für seine Leser für relevant hält. Johannes betont, dass Jesus sein Kreuz selbst trug und erwähnt Simon von Cyrene und seine Söhne nicht. Vermutlich hatte dies für ihn schon keine Bedeutung mehr, als er sein Evangelium abgefasst hat. Dagegen erweist sich Johannes wieder als derjenige, der Kenntnis über das hatte, was im Hintergrung, im Palast des Pilatus passierte. Alle berichten, dass über dem Kreuz das INRI - IESUS NAZARENUS REX IUDAORUM - angebracht wurde. Offenbar wurde diese Tafel erst nach der eigentlichen Kreuzigung angebracht. Pilatus hat es sich also erst später überlegt. Ob er damit die Juden ärgern wollte oder welchen Zweck er damit verfolgte, wissen wir nicht. Johannes weiß aber zu berichten, dass sich die Hohenpriester in der Tat geärgert haben und diese Aussage so nicht stehenlassen wollten. Diesmal ist Pilatus aber hart geblieben: Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil; dazu den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben. Da sprachen sie zueinander: Laßt uns den nicht zertrennen, sondern darum losen, wem er gehören soll; auf daß die Schrift erfüllt würde, die da spricht: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Solches taten die Kriegsknechte. (Johannes 19,23-24   *) Es bleibt noch zu erwähnen, dass nur Lukas davon berichtet, dass Jesus während seiner Kreuzigung für seine Peiniger um Vergebung zu Gott gebetet hat. Auch dies ein Zeichen, dass er zu dem Zeitpunkt noch die Nähe Gottes verspürte.

Damit ergäbe sich folgender Ablauf:

Texte und Auslassungen bei Matthäus

Die Texte bei Matthäus

Ausgelassen bei Matthäus sind die Stellen:

Texte und Auslassungen bei Markus

Die Texte bei Markus

Ausgelassen bei Markus sind die Stellen:

Texte und Auslassungen bei Lukas

Die Texte bei Lukas

Ausgelassen bei Lukas sind die Stellen:

Texte und Auslassungen bei Johannes

Die Texte bei Johannes

Ausgelassen bei Johannes sind die Stellen:

Der Gang zum Kreuz wird von allen Evangelisten übereinstimmend berichtet. Die Hintergrundinformationen, die die Gemeinde in Jerusalem offenbar kannte, werden erst von Johannes auch öffentlich berichtet, als alle Beteiligten wohl schon tot oder auf jeden Fall nicht mehr im Amt waren. Erstaunlich ist, dass nur Lukas Jesu Gebet um Vergebung für die, die ihn kreuzigen, berichtet (Lukas 23,34  *). Er hat ja schon die Geburtsgeschichte Jesu aus dem Blickwinkel der Maria berichtet, sein Evangelium entstand offenbar, als Joseph schon lange tot war. So mag es auch sein, dass ihm die Worte Jesu am Kreuz von Maria überliefert wurden, denn sie stand ja mit anderen Frauen in der Nähe des Kreuzes, nach Johannes (Johannes 19,25-27  *) so nahe, dass Jesus mit ihr sprechen konnte. Lukas könnte sie über die Kreuzigung sehr genau befragt haben, insbesondere als Arzt auch nach der Art, wie Jesus die Kreuzigung erlebt hat. Dabei mag Maria ihm auch über dieses Gebet berichtet haben, das den Jüngern, die teils auf der Flucht waren, teils nur von ferne zuschauten, entgangen war. Ebenso käme Maria als Quelle für die Ansprache Jesu an die weinenden Frauen in Frage, die Jesus auf das Schicksal Jerusalems hinweist(Lukas 23,27-31  *). Johannes war offensichtlich der einzige Jünger, der möglicherweise auf Grund seiner Beziehungen zum Hohenpriester sich in die Nähe des Kreuzes getraut hat (Johannes 19,25-27   *). So ist er auch der einzige, der uns über die Auseinandersetzung berichtet, die es wegen der Tafel INRI zwischen Pilatus und den Hohenpriestern gegeben hat. Insgesamt können wir davon ausgehen, dass Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung und auch am Kreuz mehr gesprochen hat, als uns überliefert wurde. Die Evangelisten liefern nur einzelne, besonders prägnante Aussagen.

Gekreuzigt


Leiden und Sterben Jesu

Jesus in den Händen der römischen Soldaten – Zwei Räuber werden mit ihm gekreuzigt – Spott der Umstehenden und der Räuber: Dann wurden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt, einer zur Rechten, der andere zur Linken. Die aber vorübergingen, lästerten ihn, schüttelten die Köpfe und sprachen: Der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, hilf dir selbst! Bist du Gottes Sohn, so steig vom Kreuze herab! Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz herab, so wollen wir ihm glauben! Er hat auf Gott vertraut, der befreie ihn jetzt, wenn er Lust an ihm hat; denn er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn! Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren. (Matthäus 27,38-44   *)

Wunderzeichen bei Jesu Tod – Finsternis von 12 bis 3 Uhr: Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. (Matthäus 27,45  *)

Wunderzeichen bei Jesu Tod – 3 Uhr – Jesus ruft zweimal und stirbt – Spott der Umstehenden: Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche der Anwesenden, als sie es hörten, sprachen nun: Der ruft den Elia! Und alsbald lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. Die Übrigen aber sprachen: Halt, laßt uns sehen, ob Elia kommt, um ihn zu retten! Jesus aber schrie abermals mit lauter Stimme und gab den Geist auf. (Matthäus 27,46-50  *)

Wunderzeichen bei Jesu Tod – Der Vorhang vor dem Allerheiligsten im Tempel zerreißt – Die Erde erbebt: Und siehe, der Vorhang im Tempel riß entzwei von oben bis unten, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich. (Matthäus 27,51  *)

Wunderzeichen bei Jesu Tod – Gräber tun sich auf und Tote werden auferweckt: Und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf und gingen aus den Gräbern hervor nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. (Matthäus 27,52-53  *)

Wunderzeichen bei Jesu Tod – Der Hauptmann der Wachmannschaft sieht die Wunderzeichen und glaubt an Jesus: Als aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesus bewachten, das Erdbeben sahen und was da geschah, fürchteten sie sich sehr und sprachen: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn! (Matthäus 27,54  *)

Die Frauen unter dem Kreuz: Es waren aber daselbst viele Frauen, die von ferne zusahen, welche Jesus von Galiläa her gefolgt waren und ihm gedient hatten; unter ihnen waren Maria Magdalena, und Maria, die Mutter des Jakobus und Joses, und die Mutter der Söhne des Zebedäus. (Matthäus 27,55-56 *)


Jesus in Jerusalem – Kreuzigung und Grablegung

Die zwei Räuber, die mit Jesus gekreuzigt wurden, und die Schmähungen durch die religiösen Führer: Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. Da wurde die Schrift erfüllt, die da spricht: «Und er ist unter die Übeltäter gerechnet worden.» Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten die Köpfe und sprachen: Ha, der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, hilf dir selbst und steige vom Kreuz herab! Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Der Christus, der König Israels, steige nun vom Kreuze herab, auf daß wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn. (Markus 15,27-32  *)

Die Finsternis von der sechsten bis zur neunten Stunde: Als aber die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis herein über das ganze Land bis zur neunten Stunde. (Markus 15,33   *)

Jesu Tod: Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Markus 15,34  *)

Erneuter Spott der Umstehenden, Jesus habe Elia gerufen: Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia! Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, tränkte ihn und sprach: Halt! laßt uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen! Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied. (Markus 15,35-37  *)

Der Vorhang des Tempels zerreißt: Und der Vorhang im Tempel riß entzwei, von obenan bis untenaus. (Markus 15,38  *)

Der römische Hauptmann kommt zum Glauben: Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, daß er auf solche Weise verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn! (Markus 15,39  *)

Die Frauen am Kreuz: Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, des jüngern Jakobus und Joses Mutter, und Salome, die ihm, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten, auch viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren. (Markus 15,40-41  *)


Kreuzigung und Tod Jesu

Der Spott des einen, die Demut des anderen Verbrechers: Einer aber der gehängten Übeltäter lästerte ihn und sprach: Bist du der Christus, so rette dich selbst und uns! Der andere aber antwortete, tadelte ihn und sprach: Fürchtest auch du Gott nicht, da du doch in gleichem Gerichte bist? Und wir zwar gerechterweise, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Unrechtes getan! Und er sprach zu Jesus: Herr, gedenke meiner, wenn du zu deiner Königswürde kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein! (Lukas 23,39-43  *)

Die Finsternis: Es war aber um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde. (Lukas 23,44  *)

Der Vorhang im Tempel zerreißt: Und die Sonne wurde verfinstert, und der Vorhang im Tempel riß mitten entzwei. (Lukas 23,45  *)

Jesus befiehlt seinen Geist in die Hände des Vaters: Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Und als er das gesagt hatte, verschied er. (Lukas 23,46  *)

Die Reaktion des Hauptmanns: Als aber der Hauptmann sah, was geschah, pries er Gott und sprach: Wahrlich, dieser Mensch war gerecht! (Lukas 23,47  *)

Die Menschen am Kreuz: Und die ganze Volksmenge, die herbeigekommen war zu diesem Schauspiel, als sie sah, was geschah, schlug sich an die Brust und kehrte um. Es standen aber alle seine Bekannten von ferne und die Frauen, die ihm von Galiläa her nachgefolgt waren, und sahen dies. (Lukas 23,48-49  *)


Jesu Kreuzigung und Tod

Die Frauen am Kreuz – Jesus sorgt vom Kreuz herab für seine Mutter: Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, des Klopas Frau, und Maria Magdalena. Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn! Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Johannes 19,25-27   *)

Jesus dürstet: Nach diesem, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, damit die Schrift erfüllt würde, spricht er: Mich dürstet! Es stand da ein Gefäß voll Essig; sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund. (Johannes 19,28-29  *)

Es ist vollbracht: Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist. (Johannes 19,30  *)

 
Eine Zusammenstellung der Ereignisse könnte etwa folgendermaßen aussehen:

Der eigentliche Prozess und die Kreuzigung Jesu waren vormittags abgeschlossen. Denn unsere Texte berichten erst jetzt, nach der Kreuzigung davon, dass von der sechsten bis zur neunten Stunde eine Finsternis hereinbrach. Die Art dieser Finsternis wird nicht beschrieben, die Sonne wurde verfinstert. Danach stirbt Jesus und nun zerreißt im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten und es erbebt die Erde. Johannes berichtet von dieser Phase am wenigsten, vermutlich, weil er die anderen Evangelien kennt und weiß, dass dies schon ausführlichst in den Gemeinden bekannt ist. Man kann es sich lebhaft vorstellen, wie die Jünger von den Gemeinden immer wieder befragt werden, wie das nun genau mit Jesu Tod war, so dass Johannes diesem kaum noch etwas hinzuzufügen hatte außer seinem persönlichen Erlebnis (Johannes 19,25-27   *), als Jesus ihm seine Mutter Maria anvertraut und dem Siegeswort Jesu: „Es ist vollbracht”, das die anderen Evangelisten nicht berichten (Johannes 19,30   *). Hier fragt man sich, warum die anderen Evangelisten dieses Wort Jesu nicht berichtet haben. Wieder kann man sich vorstellen, dass der spät schreibende Johannes dieses Wort, das die anderen Jünger entweder gar nicht gehört haben oder überhört haben, weil sie es in ihrem Sinngehalt noch gar nicht erfassen konnten, denn Jesus war noch nicht auferstanden, einfach nur als Todesschrei Jesu wahrgenommen haben. Erst später ist ihnen klar geworden, das Jesus dieses Wort vor seinem Tod gesprochen hat. Es ist ihnen klar geworden, weil sie verstanden, warum Jesus dieses Wort gesagt hat. In der Auferstehungsgeschichte im folgenden Text wird sehr deutlich, dass die Jünger die Vorgänge erst nach und nach verstanden haben. Aus dem Zusammenhang wird deutlich, dass Johannes sehr daran gelegen war, die Erfüllung der Schrift zu belegen (Johannes 19,28-29   *). Johannes hat hier nicht, wie oft unterstellt wird, zur Ehre des HERRN gelogen oder, feiner ausgedrückt, seine Theologie transportiert. Er hat einfach berichtet, was ihm im Nachgang, vielleicht erst viele Jahre später, deutlich geworden ist, vielleicht auch erst im Gespräch mit den Frauen, die viel näher am Geschehen waren als er. Nach orthodoxer Überlieferung ist Maria Magdalena mit Johannes nach Ephesus gegangen und dort verstorben. Sie könnte also ebenfalls eine Quelle sein, mit der Johannes bei der Abfassung seines Evangeliums gesprochen hat.

