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Euer Gott - Sehet, da ist Euer Gott (Jesaja 35,4)

... Jesus spricht über seinen Vater

Wie Jesus seinen Vater den Jüngern offenbart

 


Zusammenfassung

Jesus offenbart Gott als den Vater. Hier soll es darum gehen, welche Eigenschaften Gottes Jesus uns zeigt. Daher ist diese Untersuchung auf die Evangelien des Neuen Testamentes beschränkt, primär die Reden Jesu.

Gott offenbart sich und wird auch - sogar durch die Dämonen - offenbart. Parallel dazu sehen wir auch die Selbstoffenbarung Jesu . Seine Herrlichkeit zeigt sich in Macht, aber auch in Güte und Segen. Der Vater begabt die Menschen. Deswegen ist es für uns wichtig, dass wir den Vater kennen und dabei Demut zeigen angesichts der Größe Gottes. Denn wir müssen auch zur Kenntnis nehmen, dass es einen Zorn des himmlischen Vaters gibt, weil er Ungerechtigkeit nicht duldet.

Alle diese Blickwinkel, die uns einzelne Eigenschaften Gottes offenbaren, münden in den Aufruf zum Handeln. Die Herrlichkeit Gottes verlangt eine entsprechende Reaktion des Menschen, die sein Denken und Handeln, aber auch sein Empfinden verändert. Aber diese Forderung wird durch die Verheißungen der vielfältigen Gaben, die Gott uns gibt, getragen und erträglich gemacht. Eine dieser Gaben besteht darin, dass Gott, der Vater, dem Sohn das Reich übergibt.

Daneben gibt es auch Aussagen Jesu , die einfach an das Alte Testament anschließen und von Jesus in diesem Sinne gebraucht werden. Jesus lässt sich dabei auf die Denkweise seiner Zeitgenossen ein, zeigt aber auch klar die Grenzen dieses Denkens, gerade auch im Blick auf das anbrechende Reich Gottes.

Schlagwörter: Apostel Johannes - Apostel Philippus - FILIOQUE - Gott - Herr - Hesekiel - Jakobus - Jeremia - Jesaja - Jesus - Jesus Christus - Johannes der Täufer - König Ahas von Juda - Lazarus - Lukas - Markus - Matthäus - Menschensohn - Mose - Paulus - Pharisäer - Sacharja - Simon Petrus - Timotheus - Vater

Bereich Anregungen

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Euer Gott
Sehet, da ist Euer Gott
Ein Versuch, die Handlungsweisen Gottes an Hand biblischer Texte zu zeigen.

... Jesus spricht über seinen Vater
Wie Jesus seinen Vater den Jüngern offenbart
Bibelstellen nach Büchern geordnet

Das Johannesevangelium: Gott, der Vater
Die Ehrfurcht des Jüngers Johannes, wenn er Jesu Worte über seinen Vater zitiert




Inhaltsverzeichnis

Vorüberlegungen

Ergebnisse zu den Aussagen Jesu über den Vater

Die Vorkommen des Wörter „Gott“ und „Vater“ in den Evangelien

Die Themenbereiche Jesu bei der Vorstellung des Vaters

Die Selbstoffenbarung des himmlischen Vaters

Nur aus der Selbstoffenbarung Gottes kann Gott erkannt werden

Der Vater offenbart sich den Unmündigen und demjenigen, dem der Sohn den Vater offenbaren will

Keinen der Kleinen verachten - ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel

Der 12-jährige Jesus kennt bereits seinen Vater

Der liebende Vater

Gott belohnt

Das Zeugnis über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Des Vaters Zeugnis über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Jesus bekennt sich als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Das Zeugnis von Menschen über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Das Zeugnis des Evangelisten über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Das Zeugnis der Dämonen über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Die Herrlichkeit des himmlischen Vaters

Jesus verherrlicht den Vater

Der Menschen Sohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln

Die Gesegneten des Vaters

Die Heuchler

Der Vater ist gütig

Der Lebensspender

Den Vater kennen

Zugang zum Vater

Jesu Gang zum Kreuz in der Vollmacht des Vaters

Jesu Gang zum Vater

Ehre empfangen vom Vater

Die Grenzen der Theologie

Die Demut im Reich Gottes

Wider die Ehr- und Titelsucht

Nur der Vater kennt das Ende

Nur Jesus kennt den Vater vom Angesicht

Jesus wartet auf die Seinen

Der Zorn des himmlischen Vaters

Pflanzen, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, werden ausgerissen

Der Vater ist Hausherr im Himmelreich

Jesu Zorn über den Missbrauch des Hauses seines Vaters

Die Gaben des himmlischen Vaters

Der Vater im Himmel gibt gute Gaben

Das rechte Wort

Der Vater im Himmel erhört Bitten

Das Reich Gottes - Der Vater im Himmel übergibt das Reich an den Sohn

Der Heilige Geist, Beistand und Tröster

Rechte Kinder des himmlischen Vaters

Handeln, damit der Vater im Himmel gepriesen werde

Nächstenliebe und Vollkommenheit

Gerechtigkeit

Gebet

Vergebungsbereitschaft

Fasten

Rechte Sorglosigkeit

Rechter Gehorsam - der Wille des Vaters

Mut zu furchtlosem Bekennen

Vertrauen in den Vater

Eins-Sein untereinander und mit dem Vater

Ehrfurcht vor Gott, dem Vater

Leidensbereitschaft

Verwendung des Wortes GOTT aus jüdischer Tradition

Verwendung des Wortes GOTT im Namen

Verwendung des Wortes GOTT im Zusammenhang mit dem Gesetz

Verwendung des Wortes GOTT im Zusammenhang mit dem Tempel

Verwendung des Wortes GOTT im undifferenzierten Sinn des Alten Testamentes

Jesu vermeintliche Gotteslästerung

Jesus fühlt sich von GOTT verlassen

Vorüberlegungen

1.Mose 1,1-4  *: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, daß das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis;

Die Bibel stellt uns Gott völlig außerhalb unserer Erfahrungswelt und unserer Denkmöglichkeiten vor. Gott spricht und es geschieht. Er ruft das Licht und durch den Ruf Gottes entsteht Licht mit all seinen Implikationen, der Lichtgeschwindigkeit, der durch die Lichtgeschwindigkeit induzierten Zeit usw. Das Licht ist entstanden, weil Gott gesprochen hat. Was immer Gott ruft, es beginnt zu existieren, es ereignet sich. Und im Falle des Lichtes und der nachfolgenden Schöpfung gilt auch: Es ist gut und für Gott verwendbar. Dieses Gott spricht und es geschieht. übersteigt unsere Vorstellungskraft. Wenn wir also das Wort «Gott» verwenden, sprechen wir etwas aus, was für unseren menschlichen Verstand eigentlich völlig undenkbar ist.

Andererseits, ein Gott, der nur in den Grenzen unseres Verstandes operiert, der also für uns «denkbar» ist, ist kein Gott, sondern eine, wie auch immer geartete Extrapolation des Menschen, der diesen Gott erdenkt. Man landet bestenfalls im antiken Götterhimmel, sei er nun im Olymp oder anderswo. Oder man endet bei dem Gott des Islam, der völlig fern und unnahbar ist. Selbst ein Engel kann uns Gott nicht mitteilen, denn dann wäre Gott eine Extrapolation eines Engels und auf das begrenzt, was ein Engel zu denken im Stande ist.

Gott muss sich also selbst offenbaren, alles andere wird seiner Größe nicht gerecht oder führt zu den Millionen von Götzen, die sich Menschen selbst gemacht haben und über die die Propheten so trefflich spotten (Jesaja 44  *). Dies lehrt uns auch Johannes der Täufer, wenn er auf Jesus hinweist und über ihn sagt: „Der aus dem Himmel kommt, ist über allen. Er bezeugt, was er gesehen und gehört hat“ (Johannes 3,27-36  *). Nur Jesus kann uns Gott nahe bringen, denn er weiß, wovon er spricht, er „bezeugt, was er gesehen und gehört hat“. Und wir fügen hinzu: Er ist der einzige, der Gott als Augenzeuge und Ohrenzeuge uns nahebringen kann, denn Gott hat ihn dazu authorisiert und bezeugt es bei der Verklärung Jesu: Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; auf den sollt ihr hören! (Matthäus 17,5  *).

Damit ist Jesus die einzig verlässliche Quelle, wenn wir etwas von Gott, dem Vater, kennenlernen wollen. Und deshalb gibt es auch keinen menschlichen Gottesbeweis, denn ein solcher Beweis würde ja bedeuten, dass ich mit meinem Verstand eine Eigenschaft Gottes, seine Existenz, denken kann. Die Existenz Jesu allein beweist die Existenz Gottes. Nur er ist der Weg zum Vater. Jesus sagt es so: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!“ (Johannes 14,6  *).

Deshalb müssen wir uns an Jesus wenden, wenn wir etwas über den Vater erfahren wollen, an niemanden sonst. Dies soll in den folgenden Abschnitten auf Basis der Evangelien geschehen.

Ergebnisse zu den Aussagen Jesu über den Vater

Jesus offenbart Gott als den Vater, als jemanden, der dem Intellekt verborgen bleibt, der aber den Unmündigen verständlich ist. Er offenbart ihn als liebenden Vater. Wenn wir als intellektuelle Menschen «über» Gott nachdenken, dann tun wir etwas sehr Verräterisches und in sich Widersprüchliches: Wir stellen uns, wenn auch nur gedanklich, «über» Gott und stehen damit schon im Widerspruch zu dem, über das wir nachdenken wollen. Bestenfalls können wir «unter» Gott nachdenken, aber dann sind wir schon wieder bei der Selbstoffenbarung Gottes, die in Jesus Christus geschieht.

Jesus beschreibt uns Gott als liebenden Vater, als jemand, der belohnt. Jesus wird von Gott, dem Vater, als der Christus bezeugt. Er wird, wenn er wiederkommt, uns die Herrlichkeit des Vaters offenbaren, die Tatsache, dass Gott gütig ist, die Quelle des Lebens. Er möchte, dass wir den Vater kennen, dass wir uns kein falsches Bild von ihm machen. Damit setzt er auch Grenzen für unser theologisches Denken.

Jesus zeigt uns, dass wir im Blick auf Gott, den Vater, demütig sein müssen, denn unser Wissen über Gott ist viel zu klein. Die Größe Gottes wird uns in der Schöpfung deutlich: Gott spricht und es geschieht. Diese Macht Gottes kann unser Verstand nicht denken. Er denkt höchstens, dass der Zufall die Schöpfung gemacht hat, dass «Fressen» und «Gefressen werden» dazu geführt haben, dass die Schöpfung ein so wunderbares Zusammenspiel aller ihrer Komponenten besitzt.

Jesus verhehlt uns auch nicht, dass es den Zorn Gottes gibt, dass Gott als Hausherr schon darauf achtet, wer an seinem Festmahl teilnimmt. Allerdings reden wir hier nur von 7 Zitaten, während der nachfolgende Abschnitt über die Gaben bereits 14 Zitate umfasst.

Die Gaben Gottes, die uns der Vater im Himmel gibt, sind speziell die rechten Worte, die uns helfen, wenn wir angegriffen werden. Der Vater hat das Reich an den Sohn übergeben und damit auch uns gegeben. Und es ist der Vater selbst, der uns so lieb hat, dass er unsere Bitten erhört. Er ist es auch, der uns den Tröster, den Heiligen Geist gibt.

Als rechte Kinder unseres himmlischen Vaters sind wir gehalten zu handeln, damit unser Vater gepriesen werde. Er möchte, dass wir Nächstenliebe üben und darin zur Vollkommenheit gelangen, dass wir Gerechtigkeit üben. Er fordert uns auf zum Gebet und zur Bereitschaft zu vergeben. Wenn wir fasten, so sollen wir es nicht zur Schau stellen, sondern es im Verborgenen tun. Er möchte, dass wir nicht sorgen, sondern dass wir gehorsam unseren Dienst tun, uns furchtlos zu Jesus bekennen und dem Vater völlig vertrauen.

Jesus ist eins mit dem Vater und er möchte, dass auch wir diese intensive Gemeinschaft mit dem Vater und untereinander haben. Allerdings erwartet er, dass wir dies in der Ehrfurcht vor dem Vater tun. Und er erwartet, dass wir auch bereit sind, für unseren Glauben zu leiden.

Dieser Abschnitt über „Rechte Kinder des himmlischen Vaters“ ist der wichtigste Abschnitt. 80 Zitate liegen ihm zu Grunde. Er ist das wesentliche Anliegen Jesu.

Insgesamt kann man sagen, dass die Gotteserkenntnis, so wie sie Jesus vermittelt, nicht in die Philosophie, in das Nachdenken über die letzten Dinge führt, sondern vielmehr eine Ethik entfaltet. Diese Ethik macht uns fähig, dem Verhältnis nachzuspüren, das Jesus mit seinem Vater hat.

Jesus weiß sich eins mit dem Vater. Daher weiß Jesus, was der Vater vor hat zu tun. Nur weil er die guten Werke kennt, die der Vater tun will, kann er selber Wunder tun: Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. (Johannes 5,19  *) Diese intensive Gemeinschaft, dieser unentwegte Blick auf den Vater, dieser Gehorsam, mit dem Jesus dem Vorbild des Vaters folgt, diesen Dingen sollen auch wir nacheifern. Allerdings wird dieser Prozess bei uns permanent dadurch unterbrochen, dass wir sündigen und dann neu Vergebung suchen müssen. Bei Jesus ist dies anders, weil er ohne Sünde war (Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. (Hebräer 4,15 *)). Erst als er am Kreuz für uns unsere Sünden auf sich genommen hat, muss auch er ausrufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46  * und Markus 15,34  *).

Die Frage nach dem Begriff der Trinität gerät völlig in den Hintergrund, wenn wir all diesen Zitaten Jesu über seinen Vater oder über Gott nachgehen. Sie passt auch nicht zu dem demütigen Jesus, der gehorsam und treu seinen Dienst tut: Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war, welcher, da er sich in Gottes Gestalt befand, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern sich selbst entäußerte, die Gestalt eines Knechtes annahm und den Menschen ähnlich wurde, und in seiner äußern Erscheinung wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod, ja bis zum Kreuzestod. Darum hat ihn auch Gott über alle Maßen erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters. (Philipper 2,5-11  *)

Die Vorkommen des Wörter „Gott“ und „Vater“ in den Evangelien

Ziel dieser kleinen Bibelarbeit ist es darzustellen, wie Jesus uns Gott als den Vater vorstellt, welche Eigenschaften Gottes, welche Verheißungen, aber auch welche Erwartungen Gottes an die Menschen er uns vor Augen führt.

Dabei wurde mit Hilfe der Wortfeldkonkordanz in der Übersetung der Heiligen Schrift von Schlachter nach allen Versen gesucht, in denen die Worte „Gott“ und „Vater“ vorkommen. Alle Ableitungen dieser Wörter wurden ebenfalls berücksichtigt, spielen aber keine Rolle, wenn man von Flexionen absieht.

Zunächst ein Überblick, wie oft das Wort Vater in den Evangelien vorkommt und wie oft es dabei in Aussagen Jesu verwandt wird:

Buch Häufigkeit des Wortes VATER Anteil der Worte Jesu Anzahl Buchverse Relative Häufigkeit des Wortes VATER Abweichung vom Durchschnitt Abweichung vom Durchschnitt der Synoptiker
Gesamt Wort Jesu Gesamt Wort Jesu Gesamt Wort Jesu Gesamt Wort Jesu
Matthäus 62 40 64,5% 1071 5,8% 3,7% -12,1% -13,9% 26,2% 77,6%
Markus 20 5 25,0% 678 2,9% 0,7% -55,2% -83,0% -35,7% -64,9%
Lukas 51 16 31,4% 1151 4,4% 1,4% -32,8% -68,0% -3,4% -33,9%
Johannes 116 103 88,8% 879 13,2% 11,7% 100,3% 170,0% 187,8% 457,1%
Summe 249 164 65,9% 3779 6,6% 4,3% 0,0% 0,0% 43,7% 106,3%
Synoptiker 133 61 45,9% 2900 4,6% 2,1% -30,4% -51,5% 0,0% 0,0%

In der obigen Tabelle sehen Sie das Auftreten des Wortes „Vater“ einmal, unter „Gesamt“ und einmal unter „Wort Jesu “, also die Zitate, die direkt auf Worte Jesu zurückgehen. Der Anteil dieser Zitate an der Gesamtzahl des Auftretens des Wortes „Vater“ ist in der Spalte „Anteil der Worte Jesu“ dargestellt. Dabei fällt auf, dass die Apostel Matthäus und Johannes einen hohen Anteil der Worte Jesu aufweisen, während bei Markus und Lukas dieser Anteil deutlich geringer ist und unter 50% liegt.

Die folgende Spalte „Anzahl Buchverse“ ist angegeben, um die relative Häufigkeit des Wortes „Vater“ bestimmen zu können. Dabei wird die Häufigkeit des Wortes „Vater“ auf die „Anzahl Buchverse“ bezogen und in Prozent angegeben und zwar einmal für die Gesamtzahl und einmal für die Worte Jesu: Bei Matthäus etwa 62/1071=5,8% bzw. 40/1071=3,7%. Dabei wird deutlich, dass die Synoptiker verglichen mit dem Apostel Johannes deutlich geringere relative Häufigkeiten zeigen, die Vorstellung von Gott als Vater ist ein besonderes Anliegen des Apostels Johannes, offenbar eine seelsorgliche Erfahrung in seinem langen Leben als Verkündiger des Evangeliums, in dem er vermutlich auch viel in heidenchristlichen Gemeinden gepredigt hat.

Diese Werte sind auch für die Summen aller Evangelien und für die Summe der Synoptiker angegeben (vorletzte und letzte Zeile). Man kann daraus ersehen, wie sich eine relative Häufigkeit eines Evangeliums zur relativen Häufigkeit in allen Evangelien bzw. in den Synoptikern verhält und sieht sofort, ob die relative Häufigkeit des Evangeliums höher oder niedriger ist als der Vergleichswert aller bzw. der synoptischen Evangelien ist. Dieses lässt sich auch weiter quantifizieren, indem wir die Größe der Abweichung in Prozent angeben:

Dazu wählt man, etwa im Beispiel des Matthäus die 5,8% die relative Häufigkeit für die Gesamtheit der Vorkommen und bezieht sie auf den Wert 6,6%, der unter „Summe“ angegeben ist. Die Berechnung lautet:

(5,8%-6,6%)/6,6% = -0,8%/6,6% = -12,1%

und wird unter „Abweichung vom Durchschnitt“ angegeben. Träte das Wort „Vater“ in einem Evangelium überhaupt nicht auf (0,0% statt 5,8%), so wäre die Abweichung -100%. Träte das Wort „Vater“ doppelt so häufig auf wie im Durchschnitt (13,2% statt 5,8%), so wäre die Abweichung 100%. Ist sie genau der Durchschnitt (6,6% statt 5,8%), so wäre die Abweichung 0,0%. Analoges gilt für die Worte Jesu.

In der letzten Doppelspalte „Abweichung vom Durchschnitt der Synoptiker“ wird analog gerechnet, es wird aber auf den Durchschnitt der Synoptiker bezogen (4,6% statt 6,6%).

Mit diesen Zahlen wird noch einmal quantifiziert deutlich, dass Markus sehr wenig über Väter im Allgemeinen und insbesondere über Gott als Vater berichtet. Lukas zeigt ein ähnliches Bild, aber abgemildert, insbesondere bei den Worten Jesu. Matthäus beschäftigt sich mit dem Wort „Vater“ und insbesondere mit dem Wort in Zitaten Jesu deutlich häufiger als die übrigen Synoptiker und nur unwesentlich unterhalb des Durchschnitts aller Evangelien. Dies liegt aber daran, dass Apostel Johannes so häufig Worte Jesu über den Gott, der unser Vater geworden ist, zitiert, mehr als 5-mal so häufig wie die Synoptiker (457,1% über dem Durchschnitt der Synoptiker).

Um auch andere Aussprüche Jesu über Gott einzubeziehen, wurde ein Suchlauf mit dem Wort „Gott“ durchgeführt und innerhalb der vier Evangelien ausgewertet. Als Überblick mag die folgende Tabelle dienen, die völlig analog zu der obigen Tabelle aufgebaut ist, allerdings nur die Gesamtzahlen des Auftretens des Wortes „Gott“ und seiner Ableitungen auswertet und nicht nach Worten Jesu differenziert.

Buch Häufigkeit des Wortes GOTT Anzahl Buchverse Relative Häufigkeit des Wortes GOTT Abweichung vom Durchschnitt Abweichung vom Durchschnitt der Synoptiker
Matthäus 46 1071 4,3% -42,0% -40,4%
Markus 46 678 6,8% -8,4% -5,9%
Lukas 117 1151 10,2% 37,2% 41,1%
Johannes 71 879 8,1% 9,0% 12,1%
Summe 280 3779 7,4% 0,0% 2,8%
Synoptiker 209 2900 7,2% -2,7% 0,0%

Aus dieser Tabelle erkennt man, dass Lukas das Wort „Gott“ am häufigsten verwendet, gefolgt von Apostel Johannes, Markus und Matthäus, etwa in gleichen Schritten. Dies mag damit zusammenhängen, dass Lukas und Apostel Johannes Neubekehrte Heiden im Blick haben, denen das Wort „Gott“ leichter verständlich war als das Wort $va, während Markus als Begleiter des Simon Petrus und Matthäus ihre Evangelien eher an Juden in Israel und in der Diaspora richteten.

Interessant ist auch der Vergleich des Auftretens der beiden Wörter „Vater“ und „Gott“, der in der nachfolgenden Tabelle gezeigt wird:

Buch Häufigkeit des Wortes VATER Häufigkeit des Wortes GOTT Anzahl Buchverse Relative Häufigkeit des Wortes VATER Relative Häufigkeit des Wortes GOTT Abweichung der rel.H. VATER von der rel.H. GOTT
Matthäus 62 46 1071 5,8% 4,3% 34,8%
Markus 20 46 678 2,9% 6,8% -56,5%
Lukas 51 117 1151 4,4% 10,2% -56,4%
Johannes 116 71 879 13,2% 8,1% 63,4%
Summe 249 280 3779 6,6% -11,1% 0,0%
Synoptiker 133 209 2900 4,6% 7,2% -36,4%

Obwohl hier gar nicht zwischen dem umgangssprachlichen Gebrauch des Wortes „Vater“, das den natürlichen Vater bezeichnet und dem Gebrauch des Wortes „Vater“ für Gott, den Vater, unterschieden wird, zeigt bereits diese grobe Tabelle, dass Markus und Lukas lieber von Gott reden und auch solche Reden Jesu zitieren, in denen Jesus von Gott spricht. Das heißt nicht, dass sie die Botschaft von Gott als dem Vater unterdrücken. Aber sie steht bei ihnen nicht so im Vordergrund wie bei Matthäus und noch mehr bei Johannes.

