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Festtage

Buß- und Bettag

Gottes Güte und das unbußfertige Herz

 


Zusammenfassung

Schauen wir das Gute an, das wir tun könnten, so haben wir sicherlich viele gute Taten aufzuweisen, aber wir merken sehr schnell: „Es war nicht genug.“, es hätte mehr sein können. Viele gute Gelegenheiten haben wir versäumt.

Wenn wir dann noch den Lasterkatalog aus Galater 5,19-21 hinzuziehen, dann werden wir gewahr, dass es mit dem „Es war nicht genug.“ noch gar nicht getan ist, dass noch viele weitere Dinge hinzukommen, insbesondere, wenn wir Fragen wie Ehebruch und Mord mit den Aussagen Jesu aus der Bergpredigt bewerten. Aber wir sind froh, dass wir im VATER UNSER beten dürfen: „Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern.“ (Matthäus 6,12) Dabei umfasst diese Bitte eine Generalabsolution für all diejenigen, die uns etwas schuldig sind.

Anhand von Römer 2,1-11 wird deutlich, wie sehr auch Paulus diese guten Werke als notwendig für unser Heil erachtet. Und es wird deutlich, dass wir der täglichen Buße bedürfen, genauso, wie wir auch des täglichen Gebetes bedürfen.

Der Buß-und Bettag wird dadurch zu einem Tag des Erinnerns. Er sollte uns daran erinnern, dass wir täglich der Vergebung bedürfen und dass wir auch täglich Vergebung erteilen sollten.

Schlagwörter: Bibel - Buß- und Bettag - Buße - Gebet - Jakobus - Jesaja - Jesus - Lasterkatalog - Luther - Paulus

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Warum Buße?

Totensonntag
Im Blick auf den Tod ist der Glaube völlig ohne Alternative

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Gedanken zum Buß- und Bettag
Über einen verlorenen Feiertag

Buß- und Bettag
Warum Buße?
 




Inhaltsverzeichnis

Der Buß- und Bettag, Gottes Güte und unser unbußfertiges Herz

Der Buß- und Bettag, Gottes Güte und unser unbußfertiges Herz

Römer 2,1-11  *: Darum bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, wer du seist, der du richtest! Denn indem du den andern richtest, verdammst du dich selbst; denn du verübst ja dasselbe, was du richtest! Wir wissen aber, daß das Gericht Gottes dem wahren Sachverhalt entsprechend über die ergeht, welche solches verüben. Oder denkst du, o Mensch, der du die richtest, welche solches verüben, und doch das Gleiche tust, daß du dem Gerichte Gottes entrinnen werdest? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, ohne zu erkennen, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst du dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, welcher einem jeglichen vergelten wird nach seinen Werken; denen nämlich, die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit erstreben, ewiges Leben; den Streitsüchtigen aber, welche der Wahrheit ungehorsam sind, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Zorn und Grimm! Trübsal und Angst über jede Menschenseele, die das Böse vollbringt, zuerst über den Juden, dann auch über den Griechen; Herrlichkeit aber und Ehre und Friede jedem, der das Gute wirkt, zuerst dem Juden, dann auch dem Griechen; denn es gibt kein Ansehen der Person bei Gott:

Dieser Text beschäftigt sich zwar primär mit der Frage, wie das Verhältnis zwischen Juden und Christen zu sehen ist, aber er hat auch einiges zur Buße zu sagen.

Der Apostel Paulus beginnt, indem er sich über das Richten auslässt und unsere Tendenz, über andere zu urteilen, verwirft: Darum bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, wer du seist, der du richtest! Denn indem du den andern richtest, verdammst du dich selbst; denn du verübst ja dasselbe, was du richtest! Wir wissen aber, daß das Gericht Gottes dem wahren Sachverhalt entsprechend über die ergeht, welche solches verüben. (Römer 2,1-2   *) Dabei macht er eine Aussage, die unser frommes Ich, unser Selbstbewusstsein tief trifft: „... denn du verübst ja dasselbe, was du richtest!“ Ist das nicht kühn von dem Apostel, uns ungeschützt die gleichen Sünden zu unterstellen wie dem, den wir verurteilen? Da ist ein Ehebrecher: Ist es nicht geboten, sich deutlich von dieser Sünde zu distanzieren? Oder wie ist es mit einem Dieb oder einem Mörder? Sollen wir uns etwa mit diesen Menschen solidarisieren: „Nicht so schlimm, ich mache das auch!“ Das kann doch nicht wahr sein.