Im Gegensatz zu Johannes zeigen die Synoptiker Matthäus, Markus und Lukas ein recht einheitliches Bild, in die die ersten beiden Erzählungen des Johannes zwar ohne Schwierigkeiten eingeordnet werden können, allerdings gibt es nur wenig zwingende Gründe, wo man sie einordnen sollte. Schon gar nicht liefern die Evangelisten ein Argument, dass es so nicht gewesen sein könne.

Die Synoptiker berichten zunächst, dass Jesus zwischen zwei Verbrechern gekreuzigt wurde und dem Spott der Menschen ausgesetzt war: „Der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, hilf dir selbst! Bist du Gottes Sohn, so steig vom Kreuze herab!” Nirgends wird aber berichtet, dass Jesus auf diesen Spott einging oder sich gar verteidigt hatte. Auch die beiden, die mit ihm gekreuzigt worden waren, schmähten Jesus(Matthäus 27,44   *, Markus 15,32   *), zunächst schmähten ihn beide. Erst, als der eine von den Verbrechern zu lästern beginnt, steigt der andere aus und wendet sich Jesus zu und erfährt die Verheißung des Paradieses (Lukas 23,39-43   *). Es folgt eine dreistündige Finsternis bis drei Uhr nachmittags. Ein Erdbeben erfolgt und der Vorhang, der das Heiligste vom Allerheiligsten trennt, zerreißt. Dies bedeutet, dass Gott den Tempel verlässt, dass Jerusalem nicht mehr die Wohnung des Herrn ist. Dies wird andauern bis sich das Wort Sacharjas erfüllt: So spricht der HERR: Ich bin wieder nach Zion zurückgekehrt, und ich will Wohnung nehmen in Jerusalem, und Jerusalem soll «die Stadt der Wahrheit» heißen und der Berg des HERRN der Heerscharen «der heilige Berg». (Sacharja 8,3 *) Danach stirbt Jesus und aus dieser Phase werden einige Worte Jesu überliefert. Dieser Abschnitt schließt, indem er die Zeugen für Jesu Tod benennt.

Den Abschnitt „ Die Frauen am Kreuz – Jesus sorgt vom Kreuz herab für seine Mutter “ des Johannesevangeliums würde ich vor die Erzählungen über die Verspottungen Jesu einordnen, die Abschnitte „ Jesus dürstet “ und „ Es ist vollbracht “ kurz vor den Tod Jesu, etwa da, wo Matthäus und Markus von einem lauten Schrei sprechen. Es bleiben die Wunderzeichen bei Jesu Tod. Sie müssen eindrucksvoll und unübersehbar bewesen sein, denn sonst hätte sich ein hartgesottener Hauptmann einer römischen Wachmannschaft, die mit der Hinrichtung von Verbrechern betraut war, nicht bekehrt. Von dieser Bekehrung berichten aber Matthäus (Matthäus 27,52-53   *), Markus (Markus 15,39   *) und Lukas Lukas 23,47   *. Es ist kaum wahrscheinlich, dass der Hauptmann seinen Satz zu den Frauen am Kreuz gesagt hat. Viel wahrscheinlich ist, dass er sich später der in Jerusalem gegründeten Gemeinde zugewandt hat und dort dieses Bekenntnis, das er vielleicht zu seinen Soldaten gesagt haben mag, wiederholt hat. Alle drei Synoptiker berichten über die Finsternis von 12 bis 15 Uhr. Alle drei Synoptiker berichten auch davon, dass der Vorhang im Tempel zerissen ist. Es ist naheliegend, dass ein solch großer Vorhang im Gefolge eines Erdbebens zerreißt. Von diesem Erdbeben berichtet aber nur Matthäus. Er ist der einzige, der auch von den der Auferstehung Entschlafener berichtet, allerdings erwähnt er dies nur an dieser Stelle, sagt aber, dass es erst im Zusammenhang mit Jesu Auferstehung geschehen ist. Alle diese Dinge werden von den Synoptikern so sorgfältig beschrieben, dass Johannes dies nicht wiederholen wollte. Er ist bei dem Bericht über Jesu Tod sehr zurückhaltend, so wie man es von einem Jünger erwarten kann, der ein ganz besonders inniges Verhältnis zu seinem Meister hat und dem die Kreuzigung vermutlich noch bis ins hohe Alter nicht nur ein theologisches Ereignis, sondern ein tiefer Einschnitt in das eigene Leben gewesen ist. Bei der Auferstehung wird Johannes der ausführlichste Berichterstatter. Hier, bei dem Bericht über Jesu Tod, versagt ihm die Stimme.

Texte und Auslassungen bei Matthäus

Die Texte bei Matthäus

Ausgelassen bei Matthäus sind die Stellen:

Texte und Auslassungen bei Markus

Die Texte bei Markus

Ausgelassen bei Markus sind die Stellen:

Texte und Auslassungen bei Lukas

Die Texte bei Lukas

Ausgelassen bei Lukas sind die Stellen:

Texte und Auslassungen bei Johannes

Die Texte bei Johannes

Ausgelassen bei Johannes sind die Stellen:

Grablegung


Leiden und Sterben Jesu

Grablegung Jesu – Josef von Arimathäa, ein Jünger Jesu, bittet Pilatus um den Leichnam Jesu und legt ihn ins Grab: Als es nun Abend wurde, kam ein reicher Mann von Arimathia, namens Joseph, der auch ein Jünger Jesu geworden war. Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, daß er ihm gegeben werde. Und Joseph nahm den Leichnam, wickelte ihn in reine Leinwand und legte ihn in seine neue Gruft, welche er im Felsen hatte aushauen lassen; und er wälzte einen großen Stein vor die Tür der Gruft und ging davon. Es waren aber daselbst Maria Magdalena und die andere Maria, die saßen dem Grabe gegenüber. (Matthäus 27,57-61  *)

Jesus im Grab – Die Hohenpriester lassen das Grab bewachen – Die Angst vor Betrug: Am andern Tage nun, welcher auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus und sprachen: Herr, wir erinnern uns, daß dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferstehen. So befiehl nun, daß das Grab sicher bewacht werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und zum Volke sagen: Er ist von den Toten auferstanden, und der letzte Betrug ärger werde als der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Ihr sollt eine Wache haben! Gehet hin und bewacht es, so gut ihr könnt! Da gingen sie hin, versiegelten den Stein und bewachten das Grab mit der Wache. (Matthäus 27,62-66  *)


Jesus in Jerusalem – Kreuzigung und Grablegung

Jesu Grablegung durch Joseph von Arimathäa: Und da es schon Abend geworden (es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat), kam Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete; der wagte es, ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu. Pilatus aber wunderte sich, daß er schon gestorben sein sollte, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei. Und als er es von dem Hauptmann erfahren, schenkte er dem Joseph den Leichnam. Und dieser kaufte Leinwand, nahm ihn herab, wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in eine Gruft, die in einen Felsen gehauen war, und wälzte einen Stein vor den Eingang der Gruft. (Markus 15,42-46  *)

Die Frauen bei der Grablegung Jesu: Maria Magdalena aber und Maria, Joses' Mutter, sahen zu, wo er hingelegt wurde. (Markus 15,47  *)


Kreuzigung und Tod Jesu

Grablegung Jesu: Und siehe, ein Mann namens Joseph, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann (der ihrem Rat und Tun nicht beigestimmt hatte) von Arimathia, einer Stadt der Juden, der auf das Reich Gottes wartete, dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu und nahm ihn herab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in eine ausgehauene Gruft, worin noch niemand gelegen hatte. Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an. Die Frauen aber, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleite und sahen sich die Gruft an und wie sein Leib hineingelegt wurde. Dann kehrten sie zurück und bereiteten Spezereien und Salben; am Sabbat aber ruhten sie nach dem Gesetz. (Lukas 23,50-56  *)


Jesu Kreuzigung und Tod

Die Sorge der Juden um einen reinen Sabbat – Schrifterfüllung: Die Juden nun, damit die Leichname nicht während des Sabbats am Kreuze blieben (es war nämlich Rüsttag, und jener Sabbattag war groß), baten Pilatus, daß ihnen die Beine zerschlagen und sie herabgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine, ebenso dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Kriegsknechte durchbohrte seine Seite mit einem Speer, und alsbald floß Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: «Es soll ihm kein Bein zerbrochen werden!» Und abermals spricht eine andere Schrift: «Sie werden den ansehen, welchen sie durchstochen haben.» (Johannes 19,31-37  *)

Joseph von Arimathäa und Nikodemus bestatten den Leichnam Jesu: Darnach bat Joseph von Arimathia (der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden), den Pilatus, daß er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leib Jesu herab. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund. Also nahmen sie den Leib Jesu und banden ihn samt den Spezereien in leinene Tücher, wie die Juden zu begraben pflegen. Es war aber an dem Ort, wo Jesus gekreuzigt worden war, ein Garten und in dem Garten eine neue Gruft, in welche noch niemand gelegt worden war. Dahin nun legten sie Jesus, wegen des Rüsttages der Juden, weil die Gruft nahe war. (Johannes 19,38-42  *)

 
Johannes fügt den Berichten der Synoptiker Matthäus, Markus und Lukas noch eine Einzelheit hinzu, die den Synoptikern entgangen ist. Auch hier wird deutlich, dass Johannes mit seinem Bericht das ergänzen will, was der Gemeinde aus den bisherigen Evangelien schon bekannt war. Johannes weisst nach, dass sich die Schriftstellen In einem Hause soll man es essen. Ihr sollt vom Fleisch nichts vor das Haus hinaustragen, und kein Knochen werde ihm zerbrochen. (2.Mose 12,46 *) und BTK2AZ und BTK3AZ im Verhalten des römischen Soldaten wörtlich erfüllt haben. Dies war deswegen so wichtig, weil dadurch eine Manipulation durch die Jünger völlig ausgeschlossen war und wieder einmal deutlich wurde, wie präzise sich in Jesus alttestamentliche Prophetie erfüllt hat.

Es gibt damit vier Themenbereiche, die uns im Blick auf den Tod Jesu überliefert werden:

Interessant ist wieder, dass nur Johannes erwähnt, dass auch Nikodemus bei der Bestattung Jesu mitgewirkt hat.

Joseph von Arimathia war ein reicher Mann, der aus Angst vor den Juden nur heimlich ein Jünger Jesu war. Er war ein Ratsherr und wartete auf das Reich Gottes. Er war ein guter und gerechter Mann und hatte dem Tun der Hohenpriester nicht zugestimmt. Er hatte zwar Angst vor Pilatus, wagte es aber trotzdem, zu Pilatus zu gehen. Seine Stellung war offensichtlich so, dass er auch zu Pilatus hineingelassen wurde. Pilatus prüfte zunächst nach, ob Jesus wirklich schon tot sei, gab dann den Leichnam aber frei. Gleichzeitig ging Nikodemus und schaffte 100 Pfund Myrrhe und Aloe herbei. Offenbar hatten beide sich abgesprochen, denn Joseph von Arimathia nahm den Leib Jesu herab und beide banden ihn samt den Spezereien in leinerne Tücher. Das Grab hatte Joseph von Arimathia aushauen lassen. Es war nahe der Stelle, wo Jesus gekreuzigt worden ist. Daher konnte das Begräbnis noch vor dem Sabbat stattfinden. Joseph von Arimathia und Nikodemus nahmen in Kauf, dass sie durch das Begräbnis unrein wurden und daher an dem großen Sabbat nicht oder nur eingeschränkt teilnehmen konnten. Sie wälzten einen großen Stein vor die Tür der Gruft. Maria Magdalena und die andere Maria, die Mutter des Joses, sahen bei der Grablegung zu.