In einer anderen Auswertung werden die Bibelstellen, in denen Jesus uns Gott, den Vater, offenbart, nach den einzelnen Evangelien aufgelistet. Dort wird deutlich, dass alle Evangelien diese Botschaft Jesu wiedergeben, auch Markus. Allerdings spricht Markus die Diskussion mit denSchriftgelehrten darüber, ob Jesus überhaupt berechtigt sei, Gott seinen Vater zu nennen, nicht direkt an. In fünf Bibelstellen zitiert Markus Worte Jesu in denen er von Gott als Vater spricht. Keinesfalls entfaltet Markus dabei eine Lehre, dass Gott unser Vater ist und welche Konsequenzen diese Feststellung hat. Stattdessen erscheint das Wort Vater in allen fünf Stellen eher beiläufig als Bezeichnung oder Anrede Gottes. Es wird in großer Selbstverständlichkeit verwandt, so dass man davon ausgehen kann, dass Markus bei seinen Lesern ein Verständnis für diese Formulierungen Jesu voraussetzt.

Sie finden diese nach den einzelnen Evangelien geordnete Darstellung unter Jesu Zeugnisse über seinen Vater nach Evangelien geordnet

Damit ergibt sich folgendes Fazit: Das Wort „Gott“ tritt bei Matthäus und Johannes deutlich hinter dem Wort „Vater“ für den Vater zurück. Umgekehrt ist es bei Markus und Lukas. Lukas zitiert viele Aussagen Jesu über Gott, aber meistens solche, in denen Jesus von Gott spricht, seltener solche, in denen er vom Vater spricht. Es scheint, als wolle Lukas die Tatsache, dass Gott, der Vater Jesu, der eine und einzige Gott ist, betonen. Für Markus dagegen sind diese Zusammenhänge eher selbstverständlich, und er führt sie nicht näher aus, vertieft sie nicht. Im Gegensatz dazu entfalten Matthäus und insbesondere Apostel Johannes diese Botschaft. Aber alle Evangelien stehen dazu, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dass Gott der Vater ist.

Die Themenbereiche Jesu bei der Vorstellung des Vaters

Jesus offenbart seinen Jüngern den Vater. Wie er das im Einzelnen getan hat, bleibt uns verborgen, weil er nirgends Fragen abschließend und in einer systematisch geschlossenen Form beantwortet hat. Seine Antworten lassen immer Raum für den Heiligen Geist, uns in die ganze Wahrheit zu führen, so wie es Jesus seinen Jüngern in den Abschiedsreden angekündigt hat: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten“ (Johannes 16,13  *).

Allerdings gilt dies im Blick auf den Vater nur bedingt, denn Jesus sagt ebenfalls in den Abschiedsreden: Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe. (Johannes 15,15  *)

Und die Jünger begreifen, dass Jesus alles weiß, dass ihm nichts verborgen ist. Am Ende der Abschiedsreden, vor dem hohenpriesterlichen Gebet, spricht Jesus davon, dass die Jünger einen eigenständigen Zugang zum Vater haben: „denn der Vater selbst hat euch lieb“, eigenständig nicht in dem Sinne, dass er unabhängig von Jesu Opfer ist, wohl aber in dem Sinne, dass sie selbst sich an den Vater wenden können, „weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin.“ Der Glaube der Jünger wird dadurch zur Gewissheit, denn sie antworten: „Jetzt wissen wir, ...“ Die Zitate in ihrem Zusammenhang:

Solches habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde. An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Da sagen seine Jünger: Siehe, jetzt redest du offen und brauchst kein Gleichnis! Jetzt wissen wir, daß du alles weißt und nicht nötig hast, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist! Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr? Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Trübsal; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden! (Johannes 16,25-33  *)

Jesus hat also seinen Jüngern „alles, was“ er von seinem „Vater gehört“ hat, ... „kundgetan.“ Wir haben also die Bibel als das von den Aposteln authorisierte Buch zu prüfen, wieweit unsere Vorstellung vom Vater im Rahmen der Bibel bleibt, wo sie die Bibel verkürzt und wo sie über die Bibel hinausgeht. Die folgenden Themenbereiche sollen genau dazu dienen. Sie sollen herausarbeiten, welche Aussagen Jesu über Gott den Vater uns durch die Bibel überliefert werden, weil er allein die Authorität hat, uns Gott, den Vater, zu zeigen und uns mit dem Willen des Vaters vertraut zu machen. Jesus spricht dies sehr unmissverständlich aus: „... niemand erkennt den Vater, als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will“ (Matthäus 11,27  *). Die Selbstoffenbarung des Vaters geschieht im Sohn. Nur an wenigen Stellen spricht der Vater selber, eigentlich nur bei der Taufe und der Verklärung Jesu: Dies wird sehr deutlich in Jesu Worten. Und die Selbstoffenbarung des Vaters ist auch auf Jesus beschränkt, wohl deshalb, weil wir in unserer dreidimensionalen, der Zeit unterworfenen Welt mehr als Jesus, der in unsere Welt gekommen ist, von Gott nicht sehen können. Auch der Gott des Alten Bundes ist der präexistente Jesus, wie uns der Apostel Johannes(Johannes 1,9-11  *) und auch der Schreiber des Hebräerbriefes (Hebräer 1,1-3  *) lehrt.

Jeder mag für sich entscheiden, was der Heilige Geist zusätzlich zu dem, was in den Evangelien überliefert ist, der Menschheit noch offenbart hat oder offenbaren will. Allerdings glaube ich, dass wir sehr vorsichtig sein müssen, wenn wir über Jesu Wort hinausgehen und unsere individuellen Erfahrungen absolut setzen. Jesu Wort selbst ist schon eine solch hohe Messlatte für unseren Glauben, dass es keinen Grund gibt, sie mit Sonderlehren noch höher zu legen und damit den Glauben den Unmündigen zu entziehen und ihn durch eine Wissenschaft zu ersetzen oder auch durch von Engeln empfangenes Wort. Was wäre das für ein Gott, der seinen Sohn Jesus Christus sendet, der seiner Gemeinde den Heiligen Geist schenkt und dann, 600 Jahre später, den Engel Gabriel senden muss, damit der in Mekka die Sache mit Jesus endlich richtig stellt und mit kriegerischer Gewalt einen neuen Glauben etabliert.

Versuchen wir also, uns an der durch Jesus selbst gegebenen Offenbarung Gottes zu orientieren. Dies wird in 7 Hauptabschnitten geschehen:

Die Selbstoffenbarung des himmlischen Vaters

Dieser Hauptabschnitt umfasst 6 Abschnitte mit insgesamt 12 Zitaten. Das sind 4,8% der 248 ausgewerteten Bibelstellen.

Das Zeugnis über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Dieser Hauptabschnitt umfasst 5 Abschnitte mit insgesamt 43 Zitaten. Das sind 17,3% der 248 ausgewerteten Bibelstellen.

Die Herrlichkeit des himmlischen Vaters

Dieser Hauptabschnitt umfasst 5 Abschnitte mit insgesamt 17 Zitaten. Das sind 6,9% der 248 ausgewerteten Bibelstellen.

Den Vater kennen

Dieser Hauptabschnitt umfasst 5 Abschnitte mit insgesamt 19 Zitaten. Das sind 7,7% der 248 ausgewerteten Bibelstellen.

Die Demut im Reich Gottes

Dieser Hauptabschnitt umfasst 4 Abschnitte mit insgesamt 14 Zitaten. Das sind 5,6% der 248 ausgewerteten Bibelstellen.

Der Zorn des himmlischen Vaters

Dieser Hauptabschnitt umfasst 3 Abschnitte mit insgesamt 7 Zitaten. Das sind 2,8% der 248 ausgewerteten Bibelstellen.

Die Gaben des himmlischen Vaters

Dieser Hauptabschnitt umfasst 5 Abschnitte mit insgesamt 14 Zitaten. Das sind 5,6% der 248 ausgewerteten Bibelstellen.

Rechte Kinder des himmlischen Vaters

Dieser Hauptabschnitt umfasst 13 Abschnitte mit insgesamt 80 Zitaten. Das sind 32,3% der 248 ausgewerteten Bibelstellen.

Verwendung des Wortes GOTT aus jüdischer Tradition

Dieser Hauptabschnitt umfasst 6 Abschnitte mit insgesamt 42 Zitaten. Das sind 16,9% der 248 ausgewerteten Bibelstellen.

Jesus hat sich also auch auf allgemeine Gespräche über den Gott des Alten Testamentes eingelassen, obwohl ihm das sicherlich schwer gefallen ist, weil er dabei im Wesentlichen über sich selbst sprach ohne es zu verraten. Nur einmal hielt er sich nicht zurück: Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich! (Johannes 8,58  *) Prompt „hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen.“ Es ist also schon damals so gewesen: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Schaut man die Vielfalt der Themenbereiche an, so erkennt man, dass Jesus kein süßliches Bild Gottes entwirft. Gott der Vater ist nicht der alte Mann, der alles nachsieht, sondern auch derjenige, der Demut erwartet, der sich Entscheidungen vorbehalten hat, der auch zornig sein kann.

Man erkennt, dass Jesus bei seinen Aussagen über den Vater keine Theologie der Transzendenz Gottes, der Übernatürlichkeit seiner Existenz entfaltet, sondern zeigt, welchen Platz Gott in unserem menschlichen Leben einnehmen kann und muss. Dabei ist schon die Aussage von Gott als „Vater“ eine Kernaussage, denn Gott will in unserem Leben den Platz des Vaters einnehmen. Jesus warnt uns sogar: Nennet auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der himmlische. (Matthäus 23,9  *) Aber diese Rede Jesu von Gott als seinem Vater führt zu Auseinandersetzungen mit den rechtgläubigen Juden, letztlich zu Jesu Verurteilung und Kreuzigung. Dabei nehmen die Juden für sich ebenfalls in Anspruch, Gott zum Vater zu haben. Johannes 8,41  *: „Wir sind nicht unehelich geboren, wir haben einen Vater, Gott!“ Und diese Aussage steht auf festem biblischen, alttestamentlichen Grund: Ich hatte auch gesagt: Was für eine Stellung will ich dir geben unter den Söhnen! Ich will dir das erwünschte Land schenken, das allerschönste Erbteil der Völker! Und ich hatte auch gesagt, du dürftest mich «Vater» nennen und solltest dich nicht mehr von mir abwenden. (Jeremia 3,19  *) Und doch wird diese Aussage Grundlage des Todesurteils: Matthäus 26,63-66  *: Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes bist! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt! Überdies sage ich euch: Von jetzt an werdet ihr des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels! Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert! Was bedürfen wir weiter Zeugen? Siehe, nun habt ihr seine Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig!

Die Selbstoffenbarung des himmlischen Vaters

Eigentlich muss es jedem klar sein, der von „Gott“ spricht, dass wir diesen GOTT nicht denkend erfassen können. Wenn wir Begriffe wie „allmächtig“ oder „allgegenwärtig“ im Blick auf Gott verwenden, um zu sagen, was wir unter „Gott“ verstehen, dann wird sofort klar, dass wir weit über unseren eigenen Erfahrungshorizont hinausgehen. Der menschliche Verstand kann „allmächtig“ nicht denken. Wir erleben zwar unsere „Supermächte“ in unserer irdischen Erfahrungswelt, aber wir erleben auch, wie sie kommen und gehen, wie Mächte wie China sich mühen, „Supermacht“ zu werden, wie Russland sich bemüht, wieder wie weiland die Sowjetunion „Supermacht“ zu werden. Wir erleben auch, wie die Vereinigten Staaten ihren Platz als „Supermacht“ kaum halten können. Aber all dies sind unsere irdischen Rangeleien um die Vorherrschaft, mit „Allmacht“ hat dies nichts zu tun. Im Schöpfungsbericht heisst es: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, daß das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis; (1.Mose 1,1-4   *) Das ist „Allmacht“, ein Wille, der aus sich selbst heraus zur Tat wird und zwar zu einer guten Tat, denn es heisst weiter: 1.Mose 1,4   *: „Und Gott sah, daß das Licht gut war.“ So manifestiert sich „Allmacht“.

Ebenso ist es mit der „Allgegenwart“ Gottes. Selbst die Sonne „sieht“ immer nur eine Hälfte der Erde. Die „Allgegenwart“ Gottes können wir nur glaubend erfassen, verstehen kann man sie in unserer dreidimensionalen, der Zeit und damit der Vergänglichkeit unterworfenen Welt nicht.

Und dann ist da noch die Prophetie. 25% des Alten Testamentes besteht aus prophetischen Büchern. Man muss nicht nur auf Jesaja 53 * oder Micha 5 * verweisen, um zu zeigen, dass wir es dabei auch mit erfüllter Prophetie zu tun haben. Die Tatsache, dass Israel wieder ein Staat werden würde, wurde durch die Propheten Jeremia(Jeremia 16,14-21 *) und Hesekiel(Hesekiel 39,25-29 *) vorhergesagt. Es gibt auch Weissagungen, die über unsere Zeit hinausgehen, etwa durch den Propheten Sacharja(Sacharja 12,10 *). Diese Prophetien zeigen, dass Gott außerhalb der Zeit steht, dass er Vergangenheit und Zukunft sieht, wie wir nur die Gegenwart sehen. Und dabei sind wir noch sehr eingeschränkt auf unseren räumlichen und geistigen Horizont.

Diese Beispiele mögen genügen, um deutlich zu machen, dass Gott nicht durch Extrapolation aus unserer endlichen Erfahrungswelt erkannt werden kann. Gott muss sich selbst offenbaren. Alles andere ist wertloses Hörensagen. Diese Selbstoffenbarung Gottes zeigt uns Jesus an vielen Stellen. Aber es ist keine Selbstoffenbarung an den Universitäten dieser Welt oder in der Priesterschaft. Es ist auch keine Selbstoffenbarung vor den Mächtigen. Es ist eine Selbstoffenbarung vor Unmündigen. Das zeigt uns Jesus sehr deutlich an vielen Stellen und praktiziert es auch selbst.

Auch dieses Handeln Gottes ist aus unserer Erfahrungswelt nicht ableitbar. Wir würden uns, wenn wir eine Botschaft haben, mit Unmündigen nicht aufhalten, sondern gleich zu denen gehen, die die Kraft haben, Dinge zu bewegen, zu verändern. Aber Gott handelt ganz anders.

Aber dies alles sind menschliche Überlegungen, die Jesus zertrümmert, wenn er alles Irdische als unzureichend erklärt, denn er sagt: „Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde.“ (Johannes 3,31   *) Wir sind gut beraten, dieses Wort auch auf unsere menschliche Predigt anzuwenden und in aller Demut so nah wie möglich am Wort Jesu zu bleiben. Es begrenzt auch unsere Möglichkeiten, Theologie zu treiben, und verwehrt jegliche Anleihen aus der Philosophie.

Nur aus der Selbstoffenbarung Gottes kann Gott erkannt werden

Jesus macht ganz klar, dass alles Forschen über Gott, das von Menschen ausgeht, auch beim Menschen stehenbleibt, es kann den Himmel nicht erreichen. Bereits das Alte Testament warnt uns im Turmbau zu Babel (1.Mose 11,1-9 *) davor, aus der Erde heraus an den Himmel gelangen zu wollen. Das zweite der Zehn Gebote verbietet es, ein Abbild Gottes zu machen (2.Mose 20,4 *). Die Propheten spotten über die selbstgemachten Gottesbilder (Jesaja 44,9-24  *). Jesus steht also auf festem alttestamentlichen Grund, wenn er so redet. Und eigentlich sind diese Worte sofort nachvollziehbar.

Johannes 3,27-36   *: Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts empfangen, es sei ihm denn vom Himmel gegeben. Ihr selbst bezeuget mir, daß ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm hergesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, freut sich hoch über des Bräutigams Stimme. Diese meine Freude ist nun erfüllt. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. Der von oben kommt, ist über allen; wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der aus dem Himmel kommt, ist über allen. Er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, daß Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt ihm den Geist nicht nach Maß. Der Vater hat den Sohn lieb und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Der Vater offenbart sich den Unmündigen und demjenigen, dem der Sohn den Vater offenbaren will

Aber unsere Demut wird noch weiter gefordert. Es sind nicht nur die wichtigen Überlegungen, die wir in der Einleitung zu diesem Kapitel angestellt haben, es ist der Wille des Vaters. Er geht nicht den menschlichen Weg über die Mächtigen und die Meinungsmacher. Im Gegenteil, er verbirgt sich vor ihnen und spricht dagegen die Unmündigen an. Ist schon jemals ein Professor der Theologie in einer Kinderstunde angetroffen worden, wo er den Kindern zugehört hat? Mir ist da nichts bekannt. Dagegen ist unsere Praxis doch so, dass unsere einflussreichsten geistlichen Lehrer doch hochbezahlte und hochdekorierte Gelehrte sind. Schaut man in die Geschichte von Gemeinden, die aus einer Erweckung entstanden sind, so ist es häufig so, dass es sich am Anfang um Gemeinden von einfachen Menschen handelte, die in der Bibel ihren Heiland gefunden haben. Zwei Generationen später waren es - auch auf Grund des Segens Gottes in den Familien - Gemeinden von Akademikern. Das ist zunächst kein Problem, wenn damit nicht auch der Hochmut vor den „Unmündigen“ in die Gemeinden einkehrt.

Matthäus 11,25-30   *: Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast! Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater, als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!

Matthäus 19,13-15 *: Da wurden Kindlein zu ihm gebracht, damit er die Hände auf sie lege und bete. Die Jünger aber schalten sie. Aber Jesus sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solcher ist das Himmelreich! Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt, zog er von dannen.

Markus 10,13-16 *: Und sie brachten Kindlein zu ihm, damit er sie anrühre; die Jünger aber schalten die, welche sie brachten. Da das Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret es ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes! Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen! Und er nahm sie auf die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Lukas 18,15-17 *: Sie brachten aber auch Kindlein zu ihm, damit er sie anrühre. Da es aber die Jünger sahen, schalten sie sie. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht; denn für solche ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird gar nicht hineinkommen.

Keinen der Kleinen verachten - ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel

Jesus macht sehr deutlich, dass im Blick auf die Kinder nicht nur unser guter Wille gefragt ist. Diese Kinder haben mächtige Fürsprecher im Himmel. Es ist nicht von Ungefähr, dass sich der Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche zu solch einer schwerwiegenden Krise der gesamten Kirche ausgeweitet hat - Die Engel der Missbrauchsopfer haben die Anliegen der Kinder vor den Thron Gottes gebracht.

Matthäus 18,10-15 *: Sehet zu, daß ihr keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, das Verlorene zu retten. Was dünkt euch? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat, und es verirrt sich eines von ihnen, läßt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das Verirrte? Und wenn es sich begibt, daß er es findet, wahrlich, ich sage euch, er freut sich über dasselbe mehr als über die neunundneunzig, die nicht verirrt waren. Also ist es auch nicht der Wille eures Vaters im Himmel, daß eines dieser Kleinen verloren gehe. Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.

Der 12-jährige Jesus kennt bereits seinen Vater

Die Gottessohnschaft Jesu und die Tatsache, dass Gott sein Vater ist, ist ein originäres Wissen Jesu, das nicht etwa in der Auseinandersetzung mit den Theologen seiner Zeit als Argument entstanden ist. Bereits der unmündige Jesus wusste, dass Gott sein Vater ist und handelte danach. Es sieht nicht so aus, als wenn dieses Wissen auf Maria zurückgeht, denn die Eltern verstehen ihn nach dem Zeugnis des Evangelisten Lukas gar nicht, als er sagt: „Wusstet ihr nicht, dass ich sein muß in dem, was meines Vaters ist?“

Lukas 2,48-52  *: Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich; und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

Der liebende Vater

Gottes Liebe zu den Menschen ist das zentrale Zeugnis Jesu, der Apostel und seiner Kirche über die Jahrhunderte hinweg. Mit diesem Wort: „der Vater selbst hat euch lieb“ verschafft Jesus seiner Gemeinde den direkten Zugang zum Vaterherzen Gottes. Leider wird er oft von selbsternannten Stellvertretern und Lehramtsinhabern verstellt.

Johannes 16,25-28   *: Solches habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde. An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.

Johannes 17,11 *: Und ich bin nicht mehr in der Welt, sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins seien, gleichwie wir!

Johannes 17,25-26 *: Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht! Ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf daß die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen!

Johannes 3,16-21  *: Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Darin besteht aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges tut, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, daß sie in Gott getan sind.

Gott belohnt

So fern wir uns auch von Gott empfinden mögen, das „reine Herz“ und das bedeutet, das durch Jesus Christus gereinigte Herz, wird Gott schauen. Auch wenn wir dieses Wort mit unserem Verstand nicht zu füllen wissen, ist es doch eine wunderbare Verheißung und ein Ansporn zur Heiligung.

Matthäus 5,8-9 *: Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen! Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen!

Das Zeugnis über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Das Zeugnis über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn geht auf den Vater selbst zurück. Es wird von den Aposteln und den Evangelisten weitergetragen und bis heute von Jesu Kirche in die Welt getragen.

Das Wort MENSCHENSOHN wird von einigen Theologen, die sich mit dem galiläischen Aramäisch auseinandergesetzt haben, als Übersetzungsfehler vom Aramäischen ins Griechische gedeutet, weil im galiläischen Aramäisch Menschensohn einfach «Mensch» bedeutet, aber auch im Sinne von «jemand» oder auch als höfliche Umgehung des Wortes «ich» genutzt werden kann. WIKIPEDIA stellt die verschiedenen Deutungsansätze zum Begriff MENSCHENSOHN ausführlich dar und zeigt auch, wie einigen Theologen, beginnend mit Bultmann, am Begriff MENSCHENSOHN die Fantasie durchgeht, weil sie darin eine Chance sehen, Jesus zu unterstellen, dass er sich nicht als Gottessohn und Messias empfunden habe (WIKIPEDIA).