Und doch ist der Apostel hier ganz nah bei Jesus und der Bergpredigt:

Was lehrt Jesus uns über Ehebrecher: Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!» Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. (Matthäus 5,27-28  *)

Wer will noch behaupten, dass er kein Ehebrecher sei, wenn schon die Tatsache, eine Frau begehrlich anzublicken ein Ehebruch ist...

Über die Mörder lehrt Jesus uns: Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein. Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und daselbst eingedenk wirst, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß deine Gabe dort vor dem Altar und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe. (Matthäus 5,21-24   *)

Haben wir nicht alle schon einmal jemanden als Idioten bezeichnet oder als Trottel?

Jesus beschließt diesen Teil seiner Predigt mit dem Aufruf zur Feindesliebe: Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!» Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; auf daß ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden ebenso? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist! (Matthäus 5,43-48  *)

Der Schlussatz: „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist!“ ist eine Aussage Jesu, über die man ein ganzes Leben lang nachdenken kann und dann doch bekennen muss: Diese Messlatte liegt für mich zu hoch.

Der Apostel Paulus ist mit seiner Aussage: „... denn du verübst ja dasselbe, was du richtest!“ also ganz nah bei Jesus und der Bergpredigt Jesu. Und angesichts der Worte Jesu können wir dem Apostel Paulus nur zustimmen: Wir sind nicht so gut, wie wir uns nach außen darstellen.

Und nun spricht der Apostel von dem Gericht Gottes, das auf der Basis erfolgen wird, die der Apostel beschrieben hat: „... denn du verübst ja dasselbe, was du richtest!“ Wieso ist denn da von einem Gericht die Rede? Sind wir nicht durch das Blut Jesu freigesprochen vom Gericht, weil Jesus die Strafe auf sich genommen hat? Hat es nicht schon der Prophet Jesaja gesagt: aber er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen, zerschlagen wegen unserer Missetat; die Strafe, uns zum Frieden, lag auf ihm, und durch seine Wunden sind wir geheilt. (Jesaja 53,5 *) Und verheißt uns nicht ein Wort Jesu, dass wir vor dem Zorn Gottes bewahrt werden: Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes 3,36 *) Aber wieder erweist es sich, dass der Apostel Paulus ganz nahe bei seinem Herrn ist: Lesen wir nicht im Gleichnis von einem Knecht, der seinem Herrn 10 000 Talente schuldete, eine enorm hohe Schuld, die ihm aber auf sein inständiges Bitten hin erlassen wurde. Aber dieser Knecht wird dann doch in Schuldhaft genommen, als er nämlich einen anderen Knecht, der ihm nur wenige Denare schuldete, unbarmherzig zur Rechenschaft zog. Wegen seiner Unbarmherzigkeit verliert dieser Knecht seine Vergebung und kommt selber in Schuldhaft. (Matthäus 18,23-35 *) In Jesu Opfertod haben wir Vergebung unserer Schuld, aber die Messlatten, die wir vor anderen Menschen aufbauen, werden auch uns vorgehalten werden. Alle Synoptiker überliefern das entsprechende Wort Jesu: Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch gemessen werden. (Matthäus 7,2  *) und auch Markus 4,24 * und Lukas 6,38  *. Dabei zeigt Lukas uns, dass auch die andere Richtung gilt, denn auch im Blick auf unsere Bereitschaft zu geben, gilt diese Wechselwirkung: Gebet, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß geben. Denn mit eben dem Maße, mit welchem ihr messet, wird euch wieder gemessen werden. (Lukas 6,38  *)

Der Apostel steht also mit dem, was er den Römern schreibt, auf festem Grund, dem Wort des Christus Jesus selbst.

Der Apostel Paulus läst es damit aber nicht bewenden, sondern kommt auf die Güte Gottes zu sprechen: Römer 2,4   *: Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, ohne zu erkennen, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet?

Die Güte Gottes, seine Langmut, seine Geduld erscheint uns im Blick auf die Diktatoren und die Gewalt, die in unserer Welt bis auf den heutigen Tag herrscht, manchmal kaum zu ertragen. Aber diese Güte Gottes hat ein Ziel: Die Buße, meine Buße.