Auferstehung


Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu

Die Auferstehung – Maria von Magdala und die andere Maria gehen zum Grab: Nach dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. (Matthäus 28,1  *)

Die Auferstehung – Erdbeben und Erscheinung eines Engels: Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat herzu und wälzte den Stein von der Tür hinweg und setzte sich darauf. Und seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie der Schnee. (Matthäus 28,2-3  *)

Die Auferstehung – Die Wächter wurden wie tot: Vor seinem furchtbaren Anblick aber erbebten die Wächter und wurden wie tot. (Matthäus 28,4  *)

Die Auferstehung – Der Engel verkündigt den Frauen die Auferstehung Jesu: Der Engel aber wandte sich zu den Frauen und sprach: Fürchtet ihr euch nicht! Ich weiß wohl, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommet her, sehet den Ort, wo er gelegen hat. Und gehet eilends hin und saget seinen Jüngern, daß er von den Toten auferstanden ist. Und siehe, er geht euch voran nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. (Matthäus 28,5-7  *)

Die Auferstehung – Die Frauen begegnen Jesus: Und sie gingen eilends hinweg von dem Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu und umfaßten seine Füße und huldigten ihm. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet hin, verkündiget meinen Brüdern, daß sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie mich sehen. (Matthäus 28,8-10  *)

Die Hohenpriester erhalten Bericht von den Wächtern,bestechen die Wächter und verabreden eine Lüge, dass der Leichnam gestohlen worden sei: Während sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Diese versammelten sich samt den Ältesten, und nachdem sie Rat gehalten, gaben sie den Kriegsknechten Geld genug und sprachen: Saget, seine Jünger sind des Nachts gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. Und wenn solches vor den Landpfleger kommt, so wollen wir ihn besänftigen und machen, daß ihr außer Sorge sein könnt. Sie aber nahmen das Geld und taten, wie sie belehrt worden waren: Und so wurde diese Rede unter den Juden verbreitet bis auf den heutigen Tag. (Matthäus 28,11-15 *)

Die Jünger gehen nach Galiläa und begegnen Jesus: Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. (Matthäus 28,16-17  *)

Jesus spricht als der Messias: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden: Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. (Matthäus 28,18  *)

Jesu Missionsbefehl: Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes (Matthäus 28,19  *)

Jesu Zusage: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit: und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit! (Matthäus 28,20  *)


Jesus in Jerusalem – Auferstehung und Himmelfahrt

Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus und Salome finden das Grab offen: Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sehr früh am ersten Tage der Woche kamen sie zur Gruft, als die Sonne aufging. Und sie sagten zueinander: Wer wälzt uns den Stein von dem Eingang der Gruft? Und als sie aufblickten, sahen sie, daß der Stein weggewälzt war. Er war nämlich sehr groß. (Markus 16,1-4  *)

Die Frauen begegnen einer weiß gekleideten Gestalt: Und sie gingen in die Gruft hinein und sahen einen Jüngling zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem langen, weißen Gewand; und sie erschraken. Er aber spricht zu ihnen: Erschrecket nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier; sehet den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten! (Markus 16,5-6  *)

Die Frauen erhalten die Nachricht, dass Jesus nach Galiläa gegangen ist: Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und dem Petrus, er gehe euch voran nach Galiläa. Daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft; denn ein Zittern und Entsetzen hatte sie befallen; und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich. (Markus 16,7-8  *)

Jesus erscheint zunächst Maria von Magdala und dann weiteren Zeugen, denen man aber nicht glaubt: Als er aber früh am ersten Tage der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Diese ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, welche trauerten und weinten. Und als diese hörten, daß er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht. Darnach offenbarte er sich zweien von ihnen auf dem Wege in einer andern Gestalt, da sie sich aufs Land begaben. Und diese gingen hin und verkündigten es den übrigen; aber auch ihnen glaubten sie nicht. (Markus 16,9-13  *)

Jesus erscheint den Jüngern und schilt ihren Unglauben: Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tische saßen, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hätten. (Markus 16,14  *)

Jesu Missionsbefehl: Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung! (Markus 16,15  *)

Jesu Wort zu Glaube und Taufe: Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. (Markus 16,16  *)

Jesu Verheißung für die Glaubenden: Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. (Markus 16,17-18  *)

Jesu Himmelfahrt: Der Herr nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. (Markus 16,19  *)

Die durch durch die Mitwirkung des HERRN und durch Zeichen bestätigte Predigt der Jünger: Sie aber gingen aus und predigten allenthalben; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. (Markus 16,20  *)


Der Auferstandene

Die Frauen am leeren Grab: Am ersten Tage der Woche aber, früh morgens, kamen sie zur Gruft und brachten die Spezereien, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewälzt. Und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht. (Lukas 24,1-3  *)

Die Männer in strahlenden Gewändern: Und es begab sich, als sie deswegen ratlos waren, siehe, da standen zwei Männer in strahlenden Kleidern bei ihnen. Da sie nun erschraken und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu ihnen: Was suchet ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden! Denket daran, wie er zu euch redete, als er noch in Galiläa war und sagte: Des Menschen Sohn muß in die Hände sündiger Menschen überantwortet und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. (Lukas 24,4-7  *)

Die Frauen kehren zu den elf Jünger zurück – Der Unglaube der Jünger: Da erinnerten sie sich seiner Worte, kehrten vom Grabe zurück und verkündigten das alles den Elfen und allen übrigen. Es waren aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter; sie und die übrigen sagten dies den Aposteln. Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zur Gruft, bückte sich und sah nur die leinenen Tücher daliegen; und ging nach Hause, voll Staunen über das, was geschehen war. (Lukas 24,8-12  *)

Jesus begegnet Jüngern auf dem Weg nach Emmaus: Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage nach einem Flecken, der von Jerusalem sechzig Stadien entfernt war, namens Emmaus. Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschehnissen. Und es begab sich, während sie miteinander redeten und sich besprachen, nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. Ihre Augen aber wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten. Und er sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr unterwegs miteinander wechselt, und seid so traurig? Da antwortete der eine namens Kleopas und sprach zu ihm: Bist du der einzige Fremdling in Jerusalem, der nicht erfahren hat, was daselbst in diesen Tagen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Was? Sie sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben, daß er zum Tode verurteilt und gekreuzigt wurde. Wir aber hofften, er sei der, welcher Israel erlösen sollte. Ja, bei alledem ist heute schon der dritte Tag, seit solches geschehen ist. Zudem haben uns auch einige Frauen aus unserer Mitte in Verwirrung gebracht; sie waren am Morgen früh beim Grabe, fanden seinen Leib nicht, kamen und sagten, sie hätten sogar eine Erscheinung von Engeln gesehen, welche sagten, er lebe. Und etliche der Unsrigen gingen hin zum Grabe und fanden es so, wie die Frauen gesagt hatten, ihn selbst aber haben sie nicht gesehen. Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren! Wie langsam ist euer Herz zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er hob an von Mose und von allen Propheten, und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezog. Und sie näherten sich dem Flecken, wohin sie wanderten, und er stellte sich, als wollte er weitergehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt! Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es begab sich, als er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn; und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Weg, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf in derselben Stunde und kehrten nach Jerusalem zurück und fanden die Elf und ihre Genossen versammelt, die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen! Und sie selbst erzählten, was auf dem Wege geschehen, und wie er von ihnen am Brotbrechen erkannt worden war. (Lukas 24,13-35  *)

Jesus erscheint den Jüngern: Während sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Aber bestürzt und voll Furcht meinten sie, einen Geist zu sehen. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen? Sehet an meinen Händen und Füßen, daß ich es bin! Rühret mich an und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und indem er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Da reichten sie ihm ein Stück gebratenen Fisch und von einem Honigwaben. Und er nahm es und aß vor ihnen. (Lukas 24,36-43  *)

Jesus erklärt den Jüngern Notwendigkeit und Ziel seines Leidens, Sterbens und Auferstehens: Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war, daß alles erfüllt werden müsse, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht. Da öffnete er ihnen das Verständnis, um die Schriften zu verstehen, und sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, daß Christus leiden und am dritten Tage von den Toten auferstehen werde, und daß in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden gepredigt werden soll unter allen Völkern. Fanget an in Jerusalem, Zeugen davon zu sein! Und siehe, ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibet in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe. (Lukas 24,44-49  *)

Jesu Himmelfahrt: Er führte sie aber hinaus bis in die Nähe von Bethanien und hob seine Hände auf und segnete sie. Und es begab sich, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben gen Himmel. (Lukas 24,50-51  *)

Rückkehr der Jünger in den Tempel: Und sie fielen vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen und lobten Gott. (Lukas 24,52-53  *)


Jesu Auferstehung

Maria Magdalena geht zum Grab und berichtet Petrus und Johannes vom leeren Grab: Am ersten Tage aber der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft hinweggenommen. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben! (Johannes 20,1-2  *)

Petrus und Johannes am Grab – Johannes kommt zum Glauben: Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und begaben sich zu der Gruft. Die beiden liefen miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zur Gruft, bückte sich hinein und sieht die leinenen Tücher daliegen, ging jedoch nicht hinein. Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und geht in die Gruft hinein und sieht die Tücher daliegen und das Schweißtuch, das um sein Haupt gebunden war, nicht bei den Tüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besondern Ort. Darauf ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zur Gruft gekommen war, und sah und glaubte. Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müsse. Nun gingen die Jünger wieder heim. (Johannes 20,3-10  *)

Maria (Magdalena) weint am Grab – Engelerscheinung: Maria aber stand draußen vor der Gruft und weinte. Wie sie nun weinte, bückte sie sich in die Gruft und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den einen zu den Häupten, den andern zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte. Und diese sprechen zu ihr: Weib, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben! (Johannes 20,11-13  *)

Maria (Magdalena) begegnet Jesus: Und als sie das gesagt, wendet sie sich um und sieht Jesus dastehen und weiß nicht, daß es Jesus ist. Jesus spricht zu ihr: Weib, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, so will ich ihn holen! Jesus spricht zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! (das heißt: Meister!) (Johannes 20,14-16  *)

Jesus kündigt Maria (Magdalena) seine Himmelfahrt an: Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Da kommt Maria Magdalena und verkündigt den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen und daß er solches zu ihr gesprochen habe. (Johannes 20,17-18  *)

Jesus erscheint den Jüngern: Als es nun an jenem ersten Wochentag Abend geworden war und die Türen verschlossen waren an dem Ort, wo sich die Jünger versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, als sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Johannes 20,19-21  *)

Jesus gibt den Jüngern den Heiligen Geist und Vollmacht, Sünden zu vergeben: Und nachdem er das gesagt, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfanget heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. (Johannes 20,22-23  *)

Jesus erscheint den Jüngern – Thomas kommt durch Schauen und Fühlen zum Glauben: Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten ihm die andern Jünger: Wir haben den Herrn gesehen! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und lege meinen Finger in das Nägelmal und lege meine Hand in seine Seite, so glaube ich es nicht! Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum dort und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Johannes 20,24-29  *)


Weitere Wunder und Erscheinungen Jesu

Jesus hat weitere Wunder getan – Wundergeschichten sollen zum Glauben an Jesus führen: Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buche nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen (Johannes 20,30-31  *)

Die Jünger gehen wieder fischen: Darnach offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern. Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen! Sie sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und stiegen sogleich in das Schiff; und in jener Nacht fingen sie nichts. (Johannes 21,1-3  *)

Jesus erscheint den Jüngern zum dritten Mal – Bitte um Fisch: Als es aber schon Morgen wurde, stand Jesus am Gestade; doch wußten die Jünger nicht, daß es Jesus sei. Spricht nun Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein! (Johannes 21,4-5  *)