Des Vaters Zeugnis über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Für Jesus hat das Zeugnis des Vaters eine große Bedeutung. Immer wieder beruft er sich auf dieses Zeugnis. Dies Zeugnis erfolgt bereits bei Jesu Taufe: Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen. Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! (Matthäus 3,16-17  *)(auch Markus 1,9-11 * und Lukas 3,21-22 *) Der Apostel Johannes erläutert dies noch weiter, indem er schreibt: Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen und auf ihm bleiben. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist's, der im heiligen Geiste tauft. Und ich habe es gesehen und bezeuge, daß dieser der Sohn Gottes ist. (Johannes 1,32-34  *) Der Apostel Johannes stellt also fest, dass es sich hier um eine Vision des Täufers Johannes handelt. Wieweit auch die Umstehenden es sahen und hörten, bleibt offen. Auf jeden Fall führt es zu der Gewissheit des Täufers Johannes, dass Jesus der verheißene Messias ist. Allerdings sehen wir auch, wie diese Wunder mit der Zeit in der Erinnerung verblassen, denn derselbe Johannes der Täufer lässt, als er im Gefängnis ist, Jesus fragen: „Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ (Matthäus 11,2-3  * und Lukas 7,18-23 *) Die Antwort Jesu ist aber von dem Bewusstsein geprägt, dass er der Messias ist. Allerdings antwortet Jesus nicht einfach mit „Ja“, sondern er verweist auf den Propheten Jesaja: Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan und der Tauben Ohren geöffnet werden; alsdann wird der Lahme hüpfen wie ein Hirsch und der Stummen Zunge lobsingen; denn es werden Wasser in der Wüste entspringen und Ströme in der Einöde. (Jesaja 35,5-6 *) und Der Geist Gottes, des HERRN, ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, um den Elenden gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, zerbrochene Herzen zu verbinden, den Gefangenen Befreiung zu predigen, den Gebundenen Öffnung der Kerkertüren ; (Jesaja 61,1 *). Er deutet Verständnis für die Konfusion des Johannes an, denn er schließt seine Botschaft an den gefangenen Johannes mit den Worten: Und selig ist, wer sich nicht ärgert an mir! (Matthäus 11,6  *)

Ein weiteres Ereignis, in dem Gott, der Vater, sich zu Jesus bekennt, ist die Verklärung Jesu. Matthäus berichtet: Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. Da hob Petrus an und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, daß wir hier sind! Willst du, so baue ich hier drei Hütten, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; auf den sollt ihr hören! Als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht! Da sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. (Matthäus 17,1-8  *)(auch Markus 9,2-8 * und Lukas 9,28-36 *) An dieser Begebenheit ist die Reaktion Jesu bemerkenswert. Er verbietet den Jüngern, vor seiner Auferstehung darüber zu reden. Jesus vermeidet alles, was seinen Weg zum Kreuz stören könnte. Er hat offenbar einen inneren Zeitplan, den er einhält, weder verkürzt, noch in die Länge zieht, was menschlich naheliegend wäre.

Der Apostel Johannes berichtet von einem weiteren Ereignis. Jesus predigt und wird mitten in der Predigt im Geist tief bewegt und sagt: Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen! Das Volk nun, das dabeistand und solches hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet. Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme erschollen, sondern um euretwillen. Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt! Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden; und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Das sagte er aber, um anzudeuten, welches Todes er sterben würde. (Johannes 12,27-33  *) Auch hier redet Gott, der Vater. Die Umstehenden, die es hören, wissen die Stimme nicht zu deuten. Jesus macht sehr deutlich, dass Gott nicht um seinetwillen gesprochen hat, sondern er hat für die Jünger gesprochen, für uns. Auch hier wird deutlich, dass Jesus sich seiner Gottessohnschaft sehr bewusst war und keiner Bestätigung bedurfte. Wir sind es, denen es an Glauben mangelt. Jesus ist nicht etwa aufgrund seiner Lebensleistung von Gott adoptiert worden, er war Gottes Sohn von Anfang an und war sich dessen auch bewusst, sogar schon als 12-jähriger (Lukas 2,49  *).

Diese Dinge sind hier nur der Vollständigkeit halber referiert worden, weil sie zwar die Frage der Gottessohnschaft Jesu berühren, nicht aber Aussagen Jesu über den Vater beinhalten. In den folgenden Zitaten macht Jesus deutlich, dass unser Bekenntnis zu ihm und zum Vater nur aus dem Handeln des Vaters heraus möglich ist. Der Vater hat Simon Petrus offenbart, Jesus als den Messias zu bekennen. Und dieses Bekenntnis des Simon Petrus führt zur Berufung Simons zum Petrus, der die Schlüssel des Himmelreiches trägt. Lukas 10,21-22  * zeigt noch einmal deutlich, dass um die Tatsache, dass Jesus der Messias ist, ein Geheimnis besteht, dass nicht jedem offenbar wird. Dieses Geheimnis müssen wir würdigen, wenn wir Bibelstellen danach befragen, ob Jesus sich bewusst war, dass er der Messias ist. Ja, Jesus war sich dessen bewusst. Aber er hat es nur sehr vorsichtig und auch nicht jedem bekannt gemacht. Er hat durch seine Taten gesprochen und damit seinen Gegnern ermöglicht, ihn als von Dämonen besessen darzustellen und ihn schließlich zu kreuzigen. Allerdings ist Jesus in seiner Berufung auf den Vater unmissverständlich.

Matthäus 16,15-19  *: Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel! Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Lukas 10,21-22  *: Zu derselben Stunde frohlockte Jesus im heiligen Geiste und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, weiß niemand als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.

Johannes 5,36-40  *: Ich aber habe ein Zeugnis, welches größer ist als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, daß ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, zeugen von mir, daß der Vater mich gesandt hat. Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir gezeugt. Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen; und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubet, den er gesandt hat. Ihr erforschet die Schriften, weil ihr meinet, darin das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir zeugen. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.

Johannes 6,26-27 *: Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich nicht darum, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Wirket nicht die Speise, die vergänglich ist, sondern die Speise, die ins ewige Leben bleibt, welche des Menschen Sohn euch geben wird; denn diesen hat Gott, der Vater, bestätigt!

Jesus bekennt sich als Christus, Menschensohn und Gottessohn

An verschiedenen Stellen kann man feststellen, wie Jesus das Zeugnis, dass er der Messias ist, eher unterdrückt, etwa, als er nach der Verklärung den Jüngern verbietet, vor seiner Auferstehung darüber zu reden. Aber es gibt auch eine Reihe von Ausnahmen, etwa als er vor Kaiphas sich als Gottes Sohn bekennt: Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes bist! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt! Überdies sage ich euch: Von jetzt an werdet ihr des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels! (Matthäus 26,63-64   *) Dieses Bekenntnis führt zu seinem Todesurteil. Vorher sind solche öffentlichen Bekenntnisse seltener, eher in indirekter Form in Predigten. Vor einer Samariterin und vor einem Menschen, der blind geboren ist, bekennt er sich ohne Umschweife:

Johannes 4,21-26 *: Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet!

Johannes 9,35-38 *: Jesus hörte, daß sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr, auf daß ich an ihn glaube? Und Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es! Er aber sprach: Ich glaube, Herr! und fiel vor ihm nieder.

Das Zeugnis von Menschen über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Das Zeugnis von Menschen über Jesus ist sehr vielfältig, von direkter Ablehnung über Spott bis zur Anerkennung angesichts seiner Wunder. Auch die Jünger reihen sich vielfach in die Gruppe derer ein, die Jesus wegen seiner Leistungen anerkennen. Auch das Bekenntnis der Jünger „Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!“ (Matthäus 14,26-33  *) gehört hierher, weil es nicht, wie das Bekenntnis des Simon Petrus vom Vater offenbart ist (Matthäus 16,15-19  *), sondern Folge eines Wunders ist, als Jesus bei Sturm zu ihnen über das Meer gegangen war.

Matthäus 14,26-33  *: Als ihn aber die Jünger auf dem Meere wandeln sahen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst, und schrieen vor Furcht. Jesus aber redete alsbald mit ihnen und sprach: Seid getrost! Ich bin's; fürchtet euch nicht! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so heiße mich zu dir auf das Wasser kommen! Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und wandelte auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich! Jesus aber streckte alsbald die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum zweifeltest du? Und als sie in das Schiff stiegen, legte sich der Wind. Da kamen, die in dem Schiffe waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!

Matthäus 15,30-31 *: Und es kamen zu ihm große Volksmengen, die hatten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere bei sich; und sie legten sie zu seinen Füßen, und er heilte sie, also daß sich die Menge verwunderte, als sie sah, daß Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme wandelten und Blinde sehend wurden; und sie priesen den Gott Israels.

Matthäus 16,21-23 *: Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, er müsse nach Jerusalem gehen und viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite, fing an, ihm abzuwehren, und sprach: Herr, schone deiner selbst! Das widerfahre dir nur nicht! Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mir, Satan! Du bist mir zum Fallstrick; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!

Markus 8,31-33 *: Und er fing an, sie zu lehren, daß des Menschen Sohn viel leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden müsse und nach drei Tagen wieder auferstehen. Und er redete das Wort ganz unverhohlen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und schalt den Petrus und sprach: Weiche hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!

Markus 15,37-39 *: Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied. Und der Vorhang im Tempel riß entzwei, von obenan bis untenaus. Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, daß er auf solche Weise verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!

Lukas 9,18-21 *: Und es begab sich, als er in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie und sprach: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten und sprachen: Für Johannes den Täufer; andere für Elia; andere aber sagen , einer der alten Propheten sei auferstanden. Da sprach er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach: Für den Gesalbten Gottes! Er aber gebot ihnen ernstlich, solches niemand zu sagen,

Lukas 23,35  *: Und das Volk stand da und sah zu. Es spotteten aber auch die Obersten und sprachen: Andere hat er gerettet; er rette nun sich selbst, wenn er Christus ist, der Auserwählte Gottes!

Lukas 23,47-48 *: Als aber der Hauptmann sah, was geschah, pries er Gott und sprach: Wahrlich, dieser Mensch war gerecht! Und die ganze Volksmenge, die herbeigekommen war zu diesem Schauspiel, als sie sah, was geschah, schlug sich an die Brust und kehrte um.

Lukas 24,19 *: Und er sprach zu ihnen: Was? Sie sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und allem Volk;

Johannes 1,43-45 *: Am folgenden Tage wollte Jesus nach Galiläa reisen; und er findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth.

Johannes 1,47-51 *: Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem keine Falschheit ist! Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich! Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, daß ich dich unter dem Feigenbaum sah! Du wirst Größeres sehen als das! Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf und niedersteigen auf des Menschen Sohn!

Johannes 3,1-2 *: Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, namens Nikodemus, ein Oberster der Juden. Dieser kam des Nachts zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, daß du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm!

Johannes 6,66-71 *: Aus diesem Anlaß traten viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist! Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und einer von euch ist ein Teufel! Er redete aber von Judas, Simons Sohn, dem Ischariot; denn dieser sollte ihn verraten, einer von den Zwölfen.

Johannes 9,15-17 *: Nun fragten ihn wiederum auch die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er sprach zu ihnen: Einen Teig hat er auf meine Augen gelegt, und ich wusch mich und bin nun sehend! Da sprachen etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält! Andere sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand eine Spaltung unter ihnen. Da sprachen sie wiederum zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, daß er dir die Augen aufgetan hat? Er sprach: Er ist ein Prophet!

Johannes 9,24-25 *: Da riefen sie zum zweitenmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. Da antwortete jener und sprach: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht; eins weiß ich, daß ich blind war und jetzt sehend bin!

Johannes 9,29-34 *: Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat, von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist. Da antwortete der Mensch und sprach zu ihnen: Das ist doch verwunderlich, daß ihr nicht wisset, woher er ist, und er hat doch meine Augen aufgetan. Wir wissen, daß Gott nicht auf Sünder hört; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er. Seit die Welt steht, ist nicht gehört worden, daß jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan hat. Wäre dieser nicht von Gott, so könnte er nichts tun! Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und willst uns lehren? Und sie stießen ihn hinaus.

Johannes 11,25-27 *: Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Johannes 16,30   *: Jetzt wissen wir, daß du alles weißt und nicht nötig hast, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist!

Johannes 20,27-29 *: Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Das Zeugnis des Evangelisten über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Bei Markus finden wir, sozusagen als Überschrift für sein Evangelium, ein Bekenntnis zu Jesus als dem Sohn Gottes. Der Apostel Johannes hat dieses Bekenntnis in seinem Prolog noch sehr vertieft, wenn er von dem „Wort“, dem LOGOS spricht. Der Apostel Johannes erklärt es am Ende seines Evangeliums zu seinem Ziel, dass er diese Auswahl von Begebenheiten niedergeschrieben hat, „damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen.“

Markus 1,1 *: Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohne Gottes.

Johannes 1,1-5  *: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.

Johannes 1,6-7 *: Es wurde ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Dieser kam zum Zeugnis, um zu zeugen von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten.

Johannes 1,8-13  *: Nicht er war das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Das wahrhaftige Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen denen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; welche nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Johannes 1,14-18  *: Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes zeugte von ihm, rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich. Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoße des Vaters ist, der hat uns Aufschluß über ihn gegeben.

Johannes 1,19-28 *: Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht der Christus! Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht! Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein! Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben. Was sagst du über dich selbst? Er sprach: Ich bin «eine Stimme, die da ruft in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!» wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Sie waren aber von den Pharisäern abgesandt. Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist, noch Elia, noch der Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber mitten unter euch steht Einer, den ihr nicht kennt, welcher nach mir kommt, der doch vor mir gewesen ist, für den ich nicht würdig bin, ihm den Schuhriemen zu lösen. Dieses geschah zu Bethabara, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte.

Johannes 1,29-34  *: Am folgenden Tage sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt! Das ist der, von welchem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum kam ich, mit Wasser zu taufen. Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen und auf ihm bleiben. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist's, der im heiligen Geiste tauft. Und ich habe es gesehen und bezeuge, daß dieser der Sohn Gottes ist.

Johannes 1,35-39 *: Am folgenden Tage stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberwandelte, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes! Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Da aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi (das heißt übersetzt: Lehrer), wo wohnst du? Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.

Johannes 3,27-36   *: Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts empfangen, es sei ihm denn vom Himmel gegeben. Ihr selbst bezeuget mir, daß ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm hergesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, freut sich hoch über des Bräutigams Stimme. Diese meine Freude ist nun erfüllt. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. Der von oben kommt, ist über allen; wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der aus dem Himmel kommt, ist über allen. Er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, daß Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt ihm den Geist nicht nach Maß. Der Vater hat den Sohn lieb und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Johannes 20,30-31 *: Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buche nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen

Das Zeugnis der Dämonen über Jesus als Christus, Menschensohn und Gottessohn

Unter den Dämonen ist die Tatsache, dass Jesus Gottes Sohn ist, völlig klar. Und sie zittern dabei. Jesus weist ihr Zeugnis aber zurück. Wir sollten als Gemeinden des lebendigen Gottes auch vermeiden, Beifall von der falschen Seite zu bekommen. Simon Petrus warnt die Gemeinden: Seid nüchtern und wachet! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen könne; dem widerstehet, fest im Glauben, da ihr wisset, daß eure Brüder in der Welt die gleichen Leiden erdulden. (1.Petrus 5,8-9 *)

Matthäus 4,3-10 *: Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden! Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.» Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stoßest.» Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.» Wiederum nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und spricht zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da spricht Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!»

Matthäus 8,28-29 *: Und als er ans jenseitige Ufer in die Landschaft der Gadarener kam, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die kamen aus den Gräbern heraus und waren sehr gefährlich, so daß niemand auf jener Straße wandern konnte. Und siehe, sie schrieen und sprachen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu peinigen?

Markus 1,23-24 *: Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geiste, der schrie und sprach: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!

Markus 3,9-12 *: Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein Schifflein bereitzuhalten um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht drängten. Denn er heilte viele, so daß alle, die eine Plage hatten, ihn überfielen, um ihn anzurühren. Und wenn ihn die unreinen Geister erblickten, fielen sie vor ihm nieder, schrieen und sprachen: Du bist der Sohn Gottes! Und er drohte ihnen sehr, daß sie ihn nicht offenbar machen sollten.

Markus 5,6-8 *: Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder, schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu schaffen? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht peinigest! Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unreiner Geist, aus dem Menschen!

Lukas 4,1-13 *: Jesus aber, voll heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt und vierzig Tage vom Teufel versucht. Und er aß nichts in jenen Tagen; und als sie zu Ende waren, hungerte ihn, und der Teufel sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sage zu diesem Stein, daß er Brot werde! Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!» Da führte er ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick. Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Herrschaft und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. Wenn nun du vor mir anbetest, so soll alles dein sein. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.» Er aber führte ihn gen Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich von hier hinab; denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, dich zu behüten, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest.» Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!» Und nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang.

Lukas 4,40-41 *: Als aber die Sonne unterging, brachten alle, welche Kranke hatten mit mancherlei Gebrechen, sie zu ihm, und er legte einem jeden von ihnen die Hände auf und heilte sie. Es fuhren auch Dämonen aus von vielen, indem sie schrieen und sprachen: Du bist der Sohn Gottes! Und er bedrohte sie und ließ sie nicht reden, weil sie wußten, daß er der Christus sei.

Lukas 8,26-28 *: Und sie fuhren zum Land der Gerasener, welches Galiläa gegenüber liegt. Und als er ans Land gestiegen war, kam ihm aus der Stadt ein Besessener entgegen, der seit langer Zeit kein Kleid mehr trug, auch in keinem Hause blieb, sondern in den Gräbern. Als er aber Jesus sah, schrie er, warf sich vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich, peinige mich nicht!

Die Herrlichkeit des himmlischen Vaters

So bescheiden Gott bei seiner Selbstoffenbarung verfährt, so kompromisslos sind Jesu Aussagen über Gottes Herrlichkeit. Dabei macht Jesus keine Aussagen, in denen er die Herrlichkeit des Vaters beschreibt. Er stellt sie uns als eine Tatsache vor, etwas für uns nicht Beschreibbares, etwas, das unsere Vorstellungen von Herrlichkeit weit überschreitet. Wenn Jesus über sein Kommen spricht, dann ist es eine Ankunft in der Herrlichkeit seines Vaters, nicht in der Demut, in der er in der Zeit der Evangelien vor ihnen steht.

Dieser Hinweis auf Jesu Kommen in Herrlichkeit findet sich im Zusammenhang mit dem Hinweis auf das Kreuz, das der Jünger Jesu auf sich zu nehmen hat. Und es steht im Zusammenhang mit der dunklen Aussage Jesu: „Wahrlich, ich sage euch, es stehen etliche hier, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie des Menschen Sohn haben kommen sehen in seinem Reich!“ Diese Aussage Jesu hat die Urgemeinde wörtlich genommen und sein Kommen täglich erwartet. Es folgte die Erfahrung, dass einige Gemeindemitglieder verstarben, so dass Paulus an die Thessalonicher dazu einige beruhigende Worte schreiben musste (1.Thessalonicher 4,13-18 *). Aber seine Worte sind noch davon geprägt, dass es auch einige gibt, - „wir, die wir leben und übrigbleiben“ - die übrigbleiben und die Wiederkunft Jesu erleben. Als dann der Jünger Apostel Johannes wohl in sehr hohem Alter als letzter der Apostel stirbt, ist dies ein schwerer Schlag für die Gemeinde. Man wird offenbar mit ihm über die Tatsache, dass mit ihm der letzte Augenzeuge stirbt, auf seinem Totenbett gesprochen haben. Sein Evangelium hat dabei offenbar den Anhang Johannes 21  * erhalten, der die Aussagen des Apostels zu diesen Fragen enthält, aber vermutlich von seinen Begleitern angefügt worden ist, aber ganz sicher im Einklang mit dem Apostel. Aber niemand hat in den Wortlaut der anderen Evangelien eingegriffen, denn deren Autoren waren zur Zeit, als Apostel Johannes starb, wohl schon länger verstorben. So müssen wir mit diesen Worten, die die Synoptiker Matthäus, Markus und Lukas gleichlautend überliefern, leben und die Frage offenlassen, ob es sich auch da um eine verkürzte Darstellung eines Jesus-Zitates handelt, wie in Johannes 21,22   *: Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! erklärt wird. Auf jeden Fall steht die Überlieferung der Synoptiker nicht im Einklang mit Jesu Aussage über Zeit und Stunde seiner Wiederkunft: Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater. (Matthäus 24,36  *) Dieser Aspekt gehört zu den Geheimnissen des Neuen Testamentes, die Jesus uns bei seiner Wiederkunft erklären wird.

Unser Thema ist die Herrlichkeit des Vaters, die Jesus in seiner Wiederkunft offenbar werden lassen wird. Und auch diese Herrlichkeit werden wir nicht verstehen oder begreifen können, denn Jesus gibt uns dazu keine Anhaltspunkt. Wir finden dazu Anhaltspunkte bei Paulus, die aber auch nur die Tatsache unterstreichen, dass die Herrlichkeit Gottes nicht vorweggenommen werden kann, für uns unaussprechlich und unzugänglich ist:

2.Korinther 12,2-4 *: Ich weiß von einem Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren (ob im Leibe, weiß ich nicht, oder ob außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es) bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiß von dem betreffenden Menschen (ob im Leibe, oder außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es), daß er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, welche keinem Menschen zu sagen vergönnt ist.

Offenbarung 21,4  *: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Allerdings bleibt uns die Herrlichkeit Gottes nicht völlig verborgen. Wir sehen sie in den Wundern, die geschehen, etwa die Auferweckung des Lazarus. Und wir werden sie erleben, wenn wir einmal in unsere himmlische Wohnung einziehen, von der Jesus sagt: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. (Johannes 14,2   *) In diesen Wohnungen wird gelten, was wir am Ende der Offenbarung lesen: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Offenbarung 21,4   *)

Leicht verführen uns solche Bibelstellen, ins Schwärmen zu geraten. Wir haben als Gesegnete des Vaters eine große Zukunft. Aber wir müssen auch beachten, dass wir nicht als Heuchler empfunden werden. Dies ist dann der Fall, wenn wir nicht in der Liebe des Vaters leben. Denn diese Liebe des Vaters ist eine seiner Grundeigenschaften. Später werden es die Apostel in ihren Predigten sehr deutlich machen: Geliebte, lasset uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. (1.Johannes 4,7-8 *)

Jesus verherrlicht den Vater

Die Verherrlichung des Vaters durch Jesus deutlich zu machen, ist ein besonderes Anliegen des Apostels Johannes. Er zeigt uns, dass es für Jesus in den Tagen vor seiner Kreuzigung ein besonderes Anliegen war. Jesus setzt uns damit ein Vorbild, wir sind ebenfalls aufgefordert, zur Verherrlichung des Vaters zu handeln, wie das Kapitel „Handeln, damit der Vater im Himmel gepriesen werde“ zeigt.

Johannes 13,31-32  *: Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn! Ist Gott verherrlicht durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst und wird ihn alsbald verherrlichen.

Johannes 14,12-13   *: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe; und was ihr auch in meinem Namen bitten werdet, will ich tun, auf daß der Vater verherrlicht werde in dem Sohne.