Im Jahre 1975 war dieses Wort in Deutschland Jahreslosung. Wenn es denn so ist, dass Buße das Ziel der Güte Gottes ist, so hat Buße ganz offensichtlich einen hohen Stellenwert. Es stellt sich die Frage, ob wir mit unserer Bußpraxis dem gerecht werden. Wir denken bei Buße an unsere Fehltritte, etwa, wenn wir einmal einen unpassenden Scherz gemacht haben, oder an Veranstaltungen, bei denen wir vielleicht einmal zu viel getrunken haben, oder vielleicht auch an Jahre, in denen wir unsere Steuererklärung nicht hinreichend vollständig gemacht haben ...

Sicher gehören diese Dinge zur Buße hinzu. Schauen wir aber den Lasterkatalog an, den Paulus an die Galater schreibt, so geht dieser viel weiter und wir können darüber schon sehr nachdenklich werden: Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch; diese widerstreben einander, so daß ihr nicht tut, was ihr wollt. Werdet ihr aber vom Geist geleitet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Ehrgeiz, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Mord; Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, daß die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht ererben werden. (Galater 5,17-21  *)

Auch die Liste der guten Eigenschaften, die Paulus den Galatern schreibt, können wir durchaus als Anfrage an unsere Buße lesen: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Welche aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Wenn wir im Geiste leben, so lasset uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht nach eitlem Ruhme gierig sein, einander nicht herausfordern noch beneiden! (Galater 5,22-26   *) Wie stark ist unser Leben von dieser Frucht des Geistes geprägt? Dabei müssen wir in Betracht ziehen, dass hier Frucht steht, nicht Früchte. Das bedeutet doch, dass der Apostel Liebe, Freude , ... als untrennbare Einheit sieht, Gegensätze, wie „Ich habe viel Liebe, aber keine Geduld“ also ausschließt. Zeigt sich diese Frucht des Geistes auch in unserem Alltag, in unserem Umgang mit unseren Arbeitskollegen oder den Menschen, die als Verkäuferinnen und Verkäufer, Handwerker und Müllmänner für uns arbeiten? Mir fallen dabei viele Vorgänge ein, in denen ich eben nicht genug geliebt habe, genug Freude ausgestrahlt habe, genug zum Frieden beigetragen habe.

Und dann wird der Apostel Paulus ganz klar und unmissverständlich: Aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst du dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, welcher einem jeglichen vergelten wird nach seinen Werken; (Römer 2,5-6   *) Kann das wirklich Paulus schreiben? Das klingt doch fast wie bei Jakobus, dem Bruder des Herrn: Denn das Gericht ist unbarmherzig gegen den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber rühmt sich wider das Gericht. Was hilft es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, dabei aber keine Werke hat? Kann ihn denn der Glaube retten? Wenn es einem Bruder oder einer Schwester an Kleidung und täglicher Nahrung gebricht und jemand von euch zu ihnen sagen würde: Gehet hin in Frieden, wärmet und sättiget euch, ihr gäbet ihnen aber nicht, was zur Befriedigung ihrer leiblichen Bedürfnisse erforderlich ist, was hülfe ihnen das? So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot. Da wird aber jemand sagen: Du hast Glauben, ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke; ich aber will dir aus meinen Werken den Glauben zeigen! Du glaubst, daß ein einziger Gott ist? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es und zittern. Willst du aber erkennen, du eitler Mensch, daß der Glaube ohne Werke fruchtlos ist? (Jakobus 2,13-20  *) Dabei sollten wir nicht streiten, ob Jakobus mit dem Wort: So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot. (Jakobus 2,17   *) vielleicht zu weit gegangen ist. Die Kernaussage ist zunächst: Denn das Gericht ist unbarmherzig gegen den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber rühmt sich wider das Gericht. (Jakobus 2,13  *) Und da sind Paulus und Jakobus sich völlig einig, weil es auf einem Wort des Herrn basiert: Unbarmherzigkeit führt ins Gericht. Oder mit den Worten Jesu: Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch gemessen werden. (Matthäus 7,2  *)