Ein wunderbarer Fischfang – Morgenmahl der Jünger mit Jesus: Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, so werdet ihr finden! Da warfen sie es aus und vermochten es nicht mehr zu ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Simon Petrus: Es ist der Herr! Als nun Simon Petrus hörte, daß es der Herr sei, gürtete er das Oberkleid um sich, denn er war nackt, und warf sich ins Meer. Die andern Jünger aber kamen mit dem Schiffe (denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern etwa zweihundert Ellen weit) und zogen das Netz mit den Fischen nach. Wie sie nun ans Land gestiegen waren, sehen sie ein Kohlenfeuer am Boden und einen Fisch darauf liegen und Brot. Jesus spricht zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Da stieg Simon Petrus hinein und zog das Netz auf das Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig; und wiewohl ihrer so viele waren, zerriß doch das Netz nicht. Jesus spricht zu ihnen: Kommet zum Frühstück! Aber keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und ebenso den Fisch. Das war schon das drittemal, daß sich Jesus den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war. (Johannes 21,6-14  *)

Jesu Frage an Petrus: Hast du mich lieb – Erneute Berufung des Petrus: Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer! Wiederum spricht er, zum zweitenmal: Simon Jona, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe! Und zum drittenmal fragt er ihn: Simon Jona, hast du mich lieb? Da ward Petrus traurig, daß er ihn zum drittenmal fragte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe! (Johannes 21,15-17  *)

Jesus offenbart Petrus, dass er als Märtyrer Gott verherrlichen wird: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst. Solches aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! (Johannes 21,18-19  *)

Petrus Frage nach der Zukunft des Johannes: Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! Daher kam nun das Gerede unter den Brüdern: «Dieser Jünger stirbt nicht.» Und doch hat Jesus nicht zu ihm gesagt, er sterbe nicht, sondern: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? (Johannes 21,20-23  *)

Zeugnis, dass Johannes der Verfasser dieses Buches ist und der Wahrheit gemäß berichtet hat: Das ist der Jünger, der von diesen Dingen zeugt und dieses geschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahr ist. (Johannes 21,24  *)

Zeugnis über die Unvollständigkeit des Buches: Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; und wenn sie eins nach dem andern beschrieben würden, so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären. (Johannes 21,25  *)

 
Maria Magdalena und die andere Maria, des Jakobus Mutter und Salome (Matthäus) oder Johanna (Lukas) kamen zum Grab. Sie taten dies, obwohl sie nicht wussten, wie sie den Stein vom Eingang der Tür wegwälzen sollten. Sie fanden den Stein weggewälzt und einen Engel, einen Jüngling, einen Mann mit strahlendem Gewand (Matthäus, Markus). Sie gingen hinein und es folgten ihnen zwei Männer in strahlendem Gewand (Lukas). Denkbar wäre, dass der zweite hinzugetretene Mann Jesus selber war, den die Frauen nicht erkannt haben. Der Engel/Mann im strahlendem Gewand verkündigt den Frauen die Auferstehung Jesu. Die Frauen laufen zu den elf verbliebenen Jüngern. Dort erzählt die völlig verwirrte Maria Magdalena, man habe den Herrn aus der Gruft genommen (Johannes). Die Jünger glaubten ihr (ihnen) nicht, Petrus und Johannes liefen daraufhin zum Grab, Johannes schneller als Petrus. Sie sehen, dass die Frauen recht haben und kehren, ohne Jesus gesehen zu haben, zu den anderen Jüngern zurück.

Maria Magdalena ist offenbar alleine und nach den beiden Jüngern zu dem Grab zurückgekehrt und weint. Ihr begegnet Jesus. Jesus verkündigt ihr seine Himmelfahrt. Markus unterstreicht, dass Jesus zuerst Maria Magdalena erschienen ist. Damit sind alle Begegnungen mit Jesus, auch die, über die Paulus berichtet, später. Maria Magdalena läuft zurück und erzählt alles den Jüngern. Mittlerweile begegnet Jesus auch den anderen Frauen und beauftragt sie ebenso, den Jüngern alles zu erzählen und ihnen zu sagen, dass sie nach Galiläa gehen sollen, um ihn zu sehen.

Nach der Begegnung mit Maria Magdalena, aber noch vor der begegnung mit den versammelten Jüngern erscheint Jesus dem Petrus, wie Paulus in 1.Korinther 15,3-9  * berichtet und auch aus Lukas 24,34   * hervorgeht. Einen direkten Bericht über diese Begegnung finden wir nicht. Es ist bemerkenswert, dass Markus, dessen Bericht wesentlich auf den Predigten und Erzählungen des Petrus beruht, über diese Begegnung und auch über ihren Inhalt nichts berichtet. Dies kann nur damit zusammenhängen, dass Petrus diese Begegnung als sein ganz persönliches Erlebnis ansah und zwar den anderen Jüngern davon berichtet hat, wie Lukas 24,34   * erweist, dass er aber nicht wollte, dass darüber im Markusevangelium berichtet wird. Der neue Petrus, der Fels, auf dem Jesus seine Gemeinde bauen will, ist demütig geworden und möchte sich nicht noch größer machen, als er auf Grund der Berufung durch Jesus schon war. Er lässt Markus ausführlich von der Verleugnung berichten, aber diese erste Begegnung bleibt das Geheimnis des Petrus. Die eigentliche Wiederholung der Berufung des Petrus erfolgt später und wird von Johannes berichtet. (Johannes 21,15-17   *) Da sie nach Johannes in Galiläa erfolgte, ist wohl klar, dass die erste Begegnung des Petrus mit dem Auferstandenen damit nicht gemeint sein kann.

Ebenfalls am Sonntag gingen zwei Männer, einer hieß Kleopas, nach Emmaus. Sie gehörten zum erweiterten Jüngerkreis Jesu. Jesus begegnet ihnen. Sie erkennen ihn nicht, erst als er ihnen abends das Brot bricht, merken sie, dass es Jesus ist. Diese Jünger gehen nach dieser Begegnung mit Jesus zu den anderen Jüngern zurück, um ihnen davon zu erzählen.

Als sie noch den anderen Jüngern von ihrer Begegnung berichten, noch am selben Abend (Sonntagabend), erscheint Jesus diesem Jüngerkreis, obwohl die Jünger den Raum, in dem sie sich versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden verschlossen hatten. Jesus zeigt den Jüngern seine Wundmale und isst mit ihnen, um ihnen zu zeigen, dass er kein Geist ist sondern Fleisch und Blut. Jesus sendet die Jünger aus, so wie ihn der Vater ausgesandt hat und gibt ihnen Heiligen Geist und die Vollmacht, Sünden zu vergeben oder auch nicht zu vergeben. Er weist sie an, in Jerusalem zu bleiben.

Thomas war nicht bei diesem Ereignis dabei und erfährt später, nach acht Tagen, dass Jesus wirklich auferstanden ist.

Trotz des Auftrags Jesu, in Jerusalem zu bleiben, gehen die Jünger zunächst nach Galiläa, wie Jesus ihnen zunächst geboten hatte. Sie gehen fischen, wohl auch, um ihre Familien zu versorgen. Aber sie fischen nichts. Am Morgen begegnen sie dort Jesus, erleben einen wunderbaren Fischfang, wie am Anfang ihres Lebens mit Jesus. Petrus wird zum Hirten der neu zu gründenden Gemeinde berufen. Jesus prophezeit ihm das Martyrium. Gleichzeitig weigert sich Jesus, etwas über das Schicksal des Johannes zu sagen.

Die Evangelien enden unterschiedlich:

Matthäus beendet seinen Bericht damit, dass er über die Rede Jesu an seine Jünger berichtet, die er in Galiläa hält:

Markus berichtet relativ wenig und nur summarisch über die Begegnungen mit dem Auferstandenen Jesus. Er greift eine Begegnung mit den Jüngern heraus und schreibt dann das, was den meisten von uns als Himmelfahrt in Erinnerung ist:

Markus lässt es offen, wo die Himmelfahrt stattfand. Matthäus berichtet über ähnliche Reden Jesu und sagt, dass diese in Galiläa gehalten wurden. Daraus wird geschlossen, dass Markus von einer Himmelfahrt in Galiläa berichtet. Nun gibt es alte Handschriften des Markus, die mit Markus 16,8 enden. Daher wird vielfach angenommen, dass Markus 16,9-20 nicht authentisch sind und erst im 2.Jahrhundert hinzugekommen sind. Dies können wir getrost offenlassen. Es bleibt festzustellen, dass Markus in diesen Versen keinen Ablauf berichtet, sondern er gibt einen sehr summarischen Überblick und erwähnt auch die Himmelfahrt. Offenbar ist dies später geschehen, so dass mehrere Versionen seines Evangeliums im Umlauf waren. Vielleicht hat er einfach darauf reagiert, weil er ebenfalls nach diesen Dingen gefragt worden ist, die er, als er das Evangelium abfasste, für nicht so berichtenswert gehalten hatte, weil dies der Gemeinde aus vielen Augenzeugenberichten bekannt war. Auch hier entsteht aber die Frage, warum die Himmelfahrt Jesu so wenig ausführlich berichtet wurde.

Lukas erzählt nach dem Erlebnis der Jünger auf dem Weg nach Emmaus von einer Begegnung Jesu mit den Jüngern, an die er dien Bericht von der Himmelfahrt unmittelbar anschließt. Daraus kann man aber nicht schließen, dass die Himmelfahrt direkt nach dieser Predigt geschehen ist. Denn Lukas fährt fort, dass die Jünger danach aus der Nähe von Bethanien nach Jerusalem zurückkehrten und dort im Tempel blieben, bis sie zu Pfingsten die Erfahrung mit dem Heiligen Geist machten, die zur Gründung der Gemeinde führte. Dies spricht dafür, dass die Begegnungen in Galiläa vorher stattgefunden haben.

Lukas macht eine klare Aussage zur Himmelfahrt: Jesus belehrt seine Jünger noch einmal, dass die Schrift erfüllt werden musste. Er ermahnt sie, nun in Jerusalem zu bleiben und zu warten, „bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe“. Andererseits ist klar, dass die Begegnung mit Jesus, die sich direkt an den Emmausbericht anschließt, am Abend des Auferstehungstages stattfand. Also liegt zwischen dieser Begegnung Jesu mit den Jüngern und dem Gang Jesu zusammen mit seinen Jüngern nach Bethanien noch eine Zeit, in der all die anderen Ereignisse stattfanden, von denen die anderen Evangelisten berichten. Die Rede Jesu ist nach der Formulierung, die Lukas wählt, wohl während der Begegnung Jeus mit seinen Jüngern am Ostersonntag erfolgt. Es ist naheliegend, dass er ihnen erst einmal die Irritation und Verwirrung, in die sie durch die Passion Jesu verfallen sind, kurz, ihren Unglauben, nimmt. So bleiben uns die Gespräche zwischen Jesus und den Jüngern auf diesem Weg unbekannt. Hier haben die Jünger auch eine erstaunliche Zurückhaltung geübt, Anweisungen Jesu schriftlich niederzulegen. Es sei an das Fehlen jeder Information über die Begegnung Jesu mit Petrus alleine am Ostersonntag erinnert. Die dreimalige Frage Jesu an Petrus: „Hast du mich lieb?“ berichtet Johannes erst in seinem Nachtrag, sie ist also vermutlich erst niedergeschrieben worden, als Petrus schon lange tot war. Daher können wir annehmen, dass das Gespräch sehr persönliche Seelsorge Jesu an den Jüngern war, die sie für ihren persönlichen Weg brauchten. Dieses Vorrecht der Apostel sollten und müssen wir akzeptieren.

Johannes berichtet zunächst bis zur Erscheinung Jesu unter den Jüngern am Ostersonntag. Damit hat die Auferstehung, die Botschaft „Jesus lebt!“ verkündet. Durch den Bericht über den ungläubigen Thomas, dem Jesus begegnet und sagt: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ hat er auch der Gemeinde verkündet, wie Jesus Glauben fordert, dass also das Erscheinen Jesu, um dem Unglauben zu begegnen, aufhören wird. Dies ist eine indirekte Himmelfahrtsbotschaft. Damit wollte er eigentlich sein Evangelium beschließen. Offenbar hat er in seinen Predigten noch einiges mehr erzählt, so dass er gedrängt wurde, dies auch noch aufzuschreiben. So ist noch ein weiteres Kapitel entstanden. Ob er es mit eigener Hand geschrieben hat oder ob ein Vertrauter es nach seinem Tode aufgeschrieben hat, dies ist unbedeutend.