Johannes 17,1-5  *: Solches redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche! gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, auf daß er ewiges Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf Erden, indem ich das Werk vollendet habe, das du mir gegeben hast, daß ich es tun solle. Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

Der Menschen Sohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln

Die Herrlichkeit des Vaters muss nicht näher beschrieben werden. Sie ist selbstverständlich. Jesus beruft sich auf diese Herrlichkeit, wenn er von seinem Wiederkommen als einem „Kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln“ spricht. So sollten wir ebenfalls diese Herrlichkeit nicht ausmalen, sondern uns auf diese Herrlichkeit freuen. Dieses „Kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln“ ist verbunden mit dem Sichtbarwerden und der Übernahme des Reiches.

Matthäus 16,24-28 *: Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will jemand mir nachfolgen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie finden. Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, büßte aber seine Seele ein? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? Denn des Menschen Sohn wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinem Tun. Wahrlich, ich sage euch, es stehen etliche hier, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie des Menschen Sohn haben kommen sehen in seinem Reich!

Markus 8,34-9,1 *: Und er rief das Volk samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird sie retten. Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und büßte seine Seele ein? Oder was will ein Mensch zum Lösegeld seiner Seele geben? Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, es sind etliche unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes mit Macht haben kommen sehen.

Lukas 9,26-27 *: Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in seiner und des Vaters und der heiligen Engel Herrlichkeit. Ich sage euch aber in Wahrheit, es sind etliche unter denen, die hier stehen, welche den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes sehen.

Johannes 11,40-44  *: Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, werdest du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Doch ich weiß, daß du mich allezeit erhörst; aber um des umstehenden Volkes willen habe ich es gesagt, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast. Und als er solches gesagt, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und laßt ihn gehen!

Johannes 17,24 *: Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt!

Die Gesegneten des Vaters

Es gibt Gesegnete des Vaters, Menschen, die gute Werke getan haben, ohne dass ihnen das wirklich bewusst geworden ist. Paulus wird sie später als diejenigen bezeichnen, die in den Werken gewandelt sind, die Gott zuvor bereitet hat (Epheser 2,10  *)

Matthäus 25,34 *: Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt!

Die Heuchler

Im Gegensatz zu den Gesegneten des Vaters gibt es auch die anderen, die Heuchler, die Menschen, von denen Jesus einmal vor seinem Vater bekennen wird: „Ich habe euch nie gekannt. “ (Matthäus 7,22-23 *). Auch diese Gruppe Menschen müssen wir im Auge haben, damit wir das richtig verstehen, was Jesus über den Vater gesagt hat. Der Vater verlässt sich bei der Beurteilung der Menschen ganz auf den Sohn.

Lukas 11,42 *: Aber wehe euch Pharisäern, daß ihr die Münze und die Raute und alles Gemüse verzehntet und das Recht und die Liebe Gottes umgehet! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen.

Lukas 11,47-50 *: Wehe euch, daß ihr die Grabmäler der Propheten bauet! Eure Väter aber haben sie getötet. So bestätiget ihr also die Taten eurer Väter und habt Wohlgefallen daran; denn jene haben sie getötet, ihr aber bauet ihre Grabmäler . Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen: Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden etliche von ihnen töten und verfolgen; auf daß von diesem Geschlecht das Blut aller Propheten gefordert werde, welches seit Erschaffung der Welt vergossen worden ist,

Der Vater ist gütig

Die Güte des Vaters zeigt sich darin, dass er den Sohn gesandt hat, obwohl er wusste, was passiert. Deshalb ergibt sich an der Person Jesu eine scharfe Scheidung der Menschen, die so gar nicht nach einem gütigen Gott aussieht. Und doch ist in der Sendung Jesu die herrliche Güte Gottes sichtbar. Der Verbrecher am Kreuz hat sie erfahren: Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein! (Lukas 23,43  *)

Einige Bibelstellen werden sie hier vermissen, sie finden sie unter „Der liebende Vater

Johannes 3,31-36   *: Der von oben kommt, ist über allen; wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der aus dem Himmel kommt, ist über allen. Er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, daß Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt ihm den Geist nicht nach Maß. Der Vater hat den Sohn lieb und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Dieser Text begrenzt die Möglichkeiten menschlicher Theologie bei Weitem. „Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde.“ Dies besagt doch, dass Theologie, die außerhalb dessen geschieht, was der Geist Gottes bewirkt, irrelevant ist, denn: „Der von oben kommt, ist über allen“. Denn dieser, der vom Vater kommt, „von oben kommt“, bezeugt, was er gesehen und gehört hat. Er weiß, wovon er redet, im Gegensatz zur Wissenschaft, die nur im irdischen Bereich operiert und nichts erfassen kann, was über die irdische Vorstellungskraft hinausgeht. Aber auch im Rahmen „geistlicher“ Theologie besitzt Jesus eine Sonderstellung, weil der Vater ihn liebt und ihm ALLES in die Hand gegeben hat. Der Glaube an den Sohn stellt die Scheidung dar, die zum ewigen Leben führt. Ansonsten bleibt nur der Zorn Gottes. Auch diesen Zorn Gottes predigt uns Jesus(Vgl dazu Der Zorn des himmlischen Vaters und insbesondere Jesu Zorn über den Missbrauch des Hauses seines Vaters). Indem wir Jesu Zeugnis annehmen, bestätigen wir, „dass Gott wahrhaftig ist.“ Denn in Jesus begegnen wir der Verheißung Gottes, die er durch die Propheten gegeben hat. Jesus zurückweisen heißt also, die Verheißungen Gottes für nichtig zu erklären und damit Gottes Wahrhaftigkeit in Frage zu stellen. Dies ist ein wichtiges und warnendes Wort und weist alle die in die Schranken, die meinen, durch eigenes Nachdenken, durch Philosophie, durch Engel oder Propheten oder gar durch selbstgemachte Götterbilder einen Weg zu Gott zu finden. Sie beschädigen die Wahrhaftigkeit Gottes und unterliegen dem Zorn Gottes. Dies ist eine ernste Warnung an alle, die meinen, sie könnten an Jesus vorbei einen Weg zu Gott finden.

Johannes 5,45-47 *: Denket nicht, daß ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf welchen ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

Hier greift Jesus den Gedanken auf, dass die Ablehnung Jesu eine Infragestellung der Wahrhaftigkeit Gottes ist. Denn Gott hat bereits durch Mose von Jesus gesprochen: Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern; auf den sollst du hören! (5.Mose 18,15 *) Die Ablehnung Jesu ist ein sehr gefährliches Ding und sie erfolgt nicht nur dadurch, dass ich Jesus verwerfe und mich anderen Propheten, Engeln oder Göttern zuwende, sie erfolgt schon dadurch, dass ich sein Wort verdrehe und damit die Wahrhaftigkeit Jesu und damit des Vaters in Zweifel ziehe.

Johannes 6,32-40 *: Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot Gottes ist derjenige, welcher vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubet. Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern daß ich es auferwecke am letzten Tage. Denn das ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.

Haben die beiden vorangehenden Texte gar nicht danach ausgeschaut, als wollten sie von der Güte Gottes reden, so machen diese Verse ganz klar, worum es geht. Gott, der Vater, hat uns in Jesus, dem Christus, ein gewaltiges Geschenk gemacht. Er ist Ausdruck seiner Güte, „das wahre Brot vom Himmel“. Zurückweisung Jesu bedeutet ja nicht nur eine theologische Bewertung, es ist die Zurückweisung der Güte Gottes, des wahren Brotes. „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ Dieser Satz Jesu beinhaltet die ganze Güte Gottes. Das Kommen zu Jesus und das Glauben an Jesus ersetzt alle Werte und Ordnungen. Das ist das Angebot Gottes. Denn Gott hat Gedanken des Friedens mit uns: „Denn das ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.“

Johannes 10,31-39  *: Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater; um welches dieser Werke willen steinigt ihr mich? Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen einer Lästerung und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst! Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: «Ich habe gesagt: Ihr seid Götter»? Wenn es diejenigen Götter nennt, an welche das Wort Gottes erging (und die Schrift kann doch nicht aufgehoben werden), wie sprechet ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst! weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht! Tue ich sie aber, so glaubet, wenn ihr auch mir nicht glaubet, doch den Werken, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in mir ist und ich im Vater. Da suchten sie wiederum ihn zu greifen; aber er entging ihren Händen

Dieser Text zeigt noch einmal, wie gefährlich Theologie „von der Erde“ ist (Johannes 3,27-36   *). Wir machen es uns zu leicht, wenn wir dies als ein jüdisches Problem sehen. Es ist das Problem aller Theologie, die meint irgend etwas begriffen zu haben und dann, weil sie ohne den Heiligen Geist, sondern nur mit irdischem Verstand betrieben wird, ihre eigene Erkenntnis zum Maßstab macht. Damit kann man promovieren und sich habilitieren, aber man wird damit dem Anspruch, Kunde von Gott - Theologie - zu treiben, nicht gerecht, wie in der Einleitung ausgeführt (siehe Vorüberlegungen).

Der Lebensspender

Gott spricht ein Wort und es wird Licht (1.Mose 1,3-4  *). Der Apostel Johannes greift diesen Bericht auf und schreibt: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. (Johannes 1,1-3   *) Wir sind ein Wort, das Gott gesprochen hat, ein jeder von uns. Damit erweist eigentlich schon unsere Existenz, dass Gott unser Lebensspender ist. Und so warnt Jesus die Juden - und eigentlich uns alle - dieses zu ignorieren und etwas anderes an seine Stelle zu setzen: „Wir haben Abraham zum Vater.“ Wir würden vielleicht von der Evolution reden, vom Zufall, der uns gemacht hat. Jesus zertrümmert diese Hoffnung nachhaltig: „Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.“

Wir brauchen den Glauben an Jesus, weil er uns das ewige Leben gibt, er, Jesus, der von Gott ausgegangen ist. Und diese Erkenntnis Jesu wird von Gott geschenkt, von dem Gott, von dem Jesus sagt: Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde. (Johannes 3,16-17  *) Gott will die Rettung der Welt. Paulus schreibt es an Timotheus in aller Klarheit, nachdem er ihn zur Fürbitte für alle Menschen ermahnt hat: denn solches ist gut und angenehm vor Gott unsrem Retter, welcher will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1.Timotheus 2,3-4 *) Niemand hat also die Ausrede, der Vater habe ihn eben nicht zu Jesus gezogen. Das Gegenteil ist richtig. Gott hat Jesus gesandt, damit „JEDER, der an ihn glaubt, nicht verloren geht.“

Matthäus 3,9 *: Und denket nicht bei euch selbst, sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.

Johannes 6,41-48  *: Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel herabgekommen? Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander! Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. Es steht geschrieben in den Propheten: «Sie werden alle von Gott gelehrt sein.» Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. Nicht, daß jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott gekommen ist, der hat den Vater gesehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, hat ewiges Leben. Ich bin das Brot des Lebens.

Johannes 6,57-58 *: Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich ißt, um meinetwillen leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; nicht wie eure Väter das Manna gegessen haben und gestorben sind; wer dieses Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit!

Johannes 6,65 *: Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben!

Den Vater kennen

Immer wieder stellt Jesus enttäuscht fest: „Ihr kennet weder mich noch meinen Vater“ (Johannes 8,19  *). Ganz offenbar ist das „Kennen des Vaters“ ein wichtiger Schritt in unserem Leben. Die Literatur ist voll von ergreifenden Berichten von Kindern, die nach ihrem Vater suchen und bekennen, dass es für sie ganz wichtig ist, zu wissen, woher sie stammen. Wieviel mehr ist es da für jeden Menschen wichtig, den kennenzulernen, auf dessen Wort hin sie überhaupt erst leben (Johannes 1,1-3  *).

Es gibt einen Dialog zwischen Jesus und dem Apostel Philippus über diese Frage: Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich! Hättet ihr mich erkannt, so würdet ihr auch meinen Vater kennen; und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns! Spricht Jesus zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht? Philippus, wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen! Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst, sondern der Vater, der in mir wohnt, tut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen! (Johannes 14,6-11   *) Die Kernaussage Jesu ist: „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen!“ Den Vater suchen, heißt also, Jesus suchen. In Jesus und nur in Jesus erkennen wir den Vater. Alles andere führt in die Irre. Auch hier sehen wir die klare Verwerfung von Philosophie und aller Theologie, die versucht, sich an Jesus verbeizumogeln. Alles, was von Gott durch uns Menschen hier auf der Erde zu erkennen ist, erkennen wir in Jesus.

Zugang zum Vater

Der Zugang zum Vater erfolgt ausschließlich über Jesus- ohne wenn und aber.

Johannes 8,15-20  *: Ihr richtet nach dem Fleische; ich richte niemand. Aber auch wenn ich richte, so ist mein Gericht wahr; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. Es steht aber auch in eurem Gesetze geschrieben, daß das Zeugnis zweier Menschen wahr sei. Ich bin es, der ich von mir selbst zeuge, und es zeugt von mir der Vater, der mich gesandt hat. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennet weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen. Diese Worte redete Jesus bei dem Gotteskasten, als er im Tempel lehrte; und niemand griff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Johannes 8,54-55 *: Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; es ist mein Vater, der mich ehrt, von welchem ihr saget, er sei euer Gott. Und doch habt ihr ihn nicht erkannt; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde, ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner, gleich wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.

Johannes 14,6   *: Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!

Johannes 14,7-9   *: Hättet ihr mich erkannt, so würdet ihr auch meinen Vater kennen; und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns! Spricht Jesus zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht? Philippus, wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen! Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater?

Jesu Gang zum Kreuz in der Vollmacht des Vaters

Hier wird deutlich, dass Jesus sich selbst opfert, nicht, weil er vom Vater gezwungen ist, sondern weil er dieses Opfer aus freiem Willen heraus bringen will. Aber er tut es nur deshalb, weil der Vater ihn damit beauftragt hat. Jesus hat es dem Vater vorgeschlagen und der Vater hat ihn damit beauftragt. Darin zeigt sich die große innere Einheit zwischen Vater und Sohn. Der Sohn tut nichts ohne den Vater (Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. (Johannes 5,19   *)).

Johannes 10,14-18 *: Ich bin der gute Hirt und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stalle sind; auch diese muß ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirt werden. Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf daß ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Jesu Gang zum Vater

Der Gang Jesu zum Vater führt über das Kreuz und die Gottferne: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46   * und Markus 15,34   *)

Jesus hat seine Jünger auf dieses Ereignis und auch auf die Tatsache, dass die Jünger versagen werden, vorbereitet. Und er hat ihnen verheißen, dass sie danach alles verstehen werden.

Dieses Verhalten Jesu können wir auch als eine Vorlage für das Wiederkommen Jesu in Herrlichkeit sehen. Er wird uns darauf vorbereiten, wenn es soweit ist. Und wir werden dann gemeinsam „zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott“ auffahren. Welch herrliche Vision. Und wir werden dann erfahren, dass sich alle, wirklich alle Prophetie erfüllt hat.

Matthäus 27,46   *: Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Markus 15,34   *: Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Johannes 14,19-20   *: Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, denn ich lebe, und auch ihr sollt leben! An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.

Johannes 14,28-29   *: Ihr habt gehört, daß ich sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubet, wenn es geschieht.

Johannes 16,16 *: In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater.

Johannes 16,32   *: Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.

Johannes 20,17 *: Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.

Ehre empfangen vom Vater

Auf zwei Weisen können wir Ehre vom Vater empfangen:

Zum einen, indem wir Jesu Lehre, die in Wirklichkeit die Lehre des Vaters ist, als Gottes Wort anerkennen. Das macht uns wahrhaftig und reinigt uns von Ungerechtigkeit.

Zum anderen erlangen wir Ehre vom Vater, wenn wir Jesus dienen, ihm nachfolgen.

Johannes 7,14-18 *: Als aber das Fest schon zur Hälfte verflossen war, ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kennt dieser die Schrift? Er hat doch nicht studiert! Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Will jemand seinen Willen tun, der wird innewerden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich aus mir selbst rede. Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaft, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.

Johannes 12,26 *: Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein; und wer mir dient, den wird mein Vater ehren.

Die Grenzen der Theologie

Bereits zu der Aussage Jesu in Johannes 3,31   * haben wir festgestellt, dass unseren Möglichkeiten, Theologie zu treiben, enge Grenzen gesetzt sind. Wenn Jesus sagt: „Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde.“, dann müssen wir bekennen, dass wir genau solche Menschen „von der Erde“ sind. Nur der Heilige Geist kann uns davor bewahren, Dinge zu reden, die „von der Erde“ sind. Im Abschnitt Der Vater ist gütig wurde dies weiter ausgeführt.

Hier sagt Jesus ein weiteres starkes Wort. Er hat uns alles kundgetan, was er vom Vater gehört hat. Damit begrenzt er die Theologie auf das, was er uns kundgetan hat. Alles, was wir lehren, muss sich also an dem von Jesus kundgetanen Wort messen. Das ist eine gewaltige Einschränkung für unseren Forscherdrang.

Man darf dieses Wort nicht isoliert lesen. Denn Jesus hat uns den Tröster, den Beistand verheißen, den Heiligen Geist, von dem er selber sagt (Vgl. hierzu auch Der Heilige Geist, Beistand und Tröster):

Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand geben, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit, (Johannes 14,16   *)

der Beistand aber, der heilige Geist, welchen mein Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Johannes 14,26   *)

Wenn aber der Beistand kommen wird, welchen ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen; und auch ihr werdet zeugen, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid. (Johannes 15,26-27  *)

Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. Und wenn jener kommt, wird er die Welt überzeugen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht; von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; von Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht mehr sehet; von Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. (Johannes 16,7-13   *)

In diesen Versen umschreibt Jesus die Aufgaben des Heiligen Geistes:

Diese Verse stecken den Rahmen ab, was theologisch über das Wort Jesu hinaus noch möglich ist. Aber es setzt voraus, dass dieser Impuls vom Heiligen Geist kommt. Alles andere ist Gerede „von der Erde“, unmaßgeblich für die Gemeinde Jesu.

Nimmt man diese Worte Jesu ernst, dann zeigt sich, dass Universitäten mit ihrem Drang zur Promotion und Habilitation, mit dem Zwang, neue Aspekte zu entwickeln und dabei wissenschaftlich zu arbeiten, also den göttlichen Eingriff von außen durch den Heiligen Geist auszuschließen, völlig ungeeignete Orte sind, um christliche Lehre zu verkündigen. Und wenn man Jesu Wort: Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen. (Matthäus 7,20 *) zugrunde legt, dann scheint es in weiten Bereichen ja auch so zu sein.

Jesu Wort begrenzt unseren theologischen Tatendrang. Es ist sehr menschlich, Neues schaffen zu wollen. Aber das ALLES Jesu setzt ihm Grenzen. Dies verwirft nicht die Theologie als Ganzes, es weist ihr nur den Bereich zu, in dem sie zu arbeiten hat und zeigt die Grenzen auf, die der setzt, der uns alles kundgetan hat, was er vom Vater gehört hat (Johannes 15,15   *), der von oben kommt und über allem ist (Johannes 3,31  *), der Menschensohn, der aus dem Himmel herabgestiegen ist (Johannes 3,13  *): Jesus, der Christus Gottes.

Johannes 15,15  *: Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe.

Die Demut im Reich Gottes

Hier sind Bibelstellen gesammelt, in denen Jesus uns zur Demut ermahnt, weil nur Demut die angemessene Haltung gegenüber dem Vater ist. Die Grenzen, in denen im vorangehenden Abschnitt (Die Grenzen der Theologie) im Blick auf die Theologie gesprochen wurde, gelten für unser ganzes Leben, also nicht nur für den ambitionierten Theologen, sondern für alle, die im Reich Gottes arbeiten. Nur Jesus kennt den Vater von Angesicht (Johannes 1,18   * und Johannes 5,37   * und Johannes 6,46   *). Uns ist es angemessen, dies bei allem, was wir tun, zu beachten.

Wider die Ehr- und Titelsucht

Jesus reserviert einige Titel ausschließlich für Gott, den Vater: Rabbi, also Meister, dann das Wort Vater und das Wort Lehrer. Die leiblichen Väter sollten ihre Kinder frühzeitig darauf hinweisen, dass einer der rechte Vater ist, der, von dem Paulus gesagt hat: nach welchem jede Vaterschaft im Himmel und auf Erden genannt wird, daß er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit verleihe, an Kraft zuzunehmen durch seinen Geist am inwendigen Menschen, (Epheser 3,15-16 *) Was würde Jesus wohl sagen, wenn er in Rom dem „Heiligen Vater“ begegnen würde? Was würde der, der gesagt hat: „Ihr aber seid alle Brüder.“ zu unseren Kirchen- und Gemeindestrukturen sagen. Im Blick auf den Vater im Himmel werden wir alle ganz klein. Das wird jeder akzeptieren. Aber unsere Praxis entspricht dem nicht.

Matthäus 6,1-4  *: Habet acht, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten übet, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen sei. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.

Matthäus 23,8-11  *: Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder. Nennet auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der himmlische. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.

Johannes 5,41-44 *: Ich nehme nicht Ehre von Menschen, aber bei euch habe ich erkannt, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmet mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet und die Ehre vom alleinigen Gott nicht suchet?

Johannes 8,49-50 *: Jesus antwortete: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr entehret mich. Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist Einer, der sie sucht und der richtet.

Johannes 12,42-43 *: Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht von der Synagoge ausgestoßen würden. Denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes.

Nur der Vater kennt das Ende

Allein der Vater im Himmel weiß, wann das Ende kommt, in dem Himmel und Erde vergehen werden. Wenn er sagt: „Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.“ dann hätte Jesus sich ja selbst widersprochen, wenn er damit eine konkrete Person wie Simon Petrus oder den Apostel Johannes gemeint hätte.

Wenn er von diesem Geschlecht (gr. η γενεα αυτη) redet, so wird das gerne als Generation verstanden und Haubeck und von Siebenthal schreiben in ihrem Buch „Neuer sprachlicher Schlüssel“ auch: „Gemeint ist ziemlich sicher die Generation, die lebte, als Jesus diese Worte sprach; eine darüber hinausgehende Ausdehnung des Begriffs lässt sich schwerlich rechtfertigen.“

Rienecker bietet in seinem Buch „Sprachlicher Schlüssel zum Neuen Testament“ die Übersetzungen «Geschlecht, Generation, Volk» an.

Menge schreibt in Langenscheidts Taschenwörterbuch „Griechisch-Deutsch“ zu γενεα (genea): 1. Geburt, Abstammung, Herkunft. - 2. Geschlecht: a) Familie, Stamm; Volk. b) Nachkommenschaft, Nachkomme. c) Geburtsort, Heimat; Vaterland. - 3. Menschenalter, Generation; Zeit.