Die „verstockten und unbußfertigen Herzen“ stehen unserem Heil im Wege. Das wird in einer Begebenheit am Kreuz sehr deutlich. Da sind die beiden Verbrecher neben Jesus. Der eine lässt seinen Zynismus an Jesus aus, der andere bekennt seine Schuld und wird noch am selben Tag mit Jesus im Paradiese sein. (Lukas 23,39-43 *)

Aber der Apostel Paulus hat mit dem, was er der Gemeinde in Rom schreibt, zunächst keine Drohung im Blick, sondern er gibt eine Zusage Gottes weiter: denen nämlich, die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit erstreben, ewiges Leben; (Römer 2,7   *) Wer mit Ausdauer das Gute wirkt, der wird das ewige Leben ererben. Also doch eine Belohnung für die guten Werke, die ich tue? Wir sehen, dass Paulus und Jakobus nicht so weit auseinander sind, wie Martin Luther uns glauben machen will. Die Rettung erfolgt nicht auf Basis meiner guten Werke, sondern deswegen, weil Jesus Christus für mich gestorben ist. Aber indem ich unbarmherzig bin, richte ich neue Zäune auf, die Jesus schon längst niedergerissen hat. Und dann muss auch ich über die Zäune springen, die ich für andere aufgebaut habe. Ich bin es, der das Gericht wieder einsetzt, nicht Gott, denn der hat mich durch den Opfertod Jesu freigesprochen, wie Jesus uns in dem Bild vom bösen Knecht deutlich vor Augen führt.

Und deshalb geht der Text mit einer Drohung weiter: den Streitsüchtigen aber, welche der Wahrheit ungehorsam sind, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Zorn und Grimm! Trübsal und Angst über jede Menschenseele, die das Böse vollbringt, zuerst über den Juden, dann auch über den Griechen; (Römer 2,8-9   *)

Dabei warnt Paulus vor zwei Folgen des Ungehorsams, der Ungerechtigkeit: Einerseits dem „Zorn und Grimm“ Gottes, andererseits aber auch vor „Trübsal und Angst über jede Menschenseele, die das Böse vollbringt“. Und damit ist Paulus dort, wozu der menschliche Forscherdrang noch 2 000 Jahre brauchte, er spricht die Erkenntnis aus, dass Zank und Streit, Unbarmherzigkeit und Unfrieden einen Menschen innerlich zerstören, ihn verbittern lassen, so dass er Schaden nimmt an seiner Seele, dass er seelisch krank wird.

Aber das ist nicht das letzte Wort, der Apostel kommt noch einmal auf die positive Perspektive zu sprechen, die im Tun des Guten liegt: Herrlichkeit aber und Ehre und Friede jedem, der das Gute wirkt, zuerst dem Juden, dann auch dem Griechen; denn es gibt kein Ansehen der Person bei Gott: (Römer 2,10-11  *)

Was bedeutet das nun im Blick auf unser Leben?

Wir bedürfen der Buße.

Jeder Ehemann und jede Ehefrau weiß, dass er bzw. sie nicht genug geliebt haben. Wie oft hat meine Frau mir gesagt: „Guck nicht so böse!“ Ganz offensichtlich habe ich in solchen Momenten nicht die Freude ausgestrahlt, die ein Jünger Jesu ausstrahlen sollte. Und so können wir die ganze Liste Galater 5,22   * durchgehen und uns fragen, ob wir uns wirklich um die Frucht des Geistes bemüht haben. Und immer werden wir feststellen: „Es war nicht genug.“ Wenn wir dann noch den Lasterkatalog aus Galater 5,19-21  * hinzuziehen, dann werden wir gewahr, dass es mit dem „Es war nicht genug.“ noch gar nicht getan ist, dass noch viele Dinge hinzukommen. Und wir sind froh, dass wir im VATER UNSER beten dürfen: Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern. (Matthäus 6,12 *) Und wir bemerken hoffentlich, dass wir mit dieser Bitte eine Generalabsolution all denen zusprechen, die uns etwas schuldig sind. Und, wie wir gesehen haben, ist es ganz wichtig, dass wir uns auch danach verhalten, dass wir uns wie solche Menschen verhalten, die ihren Schuldnern vergeben haben. Wir sollten uns das jeden Tag vor Augen führen und es jeden Tag vor Gott bringen.