Es bleibt aber die Frage, warum ein so wichtiges Ereignis wie die Himmelfahrt Jesu nicht in allen Evangelien als Eckpunkt des Wirkens Jesu dargestellt wird. Lukas berichtet es als Endpunkt seines Evangeliums und als Anfangspunkt seiner Apostelgeschichte, weil er deutlich machen will, dass nun die Zeit der Gemeinde, die Zeit des Wirkens des Heiligen Geistes begonnen hat. Warum aber fehlt es bei den anderen Evangelisten? Auch bei Markus wird die Himmelfahrt ursprünglich nicht erwähnt. Er hat sein Evangelium offenbar zunächst mit Markus 16,8 beendet (

Die Frauen erhalten die Nachricht, dass Jesus nach Galiläa gegangen ist

: Markus 16,7-8   *), also mit der Aussage der Auferstehung. Erst später hat er dann, mehr summarisch und ohne Einzelheiten, weitere Ereignisse und die Tatsache der Himmelfahrt angefügt. Daher gibt es alte Handschriften, in denen Markus nur bis 16,8 überliefert wird. Nun weiß man aber aus den Schriften der Kirchenväter, dass die Christen dafür angegriffen wurden, dass ihr Auferstehungszeugnis wertlos sei, weil es von Frauen (Maria Magdalena) bezeugt sei, Zeugnisse, die im Altertum nichts galten. Daher ist es naheliegend, dass Markus sich genötigt sah, das Zeugnis der Jünger anzufügen. Die Kirchenväter kennen alle das Markusevangelium mit dem uns vorliegenden Schluss, so dass kein Grund besteht, in das Fehlen der Verse 9-20 irgend etwas hinein zu geheimsen.

Trotzdem bleibt die Frage, warum die Himmelfahrt nicht stärker im Mittelpunkt steht. Dies liegt meines Erachtens zunächst einmal daran, dass das Osterereignis und später das Pfingstereignis alles andere in den Schatten stellt. „Der HERR ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden, HALLELUJA!“ Diese Botschaft ist von solch einer Wucht, dass sie alles andere überstrahlt. Dies zu bezeugen, die Geschichte der Auferstehung zu erzählen, ist der Kern der christlichen Botschaft und erhebt sie weit über alles, was menschliche Religionsgründer sich in ihrer Phantasie ausmalen können. Dieses zu bezeugen, waren die Evangelisten angetreten, dies war ihr Ziel. Und es ist bis heute das primäre Ziel aller Verkündigung. Paulus findet klare Worte über die Menschen, die sich um den Auferstehungsglauben drücken: „Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist also unsre Predigt vergeblich, vergeblich auch euer Glaube! ... so sind wir die elendesten unter allen Menschen!“ (1.Korinther 15,12-20 *)

Zum anderen ist die Frage, ob die Jünger die Himmelfahr so final empfunden haben, wie wir das gerne tun. Jesus war für sie da, war gegenwärtig, jetzt, nach all dem was geschehen ist, seinem Leiden und Sterben, war er erst recht durch seine Auferstehung tief in ihr Denken und Empfinden eingebrannt. Er ging zwar nicht mehr mit ihnen, aber er erschien hin und wieder. Die Erkenntnis, dass mit der Himmelfahrt doch etwas anders geworden ist, wird bei ihnen erst langsam entstanden sein. Denn auch uns stellt sich ja die Frage, was Jesus gemacht hat, wenn er zwischen zwei Erscheinungen bei den Jüngern Zeit hatte. Hat er sich dann am Ölberg einen Schlafplatz gesucht? Dies kann man doch nicht allen Ernstes vermuten. Die Antwort gibt uns Hebräer 10,12 *: dieser aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, für immer zur Rechten Gottes gesetzt Dies Wort ist nicht statisch zu verstehen, aber ich denke, wir lesen nicht zuviel in dieses Wort, wenn wir sagen, dass Jesus mit seiner Auferstehung diesen ihm zustehenden Platz eingenommen hat. Wir lesen auch nach der Himmelfahrt von weiteren Ereignissen:

Die Jesusgeschichte geht also weiter bis in die heutige Zeit. Wir hören von Bekehrungsgeschichten von Moslems, denen Jesus im Traum erschienen ist und die durch dieses Erlebnis so betroffen waren, dass sie unter Todesgefahr Christen geworden sind. Manche von ihnen sind dadurch auch zu Märtyrern geworden. Auf jeden Fall sind es Zeugen, die deutlich machen, dass Jesus auch heute noch Menschen ganz persönlich und sehr sichtbar anspricht. Denn diese Menschen haben trotz Todesgefahr Konsequenzen aus der Begegnung mit Jesus gezogen.

Und schließlich spricht Jesus auch heute noch zu jedem von uns durch seinen Heiligen Geist, wenn wir uns dafür öffnen.

So ist der vorsichtige Umgang der Jünger mit der Himmelfahrt auch Teil ihrer Botschaft. Der HERR bleibt uns nahe. Jakobus, der Bruder Jesu, der nach der Auferstehung, so berichtet es Paulus (1.Korinther 15,3-9   *), ebenfalls eine Begegnung mit Jesus hatte, spricht es sehr klar aus. „... nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ (Jakobus 1,8 *)

Wie bereits erwähnt, lesen wir bei Paulus über weitere Zeugen der Auferstehung. Da er sich mit einbezieht, sind dies nicht nur Zeugen, die Jesus vor der Himmelfahrt gesehen haben. Da er auch von 500 Brüdern redet, die Jesus zugleich gesehen haben, sind es auch nicht Visionen oder Träume. 1.Korinther 15,3-9   *: Denn ich habe euch in erster Linie das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus für unsre Sünden gestorben ist, nach der Schrift, und daß er begraben worden und daß er auferstanden ist am dritten Tage, nach der Schrift, und daß er dem Kephas erschienen ist, hernach den Zwölfen. Darnach ist er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal erschienen, von welchen die meisten noch leben, etliche aber auch entschlafen sind. Darnach erschien er dem Jakobus, hierauf sämtlichen Aposteln. Zuletzt aber von allen erschien er auch mir, der ich gleichsam eine unzeitige Geburt bin. Denn ich bin der geringste von den Aposteln, nicht wert ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.

So bleibt, wenn man die Schrift aufmerkam liest, nur das Bekenntnis: „Der HERR ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden, HALLELUJA!“

Über den Vorgang der Auferstehung selbst erfahren wir fast gar nichts. Es gibt auch keine technischen Erklärungsversuche. Gott der Vater hat gehandelt. Auch das ist die Botschaft der Evangelisten. Naseweise Fragen nach dem WIE stehen uns nicht zu. Gott spricht und es geschieht. So war es bei der Schöpfung, so war es bei der Auferstehung Jesu und so wird es auch am Ende der Zeiten sein. Möge jeder, der dies in Frage stellt, sich gut auf den Tag vorbereiten, wenn er vor dem erhöhten Menschensohn steht, der gesagt hat: Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter! (Matthäus 7,21-23 *) Manch einer wird auch erwähnen, dass er doch ein Professor für Theologie gewesen ist ...

Aber neben diesem harten Wort Jesu gibt es auch das andere, das er dem bußfertigen der mit ihm gekreuzigten Verbrecher sagt. Als der ihn demütig bittet: „Herr, gedenke meiner, wenn du zu deiner Königswürde kommst!“ spricht Jesus zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein!“ (Lukas 23,39-43  *) Letztlich ist das unsere Bitte, unsere Taten hin oder her, dass Jesus in seinem Paradiese zur Rechten des Vaters unser gedenkt. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass er es tun wird, wenn wir Vergebung unserer Schuld haben. Und Lehrer des Evangeliums laden besonders viel Schuld auf sich, wie Jakobus sagt (Jakobus 3,1-2 *). Aber genau deswegen ist Jesus für uns gestorben.

Nur Matthäus berichtet auch etwas über den Hergang der Auferstehung, die im Rahmen eines Erdbebens geschah. Die Wächter wurden von dem Anblick so geblendet und erschrocken, dass sie wie tot dalagen. Später werden die Wächter von den Hohenpriestern bestochen zu behaupten, sie seien des Nachts von den Jüngern überwältigt worden, und die Jünger hätten den Leib Jesu gestohlen.

Eine Zusammenstellung der Ereignisse könnte etwa folgendermaßen aussehen:

Ostersonntag

Eine Woche später

später - Galiläa - Begegnung am See

später - Galiläa - Begegnung auf einem Berg

später - Judäa - Jesus geht mit seinen Jüngern nach Bethanien

Die Einordnung der Ereignisse in Galiläa und auch ihre Reihenfolge ist willkürlich. Vor der Begegnung mit Thomas werden sie wohl nicht stattgefunden haben, da der Fußweg nach Galiläa und zurück für eine Woche doch zu lang und beschwerlich ist, insbesondere, wenn man noch eine Nacht wegen des Fischfangs berücksichtigt. Ziel dieser Aufstellung ist es auch nicht, einen Beweis zu führen, dass sich die Begegnungen nach Ostern so und nicht anders zugetragen haben. Ziel ist es nur zu zeigen, dass wir es hier mit konsistenten Berichten zu tun haben. So kann es sich ereignet haben. Die Berichte sind also nicht willkürlich sondern historisch korrekt mit der Einschränkung, dass kein Evangelist für sich in Anspruch nimmt, alles berichtet zu haben. Ebenso bedeutet eine Hintereinanderreihung von Berichten dann auch nicht, dass die Ereignisse unmittelbar aufeinander folgen. Wenn man auswählt, dann muss es notwendigerweise Zeiträume geben, über die nicht berichtet worden ist, also Lücken, die ein anderer Evangelist füllen kann.

Texte und Auslassungen bei Matthäus

Die Texte bei Matthäus

Ostersonntag

Eine Woche später

später - Galiläa - Begegnung am See

später - Galiläa - Begegnung auf einem Berg

später - Judäa - Jesus geht mit seinen Jüngern nach Bethanien

Ausgelassen bei Matthäus sind die Stellen:

Texte und Auslassungen bei Markus

Die Texte bei Markus

Ostersonntag

Eine Woche später

später - Galiläa - Begegnung am See

später - Galiläa - Begegnung auf einem Berg

später - Judäa - Jesus geht mit seinen Jüngern nach Bethanien

Ausgelassen bei Markus sind die Stellen:

Texte und Auslassungen bei Lukas

Die Texte bei Lukas

Ostersonntag

Eine Woche später

später - Galiläa - Begegnung am See

später - Galiläa - Begegnung auf einem Berg

später - Judäa - Jesus geht mit seinen Jüngern nach Bethanien

Ausgelassen bei Lukas sind die Stellen:

Texte und Auslassungen bei Johannes

Die Texte bei Johannes

Ostersonntag

Eine Woche später

später - Galiläa - Begegnung am See

später - Galiläa - Begegnung auf einem Berg

später - Judäa - Jesus geht mit seinen Jüngern nach Bethanien

Ausgelassen bei Johannes sind die Stellen:

Damit erhalten wir 23 Auslassungen bei Matthäus, 24 Auslassungen bei Markus, 27 bei Lukas und 18 bei Johannes. Umgekehrt hat Johannes damit im Sinne der Abschnittseinteilung, wie ich sie im Überblick dargestellt habe, 17 Beiträge geliefert, Matthäus 12, Markus 11 und Lukas 8. Lukas ist damit keineswegs der Wundererzähler, als der er oft diskreditiert wird, sondern er hält sich am meisten zurück. Insgesamt ist mein Eindruck, dass sich die Apostel bei der Darstellung der Auferstehung eher zurückgehalten haben. Die Tatsache der Auferstehung ist für sie das primär wichtige, alles andere haben sie erst auf Nachfragen und Schritt für Schritt aufgeschrieben, wie der Markus-Nachtrag und der Nachtrag bei Johannes zeigen. Das macht die Botschaft aber um so verlässlicher. Die Apostel wollen hier nichts aufbauschen, sondern sie sind selbst von den Ereignissen überrollt worden und brauchten Zeit, um alles innerlich zu ordnen und zu glauben. Dieses stellen die Texte sehr eindrucksvoll dar. Wir sind also nicht alleine, wenn wir bei der Ostergeschichte zunächst einmal vor der Herausforderung für unseren Verstand versagen. Aber wir dürfen an Hand der Schrift und insbesondere des Alten Testamentes uns deutlich machen, dass das Ostergeschehen dem Heilsplan Gottes entspricht, den er bereits den Propheten des Alten Bundes kundgetan hat und der sich in Christus erfüllt hat. Damit ist aber auch jeder Zweifel an der Tatsache ausgeräumt, ob es sich denn so eigentlich ereignet hat. Es ist möglich, dass ein Zeuge lügt. Zwei Zeugen auf die gleichen Lügen einzuschwören, ist schon schwieriger, aber es mag noch gehen. Aber über Jahrhunderte gleichgerichtet zu lügen, das ist völlig ausgeschlossen. So können und müssen wir dem Zeugnis der Apostel vertrauen:

„Der HERR ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden, HALLELUJA!“

Das Ergebnis dieser Überlegungen habe ich in drei Versionen zusammengefasst:

Dabei ist zu beachten, dass diese Zusammenstellung sich nicht stolz neben die Bibel stellen will und zeigen will, dass es genau so gewesen ist. Sie will nur zeigen, dass es so gewesen sein kann, dass damit also konsistente Ereignisse hinter den Berichten der Evangelisten stehen. Außerdem möchte der Text vermitteln, was Johannes am Schluss seines Evangeliums andeutet: Diese Zeit war so angefüllt, dass man verstehen kann, dass die Jünger erst einmal eine Zeit brauchten, bis sie alles innerlich so geordnet hatten, dass sie darüber berichten konnten.