Ein sehr altes Griechisch-Lexikon von V.C.F.Rost aus dem Jahr 1878, das sich ausschließlich auf die klassische griechische Literatur stützt, also keine Rücksicht auf die Bedürfnisse des Neuen Testamentes nimmt, bietet für γενεα (genea) die folgenden Übersetzungen an: I Homer: 1) Stamm, Geburt. 2) Familie Nachkommenschaft. 3) Geschlecht, Menschenalter, als Zeitbestimmung. 4) Lebensalter. 5) Geburtsstätte. II Nachhomerische Bedeutung: 1) Gattung, Nation. 2) Erzeugung, Gebären.

Schließlich verweist Strathmann im 1. Band von „Das Neue Testament Deutsch“ darauf hin, dass das Wort «Geschlecht» in Jesu Muttersprache ebenso wie im Deutschen doppeldeutig ist. Er schreibt: „Es kann Generation bedeuten,; weit häufiger heißt es aber «Art», und in sämtlichen Jesusworten, in denen der Ausdruck sonst noch vorkommt, hat er diese Bedeutung. Dann hieße unser Spruch: dies Volk, das der Juden, vergeht nicht bis zum Welt-Ende. Man darf hier nicht sofort an unsere Gegenwart denken, und wie sich von da aus dieses Wort ausnähme. Aus der damaligen Lage heraus würde das Wort bedeuten: Das Gericht kommt nicht zuerst über Israel, und dann erst über alle Völker und die ganze Welt; es kommt vielmehr über alle zugleich.“ Diese Deutung würde auch erklären, warum Lukas diese Aussage Jesu weggelassen hat, nicht, weil sie von ihm als offensichtlich falsch unterdrückt worden ist, sondern weil sie seine Adressaten, Griechen, gar nicht interessierte und ihnen vielleicht auch unverständlich wäre und verwirrend erschiene.

Wir haben hier also Jesus nicht etwa bei einem inneren Widerspruch seiner Aussagen erwischt, vielmehr sind wir Zeugen, wie eine schnelle und einseitige Deutung zu Missverständnissen und Verwirrung führen kann. Wir müssen uns hüten, aus der Bibel das herauszulesen, was wir gerne herauslesen möchten.

Matthäus 24,34-36  *: Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist; Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.

Markus 13,30-32 *: Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Von jenem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.

Nur Jesus kennt den Vater vom Angesicht

Die Kompetenz Jesu wird einmal in einem Wort deutlich, das er den Juden sagt, als sie ihn des Größenwahn zeihen, weil er meint, sein Wort könne vor dem Tod bewahren: Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich! (Johannes 8,58   *) Er hat die Geschichte Israels begleitet. Er war es, der Mose die Gesetzestafeln gegeben hat, und er hat in diesen Jahrtausenden immer wieder mit dem Vater gesprochen, weiß, was der Vater zu all diesen Dingen sagt. Er kennt den Vater von Angesicht, lebt in innigster Einheit mit dem Vater. Dieses müssen wir uns vor Augen halten, wenn wir ermessen wollen, in welch großem inneren Spannungsverhältnis Jesus stand, wenn er die Streitgespräche führte, die im Neuen Testament so reichlich bezeugt sind. Welche Kraft muss es ihn gekostet haben, darauf immer wieder geduldig einzugehen und nicht einfach seinen Vater zu bitten: „Hol mich hier raus, das hat doch keinen Zweck!“ Welche Liebe des Vaters zu den Menschen, dass er all das geduldig angeschaut hat. In den Worten, in denen Jesus davon spricht, dass er als einziger das Angesicht des Vaters gesehen habe, lässt er seine göttliche Dimension durchscheinen: Wahrer Mensch und wahrer Gott.

Johannes 1,18  *: Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoße des Vaters ist, der hat uns Aufschluß über ihn gegeben.

Johannes 3,11-15  *: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben; und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde? Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, also muß des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.

Johannes 5,18   *: Darum suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleichstellte.

Johannes 5,37  *: Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir gezeugt. Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen;

Johannes 6,46  *: Nicht, daß jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott gekommen ist, der hat den Vater gesehen.

Johannes 17,3   *: Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Jesus wartet auf die Seinen

Diesen Text lese ich ganz naiv. Jesus wartet im Himmel darauf, dass er mit seinen Jüngern und mit uns und mit denen, die nach uns kommen, vom Gewächs des Weinstocks wird trinken können. Er wartet auf jeden von uns. Dieser Text zeigt einfach die große Liebe, die Jesus zu uns hat und für die er für uns ans Kreuz gegangen ist.

Matthäus 26,29 *: Ich sage euch aber, ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken, bis zu jenem Tage, da ich es neu mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters.

Der Zorn des himmlischen Vaters

Immer wieder erkennen wir die große Liebe Gottes zu den Menschen. Das darf uns aber nicht davon abhalten, auch den Zorn Gottes zu sehen. Bereits in dem Abschnitt über die Güte Gottes fanden wir Aussagen Jesu, die zeigen, dass die, die den Sohn ablehnen, auch der wunderbaren Verheißungen verlustig gehen, die mit dem Kommen des Sohnes verbunden sind. Vgl dazu „Die Herrlichkeit des himmlischen Vaters“ und insbesondere „Der Vater ist gütig“ Deshalb ist es wichtig, auch den Zorn Gottes zu sehen, der nicht nur in den Zornesschalen der Offenbarung (Offenbarung 15,7-16,1 *) deutlich wird, sondern auch aus den Worten Jesu herausgehört werden kann.

Pflanzen, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, werden ausgerissen

Wenn man Jesu Wort über die Pharisäer liest, freut man sich sehr, dass man kein Pharisäer ist. Liest man von dem Weingärtner, so wird der Schreck schon größer. Habe ich genug Frucht? Aber die Frucht ist kein quantitatives Element im Reich Gottes, sie ist eine Einheit, die der Apostel Paulus so beschreibt: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. (Galater 5,22 *). Ein jeder prüfe sich selbst.

Matthäus 15,10-14 *: Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Höret und verstehet! Nicht das, was zum Munde eingeht, verunreinigt den Menschen; sondern was aus dem Munde herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Da traten seine Jünger herzu und sprachen zu ihm: Weißt du, daß die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie das hörten? Er aber antwortete und sprach: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. Lasset sie; sie sind blinde Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den andern leitet, werden beide in die Grube fallen.

Johannes 15,1-2 *: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Jegliches Schoß an mir, das keine Frucht bringt, nimmt er weg; jedes fruchtbare aber reinigt er, damit es mehr Frucht bringe.

Der Vater ist Hausherr im Himmelreich

Unser menschliches Gerangel um Plätze und Hierarchien wird im Himmel ein Ende finden. Mancher Gemeinde täte es gut, wenn sie das hier auf der Erde schon einüben würde.

Matthäus 20,20-23 *: Da trat die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel ihm zu Füßen, um etwas von ihm zu erbitten. Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagt zu ihm: Sprich, daß diese meine beiden Söhne einer zur Rechten, der andere zu deiner Linken sitzen sollen in deinem Reiche. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke? Sie sprechen zu ihm: Wir können es! Und er spricht zu ihnen: Ihr werdet zwar meinen Kelch trinken; aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu verleihen, steht nicht mir zu; sondern es wird denen zuteil, welchen es von meinem Vater bereitet ist.

Jesu Zorn über den Missbrauch des Hauses seines Vaters

Dort, wo der Vater entehrt wird, ist Jesu Geduld zu Ende. Jesus ist zornig über den Missbrauch des Tempels, der zu einem Kaufhaus verkommt, obwohl er doch ein Bethaus sein soll. Erfüllen wir mit unseren Gemeinden Jesu Vorstellung von einem Bethaus?

Matthäus 21,12-14  *: Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen!» Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie.

Markus 11,15-18 *: Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, die hinauszutreiben, welche im Tempel verkauften und kauften; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenverkäufer stieß er um. Und er ließ nicht zu, daß jemand ein Gerät durch den Tempel trug. Und er lehrte sie und sprach: Steht nicht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker»? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! Und die Schriftgelehrten und die Hohenpriester hörten es und suchten, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten ihn, weil alles Volk staunte über seine Lehre.

Johannes 2,14-17 *: Und er fand im Tempel die Verkäufer von Ochsen und Schafen und Tauben und die Wechsler, die dasaßen. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Ochsen, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um und sprach zu denen, welche die Tauben feilboten: Traget das von dannen! Machet nicht meines Vaters Haus zu einem Kaufhaus! Es dachten aber seine Jünger daran, daß geschrieben steht: «Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.»

Die Gaben des himmlischen Vaters

Der Vater im Himmel gibt gute Gaben

Die guten Gaben des Vaters sind nicht immer Erhörungen unserer Bitten, aber es sind Gaben, die uns guttun, es ist die Gabe des Heiligen Geistes, es ist lebendiges Wasser, das ewige Leben.

Matthäus 7,7-11 *: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gäbe, oder, wenn er um einen Fisch bittet, er ihm eine Schlange gäbe? Wenn nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten!

Lukas 11,11-13 *: Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet? Oder wenn er ihn um einen Fisch bittet, gibt er ihm statt des Fisches eine Schlange? Oder wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion geben? So nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!

Johannes 4,10 *: Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes erkenntest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken! so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser!

Das rechte Wort

Der Vater wird durch seinen Geist uns immer wieder die rechten Worte geben, uns in Bedrängnis nie allein lassen.

Matthäus 10,17-20 *: Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch den Gerichten überliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln; auch vor Fürsten und Könige wird man euch führen, um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. Wenn sie euch aber überliefern, so sorget euch nicht darum, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt; denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist's, der durch euch redet.

Der Vater im Himmel erhört Bitten

Jesus fordert nicht die große Gebetsversammlung, aber er fordert das gemeinsame Gebet.

Matthäus 18,19-20 *: Weiter sage ich euch, wenn zwei von euch übereinkommen werden auf Erden über irgend eine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteil werden von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Das Reich Gottes - Der Vater im Himmel übergibt das Reich an den Sohn

Die wichtigste Bibelstelle zu diesem Abschnitt soll im griechischen Urtext genauer angeschaut werden:

Und ich verordne euch, wie mir mein Vater das Reich verordnet hat, (Lukas 22,29  *)

καγω διατιθεμαι υμιν καθως διεθετο μοι ο πατηρ μου βασιλειαν - kagoh diatithemai ymin kathohs dietheto moi o patehr moy basileian (Lukas 22,29 *)

Sowohl das, was Jesus den Jüngern verordnet, hat ihm, Jesus, Gott, der Vater, verordnet. Im griechischen Text steht hier in beiden Fällen das Medium des Verbes διατιθημι (diatithehmi). Als Medium bedeutet es nach Menge (Langenscheidt): a) ein Testament machen; jemandem etwas vermachen; festsetzen, bestimmen und b) feilbieten, verkaufen und c) schlichten und d) Gebrauch machen von etwas. Schlachter übersetzt mit «verordnen». Wichtiger ist aber die Zeitform. Das Verb „verordne“, in dem Wort, das Jesus seinen Jüngern sagt: „Und ich verordne euch das Reich“, steht im Präsens. Dagegen steht das gleiche Verb, wenn Jesus über das spricht, was der Vater getan hat: „... wie mir mein Vater das Reich verordnet hat ...“ im Aorist. Nun muss man wissen, dass im griechischen Sprachgebrauch Präsens und Aorist keine Zeitformen sind, sondern Aspekte oder Aktionsarten. Nach Haubeck/v.Siebenthal beschreibt das Präsens „etwas Nichtabgeschlossenes, sich noch Entwickelndes, Fortdauerndes, kurz etwas Andauerndes“. Dagegen kann der Aorist zwei Aspekte beschreiben, im punktuellen Aspekt etwas lediglich (d.h. ohne Rücksicht auf Dauer oder Ergebnis) zum Vollzug Kommendes oder im resultativen Aspekt etwas im Ergebnis Vorliegendes. Legt man den resultativen Aspekt zugrunde, so ist die Übergabe des Reiches an Jesus etwas, das der Vater vollzogen hat und das im Ergebnis vorliegt. Dagegen ist die Übergabe des Reiches an die Jünger etwas, das sich entwickelt, das andauert, das noch nicht abgeschlossen ist. Legt man den punktuellen Aspekt zugrunde, so kann man das Wort auch so deuten, das diese Übergabe noch zum Vollzug kommen wird. Dann hätte man von Jesus aber eine andere Formulierung erwartet, insbesondere auf das, was er den Jüngern verheißt. Für uns interessant ist eher der Blick auf die Jünger, die die Zusage Jesu als etwas sich Entwickelndes erhalten. Sie spiegelt sich in der Kirchengeschichte und in jeder Gemeindegeschichte wieder. Manchmal lebt eine Gemeinde in großer Einheit, erlebt Wunder, ist einmütig im Gebet. Dann ist das Reich Gottes mit Händen zu greifen und man möchte die Zeit anhalten und festhalten. Und dann erstarren Gemeinden wieder und man fragt sich, wie schon die Sendschreiben: „Wo ist die erste Liebe geblieben?“

Es bleibt also festzuhalten: Jesus hat das Reich vom Vater übertragen bekommen. Wir haben das Angebot Jesu, er will uns dieses Reich schenken. Aber wir können es nicht festhalten wie einen bleibenden Besitz, sondern wir brauchen dazu die intensive Nähe zu Jesus.

Das Reich Gottes ist in Jesu Hand, es ist ihm vom Vater übergeben worden. Der Evangelist und Apostel Johannes war sich dessen bewusst und drückt das sehr klar in seinem Kommentar zum Handeln Jesu bei der Fußwaschung mit dem Wort ALLES aus: obgleich Jesus wußte, daß ihm der Vater alles in die Hände gegeben habe und daß er von Gott ausgegangen sei und zu Gott hingehe, (Johannes 13,3  *). Matthäus überliefert ebenfalls ein Wort Jesu, in dem er sich dazu bekennt, dass ihm ALLES von seinem Vater übergeben ist: Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater, als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will. (Matthäus 11,27   *) Dieses Wort spricht einerseits von der Beauftragung Jesu, es grenzt darüber hinaus aber auch das Christentum klar gegen alle anderen Religionen ab, denn Jesus sagt hier auch, dass wir den Vater nur durch Jesus erkennen, durch keinen anderen Religionsstifter, weder Buddha noch Mohammed noch die vielen anderen Verführer können uns den lebendigen Gott offenbaren, nur der Sohn.

Jesus empfindet die Verantwortung für das Reich Gottes auch nicht als ein Geschenk, etwa in dem Sinne: „Jetzt bin ich der Chef!“ Er empfindet es als Verordnung, als Anweisung Gottes.

Lukas 22,24-30  *: Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen für den Größten zu halten sei. Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über sie, und ihre Gewalthaber heißt man Wohltäter. Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Gebieter wie der Diener. Denn wer ist größer: wer zu Tische sitzt, oder der Diener? Ist es nicht der, welcher zu Tische sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie der Diener. Ihr aber seid die, welche bei mir ausgeharrt haben in meinen Anfechtungen. Und ich verordne euch, wie mir mein Vater das Reich verordnet hat, daß ihr an meinem Tische in meinem Reiche essen und trinken und auf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten.

Johannes 13,1-5  *: Vor dem Passahfeste aber, da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen sei, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: wie er geliebt hatte die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und während der Mahlzeit, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, obgleich Jesus wußte, daß ihm der Vater alles in die Hände gegeben habe und daß er von Gott ausgegangen sei und zu Gott hingehe, steht er vom Mahle auf, legt seine Kleider ab, nimmt einen Schurz und umgürtet sich; darauf goß er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.

Matthäus 11,25-30  *: Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast! Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater, als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!

Der Heilige Geist, Beistand und Tröster

Angesichts des Geschehens während der Taufe Jesu (Matthäus 3,16   *) müssen wir vor unseren orthodoxen Brüdern Buße tun, dass wir im Westen so sehr darauf bestehen, dass der Heilige Geist der Geist Gottes und der Geist Jesu sei, ein Streit, der unter dem lateinischen Wort FILIOQUE in die Kirchengeschichte eingegangen ist. Jesus empfängt mit der Taufe den Geist Gottes. Zwar kann man hier auch argumentieren, dass der präexistente Jesus selbstverständlich auch im Geist Gottes gehandelt hat, etwa, als er Mose die ZEHN GEBOTE übergab, dass hier also nur der wahre Mensch Jesus den Geist Gottes empfängt. Aber warum liest man den Text nicht so, wie er da steht und überlässt alles andere Gott. Der von Herzen demütige Sohn Jesus hätte nie den Geist des Vaters für sich reklamiert, denn er weiß sich mit dem Vater eins (Johannes 10,30   *). Berücksichtigt man die Einheit zwischen Vater und Sohn, dann ist klar, dass der Kampf um das FILIOQUE nur ein Streit um Bezeichnungen ist, der Geist Gottes ist ein Geist, er ist eine Einheit, untrennbar in Vater und Sohn, so wie auch Vater und Sohn nicht trennbar sind, denn Jesus sagt: Ich und der Vater sind eins. (Johannes 10,30   *). Berücksichtigt man noch das andere Wort Jesu: Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. (Johannes 5,19   *), so sieht man, dass Jesus auch in seinem Handeln völlig in einer Einheit mit dem Vater lebt und man fragt sich, wie es überhaupt zu solch einem Streit kommen konnte. Aber dies ist nur eine Randnotiz. Uns interessiert dieser Text, um zu zeigen, dass der Vater den Heiligen Geist schenkt, hier deutlich sichtbar dem Sohn, der gehorsam die Taufe des widerstrebenden Johannes des Täufers sucht.

Jesus erwartet den gleichen Gehorsam und auch Geduld von seinen Jüngern, wenn er sie auffordert, in der Stadt zu warten, bis sie „angetan werden mit Kraft aus der Höhe.“ Wie oft laufen wir einfach los und warten nicht auf die „Kraft aus der Höhe“. Auch hier formuliert Jesus demütig: „Ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters.“ Auch der Apostel Johannes überliefert vergleichbare Worte Jesu: „Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand geben, ... den Geist der Wahrheit“. Er spricht vom Heiligen Geist als dem Geist, „welchen mein Vater in meinem Namen senden wird“. Später spricht er allerdings vom Geist der Wahrheit, „welchen mein Vater in meinem Namen senden wird“, schränkt dann allerdings ein: „der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht“. Er beschreibt die vielfältigen Aufgaben, die der Geist Gottes unter uns hat, zu erinnern, zu bezeugen, zu lehren. Über allem steht das Wort Jesu: „Denn der Vater selbst hat euch lieb“ (Johannes 16,27  *). Der Heilige Geist ist Ausdruck dieser Liebe des Vaters zu uns.

Vergleiche hierzu auch den Abschnitt Die Grenzen der Theologie.

Matthäus 3,16  *: Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen.

Lukas 24,49 *: Und siehe, ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibet in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.

Johannes 14,15-17   *: Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote! Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand geben, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

Johannes 14,25-26   *: Solches habe ich zu euch gesprochen, während ich noch bei euch bin; der Beistand aber, der heilige Geist, welchen mein Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Johannes 15,26-27  *: Wenn aber der Beistand kommen wird, welchen ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen; und auch ihr werdet zeugen, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.

Johannes 16,7-13  *: Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. Und wenn jener kommt, wird er die Welt überzeugen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht; von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; von Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht mehr sehet; von Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

Rechte Kinder des himmlischen Vaters

In diesem Abschnitt sind solche Bibelstellen zitiert, die die Reaktionen auf die Liebe des Vaters beschrieben, Reaktionen, die Jesus von uns erwartet. Wie schon an anderen Stellen bemerkt, zeigt sich auch hier, dass es Jesus um die Praxis unseres Verhältnisses zu Gott geht, nicht um ein theoretisches Verständnis Gottes oder um einen Gottesbegriff.

Handeln, damit der Vater im Himmel gepriesen werde

Jesus handelt zu Gottes Verherrlichung, wie das Kapitel „Jesus verherrlicht den Vater“ zeigt. Und er wird umgekehrt deswegen auch von Gott verherrlicht. Jesus setzt uns damit ein Vorbild, wir sind ebenfalls aufgefordert, zur Verherrlichung des Vaters zu handeln. Unser Handeln soll die Menschen, die unsere guten Taten sehen, zum Lobpreis Gottes führen. Das Vorbild Jesu wird dabei in den Wundergeschichten deutlich, wenn die Geheilten Gott preisen. Jesus ruft auch nicht jeden, den er heilt, in die Nachfolge. Manche schickt er als Geheilte zurück in ihr Dorf, damit sie dort die großen Taten Gottes bezeugen und damit Gott preisen. Allerdings zeigt die Heilung der 10 Aussätzigen, dass nicht jeder zum Lobpreis Gottes bereit ist. Manche nehmen es einfach nur hin und vergessen, was Gott an ihnen getan hat.

Die Gemeinde der Gläubigen ist zum Lobpreis aufgerufen, die Jünger haben es ihr vorgemacht. Sie loben den, der ihnen das ewige Leben gibt, der sie zu großen Werken beruft und der die Auferstehung und das Leben ist.

Manchmal kann auch das Leiden eines Menschen zum Lobpreis Gottes dienen, wenn Menschen im Glauben diesen Menschen im Namen Jesu heilen. Es gibt Krankheiten, von denen Jesus sagt: „Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde!“

Die Frucht unseres Lebens verherrlicht Gott.

Die Tatsache, dass es zu dieser Aufforderung zu handeln, damit der Vater im Himmel gepriesen werde, schon bei oberflächlicher Suche mit der Konkordanz 19 Bibelstellen gibt, zeigt, wie wichtig Jesus diese Aufforderung ist.

Matthäus 5,16 *: So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Matthäus 9,8 *: Als aber die Volksmenge das sah, verwunderte sie sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben.

Matthäus 21,42-43 *: Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr noch nie gelesen in der Schrift: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom Herrn geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen»? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das dessen Früchte bringt.

Lukas 5,25-26  *: Und alsbald stand er auf vor ihren Augen, nahm das Bett, darauf er gelegen hatte, ging heim und pries Gott. Da gerieten alle außer sich vor Staunen, und sie priesen Gott und wurden voll Furcht und sprachen: Wir haben heute Unglaubliches gesehen!

Lukas 7,13-17 *: Und als der Herr sie sah, erbarmte er sich ihrer und sprach zu ihr: Weine nicht! Und er trat hinzu und rührte den Sarg an; die Träger aber standen still. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote setzte sich auf und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. Da wurden sie alle von Furcht ergriffen und priesen Gott und sprachen: Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht! Und diese Rede von ihm verbreitete sich in ganz Judäa und in die ganze Umgegend.