Und was bedeutet es im Blick auf den Buß- und Bettag?

Der Buß-und Bettag wird dadurch zu einem Tag des Erinnerns. Er sollte uns daran erinnern, dass wir täglich der Vergebung bedürfen und dass wir auch täglich Vergebung erteilen sollten - und uns auch danach verhalten. Denn Schuld, die ich vergebe, nimmt auch Verbitterung von meiner eigenen Seele und schafft auch mir Frieden. Dabei ist Vergebung nie oberflächlich: „Sollte ich irgend jemandem etwas angetan haben, so tut es mir leid ...“, sondern sie ist konkret: Weil ich mich da über euere Bemerkung geärgert habe, habe ich mich so und so verhalten. Das war nicht recht und tut mir leid. Erst wenn ich vor mir selbst konkret werde und damit auch vor meinem Herrn, setzt diese Heilung meiner eigenen Seele ein. Und es macht mich im Blick auf mein eigenes Verhalten wachsam, dass ich nicht immer wieder dieselben Fehler mache und mich damit selbst beschädige, Schaden nehme an meiner Seele.

Weitere Ausarbeitung zum Buß- und Bettag

Warum Buße?

Wir leben, insbesondere als Gläubige, so, dass doch eigentlich alles ganz in Ordnung ist, weil wir uns bemühen, nach den Geboten Gottes zu leben. Und doch zeigt sich in unserem Leben, dass es nicht die Kraft besitzt, die es nach den Verheißungen der Schrift haben müsste. Die Jünger kannten eine ähnliche Situation, als sie an einer Dämonenaustreibung scheitern, die Jesus mit einem einzigen Wort bewirkt. Sie fragen Jesus: „Warum konnten wir ihn nicht austreiben?“ Jesu Antwort weist uns den Weg, wo wir Anlass zur Buße haben.


Das ganze Leben ist von Buße und Vergebung getragen

Wenn es denn so ist, dass mein ganzes Leben von Buße - und dies heißt auch Vergebung - durchzogen ist, so bleibt eigentlich am Buß- und Bettag nur noch der Lobpreis, so wie ihn Losung und Lehrtext ausdrücken: Vater, ich danke DIR, dass DU mir meine Schuld vergeben hast, dass ich eine Hoffnung habe, weil Jesus Christus für meine Schuld gestorben ist.








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Warum Buße?
 


Nr.BibelstelleBibeltext
1Jesaja 53,5
1
aber er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen, zerschlagen wegen unserer Missetat; die Strafe, uns zum Frieden, lag auf ihm, und durch seine Wunden sind wir geheilt.Wir gingen alle in der Irre...
2Matthäus 5
1   2   3
Als er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich setzte, traten seine Jünger zu ihm.Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist...
3Matthäus 6,12
1
Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern.Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in...
4Matthäus 7,2
1   2
Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch gemessen werden.Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr...
5Matthäus 18,23-35
1
Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte.Und als er anfing zu rechnen, ward einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente schuldig.Da er aber nicht bezahlen...
6Markus 4,24
1
Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit welchem Maße ihr messet, wird euch gemessen werden, und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden.Denn wer da hat, dem wird gegeben werden;...
7Lukas 6,38
1   2
Gebet, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß geben. Denn mit eben dem Maße, mit welchem ihr messet, wird euch wieder gemessen...
8Lukas 23,39-43
1
Einer aber der gehängten Übeltäter lästerte ihn und sprach: Bist du der Christus, so rette dich selbst und uns!Der andere aber antwortete, tadelte ihn und sprach: Fürchtest auch du Gott nicht, da du doch...
9Johannes 3,36
1
Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
10Römer 2,1-11
1   2   3   4   5   6
7
Darum bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, wer du seist, der du richtest! Denn indem du den andern richtest, verdammst du dich selbst; denn du verübst ja dasselbe, was du richtest!Wir wissen aber,...
11Galater 5
1   2   3   4
Für die Freiheit hat uns Christus befreit; so stehet nun fest und lasset euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!Siehe, ich Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasset, wird euch...
12Jakobus 2,13-20
1   2   3
Denn das Gericht ist unbarmherzig gegen den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber rühmt sich wider das Gericht.Was hilft es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, dabei...




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