Euseb berichtet, dass Matthäus wohl der erste war, der mit seiner Sammlung von Reden Jesu eine Basis geschaffen hatte. Diese Sammlung ist dann wohl mehr schlecht als recht von vielen in die griechische Sprache übersetzt worden und mit weiteren Informationen angereichert worden, so dass Matthäus sich gezwungen sah, ein eigenes, apostolisches Buch dazu zu schreiben. Markus hat die Predigten und Erzählungen des Petrus auf vielen Reisen, auf denen er ihn begleitet hat, gehört und zu seinem Evangelium verarbeitet. Viele Berichte stimmen zwischen beiden so genau überein, dass zu vermuten ist, dass dem einen die Schrift oder Rudimente der Schrift des anderen vorlagen. Man geht davon aus, dass Markus der frühere Schreiber ist. Während Markus sich kaum mit der Geburt Jesu befasst, hat Matthäus ganz offenbar noch mit Joseph, dem vermeintlichen Vater Jesu gesprochen, weil er seinen Bericht von der Geburt Jesu eher aus der Perspektive des Joseph erzählt. Lukas dagegen sammelt die Berichte über Jesus wohl zu einer Zeit, als Joseph schon gestorben war und berichtet aus der Perspektive von Maria. Johannes hat wohl am Ende seines Lebens sich noch einmal hingesetzt, die Dinge niederzuschreiben, von denen er meinte, dass sie in den anderen Evangelien fehlen. So schreibt er von den ersten Taten Jesu, beginnend mit der Hochzeit zu Kana und dem frühen Gespräch mit dem Schriftgelehrten Nikodemus. Außerdem hat er uns die persönlichen Worte Jesu nach dem Abendmahl berichtet. Die drei ersten Evangelien zeigen eine gewisse Scheu, diese persönlichen Ansprachen Jesu zu beschreiben. Johannes ist, wohl wegen der größeren zeitlichen Entfernung von dem Geschehen und auch angesichts der Tatsache, dass zur Zeit seiner Abfassung des Evangeliums Petrus und die meisten anderen verantwortlichen Personen zur Zeit der Kreuzigung Jesu schon tot waren, freier mit der Darlegung der persönlichen Worte Jesu. Dies zeigt sich auch etwa in der Tatsache, dass er die dreifache Frage „Hast du mich lieb?“ Jesu an Petrus berichtet. Und es zeigt sich in seinem ausführlichen Bericht über das Reden Jesu nach dem Abendmahl und auf dem Weg nach Gethsemane.







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Bibelarbeiten für verschiedene Zielgruppen
Die Faszination des Wortes Gottes

Ostergruß 2019
Den Frieden suchen und ihm nachjagen

Texte und Überschriften für eine Zusammenschau der Leidensgeschichte Jesu
Das Leiden des wahren Menschen und wahren Gottes