Lukas 8,38-39 *: Der Mann aber, von welchem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, daß er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus entließ ihn und sprach: Kehre zurück in dein Haus und erzähle, was Gott dir Großes getan hat! Und er ging und verkündigte in der ganzen Stadt, was Jesus ihm Großes getan habe.

Lukas 9,42-44 *: Und noch während er hinzuging, riß und zerrte ihn der Dämon. Aber Jesus bedrohte den unreinen Geist und machte den Knaben gesund und gab ihn seinem Vater wieder. Es erstaunten aber alle über die große Macht Gottes. Da sich nun alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern: Fasset ihr diese Worte zu Ohren: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände überliefert werden.

Lukas 13,10-14 *: Er lehrte aber in einer der Synagogen am Sabbat. Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren einen Geist der Krankheit hatte, und sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten. Als nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Weib, du bist erlöst von deiner Krankheit! Und er legte ihr die Hände auf, und sie wurde sogleich gerade und pries Gott. Da ward der Synagogenvorsteher entrüstet, daß Jesus am Sabbat heilte, und sprach zum Volke: Es sind sechs Tage, an welchen man arbeiten soll; an diesen kommet und lasset euch heilen, und nicht am Sabbattag!

Lukas 17,11-19 *: Und es begab sich, als er nach Jerusalem reiste, daß er mitten durch Samaria und Galiläa zog. Und bei seiner Ankunft in einem Dorf begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von ferne stehen blieben. Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, Meister, erbarme dich unser! Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern! Und es begab sich, während sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber von ihnen, als er sah, daß er geheilt worden war, kehrte wieder um und pries Gott mit lauter Stimme, warf sich auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm; und das war ein Samariter. Da antwortete Jesus und sprach: Sind nicht ihrer zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der umgekehrt wäre, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Steh auf und gehe hin; dein Glaube hat dich gerettet!

Lukas 19,36-38 *: Als er aber weiterzog, breiteten sie auf dem Wege ihre Kleider aus. Als er sich aber schon dem Abhang des Ölberges näherte, fing die ganze Menge der Jünger freudig an, Gott zu loben mit lauter Stimme wegen all der Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Ehre in der Höhe!

Lukas 24,52-53 *: Und sie fielen vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen und lobten Gott.

Johannes 5,19-30   *: Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, so daß ihr euch verwundern werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet auch niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, also hat er auch dem Sohne verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. Und er hat ihm Macht gegeben, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist. Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden; und es werden hervorgehen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Ich kann nichts von mir selbst tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

Johannes 9,1-4 *: Und da er vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war von Geburt an. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist? Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern; sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbar würden! Ich muß die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, wo niemand wirken kann.

Johannes 11,1-4 *: Es war aber einer krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorfe der Maria und ihrer Schwester Martha, nämlich der Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. Da ließen ihm die Schwestern sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der ist krank! Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde!

Johannes 12,27-29  *: Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen! Das Volk nun, das dabeistand und solches hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet.

Johannes 13,31-32  *: Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn! Ist Gott verherrlicht durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst und wird ihn alsbald verherrlichen.

Johannes 14,12-13   *: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe; und was ihr auch in meinem Namen bitten werdet, will ich tun, auf daß der Vater verherrlicht werde in dem Sohne.

Johannes 15,8 *: Dadurch wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringet und meine Jünger werdet.

Johannes 15,16 *: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, daß ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe, auf daß, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er es euch gebe.

Nächstenliebe und Vollkommenheit

Die Nächstenliebe begründet Jesus „auf daß ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid“. Er fordert uns zur Nächstenliebe auf, weil wir damit dem Vorbild Gottes folgen. Nächstenliebe ist also ein Weg, dem Vorbild Gottes ähnlicher zu werden. Damit wird es für uns zu einer um so größeren Herausforderung: Wir sollen vollkommen sein! Dieses Wort Jesu muss uns demütig machen, eine schnelle Deutung verbietet sich.

Weil Gott barmherzig ist, sollen auch wir barmherzig sein. Liebe zu Gott, Liebe zu Jesus ist nicht ein diffuses Gefühl, sondern sie äußert sich ganz konkret darin, dass wir sein Wort, seine Gebote befolgen. In diesem Wort (Johannes 14,21-24   *) offenbart sich ein ganz anderer Zugang zur Liebe. Weil ich jemanden liebe, akzeptiere ich, was er/sie sagt, folge ich dem, was er/sie sagt, nicht immer, weil ich es für die beste Vorgehensweise halte, sondern aus Liebe. Ein starkes Wort Jesu, das so gar nicht dem entspricht, was Menschen gemeinhin unter Liebe verstehen.

Matthäus 5,43-48 *: Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!» Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; auf daß ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden ebenso? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist!

Lukas 6,35-36 *: Vielmehr liebet eure Feinde und tut Gutes und leihet, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Johannes 14,21-24   *: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Da spricht zu ihm Judas, nicht der Ischariot: Herr, wie kommt es, daß du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer mich nicht liebt, befolgt meine Worte nicht; und doch ist das Wort, das ihr höret, nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.

Johannes 15,9-11 *: Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibet in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin. Solches habe ich zu euch geredet, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.

Gerechtigkeit

Unsere Gerechtigkeit ist eingebettet in unser Verhältnis zu Gott, nicht zu den Menschen. Darin zeigt sich unser Glaube. Viele bekennen sich öffentlich zu Gott, beten laut und wohlgesetzt in der Gemeinde, engagieren sich, so dass sie in wichtige Ämter gewählt werden. Aber das, was wir wirklich für Gott tun, wird erst dann sichtbar, wenn niemand anderes mehr hinschaut. Ist es mir dann immer noch wichtig zu beten? Bin ich dann immer noch so engagiert, wenn es keiner sieht? Erst hier zeigt sich wirklicher Glaube, wenn ich etwas tue, was kein Mensch mehr sieht, was - menschlich gesprochen - für meinen Aufstieg in der Hierarchie meiner Gemeinde oder KIrche völlig nutzlos ist, mir keinen menschlichen Lohn bringt, was ich aber tue, weil ich glaube, dass Gott im Himmel es sieht. Diese Gerechten „leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich“, weil Gott in das Verborgene sieht und das Verborgene segnet. Es zeigt sich immer wieder, dass der Glaube der Kern unseres Verhältnisses zu Gott ist. Engagement findet man auch in einem Kaninchenzüchterverein ...

Matthäus 6,1-4  *: Habet acht, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten übet, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen sei. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.

Matthäus 13,41-43 *: Des Menschen Sohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche sammeln alle Ärgernisse und die da Unrecht tun und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein. Alsdann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Lukas 18,11-14 *: Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe. Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch, dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, eher als jener; denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Gebet

Was wir oben zur Gerechtigkeit gesagt haben, gilt erst recht für das Gebet. Aus welchem Grunde beten wir? Damit wir Menschen beeindrucken oder wollen wir gar Gott beeindrucken, weil wir so wunderbar kraftvoll beten? Jesus sagt, dass das Gebet eigentlich überflüssig ist: „Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, ehe ihr ihn bittet.“ Mit dem Gebet zeigt sich unser Glaube. Es ist für uns wichtig, weil es uns zwingt, unsere Erwartung an Gott zu formulieren. Wir dürfen Gott alles sagen, nicht nur das, was wir für theologisch korrekt halten. Jesus bittet: „Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber!“ Wenn Jesus so bittet, dann dürfen auch wir mit unvernünftigen Anliegen zu Gott kommen. Jesus ermutigt uns sogar, vor Gott zu betteln, immer wieder mit einer Bitte zu kommen, denn darin äußert sich unser Glaube. König Ahas von Juda macht eine starke Erfahrung mit Gott, die auch für uns Vorbildcharakter hat: Weiter redete der HERR zu Ahas und sprach: Fordere ein Zeichen von dem HERRN, deinem Gott, in der Tiefe unten oder droben in der Höhe! Da antwortete Ahas: Ich will nichts fordern, damit ich den HERRN nicht versuche. Darauf sprach Jesaja: Höre doch, Haus Davids, ist es euch nicht genug, daß ihr Menschen ermüdet, müßt ihr auch meinen Gott ermüden? Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen und wird Mutter eines Sohnes, den sie Immanuel nennen wird. (Jesaja 7,10-14 *) Mit seinen frommen Ausreden hat König Ahas Gott ermüdet, Gott erzürnt. Diese Erzählung über König Ahas wird mit den bekannten Worten eingeleitet: „Glaubet ihr nicht, so bleibet ihr nicht!“ In unserem Gebet muss sich auch unser Glaube ausdrücken, sonst ermüden wir Gott und Gott wird uns nicht antworten. Leere Worte können Menschen nicht beeindrucken, Gott beeindrucken sie erst recht nicht.

Jesus ist eine so starke Einheit mit seinem Vater, dass er sagen kann: „Ich weiß, daß du mich allezeit erhörst!“ Und er sieht das nicht als sein Privileg an. Denn er sagt den Jüngern: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben!“ Also dürfen auch wir zum Vater beten: „Ich weiß, daß du mich allezeit erhörst!“ Allerdings ist unsere Erfahrung doch eine ganz andere. Deshalb stellt sich uns eine weitere Frage. Wie sehr sind wir eins mit Gott, welchen Raum hat der Heilige Geist in meinem Leben. Denn Jesus sagt auch: Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. (Johannes 5,19   *) Er lebt sozusagen im Blickkontakt mit dem Vater und kann sagen: Ich und der Vater sind eins. (Johannes 10,30   *) Diese beiden Aussagen Jesu weisen uns den Weg zu einem rechten Gebet und damit auch zu einem rechten Verständnis von Johannes 16,23-24  *

Eine weitere Voraussetzung für ein erhörliches Gebet findet sich in dem Abschnitt „Vergebungsbereitschaft“.

Matthäus 6,5-13 *: Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie beten gern in den Synagogen und an den Straßenecken, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließ deine Türe zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr nun also beten: Unser Vater, der du bist in dem Himmel! Geheiligt werde dein Name. Es komme dein Reich. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.

Lukas 11,1-4 *: Und es begab sich, daß er an einem Ort betete; und als er aufhörte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte! Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprechet: Vater, geheiligt werde dein Name! Es komme dein Reich! Gib uns täglich unser nötiges Brot! Und vergib uns unsre Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldig ist! Und führe uns nicht in Versuchung!

Matthäus 26,39 *: Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!

Matthäus 26,42 *: Wiederum zum zweitenmal, ging er hin, betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!

Markus 14,36 *: Und er sprach: Abba, Vater! Es ist dir alles möglich; nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst.

Lukas 6,12-13 *: Es begab sich aber in diesen Tagen, daß er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. Und als es Tag geworden, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte:

Lukas 22,42 *: und sprach: Vater, wenn du willst, so nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!

Lukas 18,1-8 *: Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, daß sie allezeit beten und nicht nachlässig werden sollten, nämlich: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute. Es war aber eine Witwe in jener Stadt; die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegenüber meinem Widersacher! Und er wollte lange nicht; hernach aber sprach er bei sich selbst: Ob ich schon Gott nicht fürchte und mich vor keinem Menschen scheue, so will ich dennoch, weil mir diese Witwe Mühe macht, ihr Recht schaffen, damit sie nicht schließlich komme und mich ins Gesicht schlage. Und der Herr sprach: Höret, was der ungerechte Richter sagt! Sollte aber Gott nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er sie auch lange warten läßt? Ich sage euch, er wird ihnen Recht schaffen in Kürze! Doch wenn des Menschen Sohn kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?

Johannes 11,42-44  *: Doch ich weiß, daß du mich allezeit erhörst; aber um des umstehenden Volkes willen habe ich es gesagt, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast. Und als er solches gesagt, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und laßt ihn gehen!

Johannes 16,23-24  *: Und an jenem Tage werdet ihr mich gar nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben! Bis jetzt habt ihr gar nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr nehmen, auf daß eure Freude völlig werde!

Johannes 17,1   *: Solches redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche!

Vergebungsbereitschaft

Vergebungsbereitschaft ist eine der zentralen Forderungen in der Predigt Jesu. Gott richtet sich in seiner Vergebungsbereitschaft nach uns. Vergebung ist auch die Voraussetzung für unser Gebet. Vor dem Gebet zu Gott steht die Vergebung, „wenn ihr etwas wider jemand habt“. Unsere Vergebungsbereitschaft darf keine Grenze haben, denn 7-mal 70-mal will keine Grenze sein, sondern es beschreibt die vollständige Vergebung, auch die Tatsache, dass wir immer wieder zu vergeben haben, so wie Gott auch uns immer wieder vergeben muss und uns mit seinem Frieden, mit seiner Gerechtigkeit beschenken muss, weil wir immer wieder versagen. Auch Jesus am Kreuz vergibt, obwohl es die Soldaten unter dem Kreuz herzlich wenig interessierte, sie verteilten lieber die Beute.

Matthäus 6,14-15 *: Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben.

Markus 11,21-26  *: Und Petrus dachte daran und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt! Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! Denn wahrlich, ich sage euch, wenn jemand zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und in seinem Herzen nicht zweifelte, sondern glaubte, daß das, was er sagt, geschieht, so wird es ihm zuteil werden. Darum sage ich euch: Alles, was ihr im Gebet verlangt, glaubet, daß ihr es empfangen habt, so wird es euch zuteil werden! Und wenn ihr steht und betet, so vergebet, wenn ihr etwas wider jemand habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Fehler vergebe. Wenn ihr aber nicht vergebet, so wird auch euer Vater im Himmel eure Fehler nicht vergeben.

Matthäus 18,21-35 *: Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal? Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal! Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, ward einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente schuldig. Da er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und also zu bezahlen. Da warf sich der Knecht vor ihm nieder und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen! Da erbarmte sich der Herr dieses Knechtes und gab ihn frei und erließ ihm die Schuld. Als aber dieser Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm hundert Denare schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle, was du schuldig bist! Da warf sich sein Mitknecht nieder, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen! Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn die ganze Geschichte. Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest; solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war. Also wird auch mein himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen die Fehler vergebet.

Lukas 23,33-34  *: Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte nennt, kreuzigten sie daselbst ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den andern zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Sie teilten aber seine Kleider und warfen das Los.

Fasten

Jesus spricht hier kein Gebot aus zu fasten. Er warnt uns nur, mit unserem Fasten anzugeben: „Bruder A fastet heute, welch glaubensstarker Mensch.“ Das Fasten ist etwas, das sich im Verborgenen abspielen soll und nur zwischen dem Menschen und Gott eine Rolle spielt, nicht vor den Menschen.

Matthäus 6,16-18 *: Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt werde, daß sie fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit es nicht von den Leuten bemerkt werde, daß du fastest, sondern von deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.

Rechte Sorglosigkeit

Jesus stellt uns die Schöpfung vor Augen. Er spricht nicht vom „Fressen“ und „Gefressen werden“, wie es Paulus im Brief an die Römer tut: Denn die gespannte Erwartung der Kreatur sehnt die Offenbarung der Kinder Gottes herbei. Die Kreatur ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, daß auch sie selbst, die Kreatur, befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt; und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unsres Leibes. (Römer 8,19-23 *) Jesus spricht über die Schönheit der Natur. Diese Schönheit hat Gott, der Vater, der Natur geschenkt. Er bringt das Beispiel der Lilie, aber auch das Gras des Feldes. Im Blick auf die Lilie werden wir Jesus unmittelbar zustimmen. Aber werden wir das auch im Blick auf das Gras tun? Jesus will uns damit eine rechte Sichtweise auf die Dinge des Lebens schenken. Lilie und Gras sind jedes für sich schön und ein Schöpfungsgedanke Gottes. Menschlich beurteilt ist die Lilie schön und das Gras ein unbeachtliches Gebrauchsgut. Seine Schönheit erkennen unr die Experten. Wir aber das Gras knapp, etwa wegen einer Dürre, dann bemerken plötzlich alle Menschen, wie wichtig das Gras ist.

So ist es auch mit uns Menschen, wenn wir uns untereinander beurteilen. Wir sehen die Schönheit der Lilien, der Menschen, die sich mit vielen Hilfsmitteln aufgestylt haben. Wir sehen die Lilien unter uns. Und wir schauen auf die Mauerblümchen herab, die wie das Gras kaum Beachtung finden. Und weil ich selbst solche Unterschiede zwischen Menschen mache, entsteht plötzlich die Angst, ich könnte zum Mauerblümchen werden. Und dann kaufe ich all die Mittelchen, die versprechen, das zu verhindern. Das ist die Dynamik unserer Sorgen. Ich akzeptiere nicht die Schönheit der Schöpfung, das „SEHR GUT“ des sechsten Schöpfungstages: Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es ward Abend, und es ward Morgen: der sechste Tag. (1.Mose 1,31 *)

Die rechte Sorglosigkeit, die Jesus von uns fordert, hat etwas damit zu tun, dass wir die Schöpfung, so wie sie in den ersten sieben Tagen der Weltzeit erschaffen wurde, bejahen und darüber hinaus hoffen und glauben, weil Jesus Christus in Herrlichkeit wiederkommen wird und auch das verbleibende „Seufzen der Schöpfung“ in ein großes Halleluja verwandeln wird, weil dann gilt: Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Throne saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind gewiß und wahrhaft! (Offenbarung 21,3-5  *)

Wir erkennen aus all diesen Beobachtungen, dass die Aufforderung Jesu, nicht zu sorgen, keine Aufforderung zu einem mentalen Kraftakt ist. Sie ist die Aufforderung, die Augen für die großen Taten Gottes zu öffnen, für die, die er an den Vätern getan hat, für die, die er an uns tut, und für die, die er durch seine Propheten verheißen hat. Es ist die Ermutigung zum Glauben: „Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen“ (Hebräer 11,6 *).

Matthäus 6,25-34  *: Darum sage ich euch: Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Länge eine einzige Elle hinzusetzen? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie deren eine. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden; aber euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles bedürft. Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles hinzugelegt werden. Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tage genügt seine eigene Plage!

Lukas 12,18-21 *: Und er sprach: Das will ich tun, ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter aufspeichern und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und sei guten Muts! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast? So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott.

Lukas 12,24 *: Betrachtet die Raben! Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Speicher noch Scheunen, und Gott nährt sie doch. Wieviel mehr seid ihr wert als die Vögel!

Lukas 12,27-31 *: Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen! Sie spinnen nicht und weben nicht; ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen! Wenn aber Gott das Gras auf dem Felde, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr euch, ihr Kleingläubigen! Fraget auch ihr nicht darnach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt und reget euch nicht auf! Denn nach dem allem trachten die Heiden der Welt; euer Vater aber weiß, daß ihr dessen bedürfet. Trachtet vielmehr nach seinem Reiche, so wird euch solches hinzugelegt werden.

Rechter Gehorsam - der Wille des Vaters

Wie ein Motto steht Matthäus 7,21  * über diesem Abschnitt:

Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

Jesus ist nicht gekommen, um Ehre für sich zu suchen, also das „Herr, Herr“. Jesus ist gekommen, um den Willen des Vaters im Himmel zu erfüllen. Bei aller Gelassenheit, die die Gemeinde im Blick auf Werke und Taten haben darf, gilt doch auch für sie das Wort des Jakobus, des Bruder des Herrn: Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne Werke tot. (Jakobus 2,26 *) Dieses Wort hebt nicht die Argumentation des Paulus auf. Schon gar nicht ist es eine Gegenrede zu Paulus. Der Gemeindeleiter der Gemeinde in Jerusalem schreibt in einem seelsorglichen Wort, dass der Glaube, der sich nur im Kopf abspielt und nicht auch in mein Handeln einfließt, kein Glaube ist. Das sieht auch Paulus so, denn er wird in seiner Theologie angegriffen: Müßte man dann nicht so reden, wie wir verleumdet werden und wie etliche behaupten, daß wir sagen: «Lasset uns Böses tun, damit Gutes daraus komme»? Ihre Verurteilung ist gerecht! (Römer 3,8 *) Paulus setzt sich mit dem Gesetz auseinander: „Du musst das und das tun, dann ...“ Dieses Gesetz kann nicht retten. Aber er sagt auch: Denn als wir bei euch waren, geboten wir euch dies: wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen. (2.Thessalonicher 3,10 *) und Ihr aber, Brüder, werdet nicht müde, Gutes zu tun! (2.Thessalonicher 3,13 *) Warum sollen die Brüder nicht müde werden, Gutes zu tun? Wir tuen Gutes, weil der Glaube Gutes tun will, weil er eine lebendige Kraft in uns ist, weil der Geist des Vaters in uns wirkt.

Und damit haben wir ein Verständnis gewonnen, was Jesus uns aufträgt, wenn er uns auffordert, den Willen des Vaters zu tun. Er möchte, dass wir frei werden, das Gute zu tun, die Werke zu tun, die Gott für uns vorgesehen hat. Paulus formuliert das so: Denn wir sind sein Werk, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen. (Epheser 2,10  *)

Dadurch, dass wir den Willen des Vaters tun, sein Wort hören und bewahren, sein Wort tun, werden wir zu Jesu „Bruder, Schwester und Mutter“, nur dadurch, nicht durch hehre Theologie, kommen wir ihm nahe.

Matthäus 7,21  *: Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

Matthäus 12,46-50 *: Während er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und suchten mit ihm zu reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen mit dir zu reden. Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Seht da, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter!

Matthäus 21,28-31 *: Was dünkt euch aber? Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg! Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Hernach aber reute es ihn, und er ging. Als aber der Vater zu dem andern dasselbe sagte, antwortete dieser und sprach: Ja, Herr! und ging nicht. Welcher von diesen beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Da spricht Jesus zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, die Zöllner und die Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr!

Matthäus 19,2-6 *: Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach, und er heilte sie daselbst. Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es erlaubt, aus irgend einem Grunde seine Frau zu entlassen? Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Weib erschuf und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

Matthäus 22,16-21 *: Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an. Darum sage uns, was dünkt dich: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? Als aber Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeiget mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist das Bild und die Aufschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

Matthäus 26,51-54 *: Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder meinst du, ich könnte nicht meinen Vater bitten, und er würde mir noch jetzt mehr als zwölf Legionen Engel schicken? Wie würden dann aber die Schriften erfüllt, daß es so kommen muß?

Markus 3,34-35 *: Und indem er ringsumher die ansah, welche um ihn saßen, spricht er: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.

Lukas 8,21 *: Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun!

Lukas 11,27-28 *: Es begab sich aber, als er solches redete, erhob eine Frau aus dem Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja vielmehr, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!

