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EKD-Denkschrift Familie

Empfehlungen

Anmerkungen zu Kapitel 9

 


Zusammenfassung

Der Forderungskatalog ist sehr blumig gehalten. Kurze und klar formulierte Forderungen wären wirkungsvoller gewesen, da man bei einigen Forderungen fragt, was die Autoren nun wirklich meinen (Beispiel 142). Im Blick auf die Familie werden nun auch Forderungen für die kindererziehende Mutter laut, aber mit der Forderung nach Abschaffung des Ehegattensplittings wird schon deutlich, was wirklich gemeint ist. Der sterile Charakter der Studie - offen nach allen Seiten mit Ausnahme des tradierten Familienmodells - wird auch durch die Forderungen nicht aufgelöst.

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Familie
an der Bibel gespiegelt

Familienpolitik und Kirche
Anmerkungen zu Kapitel 6-8
 




EKD-Denkschrift zur Familie
Kapitel 9

Empfehlungen

Es folgen eine Reihe von Empfehlungen, die hier kommentiert werden sollen. Eine erste Anmerkung bezieht sich auf die Länge der einzelnen Empfehlungen. Dadurch wird es schwer zu verstehen, was die Autoren eigentlich wollen. Ich habe mich einmal der Mühe unterzogen und eine Kurzfassung erstellt, so wie ich meine, den Text verstanden zu haben. In einem Wirtschaftsunternehmen würden Berater, die ihre Empfehlungen so blumig verpacken, kaum Akzeptanz finden. Hier wäre ein wenig mehr Eindeutigkeit hilfreich gewesen. Oder um es mit den Worten Jesu zu sagen Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!» (Matthäus 5,27 * )

Abschnitt 131 und 132: Hier geht es um innerkirchliche Fragen und das Verdikt, dass die alten Modelle versagt haben.

Abschnitt 133: Gleichberechtigung der Kinder und der Ehefrauen (in dieser Reihenfolge im Originaltext) und der sexuellen Orientierung. Hinzu kommt die Forderung nach der Abschaffung des Familiensplittings.

Abschnitt 134: Es gibt kein biblisches Leitbild. Wer die Segnung sucht, soll sie bekommen. Homosexuelle Lebenspartnerschaften werden zwar nicht explizit genannt, sind aber wohl auch gemeint.

Abschnitt 135: Fürsorge für alle Ausprägungen von Familien.

Abschnitt 136: Eine gerechteren Verteilung der Haus-, Sorge- und Pflegearbeit zwischen Männern und Frauen

Abschnitt 137: Die partnerschaftliche Familie als Modell der Zukunft braucht neue Formen gesellschaftlicher, rechtlicher und sozialpolitischer Unterstützung für ihre Erziehungs- und Sorgearbeit. Dies betrifft insbesondere die Leistungen von Frauen, die (zeitweise) überwiegend Familienaufgaben oder ehrenamtliche Arbeit in Kirchengemeinden übernehmen. Dazu gehören nicht nur familienfreundliche Arbeitszeiten für Männer und Frauen, sondern auch die steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Förderung von Familien- und Pflegezeiten, die Einbußen bei der Reduzierung von Arbeitszeit zugunsten von Erziehungs- und Pflegeaufgaben ausgleichen.

Abschnitt 138: Konsequenter und qualifizierter Ausbau einer familienunterstützenden Infrastruktur von den Krippen bis zu Ganztagsschulen

Abschnitt 139: Steigerung der Attraktivität der sozialen Berufe in Erziehung, Beratung und Pflege auch für Männer (zu geringe Bezahlung, mangelnde Durchlässigkeit und geringe Aufstiegschancen)

Abschnitt 140: Verankerung von Frauen- und Kinderrechten

Abschnitt 141: Kindergottesdienste und Kinderbibeltage bzw. -wochen, Kinder-, Jugendarbeit und Konfimandenarbeit, aber auch Schulgottesdienste und Projektwochen

Abschnitt 142: Gestaltung christlicher Feste und Traditionen ohne beliebig und austauschbar zu werden. Gleichzeitig aber Gestaltung der Kasualien wie den Segen anlässlich einer Eheschließung oder die Bestattung so, dass Menschen unterschiedlichen Glaubens daran teilnehmen können

Abschnitt 143: Beseitigung der sozialen Schieflage zwischen Menschen, die alltäglich die Sorge für andere übernehmen, Kinder erziehen und Angehörige pflegen. Menschen, die ihre Zeit und Energie in die Erwerbsarbeit investieren können, sollen durch existenzsichernde Entgelte und eine armutsfeste Grundversorgung für die Menschen sorgen, die auf Grund pflegerischer Aufgaben nicht oder nur eingeschränkt am Erwerbsleben teilnehmen können.

Abschnitt 144: Schaffung familienfreundlicher Lebensräume

Abschnitt 145: Förderung von ehrenamtlichem und bürgerschaftlichem Engagement

Abschnitt 146: Fortbildungsangebote zum Thema Gewalt in der Familie oder in Einrichtungen

Abschnitt 147: Die Kirche muss sich dafür einsetzen, die grenzenlosen Zeiterfordernisse moderner Ökonomien zu beschränken und einen Rhythmus für Arbeit und Muße zu finden. Der Sonntag als Tag für gemeinsame Zeit in Familien, Vereinen und Gemeinden mit Verfassungsrang ist weiterhin auf rechtlichen, aber auch auf gesellschaftlichen Schutz von Unternehmen, Ländern und Kommunen angewiesen.

Abschnitt 148: Sensible und situationsbezogene Gestaltung von Kasualien und die konsequente Öffnung der Gemeindeangebote für Menschen in unterschiedlichen Lebensformen, das gilt auch für Alleinstehende, die soziale Anbindung z.B. in Freizeiten, Begegnungen oder als Begleiter und Begleiterinnen von Kindern und Jugendlichen suchen.

Die Widersprüchlichkeit der Studie zeigt sich nun auch in ihren Forderungen. So ist 137 doch eine sehr sinnfällige Forderung. Warum muss jemand, der ein Auto baut, eine Rentenversorgung haben, jemand, der sich um ein Kind kümmert aber nicht. Nur wundert sich der Betrachter, dass eine Orientierungshilfe, die so vehement dafür kämpft, dass beide arbeiten, diese Forderung stellt. Der gleiche Aspekt kommt noch einmal unter 143.

Wie will eine Kirche ihre Kasualien so regeln, dass Menschen unterschiedlichen Glaubens daran teilnehmen können. Wird sie dadurch nicht beliebig und austauschbar werden? Wird sich ein Moslem an einem christlichen Gebet beteiligen wollen? Wohl schwerlich. Will man darauf verzichten zu beten? Zweifel an diesem Ziel sind angebracht.

147 ist eine sehr wichtige Forderung und kommt am Ende ein wenig überraschend, nachdem sich der Text in seinem Kampf gegen das tradierte Familienmodell doch eher für die Bereitstellung von Ressourcen (Beide sollen arbeiten) stark gemacht hat und alle Maßnahmen, die das unterstützen (Ehegattensplitting) ablehnt. Aber immerhin, hier zeigen die Autoren doch ein klein wenig Flagge.

148 ist dann noch einmal ein Hammer. Aus dem Text war es so nicht zu erwarten. Menschen aller Lebensformen sollen als Begleiter von Kindern und Jugendlichen zugelassen werden. Wussten die Autoren, was sie da sagten? Ist das wirklich ihre Meinung?







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Nr.BibelstelleBibeltext
1Matthäus 5,27
1
Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!»




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