Nr.BibelstelleBibeltext
12.Mose 12,46
1
In einem Hause soll man es essen. Ihr sollt vom Fleisch nichts vor das Haus hinaustragen, und kein Knochen werde ihm zerbrochen.
22.Könige 1,9-15
1
Und er sandte einen Hauptmann über fünfzig zu ihm, mit seinen fünfzig Leuten. Als der zu ihm hinaufkam, siehe, da saß er oben auf dem Berge. Er aber sprach zu ihm: Du Mann Gottes, der König sagt, du sollst...
3Psalmen 34,21
(H34-22) Den Gottlosen wird die Bosheit töten, und die den Gerechten hassen, müssen es büßen.
4Jesaja 9,1-2
(H8-23) Doch bleibt nicht im Dunkel das Land, das bedrängt ist. Wie er in der ersten Zeit das Land Sebulon und das Land Naphtali gering machte, so wird er in der Folgezeit zu Ehren bringen den Weg am Meere,...
5Jesaja 53,4-10
1
Doch wahrlich, unsere Krankheit trug er, und unsere Schmerzen lud er auf sich; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und geplagt; aber er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen,...
6Sacharja 8,3
1
So spricht der HERR: Ich bin wieder nach Zion zurückgekehrt, und ich will Wohnung nehmen in Jerusalem, und Jerusalem soll «die Stadt der Wahrheit» heißen und der Berg des HERRN der Heerscharen «der heilige...
7Sacharja 12,10
Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, und sie werden um ihn klagen,...
8Matthäus 4,13-16
1
Und er verließ Nazareth, kam und ließ sich zu Kapernaum nieder, das am Meere liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali; auf daß erfüllt würde, was durch Jesaja gesagt ist, den Propheten, der da spricht:...
9Matthäus 5,39
1
Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deinen rechten Backen schlägt, so biete ihm auch den andern dar;
10Matthäus 7,21-23
1
Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in...
11Matthäus 9,34
1
Die Pharisäer aber sagten: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus!
12Matthäus 12,24
1
Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!
13Matthäus 18,21-22
1
Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal? Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!
14Matthäus 21,1-11
1
Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt, und alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden...
15Matthäus 21,12-13
1
Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften. Und er sprach...
16Matthäus 21,14-17
Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie. Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder hörten, die im Tempel schrieen und sprachen:...
17Matthäus 21,15-17
1
Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder hörten, die im Tempel schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids! wurden sie entrüstet und sprachen...
18Matthäus 21,17
1
Und er verließ sie, ging zur Stadt hinaus nach Bethanien und übernachtete daselbst.
19Matthäus 21,18-19
Da er aber des Morgens früh in die Stadt zurückkehrte, hungerte ihn. Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Wege sah, ging er zu ihm hin und fand nichts daran als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nun...
20Matthäus 21,20-22
Und als die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzlich verdorrt? Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt...
21Matthäus 21,23-27
Und als er in den Tempel kam, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sprachen: In welcher Vollmacht tust du das, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben? Jesus...
22Matthäus 21,28-32
Was dünkt euch aber? Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg! Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Hernach...
23Matthäus 21,33-43
Höret ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, zog einen Zaun darum, grub eine Kelter darin, baute einen Wachtturm, verpachtete ihn an Weingärtner und reiste ab. Als nun...
24Matthäus 21,45-46
(G21-44) Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, daß er von ihnen redete. (G21-45) Und sie suchten ihn zu ergreifen, fürchteten aber das Volk, weil es ihn für...
25Matthäus 22,1-14
Und Jesus hob an und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist einem menschlichen König gleich, der seinem Sohne Hochzeit machte. Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen...
26Matthäus 22,15-22
Da gingen die Pharisäer und hielten Rat, wie sie ihn in der Rede fangen könnten. Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den...
27Matthäus 22,23-30
An jenem Tage traten Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung, fragten ihn und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: «Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur...
28Matthäus 22,31-33
Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der da spricht: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist aber nicht...
29Matthäus 22,34-40
Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft, versammelten sie sich; und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das größte Gebot...
30Matthäus 22,41-46
Als nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus und sprach: Was dünkt euch von Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagten zu ihm: Davids. Er spricht zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geiste...
31Matthäus 23,1
Da sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern:
32Matthäus 23,2-7
Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken tut nicht; denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht. Sie...
33Matthäus 23,8-12
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder. Nennet auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der himmlische. Auch...
34Matthäus 23,13
Aber wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Himmelreich vor den Menschen zuschließet! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die laßt ihr nicht hinein.
35Matthäus 23,14
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr der Witwen Häuser fresset und zum Schein lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen!
36Matthäus 23,15
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr Meer und Land durchziehet, um einen einzigen Judengenossen zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr ein Kind der Hölle aus ihm,...
37Matthäus 23,16-22
Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr saget: Wer beim Tempel schwört, das gilt nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden. Ihr Narren und Blinde, was ist denn größer, das Gold oder...
38Matthäus 23,23-24
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässiget, nämlich das Gericht und das Erbarmen und den...
39Matthäus 23,25-26
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reiniget; inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit! Du blinder Pharisäer, reinige zuerst...
40Matthäus 23,27-28
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleichet, welche auswendig zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und allen Unrats sind! So erscheinet...
41Matthäus 23,29-33
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Gräber der Propheten bauet und die Denkmäler der Gerechten schmücket und saget: Hätten wir in den Tagen unsrer Väter gelebt, wir hätten...
42Matthäus 23,34-36
Darum, siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von einer...
43Matthäus 23,37-39
Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter die Flügel sammelt, aber ihr habt...
44Matthäus 24,1-2
Und Jesus ging hinaus und vom Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch,...
45Matthäus 24,3
Als er aber auf dem Ölberge saß, traten die Jünger zu ihm besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen, und welches wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?
46Matthäus 24,4-8
Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe! Denn es werden viele unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus, und werden viele irreführen. Ihr werdet aber...
47Matthäus 24,9-13
Alsdann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten; und ihr werdet gehaßt sein von allen Völkern um meines Namens willen. Und dann werden viele Anstoß nehmen und einander verraten und einander...
48Matthäus 24,14
Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt gepredigt werden, zum Zeugnis allen Völkern, und dann wird das Ende kommen.
49Matthäus 24,15-20
Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von welchem durch den Propheten Daniel geredet worden ist, stehen sehet an heiliger Stätte (wer es liest, der merke darauf!), alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf...
50Matthäus 24,21-22
Denn alsdann wird eine große Trübsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch errettet...
51Matthäus 24,23-28
Wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder dort, so glaubet es nicht. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun,...
52Matthäus 24,29-31
Bald aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels in Bewegung...
53Matthäus 24,32-35
Am Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter gewinnt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet, so merket, daß er nahe...
54Matthäus 24,36
Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.
55Matthäus 24,37-41
Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Denn wie sie in den Tagen vor der Sündflut aßen und tranken, freiten und sich freien ließen bis zu dem Tage,...
56Matthäus 24,42-44
So wachet nun, da ihr nicht wisset, zu welcher Stunde euer Herr kommt! Das aber merket: wenn der Hausvater wüßte, in welcher Nachtstunde der Dieb käme, so würde er wohl wachen und nicht in sein Haus einbrechen...
57Matthäus 24,45-51
Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gebe zu rechter Zeit? Selig ist dieser Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, bei solchem...
58Matthäus 25,1-13
Dann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleich sein, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen aber waren töricht und fünf klug. Die törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber...
59Matthäus 25,14-30
Denn es ist wie bei einem Menschen, der verreisen wollte, seine Knechte rief und ihnen seine Güter übergab; dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eins, einem jeden nach seiner Kraft,...
60Matthäus 25,31
Wenn aber des Menschen Sohn in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Throne seiner Herrlichkeit;
61Matthäus 25,32-46
und vor ihm werden alle Völker versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber...
62Matthäus 26,1-2
Und es begab sich, als Jesus alle diese Reden beendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern: Ihr wißt, daß in zwei Tagen das Passah ist; dann wird des Menschen Sohn überantwortet, damit er gekreuzigt werde.
63Matthäus 26,3-5
1
Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Hofe des obersten Priesters, der Kajaphas hieß. Und sie hielten miteinander Rat, wie sie Jesus mit List greifen...
64Matthäus 26,3-5
Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Hofe des obersten Priesters, der Kajaphas hieß. Und sie hielten miteinander Rat, wie sie Jesus mit List greifen...
65Matthäus 26,6-13
1
Als nun Jesus zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war, trat ein Weib zu ihm mit einer alabasternen Flasche voll kostbarer Salbe und goß sie auf sein Haupt, während er zu Tische saß. Als das seine...
66Matthäus 26,6-13
Als nun Jesus zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war, trat ein Weib zu ihm mit einer alabasternen Flasche voll kostbarer Salbe und goß sie auf sein Haupt, während er zu Tische saß. Als das seine...
67Matthäus 26,14
1
Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern
68Matthäus 26,14-16
Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm dreißig Silberlinge dar. Und von da an suchte...
69Matthäus 26,17-19
Am ersten Tage nun der ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir das Passahmahl zu essen bereiten? Und er sprach: Gehet hin in die Stadt zu dem und dem...
70Matthäus 26,20
Als es nun Abend geworden, setzte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tische.
71Matthäus 26,21-25
Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! Da wurden sie sehr betrübt und fingen an, einer nach dem andern, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich? Er antwortete...
72Matthäus 26,21-25
1
Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! Da wurden sie sehr betrübt und fingen an, einer nach dem andern, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich? Er antwortete...
73Matthäus 26,26-28
Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot, dankte, brach es, gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset! Das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch, dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinket alle daraus!...
74Matthäus 26,29
Ich sage euch aber, ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken, bis zu jenem Tage, da ich es neu mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters.
75Matthäus 26,30
Und nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
76Matthäus 26,31-32
Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.» Wenn ich aber...
77Matthäus 26,33-35
Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern, so werde doch ich mich niemals ärgern! Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst...
78Matthäus 26,36-46
1
Da kommt Jesus mit ihnen in ein Gut, namens Gethsemane. Und er spricht zu den Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete. Und er nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und...
79Matthäus 26,45-46
Da kommt er zu seinen Jüngern und spricht zu ihnen: Schlaft ihr noch immer und ruhet? Siehe, die Stunde ist nahe, und des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert! Stehet auf, laßt uns gehen!...
80Matthäus 26,47-50
Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her. Der ihn aber verriet, hatte...
81Matthäus 26,51
Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.
82Matthäus 26,52-55
Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder meinst du, ich könnte nicht meinen Vater bitten, und er würde mir...
83Matthäus 26,52-55
1
Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder meinst du, ich könnte nicht meinen Vater bitten, und er würde mir...
84Matthäus 26,56
Das alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.
85Matthäus 26,56
1
Das alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.
86Matthäus 26,57
Die aber Jesus festgenommen hatten, führten ihn ab zu dem Hohenpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren.
87Matthäus 26,58
Petrus aber folgte ihnen von ferne, bis zum Hof des Hohenpriesters. Und er ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um den Ausgang der Sache zu sehen.
88Matthäus 26,59-62
Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen. Aber sie fanden keins, obgleich viele falsche Zeugen herzukamen. Zuletzt aber...
89Matthäus 26,63-64
Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes bist! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt!...
90Matthäus 26,65-68
Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert! Was bedürfen wir weiter Zeugen? Siehe, nun habt ihr seine Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des...
91Matthäus 26,69-74
Petrus aber saß draußen im Hof. Und eine Magd trat zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer! Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst! Als er dann in den Vorhof...
92Matthäus 26,75
Und Petrus ward eingedenk des Wortes Jesu, der zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
93Matthäus 27,1-2
Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes einen Rat wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen. Und sie banden ihn, führten ihn ab und überantworteten ihn dem...
94Matthäus 27,2
1   2
Und sie banden ihn, führten ihn ab und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus.
95Matthäus 27,3-5
1
Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er verurteilt war, reute es ihn; und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich...
96Matthäus 27,6-10
1
Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Wir dürfen sie nicht in den Gotteskasten legen, weil es Blutgeld ist. Nachdem sie aber Rat gehalten, kauften sie dafür den Acker des Töpfers,...
97Matthäus 27,11-14
Jesus aber stand vor dem Landpfleger; und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es! Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde,...
98Matthäus 27,11
1   2   3   4
Jesus aber stand vor dem Landpfleger; und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es!
99Matthäus 27,12-14
1   2
Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie vieles sie wider dich zeugen? Und er antwortete ihm auch nicht auf ein...
100Matthäus 27,15-18
Aber auf das Fest pflegte der Landpfleger dem Volke einen Gefangenen freizugeben, welchen sie wollten. Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen namens Barabbas. Als sie nun versammelt waren,...
101Matthäus 27,15-18
1   2
Aber auf das Fest pflegte der Landpfleger dem Volke einen Gefangenen freizugeben, welchen sie wollten. Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen namens Barabbas. Als sie nun versammelt waren,...
102Matthäus 27,19
Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traume seinetwegen viel gelitten!
103Matthäus 27,19
1
Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traume seinetwegen viel gelitten!
104Matthäus 27,19
1   2
Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traume seinetwegen viel gelitten!
105Matthäus 27,20-23
Aber die Hohenpriester und die Ältesten beredeten die Volksmenge, den Barabbas zu erbitten, Jesus aber umbringen zu lassen. Der Landpfleger aber antwortete und sprach zu ihnen: Welchen von diesen beiden...
106Matthäus 27,20-24
1   2
Aber die Hohenpriester und die Ältesten beredeten die Volksmenge, den Barabbas zu erbitten, Jesus aber umbringen zu lassen. Der Landpfleger aber antwortete und sprach zu ihnen: Welchen von diesen beiden...
107Matthäus 27,24
Als nun Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern daß vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser und wusch sich vor dem Volk die Hände und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten;...
108Matthäus 27,24-25
1
Als nun Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern daß vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser und wusch sich vor dem Volk die Hände und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten;...
109Matthäus 27,25
Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!
110Matthäus 27,25
1   2
Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!
111Matthäus 27,26
Da gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn zur Kreuzigung.
112Matthäus 27,26
1   2
Da gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn zur Kreuzigung.
113Matthäus 27,31
1   2   3   4   5   6
7   8   9   10
Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und legten ihm seine Kleider an, und dann führten sie ihn hin, um ihn zu kreuzigen.
114Matthäus 27,32
1   2   3   4
Als sie aber hinauszogen, fanden sie einen Mann von Kyrene, namens Simon; den zwangen sie, ihm das Kreuz zu tragen.
115Matthäus 27,33-34
1   2   3   4   5   6
7   8
Und als sie an den Ort kamen, den man Golgatha nennt, das heißt Schädelstätte, gaben sie ihm Wein mit Galle vermischt zu trinken; und als er es gekostet hatte, wollte er nicht trinken.
116Matthäus 27,35-36
1   2   3   4
Nachdem sie ihn nun gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider unter sich und warfen das Los, auf daß erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist: «Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und...
117Matthäus 27,37
1   2   3
Und sie befestigten über seinem Haupte die Inschrift seiner Schuld: Dies ist Jesus, der König der Juden.
118Matthäus 27,38-44
1   2   3   4   5   6
7   8
Dann wurden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt, einer zur Rechten, der andere zur Linken. Die aber vorübergingen, lästerten ihn, schüttelten die Köpfe und sprachen: Der du den Tempel zerstörst und in drei...
119Matthäus 27,45
1   2   3   4
Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
120Matthäus 27,46-50
1   2   3   4   5   6
7   8   9   10   11   12
Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche der Anwesenden, als sie es hörten, sprachen nun:...
121Matthäus 27,51
1   2   3   4   5   6
7   8   9   10   11   12
13   14
Und siehe, der Vorhang im Tempel riß entzwei von oben bis unten, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich.
122Matthäus 27,52-53
1   2   3   4   5   6
7   8   9   10
Und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf und gingen aus den Gräbern hervor nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
123Matthäus 27,54
1   2   3   4
Als aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesus bewachten, das Erdbeben sahen und was da geschah, fürchteten sie sich sehr und sprachen: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!
124Matthäus 27,55-56
1
Es waren aber daselbst viele Frauen, die von ferne zusahen, welche Jesus von Galiläa her gefolgt waren und ihm gedient hatten; unter ihnen waren Maria Magdalena, und Maria, die Mutter des Jakobus und Joses,...
125Matthäus 27,57-61
1   2   3