Lukas 20,20-25 *: Und sie lauerten ihm auf und sandten Aufpasser ab, die sich stellen sollten, als wären sie redlich, um ein Wort von ihm aufzufangen, damit sie ihn der Obrigkeit und der Gewalt des Landpflegers überantworten könnten. Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, daß du richtig redest und lehrst und nicht die Person ansiehst, sondern den Weg Gottes der Wahrheit gemäß lehrst. Ist es uns erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? Da er aber ihre Arglist merkte, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich? Zeiget mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift trägt er? Sie antworteten: Des Kaisers. Er aber sprach zu ihnen: So gebt doch dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

Johannes 12,46-50 *: Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit niemand, der an mich glaubt, in der Finsternis bleibe. Und wenn jemand meine Worte hört und nicht hält, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tage. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. Und ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist. Darum, was ich rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat.

Johannes 14,31   *: Damit aber die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und also tue, wie mir der Vater befohlen hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen!

Johannes 17,4-5  *: Ich habe dich verherrlicht auf Erden, indem ich das Werk vollendet habe, das du mir gegeben hast, daß ich es tun solle. Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

Johannes 20,21 *: Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Mut zu furchtlosem Bekennen

„Jeder nun, der mich bekennt vor den Menschen, den will auch ich bekennen vor meinem himmlischen Vater.“

Dies ist unser Ziel, dass Jesus uns vor seinem Vater bekennt, dass er das „Ich kenne dich.“ spricht. Denn dies wird einmal für uns entscheidend sein. Alle unsere Rechtstitel, die wir meinen, durch unser Verhalten erworben zu haben, sind nichtig, wenn Jesus sagt, als ihn jemand fragt, ob wenige gerettet werden: Ringet darnach, daß ihr eingehet durch die enge Pforte! Denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und es nicht vermögen. Wenn einmal der Hausherr aufgestanden ist und die Türe verschlossen hat, werdet ihr anfangen draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf! Dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich weiß nicht, woher ihr seid! Alsdann werdet ihr anheben zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unsern Gassen hast du gelehrt! Und er wird antworten: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid; weichet alle von mir, ihr Übeltäter! (Lukas 13,24-27  *) Dann wird es nichts mehr zu verhandeln geben. Und Jesus betont: Da wird das Heulen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reiche Gottes sehen werdet, euch selbst aber hinausgestoßen! (Lukas 13,28   *) Manche werden auch darauf hinweisen, dass sie dicke Bücher über das Neue Testament geschrieben haben. Und Jesus wird sie darauf hinweisen, dass sie sich in diesen dicken Büchern nicht einmal zu ihm bekannt haben. Der Hinweis auf den wissenschaftlichen Charakter unserer Werke wird uns dann im Halse stecken bleiben. Und wir werden erleben: Und sie werden kommen von Morgen und von Abend, von Mitternacht und von Mittag, und zu Tische sitzen im Reiche Gottes. (Lukas 13,29  *)

So sind wir bei dem Aufruf zum furchtlosen Bekennen im Zentrum unserer Heilsgewissheit angekommen. Simon Petrus hat Jesus verleugnet und ist doch der Fels geworden, auf dem Jesus Christus seine Gemeinde gebaut hat. Er ist schließlich für sein Bekenntnis zu Jesus gestorben. Der eine der Verbrecher am Kreuz hat sich genau einmal zu Jesus bekannt und ist errettet worden (Lukas 23,40-43  *). Es kommt also nicht auf die Anzahl unserer Zeugnisse für Jesus an, es kommt auch nicht darauf an, dass wir in unserem Zeugnis nie versagen, niemals feige sind. Es kommt auf die Tatsache an, dass wir klar und deutlich zu ihm stehen, mindestens einmal und unmissverständlich und ohne „WENN“ und „ABER“.

Matthäus 10,27-33 *: Was ich euch im Finstern sage, das redet am Licht, und was ihr ins Ohr höret, das prediget auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen, fürchtet vielmehr den, welcher Seele und Leib verderben kann in der Hölle. Verkauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Und doch fällt keiner derselben auf die Erde ohne euren Vater. Bei euch aber sind auch die Haare des Hauptes alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. Jeder nun, der mich bekennt vor den Menschen, den will auch ich bekennen vor meinem himmlischen Vater; wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will auch ich verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Matthäus 26,63-64   *: Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes bist! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt! Überdies sage ich euch: Von jetzt an werdet ihr des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels!

Matthäus 28,18-20 *: Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!

Lukas 12,32 *: Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben!

Lukas 12,6-9 *: Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Pfennige? Und nicht ein einziger von ihnen ist vor Gott vergessen. Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. Ich sage euch aber: Ein jeglicher, der sich zu mir bekennen wird vor den Menschen, zu dem wird sich auch des Menschen Sohn bekennen vor den Engeln Gottes; wer mich aber verleugnet hat vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.

Vertrauen in den Vater

Jesus lebt uns das Vertrauen zum Vater vor, indem er als letztes Wort am Kreuz spricht: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!“ (Lukas 23,46  *) Dazu ermutigt er auch uns. Als Simon Petrus für Jesus kämpfen möchte, da hält er ihn zurück, denn er vertraut seinem Vater: „Stecke das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?“

Matthäus 6,30  *: Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?

Markus 11,22-23  *: Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! Denn wahrlich, ich sage euch, wenn jemand zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und in seinem Herzen nicht zweifelte, sondern glaubte, daß das, was er sagt, geschieht, so wird es ihm zuteil werden.

Lukas 23,44-46   *: Es war aber um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und die Sonne wurde verfinstert, und der Vorhang im Tempel riß mitten entzwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Und als er das gesagt hatte, verschied er.

Johannes 11,20-23 *: Als Martha nun hörte, daß Jesus komme, lief sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Hause. Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! Aber auch jetzt weiß ich, was immer du von Gott erbitten wirst, das wird Gott dir geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen!

Johannes 14,1-4   *: Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Gott und vertrauet auf mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß auch ihr seid, wo ich bin. Wohin ich aber gehe, wisset ihr, und ihr kennet den Weg.

Johannes 18,11 *: Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?

Eins-Sein untereinander und mit dem Vater

Ist es ein trinitarisches Wort, wenn Jesus sagt: „Ich und der Vater sind eins.“

Eigentlich nicht, weil Jesus diese Einheit ja nicht als sein exklusives Recht beantsprucht, sondern weil er diese Einheit mit dem Vater auch für uns erbittet: „ Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast.“

Angesichts dieser großen Worte Jesu verbietet sich jeder naseweise Kommentar. Uns bleibt nur, uns unter unsere Schuld zu beugen, die uns immer wieder aus dieser Einheit mit dem Vater herausreißt. Wir haben sie immer wieder zu suchen, indem wir Vergebung für unsere Sünden erbitten und uns reinigen, so dass der Vater in uns Wohnung nehmen kann. In den Worten des Apostels Paulus: Fliehet die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch sonst begeht, ist außerhalb des Leibes; der Unzüchtige aber sündigt an seinem eigenen Leib. Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden heiligen Geistes ist, welchen ihr von Gott empfangen habt, und daß ihr nicht euch selbst angehöret? Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlichet Gott mit eurem Leibe! (1.Korinther 6,18-20 *)

Johannes 10,30  *: Ich und der Vater sind eins.

Johannes 11,49-52 *: Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahre Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, ein Mensch sterbe für das Volk, als daß das ganze Volk verderbe! Solches aber redete er nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenbrächte.

Johannes 14,10-11  *: Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst, sondern der Vater, der in mir wohnt, tut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen!

Johannes 15,22-24 *: Wenn ich nicht gekommen wäre und es ihnen gesagt hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde. Wer mich haßt, der haßt auch meinen Vater. Hätte ich nicht die Werke unter ihnen getan, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie dieselben gesehen und hassen doch sowohl mich als auch meinen Vater;

Johannes 17,20-23 *: Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind. Ich in ihnen und du in mir, auf daß sie zu vollendeter Einheit gelangen, damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.

Ehrfurcht vor Gott, dem Vater

Dieser Aufruf zur Ehrfurcht vor Gott ist eher indirekt. Gott ist für uns nicht verfügbar, deshalb das Verbot, einen Schwur mit der Berufung auf Himmel oder Erde zu bekräftigen, deshalb die Warnung vor dem Mammon und den daraus resulierenden trügerischen Sicherheiten, die wir uns selbst aufbauen und dabei Gott außer Acht lassen.

Matthäus 5,34-37 *: Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt. Auch bei deinem Haupte sollst du nicht schwören; denn du vermagst kein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.

Matthäus 6,24 *: Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Leidensbereitschaft

Jesus weiß, wie wir empfinden. Sind wir reich und gesund, so empfinden wir uns als von Gott gesegnet. Sind wir aber krank, so meinen wir, Gott habe uns verlassen, unser Glaube sei zu klein. Jesus hat nicht begonnen zu zweifeln, als sich die Kreise der Mächtigen seiner Zeit immer enger um ihn zogen. Er hat am Vater festgehalten und sein Leben mit den Worten: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!“ beschlossen (Lukas 23,46   *). Und Paulus kommentiert dies mit den Worten: Darum hat ihn auch Gott über alle Maßen erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen ist, (Philipper 2,9  *)

Johannes 16,1-4 *: Solches habe ich zu euch geredet, damit ihr keinen Anstoß nehmet. Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen. Und solches werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen. Ich aber habe euch solches gesagt, damit, wenn die Stunde kommt, ihr daran denket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch nicht von Anfang an gesagt, weil ich bei euch war.

Johannes 21,19  *: Solches aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!

Verwendung des Wortes GOTT aus jüdischer Tradition

Hier werden die Bibelstellen gesammelt, in denen über Gott im Sinne der jüdischen Tradition gesprochen wird. Dies ist ein Gott, der mit seinem Volk in Zeit und Raum gelebt hat, der in einer Wolke vor Israel hergezogen ist. Es kann also nicht der Gott sein, der durch den Propheten Jesaja von sich sagt: So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde meiner Füße Schemel! Was für ein Haus wollt ihr mir denn bauen? Oder wo ist der Ort, da ich ruhen soll? Hat doch meine Hand das alles gemacht, und so ist dies alles geworden, spricht der HERR. Ich will aber den ansehen, der gebeugten und niedergeschlagenen Geistes ist und der zittert ob meinem Wort. (Jesaja 66,1-2 *) Es war der in Zeit und Raum gekommenene Gott, es war Jesus Christus, von dem das Neue Testament bezeugt: „Nachdem Gott vor Zeiten manchmal und auf mancherlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er zum Erben von allem eingesetzt, durch welchen er auch die Weltzeiten gemacht hat ..., da er die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens ist und alle Dinge trägt mit dem Wort seiner Kraft“ (Hebräer 1,1-3  *). Man muss also bei diesen Zitaten immer im Auge haben, dass hier Jesus häufig über sich selbst spricht, allerdings meist, ohne es zu verraten. Es gibt eine Ausnahme: Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich! (Johannes 8,58  *) Prompt „hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen.“

Vergleiche hierzu auch den ersten Abschnitt: Vorüberlegungen

Verwendung des Wortes GOTT im Namen

Im Namen Jesu „Emmanuel“ kommt das alttestamentliche EL (ים 1.Mose 14,20 *) bzw. ELOHIM (אלהים 1.Mose 1,1 *) vor, nicht das JA aus JHWH (יהוה 1.Mose 2,4 *). Im Wort Jesus ist es genau umgekehrt.

Matthäus 1,23 *: «Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Emmanuel geben; das heißt übersetzt: Gott mit uns.»

Verwendung des Wortes GOTT im Zusammenhang mit dem Gesetz

Jesus nimmt die Auseinandersetzung über das Gesetz an und stellt sich ihr. Aber er nutzt diese Auseinandersetzungen auch, um seine Souveränität und unabhängigkeit vom Gesetz zu zeigen: „Hier ist ein Größerer als der Tempel!“ oder „Also ist des Menschen Sohn auch Herr des Sabbats.“ Er nutzt sie zum Lobpreis des Vaters: Gott ist „aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.“ Im Umgang mit dem Gesetz erkennt Jesus viele Irrtümer „Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift noch die Kraft Gottes kennt.“, aber auch rechten Glauben: „Du bist nicht fern vom Reiche Gottes!“

Matthäus 12,2-6 *: Als aber das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist! Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte? Wie er in das Haus Gottes hineinging und sie die Schaubrote aßen, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, daß am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind? Ich sage euch aber: Hier ist ein Größerer als der Tempel!

Matthäus 15,1-6 *: Da kamen Schriftgelehrte und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen: Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? Denn Gott hat geboten: «Ehre deinen Vater und deine Mutter!» Und: «Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.» Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Ich habe zum Opfer vergabt, was dir von mir zugute kommen sollte; der braucht seinen Vater und seine Mutter nicht mehr zu ehren. Und so habt ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen aufgehoben.

Matthäus 22,24-33 *: und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: «Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur Ehe nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.» Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder. Desgleichen auch der andere und der dritte, bis zum siebenten. Zuletzt, nach allen, starb auch die Frau. In der Auferstehung nun, wem von den Sieben wird sie als Frau angehören? Denn alle haben sie zur Frau gehabt. Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift noch die Kraft Gottes kennt. Denn in der Auferstehung freien sie nicht, noch lassen sie sich freien, sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel. Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der da spricht: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Und als die Menge solches hörte, erstaunte sie über seine Lehre.

Matthäus 22,34-40 *: Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft, versammelten sie sich; und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? Jesus sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt.» Das ist das erste und größte Gebot. Ein anderes aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Markus 2,24-28 *: Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist? Und er sprach zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, da er Mangel litt, als ihn und seine Begleiter hungerte, wie er in das Haus Gottes hineinging zur Zeit des Hohenpriesters Abjathar und die Schaubrote aß, die niemand essen darf als nur die Priester, und wie er auch denen davon gab, die bei ihm waren? Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen. Also ist des Menschen Sohn auch Herr des Sabbats.

Markus 12,18-27 *: Und es kamen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen: Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt und eine Frau hinterläßt, aber keine Kinder, so soll sein Bruder dessen Frau nehmen und seinem Bruder eine Nachkommenschaft erwecken. Nun sind sieben Brüder gewesen. Der erste nahm eine Frau und starb und hinterließ keine Nachkommenschaft. Da nahm sie der andere und starb, und auch er hinterließ keine Nachkommenschaft; und der dritte ebenso. Und es nahmen sie alle sieben und hinterließen keine Nachkommen. Zuletzt nach allen starb auch die Frau. In der Auferstehung nun, wenn sie auferstehen, wessen Frau wird sie sein? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt. Jesus sprach zu ihnen: Irret ihr nicht darum, weil ihr weder die Schrift kennet noch die Kraft Gottes? Denn wenn sie von den Toten auferstehen, so werden sie weder freien, noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel. Was aber die Toten anbelangt, daß sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen im Buche Moses, bei der Geschichte von dem Busch, wie Gott zu ihm sprach: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Darum irret ihr sehr.

Markus 12,28-34 *: Und es trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und da er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das vornehmste Gebot unter allen? Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste aller Gebote ist: «Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist alleiniger Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner Kraft!» Dies ist das vornehmste Gebot. Und das andere ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!» Größer als diese ist kein anderes Gebot. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht so, Meister! Es ist in Wahrheit so, wie du sagst, daß nur ein Gott ist und kein anderer außer ihm; und ihn zu lieben von ganzem Herzen und mit ganzem Verständnis und von ganzer Seele und mit aller Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Und da Jesus sah, daß er verständig geantwortet, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reiche Gottes! Und es unterstand sich niemand mehr, ihn weiter zu fragen.

Lukas 6,1-5 *: Es begab sich aber, daß er am zweiten Sabbat durch die Saat ging; und seine Jünger streiften Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie. Da sagten etliche von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr das nie gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte? Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und aß und auch seinen Gefährten davon gab; welche doch niemand essen darf, als nur die Priester? Und er sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist auch Herr des Sabbats.

Lukas 10,25-28 *: Und siehe, ein Schriftgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu ererben? Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetze geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen und mit deinem ganzen Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst!» Er sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben!

Lukas 20,34-38 *: Und Jesus antwortete ihnen: Die Kinder dieser Weltzeit freien und lassen sich freien; welche aber gewürdigt werden, jene Weltzeit zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch sich freien lassen, denn sie können auch nicht mehr sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind. Daß aber die Toten auferstehen, hat auch Mose angedeutet bei der Geschichte von dem Busch, wo er den Herrn nennt «den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs». Er ist aber nicht Gott der Toten, sondern der Lebendigen; denn ihm leben alle.

Verwendung des Wortes GOTT im Zusammenhang mit dem Tempel

Jesus sagt über den Tempel: „Mein Haus soll ein Bethaus heißen!“ Das „Mein Haus“ darf hier durchaus wörtlich genommen werden. Der Israel in der Wolke den Weg nach Kanaan gewiesen hat, ist auch derjenige, der im Tempel Wohnung genommen hat.

Matthäus 21,12-14  *: Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen!» Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie.

Matthäus 23,20-22 *: Darum, wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf ist. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei dem Throne Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

Matthäus 26,59-61  *: Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen. Aber sie fanden keins, obgleich viele falsche Zeugen herzukamen. Zuletzt aber kamen zwei und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und ihn in drei Tagen aufbauen.

Verwendung des Wortes GOTT im undifferenzierten Sinn des Alten Testamentes

Diese Stellen zeigen deutlich, wie schwer es für die Juden war, in Jesus den Messias zu erkennen. Selbst Maria singt: „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters ...“ und sie denkt, wenn sie von Gott singt, ganz sicher nicht an ihren Sohn.

Markus 2,5-12  *: Als aber Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen: Was redet dieser so? Er lästert! Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein? Und alsbald merkte Jesus kraft seines Geistes, daß sie so bei sich dachten, und sprach zu ihnen: Warum denkt ihr solches in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben? oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und wandle? Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, stehe auf, nimm dein Bett und gehe heim! Und er stand auf, nahm alsbald sein Bett und ging vor aller Augen hinaus; so daß sie alle erstaunten, Gott priesen und sprachen: Solches haben wir noch nie gesehen!

Markus 7,5-13 *: da fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen? Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: «Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist ferne von mir; aber vergeblich verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, welche Gebote der Menschen sind.» Ihr verlasset das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen fest, das Untertauchen von Krügen und Bechern, und viel anderes dergleichen tut ihr. Und er sprach zu ihnen: Wohl fein verwerfet ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten. Denn Mose hat gesagt: «Ehre deinen Vater und deine Mutter» und: «Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.» Ihr aber sagt: Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: «Korban», das heißt zum Opfer ist vergabt, was dir von mir zugute kommen sollte, so muß er für seinen Vater oder seine Mutter nichts mehr tun. Also hebet ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und dergleichen tut ihr viel.

Markus 10,2-9 *: Und die Pharisäer traten herzu, versuchten ihn und fragten: Ist es einem Manne erlaubt, seine Frau zu entlassen? Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? Sie sprachen: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben und die Frau zu entlassen. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wegen der Härte eures Herzens hat er euch dieses Gebot geschrieben; am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie erschaffen als Mann und Weib. Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!

Markus 10,17-22  *: Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu ererben? Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als Gott allein! Du weißt die Gebote: Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Du sollst nicht rauben! Ehre deinen Vater und deine Mutter! Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, dies alles habe ich gehalten von meiner Jugend an. Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir! Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach! Er aber ward traurig über diese Rede und ging betrübt davon; denn er hatte viele Güter.

Markus 10,22-27  *: Er aber ward traurig über diese Rede und ging betrübt davon; denn er hatte viele Güter. Da blickte Jesus umher und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes eingehen! Die Jünger aber erstaunten über seine Worte. Da hob Jesus wiederum an und sprach zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es für die, welche ihr Vertrauen auf Reichtum setzen, in das Reich Gottes einzugehen! Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme. Sie aber entsetzten sich sehr und sprachen untereinander: Wer kann denn gerettet werden? Jesus aber blickte sie an und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.

Markus 12,13-17 *: Und sie sandten zu ihm etliche von den Pharisäern und Herodianern, um ihn in der Rede zu fangen. Diese kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an, sondern lehrst den Weg Gottes der Wahrheit gemäß. Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? Sollen wir sie geben oder nicht? Da er aber ihre Heuchelei sah, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich? Bringet mir einen Denar, damit ich ihn ansehe! Sie brachten einen. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers! Und Jesus antwortete und sprach: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Und sie verwunderten sich über ihn.

Markus 12,41-44 *: Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, das ist ein Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die eingelegt haben. Denn alle haben von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt eingelegt.

Markus 13,19-20 *: Denn es wird in jenen Tagen eine Trübsal sein, dergleichen nicht gewesen ist von Anfang der Schöpfung, die Gott erschaffen hat, bis jetzt, und wie auch keine mehr sein wird. Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Mensch errettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.

Lukas 1,5-10 *: In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, war ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Ordnung Abias; der hatte eine Frau von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth. Sie waren aber beide gerecht vor Gott und wandelten in allen Geboten und Rechten des Herrn untadelig. Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war, und beide waren hochbetagt. Es begab sich aber, als er das Priesteramt vor Gott verrichtete, zur Zeit, wo seine Klasse an die Reihe kam, traf ihn nach dem Brauch des Priestertums das Los, daß er räuchern sollte, und zwar drinnen im Tempel des Herrn. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen, zur Stunde des Räucherns.

Lukas 1,13-17 *: Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben. Und er wird dir Freude und Frohlocken bereiten, und viele werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit heiligem Geiste wird er erfüllt werden schon von Mutterleib an. Und viele von den Kindern Israel wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückführen. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter umzuwenden zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, zu bereiten dem Herrn ein gerüstetes Volk.

Lukas 1,26-38 *: Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandt zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne namens Joseph, vom Hause Davids; und der Name der Jungfrau war Maria. Und der Engel kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der Herr ist mit dir, du Gesegnete unter den Frauen! Als sie ihn aber sah, erschrak sie über seine Rede und dachte darüber nach, was das für ein Gruß sei. Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende sein. Maria aber sprach zu dem Engel: Wie kann das sein, da ich keinen Mann kenne? Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das erzeugt wird, Sohn Gottes genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, sie, die vorher unfruchtbar hieß. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort! Und der Engel schied von ihr.

Lukas 1,46-47 *: Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters,

Lukas 1,63-69 *: Und er forderte ein Täfelchen und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name! Und sie verwunderten sich alle. Alsbald aber tat sich sein Mund auf, und seine Zunge ward gelöst , und er redete und lobte Gott. Und es kam Furcht über alle ihre Nachbarn, und auf dem ganzen Gebirge von Judäa wurden alle diese Dinge besprochen. Und alle, die es hörten, nahmen es sich zu Herzen und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward mit heiligem Geist erfüllt, weissagte und sprach: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet; und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David,

Lukas 1,76-79 *: Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen, denn du wirst vor dem Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten, Erkenntnis des Heils zu geben seinem Volke, in Vergebung ihrer Sünden, wegen der herzlichen Barmherzigkeit unsres Gottes, in welcher uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, zu scheinen denen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, unsre Füße auf den Weg des Friedens zu richten!