Als es nun Abend wurde, kam ein reicher Mann von Arimathia, namens Joseph, der auch ein Jünger Jesu geworden war. Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, daß er ihm gegeben...
126Matthäus 27,62-66
1   2
Am andern Tage nun, welcher auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus und sprachen: Herr, wir erinnern uns, daß dieser Verführer sprach, als er noch lebte:...
127Matthäus 28,1
1   2   3   4   5   6
Nach dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.
128Matthäus 28,2-3
1   2   3   4   5   6
Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat herzu und wälzte den Stein von der Tür hinweg und setzte sich darauf. Und seine Gestalt war wie der Blitz...
129Matthäus 28,4
1   2   3   4   5   6
Vor seinem furchtbaren Anblick aber erbebten die Wächter und wurden wie tot.
130Matthäus 28,5-7
1   2   3   4   5   6
Der Engel aber wandte sich zu den Frauen und sprach: Fürchtet ihr euch nicht! Ich weiß wohl, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommet...
131Matthäus 28,8-10
1   2   3   4   5   6
Und sie gingen eilends hinweg von dem Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu...
132Matthäus 28,11-15
1
Während sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Diese versammelten sich samt den Ältesten, und nachdem sie Rat...
133Matthäus 28,16-17
1   2   3   4   5   6
7
Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten.
134Matthäus 28,18
1   2   3   4   5   6
7
Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
135Matthäus 28,19
1   2   3   4   5   6
7
Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes
136Matthäus 28,20
1   2   3   4   5   6
7
und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!
137Markus 3,22
1
Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul, und durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
138Markus 5,21-43
1
Und als Jesus im Schiffe wieder ans jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich viel Volk bei ihm; und er war am Meer. Da kam einer der Obersten der Synagoge, namens Jairus; und als er ihn erblickte,...
139Markus 11,1-11
1
Und als sie sich Jerusalem näherten und gegen Bethphage und Bethanien an den Ölberg kamen, sandte er zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Gehet in das Dorf, das vor euch liegt, und sobald ihr dort hineinkommt,...
140Markus 11,12-14
Und als sie am folgenden Tage Bethanien verließen, hungerte ihn. Und als er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas daran fände. Und als er zu demselben kam, fand er...
141Markus 11,15-17
1
Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, die hinauszutreiben, welche im Tempel verkauften und kauften; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenverkäufer stieß...
142Markus 11,20-23
Und da sie am Morgen vorbeikamen, sahen sie, daß der Feigenbaum von den Wurzeln an verdorrt war. Und Petrus dachte daran und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!...
143Markus 11,24-26
Darum sage ich euch: Alles, was ihr im Gebet verlangt, glaubet, daß ihr es empfangen habt, so wird es euch zuteil werden! Und wenn ihr steht und betet, so vergebet, wenn ihr etwas wider jemand habt, damit...
144Markus 11,27-33
Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherwandelte, traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm und sprachen zu ihm: In welcher Vollmacht tust du das?...
145Markus 12,1-9
Und er fing an in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und zog außer...
146Markus 12,10-11
Habt ihr nicht auch dieses Schriftwort gelesen: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen»?
147Markus 12,12
Da suchten sie ihn zu ergreifen, aber sie fürchteten das Volk; denn sie merkten, daß er gegen sie das Gleichnis gesagt hatte. Und sie ließen ab von ihm und gingen davon.
148Markus 12,13-17
Und sie sandten zu ihm etliche von den Pharisäern und Herodianern, um ihn in der Rede zu fangen. Diese kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst;...
149Markus 12,18-25
Und es kamen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen: Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt und eine Frau hinterläßt, aber keine...
150Markus 12,26-27
Was aber die Toten anbelangt, daß sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen im Buche Moses, bei der Geschichte von dem Busch, wie Gott zu ihm sprach: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der...
151Markus 12,28-34
Und es trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und da er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das vornehmste Gebot unter allen? Jesus...
152Markus 12,35-37
Und Jesus hob an und sprach, indem er im Tempel lehrte: Wie können die Schriftgelehrten sagen, daß Christus Davids Sohn sei? David selbst sprach doch im heiligen Geiste: «Der Herr hat gesagt zu meinem...
153Markus 12,38-40
Und er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern im Talar einhergehen und auf den Märkten sich grüßen lassen und in den Versammlungen und bei den Mahlzeiten obenan sitzen wollen,...
154Markus 12,41-44
Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein,...
155Markus 13,1-2
Und als er aus dem Tempel ging, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Meister! Siehe, welche Steine und welch ein Bau ist das! Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Es wird kein Stein auf...
156Markus 13,3-4
Und als er am Ölberg saß, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas besonders: Sage uns, wann wird das geschehen, und welches wird das Zeichen sein, wann dies alles...
157Markus 13,5-13
Jesus aber fing an, zu ihnen zu sagen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin es, und werden viele irreführen! Wenn ihr aber von Kriegen und...
158Markus 13,14-20
Wenn ihr aber den Greuel der Verwüstung da stehen sehet, wo er nicht soll (wer es liest, der merke darauf!), alsdann fliehe, wer im jüdischen Lande ist, auf die Berge. Wer aber auf dem Dache ist, der steige...
159Markus 13,21-23
Und wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder: Siehe dort, so glaubet es nicht. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder...
160Markus 13,24-25
Aber in jenen Tagen, nach jener Trübsal, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte im Himmel in Bewegung geraten.
161Markus 13,26-27
Und alsdann wird man des Menschen Sohn in den Wolken kommen sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und dann wird er seine Engel aussenden und seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, vom Ende...
162Markus 13,28-30
Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig jetzt saftig wird und Blätter treibt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr sehet, daß dieses geschieht, so merket,...
163Markus 13,31
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
164Markus 13,32
Von jenem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.
165Markus 13,33-37
Sehet zu, wachet und betet! Denn ihr wisset nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie bei einem Menschen, der verreiste, sein Haus verließ und seinen Knechten Vollmacht gab, einem jeden sein Werk, und dem...
166Markus 14,1-2
1
Es war aber zwei Tage vor dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten; denn sie sprachen: Nicht...
167Markus 14,3-9
1
Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche voll Salbe, echter köstlicher Narde, zerbrach die alabasterne Flasche und goß sie...
168Markus 14,10-11
1
Da ging Judas Ischariot, einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn an sie auszuliefern. Als sie das hörten, wurden sie froh und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte eine passende...
169Markus 14,12-16
Und am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Passahlamm schlachtete, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und das Passah zubereiten, damit du es essen kannst? Und er sendet...
170Markus 14,17-21
Und da es Abend geworden, kam er mit den Zwölfen. Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir ißt, wird mich verraten! Da fingen sie an traurig...
171Markus 14,22-24
Und während sie aßen, nahm Jesus Brot, lobpreisete, brach und gab es ihnen und sprach: Nehmet, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch, sagte Dank und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus....
172Markus 14,25
Wahrlich, ich sage euch, ich werde hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu trinken werde im Reiche Gottes.
173Markus 14,26-31
Und nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle an mir ärgern. Denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen,...
174Markus 14,32-42
Und sie kommen in ein Gut, genannt Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Bleibet hier sitzen, bis ich gebetet habe! Und er nahm den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an zu erschrecken,...
175Markus 14,43-46
Und alsbald, da er noch redete, erschien Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten. Der Verräter...
176Markus 14,47-48
Einer aber von denen, die dabei standen, zog das Schwert, schlug den Knecht des obersten Priesters und hieb ihm ein Ohr ab. Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen...
177Markus 14,49
Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht gegriffen. Doch, damit die Schrift erfüllt würde!
178Markus 14,50
Da verließen ihn alle und flohen.
179Markus 14,51-52
Und ein Jüngling folgte ihm, der ein Leinengewand auf dem bloßen Leibe trug; und sie ergriffen ihn, er aber ließ das Leinengewand fahren und entfloh nackt.
180Markus 14,51-52
1
Und ein Jüngling folgte ihm, der ein Leinengewand auf dem bloßen Leibe trug; und sie ergriffen ihn, er aber ließ das Leinengewand fahren und entfloh nackt.
181Markus 14,53
Und sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle Hohenpriester und die Ältesten und die Schriftgelehrten kamen dort zusammen.
182Markus 14,54
Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer.
183Markus 14,55-59
Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen; und sie fanden keins. Denn obgleich viele falsches Zeugnis wider ihn ablegten, so stimmten die Zeugnisse...
184Markus 14,55-60
1
Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen; und sie fanden keins. Denn obgleich viele falsches Zeugnis wider ihn ablegten, so stimmten die Zeugnisse...
185Markus 14,60-63
Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte, fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen? Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester...
186Markus 14,61-63
1
Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet des Menschen...
187Markus 14,64
Ihr habt die Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie urteilten alle, er sei des Todes schuldig.
188Markus 14,64
1
Ihr habt die Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie urteilten alle, er sei des Todes schuldig.
189Markus 14,65
Und etliche fingen an, ihn zu verspeien und sein Angesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener nahmen ihn mit Backenstreichen in Empfang.
190Markus 14,66-71
Und während Petrus unten im Hofe war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters. Und als sie Petrus sah, der sich wärmte, blickte sie ihn an und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Nazarener! Er aber...
191Markus 14,70-71
1
Er aber leugnete wiederum. Und ein wenig nachher sprachen die Umstehenden abermals zu Petrus: Wahrlich, du bist einer von ihnen! Denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache ist gleich. Er aber fing an...
192Markus 14,72
Da krähte alsbald der Hahn zum zweitenmal; und Petrus ward eingedenk des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er verhüllte sich und weinte.
193Markus 14,72
1
Da krähte alsbald der Hahn zum zweitenmal; und Petrus ward eingedenk des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er verhüllte sich und weinte.
194Markus 15,1
Und alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus.
195Markus 15,1
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Und alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus.
196Markus 15,1
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Und alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus.
197Markus 15,2
Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es!
198Markus 15,2
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Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es!
199Markus 15,3-10
Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen wider ihn vor. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie gegen dich vorbringen! Jesus aber antwortete nichts...
200Markus 15,3-14
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Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen wider ihn vor. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie gegen dich vorbringen! Jesus aber antwortete nichts...
201Markus 15,3-5
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Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen wider ihn vor. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie gegen dich vorbringen! Jesus aber antwortete nichts...
202Markus 15,6-15
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Aber auf das Fest pflegte er ihnen einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. Es lag aber ein gewisser Barabbas gefangen samt den Aufrührern, die im Aufruhr einen Mord begangen hatten. Und das...
203Markus 15,11-14
Aber die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, daß er ihnen lieber den Barabbas losgeben solle. Pilatus antwortete und sprach wiederum zu ihnen: Was wollt ihr nun, daß ich mit dem tue, welchen ihr König...
204Markus 15,15
Da nun Pilatus das Volk befriedigen wollte, gab er ihnen den Barabbas los und überantwortete Jesus, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, daß er gekreuzigt werde.
205Markus 15,16-19
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Die Kriegsknechte aber führten ihn hinein in den Hof, das ist das Amthaus, und riefen die ganze Rotte zusammen, legten ihm einen Purpur um, flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf. Und sie fingen...
206Markus 15,20
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Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und legten ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.
207Markus 15,21
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Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen.
208Markus 15,22-23
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Und sie brachten ihn auf den Platz Golgatha (das heißt übersetzt Schädelstätte). Und sie gaben ihm Myrrhenwein zu trinken, aber er nahm ihn nicht.
209Markus 15,24-25
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Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darüber, was ein jeder bekommen sollte. Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
210Markus 15,26
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Und die Überschrift, welche seine Schuld anzeigte, lautete also: Der König der Juden.
211Markus 15,27-32
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Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. Da wurde die Schrift erfüllt, die da spricht: «Und er ist unter die Übeltäter gerechnet worden.» Und die Vorübergehenden...
212Markus 15,33
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Als aber die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis herein über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
213Markus 15,34
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Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
214Markus 15,35-37
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Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia! Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, tränkte ihn und sprach: Halt! laßt uns sehen,...
215Markus 15,38
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Und der Vorhang im Tempel riß entzwei, von obenan bis untenaus.
216Markus 15,39
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Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, daß er auf solche Weise verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!
217Markus 15,40-41
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Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, des jüngern Jakobus und Joses Mutter, und Salome, die ihm, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten,...
218Markus 15,42-46
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Und da es schon Abend geworden (es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat), kam Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete; der wagte es,...
219Markus 15,47
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Maria Magdalena aber und Maria, Joses' Mutter, sahen zu, wo er hingelegt wurde.
220Markus 16,1-4
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Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sehr früh am ersten Tage der Woche kamen sie zur Gruft,...
221Markus 16,5-6
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Und sie gingen in die Gruft hinein und sahen einen Jüngling zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem langen, weißen Gewand; und sie erschraken. Er aber spricht zu ihnen: Erschrecket nicht! Ihr suchet Jesus...
222Markus 16,7-8
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Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und dem Petrus, er gehe euch voran nach Galiläa. Daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft; denn ein Zittern...
223Markus 16,9-13
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Als er aber früh am ersten Tage der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Diese ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm...
224Markus 16,14
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Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tische saßen, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hätten.
225Markus 16,15
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7
Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung!
226Markus 16,16
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Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.
227Markus 16,17-18
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Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen...
228Markus 16,19
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7
Der Herr nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
229Markus 16,20
1   2   3   4   5   6
7
Sie aber gingen aus und predigten allenthalben; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen.
230Lukas 2,49
Und er sprach zu ihnen: Was habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist?
231Lukas 7,11-17
1
Und es begab sich am folgenden Tage, daß er in eine Stadt namens Nain ging, und mit ihm zogen seine Jünger und eine große Volksmenge. Wie er sich aber dem Stadttore näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen,...
232Lukas 8,49-56
1
Da er noch redete, kam jemand vom Synagogenvorsteher und sprach zu ihm: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht mehr! Da es aber Jesus hörte, antwortete er ihm und sprach: Fürchte dich nicht;...
233Lukas 11,15
1
Etliche aber von ihnen sprachen: Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
234Lukas 16,19-31
1
Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Ein Armer aber, namens Lazarus, lag vor dessen Tür, voller Geschwüre, und begehrte,...
235Lukas 19,28-38
1
Und nachdem er das gesagt, zog er weiter und reiste hinauf nach Jerusalem. Und es begab sich, als er in die Nähe von Bethphage und Bethanien kam, zu dem Berge, welcher Ölberg heißt, sandte er zwei seiner...
236Lukas 19,39-40
1
Und etliche der Pharisäer unter dem Volk sprachen zu ihm: Meister, weise deine Jünger zurecht! Und er antwortete und sprach: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien!
237Lukas 19,41-44
1
Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest an diesem deinem Tage, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen,...
238Lukas 19,45-48
1
Und er ging in den Tempel hinein und fing an, die Verkäufer und Käufer auszutreiben, und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus ist ein Bethaus.» Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!...
239Lukas 20,1-8
Es begab sich aber an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte, da traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten samt den Ältesten herzu und sprachen zu ihm:...
240Lukas 20,9-16
Er fing aber an, dem Volk dieses Gleichnis zu sagen: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Weingärtner und hielt sich längere Zeit außer Landes auf. Und als es Zeit war, sandte er einen...
241Lukas 20,17-18
Er aber blickte sie an und sprach: Was bedeutet denn das, was geschrieben steht: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden?» Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert...
242Lukas 20,19-20
Da suchten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten Hand an ihn zu legen zu derselben Stunde; aber sie fürchteten das Volk; denn sie merkten, daß er im Blick auf sie dieses Gleichnis gesagt hatte. Und...
243Lukas 20,21-26
Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, daß du richtig redest und lehrst und nicht die Person ansiehst, sondern den Weg