Lukas 2,8-14 *: Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die bewachten des Nachts ihre Herde. Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. Denn euch ist heute ein Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das sei für euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kindlein finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen!

Lukas 2,20 *: Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

Lukas 2,25-35 *: Und siehe, es war ein Mensch zu Jerusalem, namens Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und heiliger Geist war auf ihm. Und er hatte vom heiligen Geist die Zusage empfangen, daß er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen. Und er kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hineinbrachten, um mit ihm zu verfahren nach der Sitte des Gesetzes, da nahm er es auf seine Arme, lobte Gott und sprach: Nun, Herr, entlässest du deinen Diener in Frieden nach deinem Wort! Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, welches du angesichts aller Völker bereitet hast, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel! Und sein Vater und seine Mutter verwunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird und dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen, auf daß aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden.

Lukas 2,36-38 *: Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser, die war hochbetagt, nachdem sie mit ihrem Manne sieben Jahre gelebt hatte nach ihrer Jungfrauschaft; und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren; die wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Auch diese trat zu derselben Stunde hinzu und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf Jerusalems Erlösung warteten.

Lukas 3,1-10 *: Im fünfzehnten Jahre aber der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa war und Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Vierfürst der Landschaft Ituräa und Trachonitis und Lysanias Vierfürst von Abilene, unter den Hohenpriestern Hannas und Kajaphas, erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er kam in die ganze Umgegend des Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buche der Reden des Propheten Jesaja, der da spricht: «Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben! Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und das Krumme soll gerade und die rauhen Wege eben werden, und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.» Er sprach nun zu dem Volke, das hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Schlangenbrut! Wer hat euch unterwiesen, dem kommenden Zorn zu entrinnen? So bringet nun Früchte, die der Buße würdig sind, und fanget nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. Schon ist aber die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Da fragte ihn das Volk und sprach: Was sollen wir denn tun?

Lukas 3,38 *: des Enos, des Set, des Adam, Gottes.

Lukas 5,1-3 *: Es begab sich aber, als das Volk sich zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, stand er am See Genezareth; und er sah zwei Schiffe am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen die Netze. Da trat er in eines der Schiffe, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Lande wegzufahren; und er setzte sich und lehrte die Menge vom Schiffe aus.

Lukas 21,1-4 *: Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Gotteskasten legten. Er sah aber auch eine auf ihren Verdienst angewiesene Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein; und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr als alle eingelegt! Denn diese alle haben von ihrem Überfluße zu den Gaben beigetragen; sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besaß.

Johannes 6,28-30 *: Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun um die Werke Gottes zu wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Da sprachen sie zu ihm: Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir es sehen und dir glauben? Was wirkst du?

Johannes 8,37-47   *: Ich weiß, daß ihr Abrahams Same seid; aber ihr suchet mich zu töten, denn mein Wort findet keinen Raum in euch. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; so tut auch ihr, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Unser Vater ist Abraham! Jesus spricht zu ihnen: Wäret ihr Abrahams Kinder, so tätet ihr Abrahams Werke. Nun aber suchet ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, welche ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren, wir haben einen Vater, Gott! Da sprach Jesus zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr meine Rede nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören! Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun; der war ein Menschenmörder von Anfang an und ist nicht bestanden in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Weil aber ich die Wahrheit sage, glaubet ihr mir nicht. Wer unter euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich die Wahrheit rede, warum glaubet ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum höret ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.

Bemerkenswert an diesem Text ist insbesondere Johannes 8,41  *: „Wir sind nicht unehelich geboren, wir haben einen Vater, Gott!“ Damit stehen die rechtgläubig argumentierenden Juden zwar auf gutem alttestamentlichen Grund, etwa einem Wort des Propheten Jeremia, Jeremia 3,19  *: Ich hatte auch gesagt: Was für eine Stellung will ich dir geben unter den Söhnen! Ich will dir das erwünschte Land schenken, das allerschönste Erbteil der Völker! Und ich hatte auch gesagt, du dürftest mich «Vater» nennen und solltest dich nicht mehr von mir abwenden. Aber sie offenbaren damit, wie scheinheilig ihr Kampf gegen Jesus ist, dem sie genau diese Aussage vorwerfen: Darum suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleichstellte. (Johannes 5,18  *)

Johannes 19,6-7 *: Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuziget ihn! Denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach unserm Gesetz muß er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat.

Jesu vermeintliche Gotteslästerung

Hier sind noch einmal die Bibelstellen zusammengestellt, die Jesu schriftgelehrten Zuhörern den Eindruck der Gotteslästerung erweckten. Es war ihnen nicht bewusst, dass sie damit von vornherein ausschlossen, dass Jesus der Messias ist. Der Messias durfte einfach nicht demütig daherkommen.

Matthäus 9,1-7 *: Und er trat in das Schiff, fuhr hinüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Und siehe, etliche der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert! Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Arges in euren Herzen? Was ist denn leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und wandle? Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Und er stand auf und ging heim.

Markus 2,3-12  *: Und man brachte einen Gelähmten zu ihm, der von Vieren getragen wurde. Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach ab, und nachdem sie durchgebrochen, ließen sie das Bett, darauf der Gelähmte lag, herab. Als aber Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen: Was redet dieser so? Er lästert! Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein? Und alsbald merkte Jesus kraft seines Geistes, daß sie so bei sich dachten, und sprach zu ihnen: Warum denkt ihr solches in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben? oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und wandle? Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, stehe auf, nimm dein Bett und gehe heim! Und er stand auf, nahm alsbald sein Bett und ging vor aller Augen hinaus; so daß sie alle erstaunten, Gott priesen und sprachen: Solches haben wir noch nie gesehen!

Lukas 5,18-25  *: Und siehe, Männer trugen auf einem Bett einen Menschen, der gelähmt war; und sie suchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. Und da sie wegen der Volksmenge keine Möglichkeit fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn mit dem Bett durch die Ziegel hinunter in die Mitte vor Jesus. Und als er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben! Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an, sich darüber Gedanken zu machen, und sprachen: Wer ist dieser, der solche Lästerungen ausspricht? Wer kann Sünden vergeben, als nur Gott allein? Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, antwortete er und sprach zu ihnen: Was denkt ihr in euren Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und wandle? Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und gehe heim! Und alsbald stand er auf vor ihren Augen, nahm das Bett, darauf er gelegen hatte, ging heim und pries Gott.

Lukas 22,66-70 *: Und als es Tag geworden, versammelten sich die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und führten ihn ab vor ihren Hohen Rat; und sie sprachen: Bist du der Christus? Sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sagte, so würdet ihr es nicht glauben; wenn ich aber auch fragte, so würdet ihr mir nicht antworten. Von nun an aber wird des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du also der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr saget, was ich bin!

Jesus fühlt sich von GOTT verlassen

Dieser Ausruf Jesu am Kreuz macht noch einmal das «wahrer Mensch» Jesu deutlich. Aber es ist nicht sein letztes Wort. Sein letztes Wort ist vom Glauben und Vertrauen in den Vater bestimmt: Es war aber um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und die Sonne wurde verfinstert, und der Vorhang im Tempel riß mitten entzwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Und als er das gesagt hatte, verschied er. (Lukas 23,44-46  *)

Matthäus 27,46  *: Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Markus 15,33-34  *: Als aber die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis herein über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?







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Euer Gott
Sehet, da ist Euer Gott
Ein Versuch, die Handlungsweisen Gottes an Hand biblischer Texte zu zeigen.

... Jesus spricht über seinen Vater
Wie Jesus seinen Vater den Jüngern offenbart
Bibelstellen nach Büchern geordnet

Das Johannesevangelium: Gott, der Vater
Die Ehrfurcht des Jüngers Johannes, wenn er Jesu Worte über seinen Vater zitiert


Nr.BibelstelleBibeltext
11.Mose 1,1-4
1   2   3   4
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.Und die Erde war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es...
21.Mose 1,1
1
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.Und die Erde war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es...
31.Mose 1,31
1
Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es ward Abend, und es ward Morgen: der sechste Tag.
41.Mose 2,4
1
Dies ist die Entstehung des Himmels und der Erde, zur Zeit, als Gott der HERR Himmel und Erde schuf.Es war aber noch kein Strauch des Feldes auf Erden, noch irgend ein grünes Kraut auf dem Felde gewachsen;...
51.Mose 11,1-9
1
Es hatte aber die ganze Welt einerlei Sprache und einerlei Rede.Da sie nun gen Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Sinear, und sie ließen sich daselbst nieder.Und sie sprachen zueinander: Wohlan,...
61.Mose 14,20
1
Und gelobt sei Gott, der Allerhöchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.Da sprach der König von Sodom zu Abram: Gib mir die Seelen, die Habe behalte...
72.Mose 20,4
1
Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder dessen, das oben im Himmel, noch dessen, das unten auf Erden, noch dessen, das in den Wassern, unterhalb der Erde ist.Bete sie nicht an...
8Lukas 22,29
1
Und ich verordne euch, wie mir mein Vater das Reich verordnet hat,daß ihr an meinem Tische in meinem Reiche essen und trinken und auf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten.Es sprach...
95.Mose 18,15
1
Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern; auf den sollst du hören!Wie du denn von dem HERRN, deinem Gott, am Horeb, am Tage der Versammlung begehrt...
10Jesaja 7,10-14
1
Weiter redete der HERR zu Ahas und sprach:Fordere ein Zeichen von dem HERRN, deinem Gott, in der Tiefe unten oder droben in der Höhe! Da antwortete Ahas:Ich will nichts fordern, damit ich den HERRN nicht...
11Jesaja 35,5-6
1
Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan und der Tauben Ohren geöffnet werden;alsdann wird der Lahme hüpfen wie ein Hirsch und der Stummen Zunge lobsingen; denn es werden Wasser in der Wüste entspringen...
12Jesaja 44
1   2
So höre nun, mein Knecht Jakob, und Israel, den ich erwählt habe!So spricht der HERR, der dich gemacht und gebildet und dir von Mutterleib an geholfen hat: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und du...
13Jesaja 53
1
Wer hat dem geglaubt, was uns verkündigt ward, und der Arm des HERRN, wem ward er geoffenbart?Er wuchs auf vor ihm wie ein Schoß, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine...
14Jesaja 61,1
1
Der Geist Gottes, des HERRN, ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, um den Elenden gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, zerbrochene Herzen zu verbinden, den Gefangenen Befreiung zu...
15Jesaja 66,1-2
1
So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde meiner Füße Schemel! Was für ein Haus wollt ihr mir denn bauen? Oder wo ist der Ort, da ich ruhen soll?Hat doch meine Hand das alles gemacht,...
16Jeremia 3,19
1   2
Ich hatte auch gesagt: Was für eine Stellung will ich dir geben unter den Söhnen! Ich will dir das erwünschte Land schenken, das allerschönste Erbteil der Völker! Und ich hatte auch gesagt, du dürftest...
17Jeremia 16,14-21
1
Darum seht, es kommen Tage, spricht der HERR, da man nicht mehr sagen wird: «So wahr der HERR lebt, der die Kinder Israel aus Ägyptenland geführt hat!» sondern:«So wahr der HERR lebt, der die Kinder Israel...
18Hesekiel 39,25-29
1
Darum spricht Gott, der HERR, also: Jetzt will ich die Gefangenschaft Jakobs wenden und mich des ganzen Hauses Israel erbarmen und für meinen heiligen Namen eifern.Und sie sollen aller ihrer Schmach und...
19Micha 5
1
(H4-14) Nun schließe deine Reihen, du Schar! Man errichtet Bollwerke gegen uns; mit der Rute wollen sie den Richter Israels auf den Backen schlagen.(H5-1) Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar klein,...
20Sacharja 12,10
1
Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, und sie werden um ihn klagen,...
21Matthäus 1,23
1
«Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Emmanuel geben; das heißt übersetzt: Gott mit uns.»Als nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des...
22Matthäus 3,9
1
Und denket nicht bei euch selbst, sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.Es ist aber schon die Axt an die Wurzel...
23Matthäus 3,16-17
1   2   3
Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen.Und siehe, eine Stimme kam vom...
24Matthäus 4,3-10
1
Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden!Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern...
25Matthäus 5,8-9
1
Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen!Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen!Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer...
26Matthäus 5,16
1
So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich...
27Matthäus 5,34-37
1
Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron,noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen...
28Matthäus 5,43-48
1
Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!»Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet...
29Matthäus 6,1-4
1   2
Habet acht, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten übet, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir...
30Matthäus 6,5-13
1
Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie beten gern in den Synagogen und an den Straßenecken, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn...
31Matthäus 6,14-15
1
Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben.Wenn ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht...
32Matthäus 6,16-18
1
Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt werde, daß sie fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren...
33Matthäus 6,24
1
Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.Darum...
34Matthäus 6,25-34
1   2
Darum sage ich euch: Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als...
35Matthäus 7,7-11
1
Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.Oder ist unter...
36Matthäus 7,20
1
Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen.Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.Viele werden an jenem Tage...
37Matthäus 7,21
1   2
Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in...
38Matthäus 7,22-23
1
Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht?Und dann werde ich ihnen...
39Matthäus 8,28-29
1
Und als er ans jenseitige Ufer in die Landschaft der Gadarener kam, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die kamen aus den Gräbern heraus und waren sehr gefährlich, so daß niemand auf jener Straße wandern...
40Matthäus 9,1-7
1
Und er trat in das Schiff, fuhr hinüber und kam in seine Stadt.Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei...
41Matthäus 9,8
1
Als aber die Volksmenge das sah, verwunderte sie sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben.Und als Jesus von da weiter ging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus;...
42Matthäus 10,17-20
1
Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch den Gerichten überliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln;auch vor Fürsten und Könige wird man euch führen, um meinetwillen, ihnen...
43Matthäus 10,27-33
1
Was ich euch im Finstern sage, das redet am Licht, und was ihr ins Ohr höret, das prediget auf den Dächern.Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen,...
44Matthäus 11,2-6
1   2
Als aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi vernahm, ließ er ihn durch seine Jünger fragen:Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?Und Jesus antwortete und sprach zu...
45Matthäus 11,25-30
1   2   3   4
Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast!Ja, Vater, denn so ist...
46Matthäus 12,2-6
1
Als aber das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist!Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten...
47Matthäus 12,46-50
1
Während er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und suchten mit ihm zu reden.Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und...
48Matthäus 13,41-43
1
Des Menschen Sohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche sammeln alle Ärgernisse und die da Unrecht tunund werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen...
49Matthäus 14,26-33
1   2
Als ihn aber die Jünger auf dem Meere wandeln sahen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst, und schrieen vor Furcht.Jesus aber redete alsbald mit ihnen und sprach: Seid getrost! Ich bin's; fürchtet...
50Matthäus 15,1-6
1
Da kamen Schriftgelehrte und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen:Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.Er aber antwortete...
51Matthäus 15,10-14
1
Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Höret und verstehet!Nicht das, was zum Munde eingeht, verunreinigt den Menschen; sondern was aus dem Munde herauskommt, das verunreinigt den Menschen.Da...
52Matthäus 15,30-31
1
Und es kamen zu ihm große Volksmengen, die hatten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere bei sich; und sie legten sie zu seinen Füßen, und er heilte sie,also daß sich die Menge verwunderte, als...
53Matthäus 16,15-19
1   2
Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist...
54Matthäus 16,21-23
1
Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, er müsse nach Jerusalem gehen und viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.Da...
55Matthäus 16,24-28
1
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will jemand mir nachfolgen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer...
56Matthäus 17,1-8
1   2
Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg.Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie...
57Matthäus 18,10-15
1
Sehet zu, daß ihr keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.Denn des Menschen Sohn ist gekommen, das Verlorene zu...
58Matthäus 18,19-20
1
Weiter sage ich euch, wenn zwei von euch übereinkommen werden auf Erden über irgend eine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteil werden von meinem Vater im Himmel.Denn wo zwei oder drei...
59Matthäus 18,21-35
1
Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal?Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!Darum...
60Matthäus 19,2-6
1
Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach, und er heilte sie daselbst.Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es erlaubt, aus irgend einem Grunde seine Frau zu entlassen?Er...
61Matthäus 19,13-15
1
Da wurden Kindlein zu ihm gebracht, damit er die Hände auf sie lege und bete. Die Jünger aber schalten sie.Aber Jesus sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn...
62Matthäus 20,20-23
1
Da trat die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel ihm zu Füßen, um etwas von ihm zu erbitten.Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagt zu ihm: Sprich, daß diese meine beiden...
63Matthäus 21,12-14
1   2
Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften.Und er sprach...
64Matthäus 21,28-31
1
Was dünkt euch aber? Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg!Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Hernach...
65Matthäus 21,42-43
1
Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr noch nie gelesen in der Schrift: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom Herrn geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen»?Darum...
66Matthäus 22,16-21
1
Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst...
67Matthäus 22,24-33
1
und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: «Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur Ehe nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.»Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste...
68Matthäus 22,34-40
1
Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft, versammelten sie sich;und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach:Meister, welches ist das größte Gebot im...
69Matthäus 23,8-11
1   2
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder.Nennet auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der himmlische.Auch...
70Matthäus 23,20-22
1
Darum, wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf ist.Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt.Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei...
71Matthäus 24,32-36
1   2
Am Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter gewinnt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist.Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet, so merket, daß er nahe vor...
72Matthäus 25,34
1
Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt!Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt...
73Matthäus 26,29
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Ich sage euch aber, ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken, bis zu jenem Tage, da ich es neu mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters.Und nachdem sie den Lobgesang...
74Matthäus 26,39
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Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!Und er...
75Matthäus 26,42
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Wiederum zum zweitenmal, ging er hin, betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!Und er kommt und findet sie abermals...
76Matthäus 26,51-54
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Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an...
77Matthäus 26,59-66
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Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen.Aber sie fanden keins, obgleich viele falsche Zeugen herzukamen.Zuletzt aber kamen...
78Matthäus 27,46
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Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?Etliche der Anwesenden, als sie es hörten, sprachen nun:...
79Matthäus 28,18-20
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Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des...
80Markus 1,1
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Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohne Gottes.Wie geschrieben steht in Jesaja, dem Propheten: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird.Eine Stimme...
81Markus 1,9-11
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Und es begab sich in jenen Tagen, daß Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ.Und alsbald, da er aus dem Wasser stieg, sah er die Himmel zerrissen und den Geist gleich...
82Markus 1,23-24
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Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geiste, der schrieund sprach: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen uns zu verderben? Ich weiß, wer du...
83Markus 2,3-12
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Und man brachte einen Gelähmten zu ihm, der von Vieren getragen wurde.Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach ab, und nachdem sie durchgebrochen,...
84Markus 2,24-28
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Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist?Und er sprach zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, da er Mangel litt, als ihn und seine Begleiter...
85Markus 3,9-12
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Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein Schifflein bereitzuhalten um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht drängten.Denn er heilte viele, so daß alle, die eine Plage hatten, ihn überfielen, um ihn anzurühren.Und...
86Markus 3,34-35
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Und indem er ringsumher die ansah, welche um ihn saßen, spricht er: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder!Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.Denn wer den Willen...
87Markus 5,6-8
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Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder,schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu schaffen? Ich beschwöre dich bei...
88Markus 7,5-13
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da fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen?Er aber antwortete und sprach zu ihnen:...
89Markus 8,31-33
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Und er fing an, sie zu lehren, daß des Menschen Sohn viel leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden müsse und nach drei Tagen wieder auferstehen.Und...
90Markus 8,34-9,1
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Und er rief das Volk samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!Denn wer seine Seele retten will,...
91Markus 9,2-8
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Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes zu sich und führt sie beiseite allein auf einen hohen Berg. Und er ward vor ihnen verklärt,und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß...
92Markus 10,2-9
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Und die Pharisäer traten herzu, versuchten ihn und fragten: Ist es einem Manne erlaubt, seine Frau zu entlassen?Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?Sie sprachen: Mose hat...
93Markus 10,13-16
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Und sie brachten Kindlein zu ihm, damit er sie anrühre; die Jünger aber schalten die, welche sie brachten.Da das Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret...
94Markus 10,17-27
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Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu ererben?Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich...
95Markus 11,15-18
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Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, die hinauszutreiben, welche im Tempel verkauften und kauften; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenverkäufer stieß...
96Markus 11,21-26
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Und Petrus dachte daran und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!Denn wahrlich, ich sage euch, wenn...
97Markus 12,13-17
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Und sie sandten zu ihm etliche von den Pharisäern und Herodianern, um ihn in der Rede zu fangen.Diese kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst;...
98Markus 12,18-27
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Und es kamen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen:Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt und eine Frau hinterläßt, aber keine...
99Markus 12,28-34
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Und es trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und da er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das vornehmste Gebot unter allen?Jesus...
100Markus 12,41-44
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Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein.Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein,...
101Markus 13,19-20
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Denn es wird in jenen Tagen eine Trübsal sein, dergleichen nicht gewesen ist von Anfang der Schöpfung, die Gott erschaffen hat, bis jetzt, und wie auch keine mehr sein wird.Und wenn der Herr die Tage nicht...
102Markus 13,28-33
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Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig jetzt saftig wird und Blätter treibt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist.Also auch ihr, wenn ihr sehet, daß dieses geschieht, so merket,...
103Markus 14,36
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Und er sprach: Abba, Vater! Es ist dir alles möglich; nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst.Und er kommt und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Simon, schläfst...
104Markus 15,33-34
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Als aber die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis herein über das ganze Land bis zur neunten Stunde.Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt:...
105Markus 15,37-39
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Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied.Und der Vorhang im Tempel riß entzwei, von obenan bis untenaus.Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, daß er auf solche Weise verschied,...
106Lukas 1,5-10
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In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, war ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Ordnung Abias; der hatte eine Frau von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth.Sie waren aber beide...
107Lukas 1,13-17
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Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.Und er wird...
108Lukas 1,26-38
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Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandtzu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne namens Joseph, vom Hause Davids; und der Name der...
109Lukas 1,46-47
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Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters,daß er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter!Denn...
110Lukas 1,63-69
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Und er forderte ein Täfelchen und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name! Und sie verwunderten sich alle.Alsbald aber tat sich sein Mund auf, und seine Zunge ward gelöst , und er redete und lobte Gott.Und...
111Lukas 1,76-79
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Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen, denn du wirst vor dem Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten,Erkenntnis des Heils zu geben seinem Volke, in Vergebung ihrer Sünden,wegen der herzlichen...
112Lukas 2,8-14
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Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die bewachten des Nachts ihre Herde.Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich...
113Lukas 2,20
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